Mentoring-Programme sind eine beliebte Möglichkeit, in Talente zu investieren und den Erfolg von Organisationen zu steigern.
Doch trotz der Vorteile dieser Programme zeigen Untersuchungen, dass nur 37 % der Mitarbeitenden angeben, einen Mentor zu haben. Darüber hinaus ist oft unklar, ob diese Programme tatsächlich einen Mehrwert schaffen oder ob sie nicht einfach nur als abgehakte Pflichtübung betrachtet werden.
Als Führungskraft halte ich es für eine meiner wichtigsten Aufgaben, anderen Mentoring zu bieten.
Im Folgenden führe ich Sie durch die Vorteile eines Mentoring-Programms und zeige auf, wie Sie eines in Ihrer Organisation etablieren können.
Was ist ein Mentoring-Programm?
Mentoring-Programme sind ein strukturierter Ansatz, um Mitarbeitende mit meist erfahreneren Kolleginnen und Kollegen zusammenzubringen, die als vertrauensvolle Coaches oder Ratgeber agieren und deren persönliches Wachstum sowie berufliche Entwicklung fördern.
Bei Mentoring-Programmen steht eine bewusst geförderte Vernetzung im Mittelpunkt. Mentees haben die Möglichkeit, durch das Coaching und die Unterstützung ihrer Mentoren entscheidendes Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln.
Vielleicht haben Sie schon vom 70-20-10-Modell für Lern- und Entwicklungsstrategien gehört.
Nach diesem Modell sollten 70 % Ihrer Personalentwicklung durch erfahrungsbasiertes Lernen erfolgen, 20 % durch soziales Lernen und 10 % formal gestaltet werden.
Mentoring ist ein wesentliches Element eines gut strukturierten Programms für Kolleginnen- und Führungskräfteentwicklung und passt hervorragend zum sozialen Lernaspekt Ihrer gesamten Lern- und Entwicklungsstrategie.

Wie kann ein Mentoring-Programm Ihrer Organisation nutzen?
Es gibt erhebliche unternehmerische Vorteile von Mentoring – nicht nur für Mitarbeitende. Werfen wir einen Blick auf einige Beispiele.
Förderung der Entwicklung von Kolleginnen und Kollegen
Über Mentoring-Programme können Ihre Mitarbeitenden – unabhängig davon, ob sie Mentor oder Mentee sind – lernen und sich weiterentwickeln.
Mentees profitieren von:
- einem tieferen Verständnis ihrer Stärken und Entwicklungsbereiche
- Ratschlägen, Feedback und Perspektiven anderer Kolleginnen und Kollegen in einem psychologisch sicheren Umfeld
- dem Erwerb neuer Fähigkeiten, Perspektiven, Beziehungen/Partnerschaften innerhalb der Organisation und einem stärkeren Zugehörigkeitsgefühl in Ihrem Unternehmen
- einer besseren Kenntnis der Organisationsstruktur (das ist insbesondere für neue Kolleginnen und Kollegen oder für Mitarbeitende in komplexen Unternehmen hilfreich, die oft schwer durchschaubar sind).
- Lebenskompetenzen, die ihnen auch über das Berufsleben hinaus von Nutzen sein können
- dem gestärkten Gefühl, ihre Karriereziele eigenständig erreichen zu können.
Mentorinnen und Mentoren profitieren von:
- der Weiterentwicklung ihrer Coaching-Kompetenzen und der Übernahme einer neuen Rolle, die sie im Tagesgeschäft möglicherweise nicht einnehmen
- neuen Perspektiven und vielfältigen Beziehungen zu Mitarbeitenden in der Organisation
- der Möglichkeit, Nachfolgepläne zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen an die nächste Generation von Talenten weitergegeben werden.
Bessere interne Mobilität und Nachfolge-Pläne
Da Organisationen weltweit um Top-Talente konkurrieren, ist es entscheidend, frühzeitig Pools von Mitarbeitenden aufzubauen, die bereit sind, neue Chancen im Unternehmen zu ergreifen, sobald diese entstehen.
