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Wir sind leidenschaftlich am Thema Arbeitswelt interessiert und daran, wie wir sie verbessern können. Um unserer Neugier nachzugehen, haben wir eine Interview-Serie gestartet, in der wir erfahrenen Führungskräften, Geschäftsinhaber:innen, Manager:innen und einzelnen Mitarbeitenden auf den Zahn fühlen, um ihre Gedanken darüber einzuholen, wie wir gemeinsam besser werden können.

Katie Zink

Katie Zink

Begleiten Sie uns im nächsten Teil unten, in dem Katie Zink, Senior Customer Success Managerin bei Wiley, ihre wertvollen Einblicke teilt.

Wir würden dich gerne etwas besser kennenlernen. Erzähl uns ein wenig von deiner Vorgeschichte.

Geboren und aufgewachsen in Atlanta, Georgia, habe ich 2006 meinen Highschool-Abschluss gemacht und bin anschließend an die University of Colorado in Boulder gegangen. Ich hatte das Glück, schon in jungen Jahren Skifahren zu lernen, und habe mich in Colorado und alles, was dazugehört, verliebt. 

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Foto von Katie Zink mit ihrem Hund

Ich habe meinen Abschluss 2010 gemacht, zwei Jahre nach Beginn des Wirtschaftsabschwungs 2008, mit einem Bachelor in Kommunikationswissenschaften und einem Nebenfach in Frauen- und Geschlechterforschung. Damals sprachen alle nur davon, wie schwierig der Arbeitsmarkt war und dass erfahrene Bewerber:innen mit Masterabschlüssen mit frischen Absolvent:innen um Einstiegsjobs konkurrierten. Also habe ich mich ins Skigebiet geflüchtet, um die Rezession auszusitzen. 

Man hätte mich als "Ski-Bum" bezeichnen können, aber ich hatte gewöhnlich zwei bis drei Jobs gleichzeitig. Ich habe diverse Jobs im Gastgewerbe gemacht – von der gehobenen Gastronomie bis zur Bowlingbahn – und konnte genug Geld sparen, um 2013 nach Portland, Oregon zu ziehen. 

In Portland arbeitete ich weiter in der Gastronomie und hatte den Traum, im Weinanbaugebiet zu arbeiten. Ich war in einem der besten Restaurants der Stadt beschäftigt – in einer sehr stressigen und anspruchsvollen Umgebung. 

Während der wenigen Monate, die ich dort arbeitete, wurde ich sowohl vom Restaurantbesitzer als auch von der Kundschaft fortwährend sexuell belästigt. Ich habe die Belästigung bei den Investoren der Restaurantgruppe gemeldet und wurde wenige Tage später entlassen. Leider war das nicht das einzige Mal, dass ich während meiner Gastronomielaufbahn mit Belästigung, Diskriminierung, unangemessenem Verhalten oder Vorurteilen konfrontiert wurde – das kommt bei Frauen allgemein häufig vor, aber das ist eine andere Geschichte.

Schnell machte ich mich auf die Suche nach völlig neuen Karrieremöglichkeiten in der Tech-Branche von Portland. Der Ausstieg aus der Dienstleistungsbranche ist für niemanden leicht, doch zum Glück gab es viele Ressourcen, die Frauen wie mir beim Einstieg in die Tech-Branche in Portland halfen. Organisationen wie PDX Women in Tech haben mir sehr geholfen. Falls du deine Karriere wechselst und es in deinem Wohnort eine ähnliche Organisation gibt, kann ich nur empfehlen, dich dort zu engagieren.

Nach drei Monaten Stellensuche arbeitete ich durch meine aufgebauten Beziehungen schließlich in der Tech-Branche. Ich war bereit, eher wenig glamouröse Jobs anzunehmen, und hatte wirklich gute zwischenmenschliche Fähigkeiten entwickelt (danke, Gastronomie).  

Ich fing damit an, Microsoft-Produkte bei einem IT-Reseller zu verkaufen. Ich wusste anfangs nichts über IT, aber ich mochte es, meine Kund:innen kennenzulernen, und verstand mich sehr gut mit meinen Kolleg:innen. Mein Vorgesetzter und das Team bemerkten schnell, wie gut ich meine Verkaufsziele erreichte. Das brachte mir einen noch besseren Job in einem Unternehmen, dessen Mission mir viel mehr am Herzen lag. 

