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Die Einstellung sollte niemals ausschließlich auf Fähigkeiten basieren. Auch wenn diese natürlich wichtig sind, gibt es so viele Nuancen, die darüber entscheiden, wie erfolgreich jemand bei der Anwendung seiner Fähigkeiten sein wird.

Wie gehen sie an Probleme heran? Wie kommunizieren sie? Welche Werte vertreten sie bezüglich ihrer Arbeit?

Und genau hier sind verhaltensorientierte Interviewfragen so wertvoll. Hier teile ich mein Wissen und Best Practices, um Ihnen zu helfen, die relevantesten Fragen für Ihre Organisation zu stellen und intensiver in die Antworten einzutauchen.

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Was sind verhaltensorientierte Interviewfragen?

Verhaltensorientierte Interviewfragen sind darauf ausgelegt, zu bewerten, wie ein Kandidat bestimmte Situationen in der Vergangenheit gemeistert hat. Diese Fragen konzentrieren sich auf Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Eigenschaften, die für die Stelle relevant sind und sind in der Regel so formuliert, dass sie den Bewerber dazu anregen, Beispiele für sein früheres Verhalten zu geben.

Sie beginnen häufig mit Formulierungen wie „Erzählen Sie mir von einer Situation, in der ...“ oder „Geben Sie ein Beispiel für ...“. Das Ziel ist es, die zukünftige Leistung im Unternehmen auf Basis vergangener Handlungen vorherzusagen.

Warum verhaltensorientierte Interviewfragen nützlich sind

Verhaltensorientierte Interviewfragen sind nützlich, weil sie Einblicke darin geben, wie ein Bewerber seine Fähigkeiten angewandt und reale Situationen bewältigt hat – das ist ein starker Indikator für sein zukünftiges Verhalten in ähnlichen Szenarien.

Dieser Ansatz hilft Interviewern einzuschätzen, wie kulturell passend ein Kandidat ist, was sich in seinem Problemlösungsansatz, seinen zwischenmenschlichen Fähigkeiten und seiner Anpassungsfähigkeit zeigt. 

Durch die Fokussierung auf bisherige Erfahrungen können Arbeitgeber besser beurteilen, ob die Eigenschaften eines Bewerbers zu den Anforderungen der Stelle und zur Unternehmenskultur passen.

30 verhaltensorientierte Interviewfragen

Hier sind 30 verhaltensorientierte Interviewfragen, nach gängigen Kompetenzen kategorisiert, sowie einige Ideen für gezielte Nachfragen:

1. Problemlösung und analytisches Denken

  1. Erzählen Sie mir von einer Situation, in der Sie vor einer unerwarteten Herausforderung standen. Wie sind Sie damit umgegangen?
    1. Weshalb hat Sie die Situation überrascht?
    2. Wie, wenn überhaupt, hat dies spätere Arbeiten beeinflusst?
  2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie eine schnelle Entscheidung mit begrenzten Informationen treffen mussten.
    1. Wie haben Sie das Risiko abgewogen?
  3. Nennen Sie ein Beispiel für ein Problem, das Sie mit kreativem Denken gelöst haben.
    1. Warum war dies eine besonders kreative Lösung für das Problem?
  4. Können Sie eine Situation beschreiben, in der Sie ein Problem erkannt haben, bevor es ernst wurde?
    1. Woran haben Sie erkannt, dass daraus ein ernsthaftes Problem werden könnte?
    2. Wie haben Sie andere davon überzeugt, dieses Problem im Vergleich zu anderen anzugehen?
  5. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie komplexe Informationen analysieren mussten, um einer fachfremden Person eine Empfehlung zu geben.
    1. Wie haben Sie Ihre Kommunikation angepasst?
    2. Wie haben Sie sichergestellt, dass Ihre Empfehlung und die Vor- und Nachteile verstanden wurden?

