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Eine ordnungsgemäße Einarbeitung bedeutet mehr, als einem neuen Mitarbeiter nur einen Laptop zu überreichen und ihn dem Team vorzustellen. Es ist ebenso wichtig, dass alle gesetzlichen, regulatorischen sowie unternehmensspezifischen Vorgaben erfüllt werden.

Compliance beim Onboarding hilft Unternehmen, rechtliche Risiken zu vermeiden, sensible Daten zu schützen und ein sicheres, ethisches Arbeitsumfeld zu schaffen.

Doch die Einhaltung aller Auflagen ist nicht immer einfach. Ständig ändernde Arbeitsgesetze, Datenschutzbestimmungen und branchenspezifische Vorschriften stellen HR-Teams oft vor große Herausforderungen. 

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Wie können Unternehmen also sicherstellen, dass ihr Onboarding-Prozess reibungslos, regelkonform und stressfrei abläuft? 

Werfen wir einen Blick auf die Grundlagen der Compliance beim Onboarding, die größten Herausforderungen für Unternehmen und bewährte Methoden, um den Prozess optimal zu gestalten.

Was versteht man unter Compliance beim Onboarding?

Compliance beim Onboarding bezeichnet den Prozess, neue Mitarbeitende während der Einarbeitung auf die Einhaltung aller gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen und unternehmensspezifischen Anforderungen zu prüfen. Dazu zählen das Ausfüllen erforderlicher Formulare, die Überprüfung der Beschäftigungsberechtigung sowie die Einhaltung branchenspezifischer Vorgaben.

Wer ist für Compliance beim Onboarding verantwortlich?

Die Verantwortung für die Compliance beim Onboarding liegt in der Regel bei mehreren Rollen innerhalb eines Unternehmens:

  1. Personalabteilung (HR): Verantwortet die Einhaltung der Vorgaben insgesamt, stellt die korrekte Bearbeitung aller Dokumente sicher und führt Hintergrundüberprüfungen durch.
  2. Rechts- und Compliance-Teams: Überwachen die Übereinstimmung des Onboarding-Prozesses mit Arbeitsrecht, Datenschutz und branchenrelevanten Vorgaben.
  3. Einstellende Führungskräfte: Machen Unternehmensrichtlinien deutlich und sorgen dafür, dass neue Mitarbeitende erforderliche Schulungen absolvieren.
  4. IT- und Sicherheitsteams: Setzen Sicherheitsprotokolle, Zugriffsrechte und IT-Schulungen um.
  5. Gehalts- und Finanzabteilung: Überprüfen Steuerunterlagen, Zahlungsdetails und Anmeldungen zu Sozialleistungen.

Im Endeffekt steuert die Personalabteilung den Prozess, doch ist Compliance eine bereichsübergreifende Aufgabe, um rechtliche Risiken zu minimieren und die Einhaltung von Standards zu gewährleisten.

Arten der Compliance beim Onboarding

Es gibt unterschiedliche Arten der Onboarding-Compliance, die jeweils verschiedene gesetzliche, aufsichtsrechtliche und unternehmensinterne Anforderungen adressieren. Dazu zählen:

1. Gesetzliche und regulatorische Compliance

Einhaltung von lokalen, regionalen und nationalen Arbeitsgesetzen, zum Beispiel:

  • Beschäftigungsberechtigung – Arbeitserlaubnisse, Visa, Form I-9 (USA), Überprüfung des Arbeitsrechts.
  • Steuerformulare – W-4 (USA), P45 (UK) oder entsprechende Nachweise in anderen Ländern.
  • Einhaltung von Arbeitsgesetzen – Einhalten von Lohnvorgaben, Arbeitszeiten und Vertragsbedingungen.
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2. Branchenspezifische Compliance

Erfüllung von branchenspezifischen Vorschriften, etwa:

  • Gesundheitswesen: HIPAA-Schulungen in den USA.
  • Finanzwesen: Anti-Geldwäsche (AML) und SEC-Konformität.
  • Technologie und Datenschutz: DSGVO (Europa), CCPA (Kalifornien).

3. IT- und Sicherheits-Compliance

Sicherstellung von Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards.