Ab da entwickelte ich neue Leidenschaften und Fähigkeiten, wurde als natürliche Führungspersönlichkeit und für meine Talente anerkannt. Ich wurde innerhalb von zwei Jahren zweimal befördert und arbeitete glücklich als Customer Success Managerin.

Ich liebte meine Arbeit, aber ich litt unter mangelnder Mentorschaft. Mein Chef bevorzugte bestimmte Leute im Team und investierte gezielt mehr Zeit, Lob und Aufmerksamkeit in sie. Deshalb suchte ich Unterstützung woanders und richtete meinen Blick nach innen, um zu überlegen, wie ich in mein eigenes berufliches Wachstum investieren konnte. Ich suchte Hilfe bei Gleichgesinnten sowie bei anderen Frauen, die nachvollziehen konnten, wie es sich ohne Mentoring anfühlt und denen Wachstum ebenfalls wichtig war. Durch diese Erkenntnisse lernte ich, besser zu schreiben, was mir von meinem Chef mehr Anerkennung und Lob einbrachte. 

Das veranlasste mich, einen weiteren Karriereschritt in Richtung Marketing in Erwägung zu ziehen. Das Unternehmen hatte eine neue Marketing-Direktorin eingestellt und wir verstanden uns auf Anhieb. Innerhalb einer Woche hatte sie mich eingeladen, mich auf eine offene Stelle in ihrem Team zu bewerben.

Das war ein großer Schritt für mich, obwohl ich für die Position qualifiziert war. Der Wechsel von Customer Success ins Marketing ist durchaus sinnvoll, da das Fürsprechen der Kund:innen für ein Marketing-Team äußerst wertvoll ist. Es erfordert aber ganz andere, sehr analytische Fähigkeiten als Customer Success, was mir nicht lange nach dem Wechsel bewusst wurde. 

Ich will ehrlich mit Ihnen sein. Ich war unglücklich! Ich hatte das Gefühl, dem Team keinen Mehrwert zu bringen und war völlig überwältigt von dem neuen Jargon, der Sprache, den Prioritäten und Verantwortlichkeiten. Es war fast ein komplett neues Team, daher waren die Möglichkeiten für Mentoring gering. Ich habe schnell erkannt, wie sehr ich eine fördernde und unterstützende Teamkultur brauche, um zu wachsen. Ich habe die Rolle fast ein Jahr lang gemacht, bevor ich mich entschied, wieder einen Wechsel zu wagen. 

Dieses Mal war es mein liebevoller Partner, der mit der Idee auf mich zukam. Er hatte gesehen, wie unglücklich ich war und wollte, dass ich meine Leidenschaft wiederfinde. Mir wurde klar, dass es dieses Mal die Selbstständigkeit und der Schritt in die eigene Unternehmensführung war. 

Aufgrund der Beziehungen, die ich zu Führungskräften, Managern und Kollegen aufgebaut hatte, hatte ich die volle Unterstützung meines Unternehmens, um meinen neuen Leidenschaften als Unternehmerin nachzugehen. 

Wer hätte gedacht, dass eine Pandemie und ein gesellschaftliches Umdenken kurz bevorstehen würden. 

Auch während der Pandemie war ich voll und ganz in meine Leidenschaften eingetaucht und habe dabei gelernt, was daran schwierig ist. Ich habe mich sehr für die Arbeit, die ich tat, engagiert und fühlte mich vollkommen darin wiedererkannt. Ich konnte an einigen großartigen Projekten arbeiten und fühlte mich letztlich sehr erfüllt. 

Ein Unternehmen in Zeiten von Covid zu gründen hatte seine Herausforderungen. Ich war überzeugt, dass meine Arbeit gerade in dieser Zeit besonders wichtig war, aber meine kaum etablierte Marke konnte sich letztendlich nicht halten, und ich war bereit für einen weiteren Richtungswechsel – zurück zum Bewährten: Customer Success. Ich wurde schnell von einem etablierten Verlag abgeworben, um deren Customer Success Team zu unterstützen, und habe es seitdem nicht bereut (bis jetzt).

Wenn wir einen Freund bitten würden, Ihre Persönlichkeit zu beschreiben, was würde er sagen?

Leidenschaftlich, natürliche Führungspersönlichkeit und risikofreudig.

Wenn Sie auf Ihren bisherigen Karriereweg zurückblicken, welche interessante Geschichte sticht besonders hervor? 

Ich habe viele berufliche Richtungswechsel gemacht. Keiner davon war einfach, aber jeder war es wert. 