Laut dem Harvard Business Review bringt Mentoring von Kolleginnen und Kollegen „zahlreiche berufliche Vorteile wie schnelleren Aufstieg, höhere Gehälter, stärkere Unternehmensbindung, ein positiveres Selbstbild sowie höhere Zufriedenheit im Beruf und in der Karriere.”
Ihre Mitarbeitenden profitieren davon, dass sie ein Netzwerk von Fürsprechern aufbauen, die ihnen helfen, sich im Unternehmen zurechtzufinden, als Sparringspartner und Coach für Herausforderungen dienen und sie dabei unterstützen, die notwendigen Schlüsselkompetenzen für die Erreichung ihrer Karrierezielen zu schärfen.
Entwicklung vielfältiger Talentpools
Die im Rahmen von Mentoring aufgebauten Netzwerke und Mentoring-Partnerschaften in Ihrem Unternehmen können auch eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung Ihrer Bemühungen um Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion spielen.
Mentoring hilft dabei, unterschiedliche Perspektiven auf natürliche Weise im gesamten Unternehmen zu verbreiten, indem Mentor:innen und Mentees voneinander lernen und die vielfältige Zusammensetzung Ihres Unternehmens wertschätzen.
Darüber hinaus setzen viele Unternehmen Mentoring-Programme gezielt ein, um in unterrepräsentierte Gruppen innerhalb der Organisation zu investieren.
Dies kann dabei helfen, einen Pool an diversen Talenten aufzubauen, die bereit sind, neue Herausforderungen im Unternehmen zu übernehmen, und stellt sicher, dass Ihr Führungsteam sowohl die Mitarbeitenden als auch die Gemeinschaften, in denen Sie leben und arbeiten, widerspiegelt.
Gestärkte Unternehmenskultur und Mitarbeiterbindung
All diese Vorteile führen letztendlich dazu, eine bessere Arbeitserfahrung für Ihre Mitarbeitenden zu schaffen sowie das Engagement und die Bindung an Ihr Unternehmen zu erhöhen.
In der heutigen, hochkomplexen Arbeitswelt wird berufliche Weiterentwicklung als die Investition mit der höchsten Priorität angegeben, die Arbeitgeber zur Verbesserung der Unternehmenskultur tätigen können. Mentoring sollte ein essenzieller Bestandteil jeder umfassenden Maßnahme zur Entwicklung Ihrer Mitarbeitenden sein.
Arten von Mentoring-Programmen
- Klassisches 1:1-Mentoring. Dies ist die häufigste Form, bei der eine erfahrene Fachkraft (Mentor:in) einer weniger erfahrenen Kollegin/einem weniger erfahrenen Kollegen (Mentee) individuelle Unterstützung bei der beruflichen Entwicklung bietet.
- Gruppen-Mentoring. In diesem Modell arbeitet ein:e Mentor:in oder eine Gruppe von Mentor:innen mit mehreren Mentees zusammen. Dieser Ansatz ist besonders für Workshops oder Schulungen geeignet, bei denen ein gemeinsames Lernerlebnis im Vordergrund steht.
- Peer-to-Peer-Mentoring. Hierbei beraten sich Mitarbeitende ähnlicher Position oder Rolle gegenseitig. Dies ist besonders effektiv beim Austausch fachspezifischer Kenntnisse oder Fähigkeiten.
- Reverse Mentoring. Jüngere oder weniger erfahrene Mitarbeitende unterstützen erfahrene Führungskräfte oder Kollegen, häufig um Wissen in Bereichen wie Technologie, Digitale Trends oder neue Marktverhalten zu vermitteln.
- Führungs- oder Executive Mentoring. Ziel ist die Entwicklung von Mitarbeitenden mit hohem Potenzial für Führungsaufgaben; diese werden mit erfahrenen Führungskräften im Unternehmen zusammengebracht.
