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PWC hat kürzlich angekündigt, dass ab Januar 2025 überwacht wird, von wo aus die Mitarbeiter arbeiten. Der Grund dafür – so wird vermutet, aber nicht offiziell bestätigt – ist die Sicherstellung der Einhaltung der 3-Tage-im-Büro-pro-Woche-RTO-Politik.

Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei anderen Unternehmen wie Dell und EY, die durch Ausweiskontrollen die Bürozeiten der Angestellten erfassen und Mitarbeiter rügen, die ihren Pflichten nicht nachkommen.

Unterm Strich ziehen sich Mitarbeitende in vielen Fällen bei der Rückkehr ins Büro. Manche erscheinen zwar, bleiben aber nur kurz – eine Praxis, die als „Coffee Badging“ bezeichnet wird.

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Es ist offensichtlich, dass Angestellte wenig Freude daran haben, zur Rückkehr ins Büro gezwungen zu werden. Dennoch bestehen viele Unternehmen – vor allem große Konzerne – weiterhin darauf.

Was also tun? Welche potenziellen Vorteile und Herausforderungen ergeben sich durch die Rückkehr ins Büro und wie kann RTO erfolgreich umgesetzt werden?

Wie sieht die Rückkehr ins Büro heute aus?

Es sind einige Jahre vergangen, seit die Pandemie das Arbeiten aus dem Homeoffice erforderlich gemacht hat, und wir haben erlebt, dass viele Unternehmen ihr Wort in Bezug auf diese Option gebrochen haben.

Laut einem Hybrid-Arbeitsbericht von Gallup, veröffentlicht im Mai 2024, arbeiten derzeit 27% der Unternehmen vollständig remote, 53% hybrid und 21% komplett vor Ort.


Wie die nachfolgende Grafik zeigt, fordern immer mehr Unternehmen, dass Mitarbeiter im Rahmen eines hybriden Modells ins Büro zurückkehren. Außerdem ergab eine aktuelle KPMG-Umfrage unter 1.500 CEOs, dass 64% von ihnen für 2026 eine vollständige Rückkehr ins Büro vorhersagen. 

Die Frage ist: Warum?

Quelle: Gallup.

Potenzielle Vorteile der Rückkehr ins Büro

Organisationen wünschen sich eindeutig, dass Mitarbeiter zurück ins Büro kommen, und führen dafür vor allem eine bessere Zusammenarbeit und eine stärkere Unternehmenskultur an. 

Doch sind diese Argumente auch belegbar? Was sagt die Forschung zu den möglichen Vorteilen einer Rückkehr der Beschäftigten ins Büro?

Verbesserte bereichsübergreifende Zusammenarbeit

  • MIT-Studie: Eine Studie des MIT fand heraus, dass Forscher, die nah beieinander arbeiteten, mehr interdisziplinäre Forschungsarbeiten und Patente ermöglichten.
  • Stanford-Studie: Untersuchungen der Stanford University belegen, dass Remote-Arbeit zwar bei einigen Aufgaben produktivitätssteigernd sein kann, jedoch die Zusammenarbeit und Innovation im Vergleich zur Büroarbeit mit spontanen Gesprächen einschränkt.
  • University of Chicago: Forschungen der UoC zeigten, dass Angestellte ihren Kommunikationskreis eingeengt und mit weniger Personen und Geschäftsbereichen innerhalb und außerhalb des Unternehmens interagiert haben.

Bessere Meetings für große Gruppen

Jüngere Arbeitnehmende schätzen persönliche Zeit

Mehr Möglichkeiten für Mentoring

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Stärkere Verbindungen

  • Atlassian: Teams bei Atlassian treffen sich etwa dreimal pro Jahr in einem der Büros, um sich auszutauschen und wichtige Projekte voranzubringen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass diese gezielten Team-Treffen zu einem Anstieg des Verbundenheitsgefühls um 27 % führen, insbesondere bei Hochschulabsolventen und Neueinstellungen, wobei dieser Effekt etwa 4–5 Monate anhält.