Früh in meiner beruflichen Laufbahn hatte ich das Glück, mit einem Karrierecoach zu arbeiten. Sie hat mir auf Arten geholfen, die sie selbst nicht einmal erkannt hat. Sie war die erste Person, die mir von LinkedIn erzählte, mir mit meinem Lebenslauf half und mir das Netzwerken beibrachte. Durch sie habe ich viele tolle Frauen kennengelernt, mit denen ich heute noch in Kontakt bin.

Meine Beziehung zu dieser Coachin entwickelte sich in vielerlei Hinsicht weiter. Schließlich besuchte ich von ihr organisierte Karrierekonferenzen und half dort ehrenamtlich mit. Aufgrund ihres Summits wurde ich inspiriert, die ersten Schritte zu unternehmen, um aus dem Customer Success auszusteigen und Unternehmerin zu werden. 

Nach dem Summit habe ich wieder Kontakt zu ihr aufgenommen, um weitere Coachings zu erhalten. Sie half mir, meinen ersten Businessplan aufzustellen, meine erste Website zu starten und stellte mir ihr persönliches Netzwerk von Unternehmerinnen und Unternehmern vor. Im folgenden Jahr durfte ich auf dem Summit sogar ehrenamtlich Beratungsarbeit leisten, woraus eine Fallstudie entstand, die sie mir für meine Dienstleistungen zur Verfügung stellte. 

Aber nach all dem habe ich eine andere Abzweigung genommen – ich nahm stattdessen den Job im Marketing an. 

Noch ein Jahr später, als ich schließlich bereit war, mein Unternehmen zu gründen, arbeitete ich mit einem anderen Coach zusammen, den sie mir Jahre zuvor vorgestellt hatte und der darauf spezialisiert war, einzigartige Dienstleistungen zu entwickeln.

Ich konnte mich voll und ganz auf mein Unternehmen konzentrieren und liebte es sehr. Ich habe mein ganzes Herzblut in die Arbeit gesteckt und unglaublich viel gelernt. 

Als ich die endgültige Entscheidung traf, wieder zurück in den Customer Success zu wechseln, bat ich sie, sich mit einer weiteren gemeinsamen Freundin und Kundin, zu treffen, die sie mir Jahre zuvor vorgestellt hatte. Ich wusste, dass auch sie aus dem Coaching-Bereich zurück in eine Vollzeitstelle bei einer gemeinnützigen Organisation gewechselt war. 

Nach ein paar Gläsern Wein erzählte sie mir schließlich, dass es die richtige Entscheidung war, mein Unternehmen aufzugeben, und sie freute sich zu hören, dass ich zu einer etablierten Firma zurückgekehrt war. 

Alles, woran ich denken konnte, war: Wow, das scheint tatsächlich ein Ratschlag zu sein, den mir ein Karrierecoach hätte vor all diesen Umwegen geben können. 

Alles in allem bin ich froh, dass sie es nicht getan hat. 

Das zeigt: Man kann Karrierecoaches engagieren, sich ein großes Netzwerk aufbauen, Profis dafür bezahlen, Lebenslauf und LinkedIn-Profil zu schreiben – doch am Ende weiß hier draußen niemand wirklich, was er tut! Nichts davon muss zählen, oder alles kann zählen – aber worum es mir geht, ist:

Wer flexibel bleibt, Feedback annehmen kann und darauf vertraut, dass jede Erfahrung einen zur nächsten führt, wird seinen Weg machen.

Katie Zink

Was ist die wirkungsvollste Lektion, die Sie bisher in Ihrer Karriere gelernt haben?

Richtungswechsel sind schwer, aber lohnenswert. Probieren Sie alles aus. Es ist gut, nach dem zu suchen, wofür man brennt, aber es muss nicht das sein, was man beruflich Vollzeit macht. Wenn man viele Dinge ausprobiert, lernt man schließlich, worin man gut ist, was einem Spaß macht, was nicht und worin man erfolgreich sein kann. Lassen Sie andere Ihr Potenzial erkennen, aber denken Sie daran: Nur Sie selbst definieren Ihre Version von Erfolg. 

Vielen Dank, dass Sie uns einen Einblick in Ihre Persönlichkeit gegeben haben! Steigen wir ins Thema ein. Wenn Sie den Ausdruck „eine bessere Arbeitswelt schaffen“ hören, was kommt Ihnen in den Sinn?

Eine bessere Arbeitswelt bedeutet, dass Menschen wirklich ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen. 