- Onboarding-Mentoring. Neue Mitarbeitende werden mit Mentor:innen gekoppelt, um ihnen beim Einstieg in die Unternehmenskultur, beim Verstehen der Abläufe und bei der schnellen und effektiven Integration in ihre neue Rolle zu helfen.
Wie Sie ein Mentoring-Programm in Ihrem Unternehmen starten

1. Überdenken Sie Ihre Talent-Prioritäten
Wie bei allen strategischen Initiativen im Personalmanagement beginnt der Aufbau eines Mentoring-Programms in erster Linie mit Ihren Talent-Prioritäten.
Bevor Sie Ihr Programm gestalten, sollten Sie die Talentmanagement-Philosophie Ihres Unternehmens überdenken und besser verstehen, wie der eingeschlagene Weg in Ihre strategischen Ziele im Talentbereich einzahlt.
Überlegen Sie, was Sie durch Ihr Mentoring-Programm erreichen möchten und wie das Programm zu Ihrer Strategie beitragen wird.
Dadurch werden die Rahmenbedingungen, die Sie in der Designphase nutzen, definiert und sichergestellt, dass alle programmatischen Maßnahmen synergetisch darauf ausgerichtet sind, ein großartiges Mitarbeitenderlebnis zu schaffen.
2. Gestalten Sie Ihr Programm
Die Gestaltung Ihres Programms beginnt mit einer einfachen Frage: „Wie soll das Mentoring-Erlebnis für Ihre Mitarbeitenden aussehen?“
Es gibt keine falsche Antwort auf diese Frage – außer vielleicht in ein paar Punkten (siehe Abschnitt 2.5 zu differenzierenden Gestaltungsfaktoren unten).
Berücksichtigen Sie die folgenden Fragen für jede Ihrer wichtigen Designentscheidungen.
2.1 Definieren Sie Ihre Zielgruppe
- Wen soll Ihr Mentoring-Programm unterstützen?
- Gibt es bestimmte demografische Gruppen, auf die wir durch unsere DE&I-Initiativen abzielen?
- Wer braucht Mentoring am meisten? Führungskräfte? Leitende Angestellte? Zukünftige Führungskräfte? Einzelne Mitarbeitende? Neue Mitarbeitende? Junge Menschen/am Anfang ihrer Karriere? Mitarbeitende mit hohem Entwicklungspotenzial?
- Gibt es bestimmte Bereiche Ihres Unternehmens, bei denen das Risiko eines Talentverlusts besteht?
- Soll Mentoring eine verpflichtende Aktivität sein oder eine Möglichkeit, an der Ihre Mitarbeitenden freiwillig teilnehmen?
2.2 Programmteilnahme
- Wie können Ihre Mitarbeitenden am Programm teilnehmen? Können sie sich eigenständig anmelden oder muss ihre Führungskraft in den Prozess eingebunden sein?
- Gibt es ähnliche Programme in Ihrem Unternehmen, von denen Sie sich inspirieren lassen können? Gibt es ein bestimmtes Tool, das in Ihrem Unternehmen häufig genutzt wird und das Sie einsetzen könnten?
- Müssen wir eine Mentoring-Software anschaffen, um den Mentoring-Prozess zu unterstützen?
- Wann sollten Ihre Mitarbeitenden am Mentoring-Programm teilnehmen? Beim Eintritt ins Unternehmen? Jährlich? Halbjährlich? Wann immer sie bereit sind?
2.3 Verantwortlichkeiten definieren
- Was sind die konkreten Erwartungen an Ihre Mentor:innen und Mentees? Welche Arten von Mentoring möchten Sie anbieten (fachlich, Führung, etc.)?
- Verfügen Ihre Mentor:innen über die notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten, um den Teilnehmenden des Programms qualitativ hochwertiges Mentoring zu bieten? Ist eine Schulung erforderlich, um Ihre Mentor:innen zu befähigen? Sollten manche Kolleg:innen nicht als Mentor:innen teilnehmen dürfen (zu neu im Unternehmen, im Leistungsverbesserungsplan, etc.)?
