Skip to main content

Das Thema Gehalt ist manchmal wie der sprichwörtliche Elefant im Raum.

Ich frage mich immer, warum das so ist.

Ich erinnere mich gut daran, wie ich neu im Personalwesen war und nicht genau wusste, ob – oder wann – ich nach dem Gehalt fragen sollte. Jetzt, nachdem ich schon länger dabei bin und mehr Selbstbewusstsein hinsichtlich meiner Fähigkeiten und meines Marktwerts habe, spreche ich das Thema viel direkter an.

Keep Reading—and Keep Leading Smarter

Create a free account to finish this piece and join a community of forward-thinking leaders unlocking tools, playbooks, and insights for thriving in the age of AI.

Step 1 of 3

Name*
This field is hidden when viewing the form

Trotz dieses Selbstbewusstseins frage ich aber auch heute noch nie im Vorstellungsgespräch direkt, wie viel die Stelle bezahlt.

Sollte man bereits im ersten Vorstellungsgespräch nach dem Gehalt fragen?

Nein.

Warum?

Weil man das Gehalt bereits kennen sollte, bevor man überhaupt zum Vorstellungsgespräch geht.

So und zu welchem Zeitpunkt solltest du das Gehalt im Bewerbungsgespräch ansprechen (oder nicht)

Auch wenn ich ein erfahrener Vergütungsspezialist bin und das natürlich hilft, wenn ich die Stellenbeschreibung lese, weiß ich über das Gehalt Bescheid, weil ich lange vor dem Gespräch danach gefragt habe. Wenn ich nicht weiß, was die Stelle bezahlt, beginne ich gar nicht erst mit der Bewerbung.

Und wenn ein Recruiter oder eine Organisation mir das Gehalt nicht mitteilen möchte, dann schaue ich mich weiter um. Auch wenn Unternehmen im selben Markt die gleiche Rolle unterschiedlich vergüten, sagt die Höhe der Vergütung schon viel darüber aus, wie wahrscheinlich es ist, dass ich die Stelle angeboten bekomme.

Wenn das Gehalt niedrig ist, wird mich der Arbeitgeber vermutlich als überqualifiziert einstufen und ehrlich gesagt fehlt der Position dann wahrscheinlich auch die Verantwortung oder Herausforderung, die ich suche.

Wenn die Stelle hingegen $50.000 oder mehr über meinem aktuellen Gehalt liegt, ist das vermutlich ein zu großer Schritt und ich bin für die Rolle noch nicht bereit.

Das Gehalt sollte eines deiner Auswahlkriterien dafür sein, ob du Zeit in die Bewerbung investierst. Sicherlich schicken manche Leute einfach eine Bewerbung nach der anderen raus, aber ich verbringe lieber drei bis vier Stunden damit, das Unternehmen zu recherchieren und meine Bewerbung zu schreiben, als jede Woche 50 Bewerbungen zu verschicken.

Abgesehen davon, dass ich recht wählerisch bin, für wen ich arbeite und was ich mache, möchte ich auch keinen schlechten Eindruck hinterlassen, indem ich Massenbewerbungen versende. Denn vielleicht ergibt sich später einmal bei genau diesem Unternehmen oder Recruiter eine Stelle, die ich wirklich will – und dann möchte ich nicht, dass meine Bewerbung ignoriert wird, weil meine letzte voller Rechtschreibfehler war und offensichtlich nur eine Copy-and-Paste-Lösung.

Am Anfang fiel es mir schwer, nach dem Gehalt zu fragen. Ich hatte tatsächlich Vorstellungsgespräche, bei denen ich bis zum Angebot nicht wusste, wie die Stelle vergütet wird. Aber ehrlich gesagt, ist es vollkommen in Ordnung, nach dem Gehalt zu fragen – und es gibt viele gute Gründe, warum man es wissen sollte.

Frag direkt zu Beginn und triff deine Entscheidung auf Basis von Informationen.

Brendan Lys

Ich arbeite an der Schnittstelle von Personalwesen und Data Science und nutze meine umfassende Fachkenntnis im Personalbereich gemeinsam mit Methoden und Herangehensweisen der Datenwissenschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung umsetzbarer Erkenntnisse aus Daten, beispielsweise in Bereichen wie Vergütung & Leistungen, Personalplanung, Rekrutierung, Arbeitssicherheit, Diversität und Weiterbildung. Doch wie sieht die Anwendung von Data Science auf Herausforderungen und Chancen im Personalwesen konkret aus? Im HR-Kontext stammen die analysierten Daten meist direkt aus unserem HRMIS. Ein Vorteil datenwissenschaftlicher Methoden besteht darin, dass zusätzliche interne oder externe Datenquellen einbezogen werden können – Daten, die in einer rein analytischen HR-Herangehensweise nicht zugänglich wären. Beispiel: Stellenbeschreibungen enthalten zahlreiche Informationen, die oft ignoriert werden, weil sie nicht analysierbar erscheinen. Ein Nebenprojekt, an dem ich derzeit (April 2019) arbeite, verwendet Text Mining auf Stellenanzeigen, um herauszufinden, zu welcher Berufsgruppe eine Position gehört. Die Erkenntnisse meiner Arbeit wurden von Organisationen aus verschiedensten Branchen genutzt, darunter: Behörden (Australien und Neuseeland), an der ASX und NZX gelistete Unternehmen, Versorgungsunternehmen, Non-Profit-Organisationen und Hochschulen.