2. Teamarbeit und Zusammenarbeit

  1. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie eng mit einem Team zusammenarbeiten mussten, um ein herausforderndes Projekt abzuschließen.
    1. Was war daran herausfordernd?
    2. Wie haben Sie dafür gesorgt, dass das Team auf dem gleichen Stand war?
  2. Erzählen Sie mir von einem Zeitpunkt, an dem Sie mit einem Teammitglied nicht einer Meinung waren. Wie haben Sie das gelöst?
    1. Wie war deren Standpunkt?
    2. Warum unterschied er sich von Ihrem?
  3. Nennen Sie ein Beispiel, bei dem Sie ein Teammitglied unterstützt haben, das Schwierigkeiten hatte.
    1. Wie haben Sie erkannt, dass die Person Schwierigkeiten hatte?
    2. Wie haben Sie die eigentliche Ursache der Schwierigkeiten identifiziert? (z. B. Fertigkeiten, Kapazität oder persönliche Probleme)
    3. Was haben Sie getan, damit die Person sich weiterentwickeln konnte?
  4. Können Sie ein Beispiel nennen, wie Sie zu einer positiven Teamkultur beigetragen haben?
    1. Wie haben Sie die Lücke (falls vorhanden) erkannt?
    2. Was haben Sie getan, um sicherzustellen, dass Sie wissen, was eine positive Teamkultur in Ihrem Unternehmen ausmacht?
    3. Wie haben Sie mit dem Team zusammengearbeitet, um Schwung aufzubauen?
  5. Erzählen Sie von einer Zeit, in der Sie mit jemandem zusammengearbeitet haben, der einen anderen Arbeitsstil hatte als Sie.
    1. Wie haben Sie gemeinsame Schnittpunkte gefunden?
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3. Kommunikation

  1. Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie jemandem ein komplexes Konzept erklären mussten, der mit dem Thema nicht vertraut war.
    1. Wie haben Sie Ihre Kommunikation angepasst?
    2. Wie haben Sie sichergestellt, dass Sie verstanden wurden?
  2. Nennen Sie ein Beispiel für eine Situation, in der Ihre Kommunikationsfähigkeiten einen Unterschied gemacht haben.
    1. Warum war dieses Beispiel so bedeutend für Sie?
  3. Beschreiben Sie eine Zeit, in der Sie jemanden davon überzeugen mussten, Ihre Sichtweise zu übernehmen.
    1. Wie sind Sie an die Überzeugung herangegangen?
    2. Haben sich Ihre eigenen Ansichten (falls überhaupt) verändert?
  4. Können Sie eine Erfahrung teilen, bei der das Zuhören geholfen hat, ein Problem zu lösen?
    1. Auf welche Weise hat diese Person kommuniziert, sodass Sie es als besonders einnehmend erlebt haben?
    2. Haben Sie andere Sichtweisen in Betracht gezogen, warum haben Sie diese nicht verfolgt oder warum haben Sie sie verfolgt?
  5. Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie einem Kollegen konstruktives Feedback geben mussten.
    1. Warum war es wichtig, dieses Feedback zu geben?
    2. Wie haben Sie die Person danach unterstützt?
  6. Erzählen Sie mir von dem konstruktiven Feedback, das Sie am meisten weitergebracht hat.
    1. Wie wurde das Feedback übermittelt?
    2. Was war schwierig daran zu hören?
    3. Wie haben Sie sich daraufhin angepasst?

4. Führung

  1. Nennen Sie ein Beispiel, bei dem Sie die Leitung eines Projekts übernommen haben.
    1. Warum haben Sie die Führung übernommen?
    2. Wie haben Sie alle Sichtweisen zusammengeführt?
  2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie andere motivieren mussten, ein Ziel zu erreichen.
    1. Falls zutreffend, wie haben Sie Ihren Ansatz je nach Person angepasst?
    2. Was haben Sie getan, um die Menschen auf das Ziel einzuschwören?
  3. Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie Aufgaben effektiv delegiert haben.
    1. Wie haben Sie entschieden, was Sie delegieren?
    2. Was haben Sie selbst übernommen und warum?
    3. Wie haben Sie mit der Person, an die Sie delegiert haben, Rücksprache gehalten?
  4. Geben Sie ein Beispiel für eine Situation, in der Sie einen Konflikt in Ihrem Team managen mussten.
    1. Wie haben Sie die verschiedenen Meinungen abgewogen?
  5. Können Sie eine Situation beschreiben, in der Sie als Führungskraft eine schwierige Entscheidung getroffen haben?
    1. Was machte diese Entscheidung so schwierig?

5. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität

  1. Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie sich an eine bedeutende Veränderung am Arbeitsplatz anpassen mussten.
    1. Was war an dieser Veränderung herausfordernd?
    2. Wen hat diese Veränderung betroffen?
    3. Warum wurde sie eingeführt?
  2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie Ihren Ansatz anpassen mussten, um eine Aufgabe erfolgreich zu erledigen.
    1. Wann haben Sie erkannt, dass Sie Ihren Ansatz ändern mussten?
  3. Nennen Sie ein Beispiel, bei dem Sie schnell etwas Neues lernen mussten.
    1. Wie haben Sie entschieden, was Sie sofort lernen mussten und was später?
    2. Was ist Ihre Strategie, um Dinge rasch zu erfassen?
  4. Schildern Sie eine Erfahrung, in der Sie eine plötzliche Änderung der Prioritäten erfolgreich gemanagt haben.
    1. Warum war diese Änderung notwendig?
    2. Wie haben Sie erkannt, dass Sie sich erfolgreich angepasst haben?
  5. Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie in einem sich ständig verändernden Umfeld arbeiten mussten.
    1. Was haben Sie getan, um mit allen Veränderungen Schritt zu halten?
    2. Wie sind Sie daran gegangen, Ihre Prioritäten zu verschieben?

6. Zeitmanagement und Organisation

  1. Nennen Sie ein Beispiel, wie Sie Ihre Aufgaben in einer arbeitsintensiven Zeit priorisiert haben.
    1. Wie haben Sie sichergestellt, dass das Team Ihre Priorisierung verstanden hat?
    2. Wie hat die arbeitsreiche Phase/Ihr Zeitdruck Ihren normalen Priorisierungsansatz beeinflusst?
  2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie eine Deadline verpasst haben. Was ist passiert und wie sind Sie damit umgegangen?
    1. Was haben Sie unternommen, um den Schaden zu minimieren?
    2. Wie haben Sie die Erwartungen gemanagt?
  3. Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie mehrere Projekte gleichzeitig managen mussten.
    1. Wie sind Sie an die Priorisierung herangegangen?
  4. Schildern Sie eine Erfahrung, bei der Ihre Planungsfähigkeiten Ihnen geholfen haben, eine knappe Frist einzuhalten.
    1. Was hat Ihre Planungsfähigkeit im Vergleich zum restlichen Team besonders gemacht?
  5. Beschreiben Sie eine Zeit, in der Sie Ihren Arbeitsplan anpassen mussten, um ein Ziel zu erreichen.
    1. Was war die Herausforderung dieses Ziels?
    2. Warum mussten Sie den Plan anpassen? Wie?

Wie Sie entscheiden, welche Fragen Sie stellen sollten

Auch wenn manche Fragen im Verhaltensstil generell anwendbar sind, steht Ihnen keine unendliche Zeit zur Verfügung – deshalb müssen Sie gezielt auswählen!

Der beste Weg, Prioritäten zu setzen, ist ein Blick auf Ihre Unternehmenswerte.

Wenn Sie zum Beispiel Wert auf Menschen mit einer hohen Handlungsorientierung und Experimentierfreude legen, sollten Sie gezielte Fragen stellen, um dies festzustellen.

Ein Teil der Fragen, die Sie stellen, sollte von den Unternehmenswerten bestimmt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass Personen aus verschiedenen Teams kompatible Werte und dementsprechend vergleichbare Arbeitsverhalten mitbringen.

Ein anderer Teil hingegen wird durch die jeweilige Position beeinflusst. Das ist einer der Hauptgründe, warum es so wichtig ist, klare Stellenbeschreibungen zu haben, damit Sie wissen, wonach Sie suchen und wie Erfolg aussieht.

Möchten Sie zum Beispiel eine neue People Partnerin oder einen neuen People Partner mit viel Erfahrung im operativen Bereich einstellen, überprüfen Sie deren Projektmanagement-Kompetenz auf eine Weise, die zum Unternehmen passt.

Suchen Sie jedoch eher eine Person, die große Veränderungen umsetzen soll, dann sollten Sie ihre Change-Management- und Soft Skills sowie ihre Fähigkeit analysieren, diese an die Unternehmenswerte anzupassen.

Wie Sie sehen, können verhaltensorientierte Fragen sehr wirkungsvoll sein, um Kompetenzen und Verhalten zu beurteilen.

Häufige Werte und worüber Sie fragen können

Handlungsorientierung

  • Erzählen Sie mir von einer Situation, in der Sie eine Entscheidung treffen mussten, ohne alle Fakten zu kennen.
    • Warum waren die Fakten für Sie nicht verfügbar? 
    • Warum war diese Entscheidung so zeitkritisch? 
    • Wie sind Sie vorgegangen?
    • Wie haben Sie die Ihnen bekannten Fakten hinsichtlich ihrer Wichtigkeit abgewogen?