Ich habe kürzlich die Lizenz erworben, die Arbeit von Paloma Medina zu präsentieren. Sie hat ein beeindruckendes Werk über gerechte und inklusive Arbeitsplätze geschaffen. 

In ihrer Arbeit stellt sie sechs Grundbedürfnisse vor, die jeder Mensch hat. 

  1. Zugehörigkeit
  • Gemeinschaft: Ein Gefühl der Freundschaft und Verbundenheit mit einer Gruppe oder Teil einer engen Gemeinschaft beliebiger Größe sein.
  • Wohlbefinden der Gemeinschaft: Die Menschen werden umsorgt; Die gesamte Gruppe fühlt sich glücklich und gesund.
  • Verbundenheit: Das Gefühl von Zusammengehörigkeit und gegenseitigem Verständnis mit einer anderen Person. 
  1. Verbesserung
  • Fortschritt: Deine tägliche Arbeit bewirkt Fortschritte auf ein wichtiges Ziel für das Unternehmen, dein Team oder deine eigene Karriere/ Leben hin.
  • Verbesserung des Lebens anderer: Du siehst, wie deine Arbeit dazu beiträgt, Dinge für andere zu verbessern.
  • Persönliches Wachstum: Lernen/ schnelles Wachstum in für dich bedeutenden Fähigkeiten an dir selbst beobachten.
  1. Wahlmöglichkeit
  • Wahlfreiheit: Flexibilität haben, die Möglichkeit, mehr Kontrolle über wichtige Bereiche deiner Welt zu besitzen.
  • Autonomie: Klare Verantwortungsbereiche haben, in denen du nach deinem eigenen Ermessen handeln kannst, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.
  • Entscheidungsfreiheit: Die Möglichkeit, Entscheidungen über Dinge zu treffen, die dir wichtig sind.
  1. Gleichberechtigung/ Fairness
  • Zugang zu Ressourcen (Geld, Zeit, Raum, usw.) fühlt sich fair/ gerecht an.
  • Zugang zu Informationen fühlt sich gerecht an: Alle Gruppen/ Personen haben Zugang zu für sie relevanten Informationen.
  • Gegenseitigkeit auf Augenhöhe: Ihr unterstützt einander gleichwertig.
  • Entscheidungen sind fair und alle werden als gleich wichtig behandelt.
  1. Vorhersehbarkeit
  • Ressourcen: Es gibt genügend Sicherheit bezüglich der Ressourcen (Geld, Personalstunden, Raum), so dass du dich auf deine Arbeit oder Ziele konzentrieren kannst.
  • Zeit: Es gibt Klarheit darüber, wann Dinge passieren/ wann du dich darauf vorbereiten kannst.
  • Zukünftige Herausforderungen: Du kannst voraussehen und dich daher auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.
  • Richtung: Ziele, Strategie und Richtung bleiben beständig und ändern sich nicht zu oft/ schnell.
  1. Bedeutung
  • Deine Arbeit vermittelt dir ein klares Gefühl von Sinn und Zweck. 
  • Du siehst, wie du oder deine Arbeit in ein positives Ziel oder eine Mission passt.
  • Du fühlst dich Teil einer wichtigen, positiven Bewegung oder Gruppe.

Was ist aus deiner Sicht das größte Hindernis, das einer besseren Arbeitswelt im Weg steht?

Die Weigerung, Burnout anzuerkennen, zu verstehen oder anzugehen. 

Vor Kurzem habe ich mit einer Freundin zu Mittag gegessen, die ehemalige Geschäftsführerin einer sehr sichtbaren Non-Profit-Organisation war, die sich für den Aufbau einer besseren Tech-Branche einsetzt. Als wir darüber sprachen, wie wir diese Arbeit in unseren Gemeinschaften vorantreiben können, verwendete sie den Begriff „kollektiver Burnout“, um zu beschreiben, warum die Arbeit ins Stocken gerät. 

burnout is getting in the way of a better world of work katie zink quote graphic

Wir haben immer noch viel zu verstehen, wenn es um Burnout und die effektive Bewältigung am Arbeitsplatz geht, aber wir wissen, dass die oben genannten Grundbedürfnisse definitiv bei den emotionalen Komponenten von Burnout helfen können. 

Welche Schritte empfiehlst du, um dieses Hindernis aus dem Weg zu räumen?

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Unter den vielen Ressourcen, die Manager:innen dabei unterstützen, gibt es von Paloma Medina auch praxisnahe Tipps für Führungskräfte, um besser zu verstehen, wie die Grundbedürfnisse im eigenen Team (nicht) sichtbar werden. 