- Wie werden Sie Ihre Mentor:innen den Mentees zuordnen? Erfolgt dies zufällig oder auf Basis anderer Kriterien? Bieten Sie Gruppen-Mentoring oder individuelles Mentoring an?
- Wie sieht die Zukunft der Arbeit in Ihrem Unternehmen aus? Gibt es Schlüsselkompetenzen und Führungseigenschaften, die im Fokus Ihres Programms stehen sollten?
- Welche Themen sollten abgedeckt werden? Können Mentor:in und Mentee dies eigenständig bestimmen, gibt es ein Themenverzeichnis zur Auswahl oder werden die Themen zentral gesteuert (z.B. monatliche Schwerpunkte, Webinare, etc.)?
2.4 Potenzielle Herausforderungen abmildern
Ein Teil der Programmentwicklung muss darin bestehen, proaktiv zu überlegen, was Ihr Mentoring-Erlebnis möglicherweise entgleisen lassen könnte.
Ich würde damit beginnen, zu prüfen, was den Erfolg anderer Programme in Ihrem Unternehmen behindert hat. Darüber hinaus sollten Sie überlegen, wie Sie die folgenden häufigen Herausforderungen adressieren können:
- Mehr Mentees als Mentor:innen
- Mentor:innen/Mentees kommen nicht gut miteinander zurecht
- Leistungsprobleme und jemand nutzt dies als Vorwand, um nicht zu arbeiten
- Ein/e Mentor:in oder Mentee verlässt das Unternehmen und der/die andere bleibt ohne Mentor:in/Mentee zurück
- Sicherstellen, dass das Programm von den Teilnehmenden effektiv genutzt wird
- Mittlere Führungskräfte geben den Mitarbeitenden nicht genügend Zeit, um sich auf das Mentoring-Programm zu konzentrieren.
2.5 Differenzierende Designfaktoren
Wie ich zuvor in diesem Artikel erwähnt habe, werden Mentoring-Programme immer üblicher. Möglicherweise gibt es in Ihrer Organisation bereits eines. Wie stellen Sie also sicher, dass es so effektiv wie möglich ist?
Berücksichtigen Sie bei der Gestaltung Ihres Programms die folgenden differenzierenden Best Practices:
Menschen stehen im Mittelpunkt
Ich bin ein großer Befürworter dafür, Ihre Mitarbeitenden in den Gestaltungsprozess aller HR-Lösungen einzubeziehen. Für ein großartiges Mentoring-Programm ist das unerlässlich – Ihre Mitarbeitenden müssen im Zentrum des Designprozesses stehen. Wenn Ihr Programm nicht ihre Bedürfnisse erfüllt, werden sie es nie annehmen.
Dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen. Ein formalerer Ansatz könnte der Einbezug von Spezialisten für humanzentrierte Gestaltung sein, die Ihren Prozess unterstützen.
Einfachere Möglichkeiten wie Umfragen, Fokusgruppen und Gesprächsrunden sind allesamt praktische Methoden, um sicherzustellen, dass Sie die Stimme Ihrer Kolleg:innen nutzen, um für sie das bestmögliche Mentoring-Programm zu entwickeln.
„Grenzwertiges Mentoring“ minimieren
Die Harvard Business Review weist darauf hin, dass „wenn es eine einzige, konsequente Achillesferse bei Mentoring-Strukturen in Organisationen gibt, dann ist es grenzwertiges Mentoring.“ Grenzwertiges (oder mittelmäßiges/ineffektives) Mentoring kann tatsächlich schlimmer sein als gar kein Mentoring für Mitarbeitende.
Die Ursache für schlechtes Mentoring kann viele Gründe haben. Einer der Hauptgründe ist die Befähigung – verfügen Ihre Mitarbeitenden über die richtigen "Power Skills", um starke Mentor:innen zu sein?