Einander helfen

  • Nennen Sie mir ein Beispiel, bei dem Sie einem Teammitglied geholfen haben, das Schwierigkeiten hatte.
    • Woran haben Sie erkannt, dass sie Schwierigkeiten hatten?
    • Wie haben Sie Ihre Hilfe angeboten? 
    • Welches Feedback haben Sie gegeben?
    • Wie haben Sie sie anschließend weiter unterstützt?

Vertrauen

  • Bitte schildern Sie eine Situation, in der Sie das Vertrauen eines Stakeholders zurückgewinnen mussten.
    • Wie ist das Vertrauen verloren gegangen? 
    • Wie sind Sie vorgegangen, um das Vertrauen zurückzugewinnen?
    • Was war das Ergebnis?

Verantwortungsübernahme

  • Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie über Ihre eigentliche Rolle hinausgehen mussten.
    • Warum war das notwendig?
    • Worin bestand die übernommene Zusatzaufgabe?

Innovation/Einfallsreichtum

  • Erzählen Sie mir von einer Zeit, in der Sie ein ambitioniertes Projekt mit einer kreativen Lösung umsetzen mussten (oder für Einfallsreichtum: mit begrenzten Ressourcen).
    • Was war im Vergleich zum Standard kreativ daran?
    • Was war das Ambitionierte am Projekt?

Menge vs. Tiefe

Grundsätzlich gibt es zwei Herangehensweisen an verhaltensorientierte Fragen: 1) möglichst viele Beispiele abdecken oder 2) möglichst in die Tiefe gehen, indem Folgefragen zu wenigen Beispielen gestellt werden.

Beispiel für Menge

  • Nennen Sie mir 3 Beispiele, in denen Sie mit schwierigen Kommunikationssituationen umgehen mussten – wie war jeweils das Ergebnis?
  • ODER „Nennen Sie mir ein Beispiel, in dem Sie kurzfristige Vorteile zugunsten langfristiger Beziehungen aufgegeben haben“ – gefolgt von „Nennen Sie mir noch ein weiteres Beispiel“.

Ich bin aus drei Gründen kein großer Fan dieses Ansatzes.

  1. Nicht für alle geeignet, z. B. ist es unwahrscheinlich, dass Junior-Kandidaten viele Beispiele liefern können.
  2. Durch die begrenzte Zeit pro Frage bleibt keine Gelegenheit, in die Tiefe zu gehen, um das „Warum“ zu ergründen und echte Expertise sichtbar zu machen.
  3. Man könnte den Eindruck erwecken, auf eine „richtige“ Antwort zu hoffen, statt der Person wirklich zuzuhören und ihren Standpunkt zu verstehen.

Beispiel für Tiefe

  • Geben Sie mir ein Beispiel, bei dem Sie schwierige Kommunikation mit einem Stakeholder handhaben mussten.
    • Wer war der Stakeholder?
    • Wie war Ihre bisherige Beziehung vor dieser Situation? Was hat sich verändert?
    • Wie sind Sie an die Situation herangegangen?
    • Was war Ihr Ziel? Was war deren Ziel?
    • Was war das Ergebnis?
    • Warum sind Sie auf diese Weise an die Situation herangegangen und nicht anders?

Ich bevorzuge diese Methode aus drei Gründen: 

  1. Sie hilft Ihnen, tiefer in die Antworten einzutauchen und festzustellen, ob die Personen wirklich verstanden und durchdacht haben, was sie getan haben.
  2. Sie können auch von Kandidaten wertvolle Einblicke gewinnen, die über weniger Beispiele verfügen.
  3. Sie ermöglicht es Ihnen, spezifischere Fragen zu stellen, die zu Ihrer Situation oder Ihren Werten passen, statt sehr allgemein zu bleiben und möglichst viele Beispiele einzufangen (diese Interviewmethode ist auch als „die Zwiebel schälen“ bekannt).

Wie man die Zwiebel schält

„Die Zwiebel schälen“ ist eine Interviewtechnik, bei der es darum geht, die richtigen Folgefragen zu stellen, die den Kern der gesuchten Fähigkeiten und Verhaltensweisen freilegen.

Am Ende hilft dies, herauszufinden, wie die Person diese Fähigkeiten und Verhaltensweisen entwickelt hat und ob sie sie wirklich besitzt oder nur das sagen möchte, was Sie hören wollen.