Bevor ich von Paloma Medina lizenziert wurde, habe ich einen einjährigen Kurs zum Thema Inklusives Management bei einem Team von Organisationsberater:innen von Future Work Design belegt, den ich sehr empfehlen kann. Es gibt also viel über dieses Thema zu wissen!

Führungskräfte: Haben Sie einen Plan, nicht nur um Burnout anzugehen, sondern lernen Sie auch, wirklich zu verstehen, wie es die einzelnen Personen in Ihrem Team betrifft, damit es nicht zu einem dauerhaften Zustand wird. 

Schaffen Sie einen Raum, in dem es sicher ist, Ihr Team zu fragen:

1) Haben sie Burnout? (Und seien wir ehrlich, wer hat das heutzutage nicht?)

2) Wie kümmern sie sich um sich selbst, um mit Burnout umzugehen? 

3) Was könnte das Unternehmen (oder zumindest das Management) tun, um Menschen beim Umgang mit ihrem Burnout zu unterstützen?

Es geht nicht darum, Negativität zu verbreiten, sondern darum, unser Wohlbefinden zu fördern. Wenn das Teamumfeld aktuell nicht dieses Maß an Verletzlichkeit und Authentizität zulässt, fragen Sie sich selbst: Warum nicht? 

Fragen Sie sich dann: Warum bin ich eigentlich Führungskraft geworden? 

Meine Hoffnung ist, dass Sie Führungskraft geworden sind, um einen positiven Unterschied zu machen. Um Dinge besser zu machen, unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern, Menschen dabei zu helfen, ihre Karriereziele zu erreichen, Mentor:in zu sein und Teil eines besseren Arbeitsumfelds zu werden. 

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Wenn es Spannungen gibt, sobald Menschen ehrlich äußern, wie ihre Arbeit sie beeinflusst, dann ist das ein Hinweis darauf, dass Sie die finanzielle Bilanz des Unternehmens als wichtiger ansehen als das Wohlergehen Ihrer Mitarbeitenden. 

Haben Sie den Mut, einfühlsam und mitfühlend zu führen. Brene Browns Dare to Lead ist ein großartiges Buch zu diesem Thema und bietet viele Ressourcen, um diese Werte in die Praxis umzusetzen. 

Hier sind vier Tipps, wie Sie das umsetzen können:

  1. Vertrauen aufbauen.

Ob es um Burnout oder andere wichtige Themen geht – damit Menschen sich sicher fühlen, offen über ihre Erfahrungen mit Ihnen zu sprechen, braucht es Vertrauen.

Brene hat dafür ein großartiges Akronym und eine Ressource, wie wir Vertrauen im Team aufbauen, reparieren und erhalten können: Schauen Sie es sich an – es heißt B.R.A.V.I.N.G Trust

  1. Mitgefühl üben.

Gerade gegenüber denen, deren Lebenserfahrungen sich von Ihren eigenen unterscheiden, sollten Sie Menschlichkeit im Arbeitsalltag nicht ausblenden. Zeigen Sie Mitgefühl und dass Sie die Menschlichkeit Ihres Teams wertschätzen. Mehr dazu habe ich in einem anderen Artikel geschrieben: Die Praxis von Mitgefühl in einer globalen Abrechnung

  1. Seien Sie traumasensibel. 

Trauma zu verstehen, bedeutet nicht nur, sich tiefer mit dem Team zu verbinden, sondern auch die unterschiedlichen Perspektiven, Stärken und Einsichten, die ihre Erfahrungen mitbringen, wertzuschätzen. 

Beispielsweise können Familien- oder Gemeinschaftserfahrungen, die mit kollektivem Trauma verbunden sind, einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Führungswerten haben, da sie Wahrnehmungen und Verhalten beeinflussen. Solche Erfahrungen können Führungswerte wie Widerstandsfähigkeit, Empathie und Ausdauer vermitteln. Mehr dazu habe ich hier geschrieben: Sich um Ihr Team kümmern: Wie Sie einen traumasensiblen Ansatz verfolgen

  1. Neugierig bleiben. 

Es ist unmöglich, alles über eine Person zu wissen. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Erfahrungen dieselben sind wie die von anderen. 

Kürzlich war eine Freundin von mir in einer Besprechung, in der die Frage nach Mitarbeiter-Burnout aufkam. Ihr Management erklärte der Gruppe, dass niemand im Team Burnout habe, weil ein Teammitglied – ein cis weißer Mann – das größte Gebiet habe und somit der Einzige sei, der Burnout rechtfertigen könne. 

