Realitäten der Remote-Arbeit: Remote-Arbeit ist gekommen, um zu bleiben, und die Personalabteilung muss sich an die damit verbundenen Herausforderungen anpassen – besonders im Hinblick auf Entlassungen und die Einhaltung von Arbeitsgesetzen.
WARN-Gesetz 101: Das WARN-Gesetz schreibt vor, dass Arbeitgebende bei Massenentlassungen eine 60-tägige Vorankündigung machen müssen, damit Mitarbeitende Zeit haben, sich auf den Übergang und neue Chancen nach größeren personellen Veränderungen vorzubereiten.
Wen schützt das WARN-Gesetz?: Das WARN-Gesetz schützt in erster Linie Mitarbeitende bei Unternehmen mit mehr als 100 Vollzeitkräften und unterstreicht so seine Bedeutung für größere Firmen, die sich mit Entlassungen und Schließungen in der heutigen Arbeitswelt auseinandersetzen.
Zukünftige Herausforderungen für HR-Profis: Da sich die Remote-Arbeit weiterentwickelt, müssen HR-Fachleute über rechtliche Pflichten wie das WARN-Gesetz informiert bleiben, um personelle Veränderungen wirksam zu managen und die Rechte der Mitarbeitenden zu schützen.
Remote-Arbeit wird nicht verschwinden. Daher müssen sich HR-Profis inzwischen regelmäßig mit neuen Herausforderungen bei Entlassungen und Unternehmensschließungen auseinandersetzen. Eine entscheidende Frage ist dabei, ob das WARN-Gesetz, ein US-Bundesgesetz zum Schutz von Mitarbeitenden bei Massenentlassungen, auch für Remote-Arbeitende gilt.
In diesem Leitfaden erläutern wir die wichtigsten Aspekte des WARN-Gesetzes und beleuchten dessen Relevanz für Remote-Mitarbeitende.
Was ist das WARN-Gesetz?
Das Worker Adjustment and Retraining Notification (WARN) Act ist ein US-Bundesgesetz, das Arbeitgeber dazu verpflichtet, Beschäftigte im Falle von Massenentlassungen oder bei Betriebsschließungen rechtzeitig vorab zu informieren. Ziel ist es, den Mitarbeitenden ausreichend Zeit zu geben, um eine neue Anstellung zu finden oder sich auf die Veränderungen vorzubereiten.
Anwendungsbereich des WARN-Gesetzes
Das WARN-Gesetz gilt in der Regel für Unternehmen mit 100 oder mehr Vollzeitbeschäftigten. Es schreibt eine Vorankündigungsfrist von 60 Tagen vor, bevor ein Werk geschlossen oder ein erheblicher Teil der Belegschaft entlassen wird.
Diese Vorgabe dient dem Schutz von Mitarbeitenden, ihren Familien und der Gemeinschaft, indem ihnen Zeit zur Vorbereitung auf den Arbeitsplatzverlust gewährt wird.
| Unternehmensgröße | Anwendbarkeit des WARN-Gesetzes |
| 100+ Beschäftigte | WARN-Gesetz gilt |
| Weniger als 100 Beschäftigte | WARN-Gesetz gilt nicht (mit einigen Ausnahmen) |
Staatliche WARN-Gesetze
Zusätzlich zum Bundesgesetz haben verschiedene US-Bundesstaaten eigene Versionen, oft bekannt als Mini-WARN-Gesetze, eingeführt. Diese bundesstaatspezifischen Regelungen können strenger sein als die bundesweit gültigen Regeln und bieten Mitarbeitenden somit oft einen noch höheren Schutz.
Bekannte staatliche WARN-Gesetze
- Kalifornisches WARN-Gesetz: Gilt für Arbeitgeber mit 75 oder mehr Beschäftigten und enthält strengere Vorgaben, einschließlich einer Vorankündigung auch bei kleineren Entlassungswellen.
- New Yorker WARN-Gesetz: Verlangt eine 90-tägige Vorankündigung (über die bundesweiten 60 Tage hinaus) und gilt für Unternehmen mit 50 oder mehr Vollzeitbeschäftigten.
Diese staatlichen Gesetze können mit den Vorgaben des Bundesgesetzes überschneiden. Arbeitgeber müssen sich daher mit beiden Regelungen auskennen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Für weitere Unterstützung empfiehlt sich eine HR-Beratung in Kalifornien.