Je nach Situation gibt es spezifische Nachfragen, daher ist es hilfreich, eine Fragenbank anzulegen und sich im Voraus über mögliche Folgefragen Gedanken zu machen. 

Falls Sie jedoch unsicher sind, finden Sie hier eine Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie jedes Beispiel vollständig verstanden haben:

  • Wie sie an die Situation herangegangen sind.
  • Welche Art von Kontext/Fragen/Informationen haben sie eingeholt? Von wem und auf welche Weise?
  • Mit wem haben sie zusammengearbeitet oder kooperiert?
  • Wie haben sie diese Stakeholderbeziehungen gemanagt?
  • Wie haben sie sichergestellt, dass das Projekt auf Kurs blieb und alle auf dem aktuellen Stand waren?
  • Was haben sie unternommen, um eine Lösung zu finden?
  • Warum haben sie gerade diesen Ansatz/diese Lösung gewählt?
  • Welche anderen Wege haben sie in Betracht gezogen? Warum nicht diese?
  • Was war das Ergebnis?
  • Wie hat sich dies langfristig auf ihre Arbeit/ihr Team/ihr Unternehmen ausgewirkt – falls überhaupt?

Speichern Sie diese in Ihrem Bewerbermanagementsystem oder einem ähnlichen Tool!

Fragen sinnvoll anordnen

Die Fähigkeit, die Sie schließlich entwickeln werden, besteht darin, zu wissen, wann Sie welche Folgefrage stellen.

Beachten Sie dabei, dass zu spezifische Folgefragen manchmal zu deutlich machen können, wonach Sie suchen.

Wenn Sie zum Beispiel nach dem Umgang mit einem Teamkonflikt fragen und direkt als nächstes nachfragen: „Wie haben Sie die unterschiedlichen Sichtweisen ausbalanciert?“, ist es offensichtlich, dass Sie jemanden suchen, der genau das kann.

Mein Rat wäre deshalb, mit allgemeineren Folgefragen einzusteigen. Im obigen Beispiel würde ich zunächst fragen: „Worum ging es in dem Konflikt? Was ist passiert, bevor Sie involviert wurden? Wie sind Sie an das Thema herangegangen?“.

Einer der besten und gleichzeitig aufschlussreichsten Interviewer, die ich kennengelernt habe, war bei Twitch. 

Er stellte am Anfang des 45-minütigen Interviews eine übergreifende Verhaltensfrage zu einem Zeitpunkt, in dem der Bewerber einen Unternehmenswert besonders gut repräsentiert hatte (wir haben jedem Interviewer dafür Werte zugewiesen) und erhielt durch Folgefragen sehr viele Einblicke.

Er stellte die Folgefragen so, dass sie wie ein Gespräch wirkten und von allgemeinen zu immer spezifischeren Aspekten übergingen.

Jede Kandidatin und jeder Kandidat, mit dem ich gesprochen habe, fand das entweder wirklich herausfordernd oder sehr spannend – es polarisiert also –, aber diejenigen, die gern „fachsimpelten“ über ihre Arbeit, schnitten auch im Job am besten ab.

*Hinweis: Dies gilt nur für die Rollen in diesem speziellen Unternehmen, „fachsimpeln“ ist kein universeller Leistungsindikator.*

Abschließende Gedanken

Verhaltensbasierte Interviews zu beherrschen ist eine Fähigkeit wie jede andere auch, und Sie müssen vermutlich viele Interviews führen, um darin wirklich Experte zu werden. 

Der Aufwand lohnt sich jedoch, da allein Fähigkeiten keine vollständigen Leistungsvorhersagen ermöglichen.

Jemand, der in einer bestimmten Umgebung und einem Unternehmen ein Top-Performer war, muss diese Leistung nicht zwangsläufig in Ihrer Organisation wiederholen können, wenn seine Arbeitsweise und Werte nicht übereinstimmen.

Wenn Sie jedoch nicht bereit sind, tief in die Erfahrungen der Person einzusteigen, tappen Sie vielleicht in eine von zwei Fallen: 1) Sie sind leicht beeindruckt von Menschen, die nur das sagen, was Sie hören wollen, oder 2) Sie tappen in die Persönlichkeits-Fit-Falle.

Viel Erfolg bei Ihrer Suche und falls Sie Fragen haben, können Sie sich gerne melden. Für einen allgemeineren Leitfaden zum Führen von Bewerbungsgesprächen lesen Sie meinen Artikel über wie man ein Vorstellungsgespräch führt.

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