Gute Mentor:innen sind hervorragende Zuhörer:innen, Kommunikator:innen, Feedbackgeber:innen und Netzwerker:innen.
Falls Ihre Mentor:innen diese Fähigkeiten nicht haben, müssen Sie ihnen Werkzeuge und Ressourcen zur Verfügung stellen, um ihre Kompetenzen in diesem Bereich vorab auszubauen, bevor sie auf ihre Mentees losgelassen werden.
Ein weiteres typisches Problem ist schlichtweg Zeit. Wenn Ihren Mentor:innen und Mentees nicht ausreichend Zeit im Arbeitsalltag eingeräumt wird, werden die Erwartungen an Ihr Programm einfach nicht erfüllt.
Machen Sie Ihr Programm verpflichtend
Studien haben ergeben, dass Mentoring-Programme den größten Nutzen bringen, wenn sie verpflichtend sind.
Das Risiko freiwilliger Programme besteht darin, dass oft ausgerechnet jene Mitarbeitenden, die das Peer-Mentoring am dringendsten benötigen, sich gegen eine Teilnahme entscheiden.
Durch verpflichtendes Mentoring wird sichergestellt, dass keine:r Ihrer Mitarbeitenden zurückgelassen wird. Das ist insbesondere dann entscheidend, wenn Sie mit Ihrem Programm Ihre DEI-Ziele unterstützen möchten.
Darüber hinaus hilft verpflichtendes Mentoring, das Problem des ‚marginalen Mentorings‘ zu lösen. Verpflichtende Arbeit ist an Leistungserwartungen geknüpft.
Das bedeutet, Ihre Mentor:innen und Mentees werden für die Arbeit in diesem Bereich zur Rechenschaft gezogen, erhalten regelmäßiges Coaching und Feedback, um die Leistung sicherzustellen, und bekommen genügend Zeit zugewiesen, um zum Mentoring-Programm beizutragen.
Automatisieren, automatisieren, automatisieren
Momentan suchen wir überall nach Systemen, Prozessen und Tools, die sich automatisieren lassen. Mentoring-Programme sind hierfür prädestiniert.
Je nach Größe und Umfang Ihres Unternehmens und Ihrer Mentoring-Erfahrung können Mentoring-Programme mit erheblichem manuellen Aufwand verbunden sein. Hier lohnt sich eine digitale HR-Lösung, um diesen Aufwand zu reduzieren und die Erfahrung für die Teilnehmenden zu optimieren.
Mentoring-Lösungen, die häufig in technologischen Werkzeugen wie Talentmarktplätzen zu finden sind, können künstliche Intelligenz oder spezielle Algorithmen nutzen, um Mentor:innen und Mentees basierend auf ihren individuellen Kompetenzen, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten zusammenzubringen.
Das minimiert den erforderlichen Kontrollaufwand und sorgt für die bestmöglichen Zuordnungen Ihrer Mentor:innen und Mentees.
3. Werkzeuge und Ressourcen entwickeln
Die Entwicklung Ihres Programms basiert maßgeblich auf den zentralen Entscheidungen Ihres Designprozesses. Dazu kann die Einführung neuer Mentoring-Software oder anderer Tools gehören, die die Verwaltung Ihres Programms unterstützen.
Zudem müssen Sie sämtliche Werkzeuge und Ressourcen entwickeln, die die Teilnehmenden des Programms für ihren Erfolg benötigen. Beispiele hierfür sind:
- Programmfaden
- Überblick über Rollen und Zuständigkeiten
- Leitfaden – Wie wird man ein:e wirksame:r Mentor:in
- Leitfaden – Wie wird man ein:e wirksame:r Mentee
- Leitfaden – Entwicklungsplan (IDP) erstellen
- Leitfaden – Wie startet man die Mentee/Mentor-Beziehung
- Leitfaden – Wie endet man die Mentee/Mentor-Beziehung
- FAQs.