Wurde diese Person in diesem Moment gefragt, ob sie Burnout erlebe? Nein. 

Das Management erklärte weiterhin, dass sie selbst früher, bevor sie in Führungspositionen gingen, viel mehr Verantwortung und deutlich größere Gebiete zu betreuen hatten. Weil sie damals angeblich keinen Burnout hatten, dürfe das heutige Team auch keines haben. 

Hier sind meine Einwände dazu:

  • Eine privilegierte Erfahrung eines cis-weißen Mannes wurde als Rechtfertigung verwendet, um anzunehmen, dass niemand sonst es verdient, sich ausgebrannt zu fühlen. 
  • Ein berechtigtes Anliegen, das das ursprüngliche Teammitglied im Hinblick auf ihre Kolleg:innen zeigte, wurde übergangen, und eine goldene Gelegenheit, im Team das Thema Burnout anzusprechen, wurde völlig verpasst.
  • Es wurde eine falsche Gleichsetzung gezogen zwischen den eigenen Erfahrungen und den angenommenen Erfahrungen eines großen, diversen Teams, die als Argumentation für eine Entscheidung im Veränderungsmanagement genutzt wurde. 

Was ist eine Sache, die in unserer Kontrolle liegt und die wir praktisch tun können, um heute eine bessere Arbeitswelt zu schaffen? 

Führungskräfte und Manager:innen: Zeigen Sie, dass Ihnen die Stimme der Mitarbeitenden wichtig ist, und seien Sie offen für Rückmeldungen. 

Einzelne Mitarbeitende: Lernen Sie, wie man effektiv Feedback gibt. 

Welche Schritte empfehlen Sie, damit jemand Ihre Idee in die Tat umsetzen kann?

Führungskräfte und Manager:innen: Führen Sie gut moderierte Meetings durch mit eingebauten, ausgewogenen Möglichkeiten für alle, in den Meetings zu Wort zu kommen. 

Ohne gute Moderation leiden Meetings unter Gruppendenken und es sprechen immer wieder die gleichen Personen. Oftmals sind es gerade die klügsten Menschen im Raum, die nicht als Erste oder am häufigsten sprechen. Gute Moderation sorgt dafür, dass Meetings inklusiver, gerechter und vielfältiger in den Perspektiven werden. 

Außerdem empfehle ich sehr, einem Toastmasters Club beizutreten – egal ob Führungskraft, Manager:in oder Einzelmitarbeitende:r. 

Mein Club hat mir so viel beigebracht über sicheres Sprechen, Führung, aktives Zuhören und wirksames Geben und Empfangen von Feedback. Letztlich ist es eine Frage der beständigen Praxis, und jede Woche daran zu arbeiten, besser zu sprechen, zuzuhören und zu evaluieren, macht einen großen Unterschied. Finden Sie hier einen Club oder kontaktieren Sie mich direkt, wenn Sie mehr erfahren möchten. 

Abgesehen davon, wenn ich Ihnen nur einen Tipp zum effektiven Feedback geben mitgeben dürfte, dann wäre es: Vertrauen Sie sich selbst. Vertrauen Sie darauf, dass Sie durch Feedback Respekt zeigen, beim Wachsen helfen und Ihre Gefühle berechtigt sind. 

Können Sie etwas teilen, das Sie erlebt, gesehen oder gelesen haben und das uns in Richtung einer besseren Arbeitswelt führt?

Halbe Freitage! Lasst uns weiter auf eine 4-Tage-Woche hinarbeiten. Das motiviert Menschen, ihre Zeit und Aufgaben besser zu managen und schafft den Raum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – sowohl im Beruf als auch privat. 

Ich bin neugierig: Gibt es ein Unternehmen und/oder eine Führungspersönlichkeit, die für Sie herausragt, wenn es darum geht, eine bessere Arbeitswelt zu gestalten? Falls ja, was machen diese anders?

Mein Arbeitgeber, Wiley. Ich bin dankbar für die Führungskräfte, mit denen ich arbeite, und die Schritte, die sie für ihre Mitarbeitenden gehen. Das Management ist zugänglich, offen für Feedback, ehrlich neugierig auf ihr Team und scheut sich nicht, auch mal Persönliches zuzulassen, wo es angemessen ist, um empathische Beziehungen zu fördern. Es werden die Stärken des Teams hervorgehoben und sowohl individueller als auch gemeinsamer Erfolg priorisiert. 

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