  • Zugangskontrolle: Verwaltung von Systemzugängen, Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Datenschutzschulungen: Umgang mit sensiblen Unternehmens- und Kundendaten.
  • Richtlinien zur akzeptablen Nutzung: Regeln für den Gebrauch firmeneigener Geräte und Netzwerke.

4. Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften

Zutreffend in Branchen wie Fertigung, Bauwesen und Gesundheitswesen.

  • OSHA (USA) und entsprechende Vorschriften: Schulungen zu Gefahren am Arbeitsplatz.
  • Notfallprotokolle: Brandschutz, Evakuierungspläne.
  • Verwendung von PSA und Schutzausrüstung: Sicherstellung, dass Mitarbeitende die vorgeschriebene Schutzausrüstung nutzen.

5. Ethik- und Anti-Belästigungs-Compliance

Schaffung eines sicheren und inklusiven Arbeitsumfelds:

  • Verhaltenskodex-Schulungen: Ethik und Hinweisgebersysteme.
  • Anti-Belästigungs- und Antidiskriminierungsmaßnahmen: Verhinderung von Fehlverhalten am Arbeitsplatz.
  • Schulungen zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI): Förderung einer inklusiven Unternehmenskultur.

6. Einhaltung unternehmensinterner Richtlinien

Sicherstellung, dass Mitarbeitende interne Richtlinien verstanden haben.

  • Bestätigung des Mitarbeiterhandbuchs: Bestätigung, dass sie die Unternehmensrichtlinien gelesen haben.
  • Verschwiegenheitsvereinbarungen (NDAs): Schutz von Geschäftsgeheimnissen des Unternehmens.
  • Richtlinien für soziale Medien und Kommunikation: Leitlinien für externe Kommunikation.

Jede Organisation muss das Compliance-Onboarding auf lokale Gesetzgebung, Branchenvorschriften und interne Richtlinien zuschneiden, um rechtliche Risiken zu minimieren und ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen.

So integrieren Sie Compliance in Ihr Onboarding-Programm

1. Prozess standardisieren

Die Erstellung eines standardisierten Onboarding-Prozesses sorgt dafür, dass kein Compliance-Schritt übersehen wird. 

Es empfiehlt sich, gemeinsam eine detaillierte Onboarding-Checkliste zu entwickeln, die alle erforderlichen rechtlichen Dokumente, Schulungsmodule und Bestätigungen der Richtlinien enthält. 

Definieren Sie klar, wer für jeden Schritt verantwortlich ist – HR, Führungskräfte, IT und Rechtsabteilung –, um Verantwortlichkeiten und Konsistenz zu gewährleisten.

Sie können unsere praktische Onboarding-Checklisten-Vorlage als Ausgangspunkt verwenden.

2. Dokumentation und Verifizierung automatisieren

Die manuelle Bearbeitung von Compliance-Dokumenten kann zu Verzögerungen, Fehlern und Sicherheitsrisiken führen. Durch den Einsatz digitaler Onboarding-Plattformen können Steuerformulare, Verträge und Arbeitsgenehmigungen sicher erfasst und gespeichert werden, wodurch das Risiko des Fehlens wichtiger Dokumente reduziert wird. 

Sie können außerdem elektronische Unterschriften verwenden, um den Onboarding-Prozess zu beschleunigen und sicherzustellen, dass Formulare ohne unnötige Verzögerungen unterzeichnet und eingereicht werden. Automatisierte Erinnerungen sparen zudem Zeit bei der Nachverfolgung.

Ein weiteres nützliches Feature von Onboarding-Software und ähnlichen HR-Software-Lösungen ist, dass die meisten sich automatisch mit den neuesten gesetzlichen Änderungen aktualisieren – das ist sehr hilfreich! Es gibt auch viele weitere Vorteile von Onboarding-Software.

Profi-Tipp: Reid Walsh

Profi-Tipp: Reid Walsh

Pre-boarding ermöglicht neuen Mitarbeitenden, notwendige Unterlagen bereits vor dem ersten Arbeitstag auszufüllen und das Unternehmen kennenzulernen, damit sie ihre ersten Tage optimal nutzen können. Das schafft mehr Freiraum, um sich mit neuen Tools vertraut zu machen, Erwartungen zu verstehen und Kolleg:innen kennenzulernen. — Reid Walsh, Chief Human Resources Officer, NEOGOV

3. Neue Mitarbeitende zu Compliance schulen

Compliance bedeutet nicht nur das Unterschreiben von Dokumenten – es geht auch darum, Unternehmensrichtlinien und Vorschriften zu verstehen.