Herausforderungen bei der Rückkehr ins Büro

Welche potenziellen Herausforderungen bringt die Umsetzung einer Rückkehr ins Büro (RTO) mit sich?

Unzufriedenheit bei Mitarbeitenden

Verringerte Produktivität bei manchen Mitarbeitenden

  • Ablenkungen im Büro: Nicht alle arbeiten im Büro produktiver. Manche Beschäftigte empfinden Ablenkungen im Büro (z. B. Lärm, häufige Unterbrechungen) als problematisch. Laut einer Studie von Pew geben 56 % der Beschäftigten an, dass sie durch Homeoffice ihre Aufgaben besser erledigen und Fristen einhalten können.
  • Klagen: Mitarbeitende, die vollständig aus dem Homeoffice eingestellt wurden, könnten klageberechtigt sein, wenn sie entlassen werden, weil sie sich weigern, ins Büro zurückzukehren. Die Erfolgsaussichten hängen davon ab, ob eine Kündigung nach Belieben oder nur aus wichtigem Grund zulässig ist.
  • Schutz des Rechts auf Remote-Arbeit: In manchen Ländern gibt es Regelungen, die Mitarbeitende unter bestimmten Bedingungen vor einer Rückkehr ins Büro schützen. In Deutschland beispielsweise gibt es Bestimmungen, die verhindern, dass Beschäftigte ohne triftigen geschäftlichen Grund zur Arbeit im Büro gezwungen werden können.
  • Americans with Disabilities Act (ADA): Nach dem ADA in den USA können Beschäftigte mit gesundheitlichen Einschränkungen, die ein erhöhtes Risiko z. B. durch COVID-19 oder andere Erkrankungen haben, eine zumutbare Anpassung erbitten, um weiterhin im Homeoffice arbeiten zu dürfen.
  • Zunehmende Konflikte: In seiner Recherche zum Thema RTO: Zusammenarbeit vs. Konflikt im Büro stellte Gleb Tsipursky fest, dass 57 % der Befragten häufiger zwischenmenschliche Konflikte am Arbeitsplatz wahrnehmen. Im Vergleich dazu gaben nur 12 % an, dass sie solche Probleme im Homeoffice vermehrt erleben.

Verschiedene Rückkehr-ins-Büro-Strategien

Wenn Sie also die Einführung einer Rückkehr ins Büro (RTO) erwägen, welche Optionen stehen zur Verfügung?

Freiwillige Rückkehr ins Büro

Bei einer freiwilligen Rückkehr ins Büro dürfen Mitarbeitende selbst entscheiden, ob sie im Büro oder von zu Hause aus arbeiten möchten und haben dadurch maximale Flexibilität. Einige kommen vielleicht täglich, andere ein- bis zweimal pro Woche oder nur selten vor Ort.

Mögliche Vorteile sind die Bindung und Gewinnung von Mitarbeitenden sowie höhere Produktivität

Hybrides Modell

Die Mitarbeitenden müssen eine bestimmte Anzahl von Tagen pro Woche im Büro anwesend sein. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, hier Flexibilität zu gewähren, z. B. wie viele Tage, welche Wochentage oder wie lang ein Arbeitstag im Büro sein soll.

Mögliche Vorteile sind verstärkte bereichsübergreifende Zusammenarbeit und stärkere Teambindung.

Vollzeitige Rückkehr ins Büro

Alle Mitarbeitenden sind verpflichtet, wieder vollständig ins Büro zurückzukehren, mit nur wenigen Ausnahmen. Ehrlich gesagt, wenn man sich die Forschung ansieht und mit echten Menschen spricht, bin ich mir nicht sicher, welche potenziellen Vorteile dies gegenüber einem hybriden Modell bieten soll – außer vielleicht einem stärkeren Maß an Kontrolle darüber, wie Menschen ihre Zeit im Büro verbringen. Eine nette Umschreibung wäre, vollständige Transparenz darüber zu bekommen, was Mitarbeitende zu jeder Zeit tun (nicht unbedingt ein Umfeld, in dem dieser Redakteur gerne arbeiten würde).