Wie WARN-Benachrichtigungen funktionieren
Wie lauten die Standards und Regeln für die Herausgabe von WARN-Mitteilungen und die Einhaltung der Vorschriften? Wie zu erwarten, unterscheiden sich die Anforderungen je nach Bundesstaat, aber für die bundesgesetzliche Einhaltung sind dies die Grundlagen:
Anforderungen an die Benachrichtigung
Sind Entlassungen geplant, müssen Arbeitgeber eine 60-tägige Vorankündigung mehreren Parteien zukommen lassen:
- Betroffene Mitarbeitende oder deren Vertretungen
- Gewerkschaften, sofern vorhanden
- Staatliche und lokale Behörden im betroffenen Gebiet
Inhalt der Benachrichtigung
Die Benachrichtigung muss bestimmte Angaben enthalten:
- Grund für die Entlassungen oder Schließungen
- Anzahl der betroffenen Mitarbeitenden
- Zeitlicher Ablauf der Entlassungen
- Betroffene Berufsgruppen oder Positionen
Diese Angaben sorgen für Transparenz und Fairness während des Entlassungsprozesses. Unterbleibt eine ausreichende Vorankündigung, drohen für den Arbeitgeber erhebliche Strafen.
Auch wenn die Auslieferung der Mitteilung ein Kernthema der Einhaltung ist, betont Albert Kim, Vice President of Talent Acquisition bei Checkr, wie wichtig es ist, daran zu denken, dass hier das Einkommen und die Existenz von Menschen betroffen sind.
Strafen bei Verstößen gegen das WARN-Gesetz
Diese Gesetzgebung wurde eingeführt, um Arbeitnehmer vor unrechtmäßigen Kündigungen zu schützen und zu verhindern, dass Arbeitgeber wichtige Informationen zur Unternehmenslage verbergen, die die Beschäftigungssicherheit beeinträchtigen. Die Nichteinhaltung zieht erhebliche Konsequenzen nach sich.
Bußgelder und rechtliche Schritte
Arbeitgeber, die das WARN-Gesetz verletzen, indem sie die vorgeschriebene Mitteilung nicht erteilen, müssen mit strengen Strafen rechnen. Diese können unter anderem beinhalten:
- Bußgelder: Arbeitgeber können mit bis zu $500 pro Tag des Verstoßes bestraft werden.
- Nachzahlungen: Arbeitgeber sind häufig verpflichtet, betroffenen Mitarbeitern rückwirkend den Lohn für jeden Tag der Nichteinhaltung zu zahlen, was sich schnell zu einer erheblichen Summe summieren kann.
Haftung der Arbeitgeber
Nichteinhaltung kann zu Klagen von betroffenen Mitarbeitern führen, die eine Entschädigung für entgangene Löhne, Sozialleistungen und weitere Schäden einfordern können. In Extremfällen können solche Rechtsstreitigkeiten dem Ruf und der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens schaden.
Das WARN-Gesetz und Remote-Mitarbeiter
Da immer mehr Angestellte aus dem Homeoffice arbeiten, müssen Unternehmen prüfen, ob das WARN-Gesetz auch für diese Personen gilt. Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem vom geografischen Standort der Remote-Mitarbeitenden und den zentralen Unternehmensstandorten.
An diesem Punkt wird die Gesetzeslage durch die Wortwahl etwas kompliziert. Wenn die erforderliche Vorlaufzeit für Massenentlassungen beschrieben wird, sind Massenentlassungen als zusammenhängend mit einem “einzelnen Beschäftigungsstandort” definiert.
Remote-Mitarbeitende passen scheinbar nicht in diese Definition, da sie nicht an einem einzigen Standort arbeiten, weshalb viele Experten argumentieren, dass das WARN-Gesetz für sie nicht gilt. Wenn es doch nur so einfach wäre.
Bei Remote-Arbeit ist es oft schwierig, diesen Standort zu bestimmen. In vielen Fällen kann die Wohnung eines Remote-Mitarbeiters als dessen einziger Beschäftigungsort gelten, insbesondere wenn keine regelmäßigen Besuche im Büro stattfinden.
„Der Schlüssel ist, dass der Hauptarbeitsort jedes einzelnen Mitarbeiters klar definiert ist“, sagt Anwalt Andrew Pickett. „Das beeinflusst die Anwendung des WARN-Gesetzes, besonders wenn Teams weit verstreut sind.“
Anwendung auf Remote-Mitarbeitende
Kurz gesagt: Ja, das WARN-Gesetz kann auch auf Remote-Mitarbeitende Anwendung finden, aber es kommt auf die konkreten Umstände an. Beispielsweise ist es möglich, dass Remote-Beschäftigte Anspruch auf eine WARN-Mitteilung haben, wenn ein Unternehmen mit 100 oder mehr Vollzeitangestellten eine Massenentlassung ausschließlich unter Remote-Mitarbeitenden plant.