Deshalb sollten Sie verpflichtende Schulungen zu Themen wie Arbeitsplatzehtik, Cybersicherheit, Antidiskriminierung und branchenspezifische Compliance-Anforderungen durchführen.

Klingt langweilig? Nutzen Sie interaktive Schulungsmodule, Quizze und praxisnahe Szenarien, um Mitarbeitende einzubinden und sicherzustellen, dass sie wichtige Informationen behalten.

Zuletzt sollten Mitarbeitende schriftlich bestätigen, dass sie die Richtlinien zur Kenntnis genommen und ihr Einverständnis erklärt haben, diese einzuhalten. So haben Sie einen Nachweis, dass die Mitarbeitenden die Unternehmensleitlinien verstehen und akzeptieren.

4. Über rechtliche und regulatorische Änderungen informiert bleiben

Arbeitsgesetze und Branchenvorschriften ändern sich ständig, und wenn Sie nicht auf dem Laufenden bleiben, drohen Compliance-Risiken.

Wie Jessica Cieslinski in ihrem hervorragenden Artikel über HR-Compliance betont, „Bleiben Sie informiert, indem Sie regelmäßig die Websites der zuständigen Regierungsstellen besuchen, die für Arbeits- und Beschäftigungsrecht zuständig sind." 

Diese Websites bieten oft Updates zu neuen Gesetzen, Änderungen von Vorschriften und Leitfäden, die Ihnen helfen, die HR-Anforderungen zu verstehen und einzuhalten. Ein gutes Beispiel ist das WARN Act und ob es für Remote-Mitarbeitende gilt."

Sie können auch mit Rechtsberater:innen oder Compliance-Spezialist:innen, wie einer Professional Employer Organization oder einem Employer of Record, zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Ihre Prozesse mit lokalen und internationalen Vorschriften übereinstimmen, insbesondere beim internationalen Onboarding.

6. Audits und Compliance-Prüfungen durchführen

Selbst die am besten gestalteten Onboarding-Prozesse müssen regelmäßig überprüft werden, um die Einhaltung sicherzustellen.

Wie Cieslinki hervorhebt: „Die regelmäßige Überprüfung der Richtlinien Ihres Unternehmens ist entscheidend, um konform zu bleiben. Zusätzlich zur Überprüfung der Richtlinien können Sie auch dokumentierte Prozesse auf Genauigkeit prüfen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Meine Personalabteilung hat einen Compliance-Kalender, der wichtige Termine und Aufgaben hervorhebt, wie zum Beispiel Fristen für die Steuererklärung, Zeiträume zur Anmeldung von Sozialleistungen und Anforderungen an Schulungen. Dieser Kalender dient als Erinnerung, um notwendige Aufgaben rechtzeitig zu erledigen.“

Zusätzlich hilft die Erstellung eines Compliance-Dashboards dabei, Abschlussquoten zu verfolgen und eventuelle Lücken im Prozess zu erkennen.

7. Erwartungen personalisieren und klar kommunizieren

Jede Belegschaft ist unterschiedlich und das Onboarding-Konformitätsverfahren sollte auf verschiedene Bedürfnisse zugeschnitten sein. Einige bewährte Methoden hierfür sind:

  • Stellen Sie lokalisierte Onboarding-Unterlagen bereit, um sicherzustellen, dass Mitarbeitende in verschiedenen Ländern regionsspezifische Richtlinien und rechtliche Anforderungen verstehen.
  • Bieten Sie mehrsprachige Unterstützung für Compliance-Dokumente und Schulungen, um es globalen Mitarbeitenden zu erleichtern, dem Prozess zu folgen. 
  • Kommunizieren Sie Fristen und Erwartungen von Anfang an klar, damit Mitarbeitende genau wissen, was sie bis wann erledigen müssen. Das verringert Verwirrung und Verzögerungen.

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