Also, das ist jetzt ungefähr mein fünfter Versuch, aber dieses Mal werde ich es schaffen. Meine Empfehlung ist: Wenn du an einer Karriere im Personalwesen interessiert bist, solltest du entweder bereits ein Studium abgeschlossen haben oder darauf hinarbeiten. Wenn du es dir leisten kannst, dich vier oder mehr Jahre selbst zu finanzieren, wirst du an einer Präsenzuniversität eine tolle Zeit haben und viel lernen. Wenn dir jedoch vier oder mehr Jahre ohne Einkommen nicht zusagen und/oder du bereits einen guten Job hast, dann bietet dir ein Online-Studium das Beste aus beiden Welten – und da du gleichzeitig arbeitest, hast du am Ende mehr Praxiserfahrung als die Absolventen vor Ort, die während des Studiums nicht gearbeitet haben.
Das führt uns zur Frage, ob man bei einer Online-Universität oder online an einer Präsenzuniversität studieren sollte. Meiner Erfahrung nach gibt es für jede Aufgabe das richtige Werkzeug – und dann gibt es Werkzeuge, mit denen es vielleicht auch gut genug klappt (ich bevorzuge das richtige Werkzeug). Ein Problem, das ich beim Online-Studium an einer Präsenzuniversität festgestellt habe, ist, dass diese oft nicht voll dahinterstehen. Es gilt nicht als ihr Kerngeschäft, sondern wird als nette zusätzliche Einkommensquelle gesehen – und selbst wenn das manchmal mehr einbringt als ihr traditioneller Geschäftszweig, wird es nicht als Kern ihres Angebots betrachtet. Für Lernende ist das ein echtes Problem und ich habe das aus erster Hand erlebt. Als ich das schreibe, ist es ein paar Jahre her, dass ich mich an einer Universität eingeschrieben habe, die zu den global 100 besten (und regelmäßig zu den besten 50 weltweit) zählt; nach einem Monat habe ich meine Einschreibung wieder storniert. Für meinen angestrebten Abschluss war die Universität schlichtweg nicht darauf ausgelegt, Studierende außerhalb des Campus zu betreuen. Die Online-Einführungsveranstaltung war chaotisch, der Ton funktionierte bei den bereitgestellten Audiodateien nicht immer, wir wurden kaum einbezogen, oft gar nicht wahrgenommen. Das Lernumfeld war einfach nicht vorhanden. Am Ende musste ich entscheiden, ob ich mehrere zehntausend Dollar nur für einen Markennamen auf meinem Lebenslauf ausgebe oder ob ich meine Zeit und mein Geld woanders besser investiere.
Deshalb mein Tipp: Wenn es dir nur um den Markennamen im Lebenslauf geht, dann kauf dir teures Papier mit Wasserzeichen und drucke deinen Namen darauf – das ist dann dein „Brand“. Wenn du aber im Personalwesen arbeiten willst, solltest du jetzt anfangen, unternehmerische Entscheidungen zu treffen – und beginnen kannst du mit dieser. Wer kann deine Lernbedürfnisse am besten erfüllen? Wenn es eine Präsenzuniversität ist – großartig, wenn es eine Online-Universität ist – ebenso gut. Stell deine eigenen Lernbedürfnisse an die erste Stelle. So wichtig ein Abschluss für deine Karriere im Personalwesen auch ist, irgendwann zählt vor allem deine Erfahrung. Der Abschluss, für den du so hart gearbeitet hast, wird irgendwann nur noch ein Häkchen sein – das Wissen aus dem Studium jedoch wirst du während deiner gesamten Karriere nutzen.