Um rechtliche Probleme zu vermeiden, ist es ratsam, Remote-Beschäftigte genauso zu behandeln wie Mitarbeitende an einem festen Arbeitsplatz.
"Auch wenn das WARN-Gesetz nicht explizit regelt, wie mit Remote-Beschäftigten zu verfahren ist, werden sie als "ausgelagerte Mitarbeiter" betrachtet", erklärt Thom Pryor, Experte für Arbeitsrecht und Gründer von Lawsuit Legal. „Es ist nicht nur eine gesunde bundesweite Regelung, sondern vor allem auch eine Höflichkeit, die verantwortungsvolle Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden bieten sollten.“
Berücksichtigung der Gerichtsbarkeit
Die Gerichtsbarkeit spielt eine zentrale Rolle bei der Frage, ob das WARN-Gesetz für Remote-Mitarbeitende gilt. Arbeitgeber müssen sowohl den Standort ihrer Hauptverwaltung als auch der remote beschäftigten Mitarbeitenden berücksichtigen.
Wenn beispielsweise ein Remote-Mitarbeiter in Kalifornien ansässig ist, muss der Arbeitgeber das California WARN Act einhalten, selbst wenn das Unternehmen in einem anderen Bundesstaat sitzt.
Mehrere Faktoren bestimmen, ob Remote-Mitarbeitende vom WARN-Gesetz erfasst werden:
- Anzahl der betroffenen Mitarbeitenden: Wenn die Massenentlassung 100 oder mehr Vollzeitbeschäftigte (einschließlich Remote-Mitarbeitender) betrifft, gilt das WARN-Gesetz wahrscheinlich.
- Firmensitz: Wenn das Unternehmen in einem Bundesstaat mit einem Mini-WARN-Gesetz tätig ist, könnten Remote-Mitarbeitende in diesem Bundesstaat durch spezifische Landesvorschriften geschützt sein.
- Gesetze des Bundesstaats des Remote-Mitarbeitenden: Einige Bundesstaaten bieten einen stärkeren Arbeitnehmerschutz, daher ist es wichtig, sowohl die bundesstaatlichen als auch die landesspezifischen Anforderungen zu kennen.
Ausländische Gesetzgebungen ähnlich dem WARN-Gesetz
Während das WARN-Gesetz speziell für die USA gilt, besitzen viele andere Länder vergleichbare Gesetze, um Mitarbeitende vor plötzlichen Entlassungen zu schützen.
Wenn Sie international tätig sind, kann dies noch komplexer werden. In diesem Fall sollten Sie den Einsatz eines Employer of Record in Betracht ziehen, da dieser Sie dabei unterstützt, alle lokalen Gesetze, die für diese Mitarbeitenden gelten, einzuhalten.
Versionen anderer Länder
- Vereinigtes Königreich: Im Vereinigten Königreich müssen Arbeitgeber die Kündigungsschutzgesetze einhalten, die bei geplanten groß angelegten Entlassungen Konsultationen mit Mitarbeitenden vorschreiben.
- Kanada: In Kanada legen bundesweite und einzelprovinzielle Gesetze eine Mindestkündigungsfrist für Entlassungen fest. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Provinz.
- Europäische Union: Die EU hat Regelungen zu Massenentlassungen, die Arbeitgeber verpflichten, sowohl Mitarbeitende als auch Behörden über Entlassungen in größerem Umfang zu informieren.
Globale Überlegungen
Für Unternehmen mit globaler Belegschaft ist es entscheidend zu verstehen, wie verschiedene nationale Gesetze für Remote-Mitarbeitende gelten. Das Ignorieren lokaler Arbeitsgesetze kann zu hohen Bußgeldern führen – auch bei im Ausland ansässigen Remote-Teams.
Für Unternehmen mit Remote-Mitarbeitenden in unterschiedlichen Bundesstaaten oder Ländern ist es unerlässlich, sowohl das bundesweite WARN-Gesetz als auch bundesstaatliche oder internationale Arbeitsgesetze zu kennen. Daher sollten Sie unbedingt eine Rechtsberatung sowie Dienstleister hinzuziehen, die Sie im Alltag unterstützen können.
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