6 Tipps für eine erfolgreiche Rückkehr-ins-Büro-Strategie

Befolgen Sie diese bewährten Praktiken für eine Rückkehr ins Büro, um den gewünschten Effekt zu erzielen:

1. Kommunizieren Sie klar und transparent

Es sollte nur wenig Unklarheit hinsichtlich des Rückkehrplans geben. Das bedeutet, dass Sie detaillierte Informationen bereitstellen sollten, einschließlich Zeitrahmen, Arbeitsplänen und Erwartungen.

Außerdem ist es wichtig, die Gründe für die Entscheidung klar darzulegen. Wie Matt Erhard, Managing Partner bei Summit Search Group, hervorhebt: „Das Erste, was Sie tun sollten, bevor Sie damit beginnen, Ihre Rückkehr-ins-Büro-Politik zu entwickeln, ist, genau zu klären, warum Sie die Mitarbeitenden zurück ins Büro holen möchten.

Dies hat zwei Gründe. Erstens werden Mitarbeitende die Rückkehrpflicht eher verstehen und akzeptieren, wenn diese mit klar nachvollziehbaren Argumenten begründet wird – und, dazu passend, wenn Sie diese Argumente und das ‚Warum‘ Ihrer Entscheidung offen darlegen.

Zweitens ist dies entscheidend, um während der Umstellungsphase die Mitarbeitendenbindung aufrechtzuerhalten und Ihre Richtlinie so auszugestalten, dass diese erklärten Ziele nicht nur erfüllt, sondern zum eigentlichen Kern der Änderungen werden.

Wenn Sie zum Beispiel ankündigen, dass Sie die Mitarbeitenden ins Büro zurückholen, um die Zusammenarbeit zu verbessern, sollte Ihr Rückkehrplan sicherstellen, dass Teammitglieder, die gemeinsam an Projekten arbeiten, gleichzeitig im Büro sind.

Wenn Sie nicht aufzeigen, wie die Anwesenheit im Büro zur Erreichung Ihrer Ziele beitragen soll, wird Ihr Argument bei den Mitarbeitenden wie eine leere, unehrliche Ausrede wirken – und Sie werden vermutlich einige Teammitglieder dadurch verlieren.“

Ein weiterer Tipp: Geben Sie den Mitarbeitenden ausreichend Zeit, sich an die neuen Anforderungen zu gewöhnen, besonders wenn sie persönliche Umstellungen wie Kinderbetreuung oder den Arbeitsweg organisieren müssen. Amazon hat seinen Mitarbeitenden zum Beispiel immerhin volle drei Monate eingeräumt, um sich auf eine vollständige Rückkehr ins Büro vorzubereiten.

2. Offenheit für Dialog und Feedback fördern

Schaffen Sie Feedback-Kanäle für Mitarbeitende wie Umfragesoftware, damit Mitarbeitende ihre Bedenken oder Wünsche zur Rückkehr ins Büro äußern können.

Zum Beispiel hat American Express stark auf Befragungen unter den Mitarbeitenden gesetzt, um das hybride Amex Flex-Programm zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern.

3. Unterstützung beim Übergang und bei der Umgewöhnung

Wie Gleb Turpinsky festgestellt hat, haben manche Menschen vergessen, wie es ist, im Büro zu arbeiten, und manch jüngere Mitarbeitende haben das vielleicht noch nie erlebt!

Aus diesem Grund ist es klug, Ressourcen oder Schulungen anzubieten, um Mitarbeitenden die Rückkehr ins Büro zu erleichtern – etwa Workshops zu Zeitmanagement, zur Wiederherstellung von Präsenz-Kommunikationsfähigkeiten, zur Konfliktlösung oder im Bereich Mitarbeiterbeziehungen.