4. Kommunikationsplan erstellen
Die Implementierung eines erfolgreichen Mentoring-Programms ist keine kleine Aufgabe. Es kann eine große Veränderung für Ihr Unternehmen darstellen, besonders wenn bestimmte Mitarbeitergruppen zur Teilnahme verpflichtet werden.
Es ist wichtig, einen durchdachten Prozess für das Change Management zu entwickeln und einen Kommunikationsplan auszuarbeiten, der die Akzeptanz fördert.
Der Plan sollte alle relevanten Zielgruppen berücksichtigen, die vom neuen Mentoring-Programm erfahren müssen, und sicherstellen, dass diese Zielgruppen an jedem Punkt optimal informiert werden.
Das ist auch Ihre Gelegenheit, die Vorteile Ihres Programms zu bewerben, den Nutzen für Mitarbeitende und das Unternehmen darzustellen und Ihren Mitarbeitenden zu zeigen, dass Sie in ihr persönliches Wachstum und ihre berufliche Entwicklung investieren.
5. Teilnehmende gewinnen und Mentor:innen/Mentees zusammenbringen
Wahrscheinlich ist dies der spannendste Abschnitt: die Gewinnung von Teilnehmenden für Ihr Programm! Sobald Sie das Ziel des Programms umfassend kommuniziert haben, können Sie mit der Auswahl der Teilnehmenden starten.
Während Ihrer Designphase haben Sie bereits definiert, wie Sie Mentor:innen und Mentees miteinander paaren. Es gibt dabei einige Faktoren, bei denen ich empfehle, eine ausgewogene Balance zu finden:
- Generell sollten Sie darauf achten, dass Mentor:innen und Mentees nicht aus demselben Team oder derselben Geschäftseinheit stammen. Dadurch können Ihre Teilnehmenden besser nachvollziehen, wie ihre Arbeit zur Gesamtstrategie Ihres Unternehmens beiträgt, und erhalten gleichzeitig ein breiteres Verständnis für das Geschäft.
- Über welche Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen Ihre Mentor:innen, die Ihre Mentees benötigen? Die Zusammenführung von jüngeren Mitarbeitenden mit erfahreneren Kolleg:innen, die über ausgeprägte Fachkompetenz in den Entwicklungsbereichen der Mentees verfügen, stellt sicher, dass Ihre Teilnehmenden möglichst viel Wissenszuwachs aus der Mentoring-Erfahrung ziehen können.
6. Erfolg bewerten und Ihren Ansatz anpassen
Alle Produkte, Programme und Dienstleistungen, die Sie Ihren Mitarbeitenden anbieten, sollten iterativ gestaltet sein – und Mentoring-Programme bilden hierbei keine Ausnahme.
Es ist immer verlockend, direkt mit der nächsten großen Idee weiterzumachen, um noch mehr Möglichkeiten für Ihre Mitarbeitenden zu schaffen. Doch Ihr Mentoring-Programm war eine große Investition in Ihre Kolleg:innen und Sie möchten sicherstellen, dass diese Investition positive Ergebnisse bringt.
Der Aufbau Ihres Programms und die Ziele, die Sie erreichen möchten, prägen dabei Ihren Ansatz.
Ihr Mentoring-Programm benötigt einen Plan für die laufende Betreuung, das Einholen von Feedback und die Umsetzung von Verbesserungen und Anpassungen, damit es langfristig erfolgreich bleibt.
Sie können außerdem in Erwägung ziehen, Mentor:innen für einen Mentoring-Kurs anzumelden, um sie im Prozess zu unterstützen.
Ihr Mentoring-Programm kann Ihr Unternehmen differenzieren
Mentoring-Programme können ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung, Bindung und Motivation Ihrer Talente sein – jedoch nur, wenn sie richtig umgesetzt werden.
Ganz gleich, ob Sie ein neues Programm aufbauen oder ein bestehendes verbessern möchten: Mithilfe der in diesem Artikel aufgeführten Best Practices können Sie sicherstellen, dass Sie Ihren Mitarbeitenden ein herausragendes Mentoring-Erlebnis bieten.