Wenn Sie Mitarbeitende ausschließlich remote eingestellt haben, denken Sie über ein spezielles Onboarding mit Onboarding-Software nach, um ihnen das Einleben in die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld im Büro zu erleichtern.

Manche Unternehmen bieten zudem Zusatzleistungen wie kostenlose oder vergünstigte Parkplätze oder einen Zuschuss für den öffentlichen Nahverkehr, um die Kosten für den Arbeitsweg abzufedern.

Außerdem ermöglichen Büromanagement-Systeme Unternehmen, ein sicheres Arbeitsumfeld aufrechtzuerhalten und die Rückkehr der Büro-Mitarbeitenden zu unterstützen.

4. Führen Sie mit gutem Beispiel voran

Wie immer gilt auch bei der Rückkehr ins Büro: Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Das bedeutet, dass auch sie im Büro präsent sind und damit den Mitarbeitenden eine klare Orientierung bieten.

Außerdem ist es wichtig, dass alle Führungskräfte und Vorgesetzten in ihren Aussagen zur Rückkehr ins Büro abgestimmt sind und nach außen einheitlich auftreten.

5. Individuelle Bedürfnisse und Situationen berücksichtigen

Unter Berücksichtigung möglicher rechtlicher Konsequenzen sollten Sie beachten, dass manche Mitarbeitende triftige Gründe dafür haben können – oder sogar darauf angewiesen sind – weiterhin remote zu arbeiten (z. B. gesundheitliche Gründe, Betreuungsverpflichtungen).

Passen Sie Ihren Ansatz an die Rollen und Verantwortlichkeiten verschiedener Teams oder Einzelpersonen an. Rollen, die sowohl tiefes konzentriertes Arbeiten als auch Zusammenarbeit erfordern, profitieren beispielsweise häufig von anhaltender Flexibilität. 

Wie Gevorg Nazaryan, CTO und Mitbegründer von Docus, betont: „Wir haben festgestellt, dass die Anwesenheit im Büro für kritische und kollaborative Tätigkeiten wie Design-Sprints erforderlich ist und für nichts anderes. Ansonsten werden digitale Tools genutzt, um mit dem globalen Team zu kommunizieren.“

6. Büro aufwerten

Um Büroräume optimal zu nutzen und eventuell Immobilienkosten zu sparen, setzen einige Organisationen auf Hotdesking oder Hoteling, um dies zu fördern. 

Dazu werden Buchungssoftware für Hotdesking oder Software für Büroflächenmanagement eingesetzt, um Mitarbeitenden Flexibilität bei der Arbeitsplatzauswahl im Büro zu ermöglichen.

Wie effektive ROT-Richtlinien basiert auch eine effektive Planung der Büroflächen auf den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und der Organisation.

So nutzte das Architekturbüro HUB das Feedback seiner Mitarbeitenden sowie Daten zur Büronutzung, um neue hybride Bürokonzepte zu entwerfen, die durch die richtige Mischung an Arbeitsbereichen optimal auf den Designprozess abgestimmt sind.

Meinung der Redaktion

Ich sehe einige Vorteile in einem hybriden Modell, allerdings in einem sehr flexiblen. Als jemand, der zu 90 % remote arbeitet, finde ich die gelegentliche Zeit im Büro hilfreich, um mit Kolleg:innen aus anderen Teams ins Gespräch zu kommen, an komplexeren Projekten zu arbeiten und Beziehungen aufzubauen. Auch von Gesprächen mit Kolleg:innen weiß ich, dass es ihnen ähnlich geht.

Außerdem hilft es, im Büro zu sein, soziale Isolation zu vermeiden, Pausen einzulegen und Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben zu schaffen. Aus diesen Gründen gehen einige meiner Kolleg:innen, die die Möglichkeit dazu haben, fast täglich ins Büro.

Ich persönlich finde einen kurzen Arbeitsweg – idealerweise 20-30 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad – sehr angenehm und hilfreich, um Arbeit und Privatleben voneinander zu trennen.

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