In unserer Serie "Office Snacks" interviewen wir Mitglieder unserer Community, um in ihr vielfältiges Buffet an Erfahrungen einzutauchen und spannende Erkenntnisse und Ideen mitzubringen.
Hallo Jessica, wir würden dich gerne besser kennenlernen. Wo lebst du zurzeit?
Ich muss direkt sagen, dass ich eine stolze gebürtige Texanerin bin, aber momentan wohne ich in Las Vegas. Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Ort einmal mein Zuhause nennen würde, aber er wächst mir langsam aber sicher ans Herz.
Wie bist du dahin gekommen, wo du heute bist?
Harte Arbeit und Ausdauer, niemals ein Nein als Antwort akzeptieren und immer bereit sein, Neues zu lernen. Tatsächlich habe ich erst letzte Woche meine Projektmanagement-Zertifizierung abgeschlossen. Ich habe den Anspruch, mein Wissen immer weiter auszubauen.

Was war bisher die wichtigste Lektion, die du in deiner Karriere gelernt hast?
Sag deine Meinung! Auch wenn deine Stimme zittert oder du eine unpopuläre Meinung vertreten musst, sprich sie mit vollster Überzeugung aus! Angst sollte dich nicht davon abhalten, dein authentisches Selbst zu zeigen.
Wie sieht dein typischer Tag aus, hast du eine feste Routine?
Ich habe keine feste Routine, im Allgemeinen besteht mein Tag aus einer Mischung aus Meetings und Zeit für Projektarbeit. Ich bin kein Morgenmensch, deshalb beginne ich meist erst um 14 Uhr, an wichtigen Projekten zu arbeiten – genau dann, wenn die meisten aus dem Unternehmen sich abmelden, da sie an der Ostküste sind und ich an der Westküste.
Wie beschreibst du anderen deinen Job?
Meine Aufgabe ist es, die Unternehmenskultur inklusiv und für alle Teammitglieder einladend zu gestalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Richtlinien und Verfahren zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden vorhanden sind. Für mich bilden People Operations das Rückgrat der Organisation.
Was gefällt dir an deinem Job am meisten?
Ohne jeden Zweifel ist es mein Team und die starken Beziehungen und das Vertrauen, das ich zu meinem Senior People Business Partner und Talent Advisor aufgebaut habe.
Was ist deine größte Herausforderung und wie gehst du damit um?
Das Vorurteil zu beseitigen, dass "HR" nur zum "Einstellen oder Kündigen" da ist, und sicherzustellen, dass die Abteilung als strategisch wertvoll für den langfristigen Erfolg der Organisation anerkannt wird.
Ich bin diesem Vorurteil mit Taten und Mehrwert für das Führungsteam entgegengetreten. Besonders sichtbar wurde das zuletzt in der Entwicklung einer neuen Trainingsrunde zum Karrieremanagement für Mitarbeitende. Außerdem setzen wir verstärkt auf Stay Interviews und überlegen, wie wir Bindungsstrategien für Schlüsselkräfte entwickeln können.
Was denkst du ist das größte Missverständnis rund um HR?
Ich bin bekannt dafür zu sagen, dass wir die traditionelle HR am besten abschaffen sollten, denn sie ist veraltet und konzentriert sich mehr auf Compliance und Risikomanagement als auf Menschen.
Leider vertrauen die meisten Mitarbeitenden der HR nicht, weil es in diesem Berufsfeld meist an Führung und Innovation mangelt. Ich wage es, anders zu denken und den sicheren, egozentrischen Blickwinkel zu verlassen, um einen offenen, vielseitigen Raum für neue Sichtweisen und Taten zu schaffen. Progressives HR (auch bekannt als People Operations) ist der Weg in die Zukunft!
Die wichtigsten Unterschiede zwischen traditionellem und progressivem HR:
- Inklusivität steht an oberster Stelle
- Technologie und People Analytics zur effektiven Darstellung von Geschichten nutzen
- Entwicklung von Richtlinien, die Mitarbeitende befähigen, ihre beste Arbeit zu leisten.
Was sollten Unternehmen hinsichtlich ihrer Mitarbeitenden aus deiner Sicht anders machen?
Alles! Das Fundament muss Mitarbeiterengagement und psychologische Sicherheit sein – sodass man offen reden und auch widersprechen darf, selbst wenn dies im Widerspruch zur Führung steht.
Wie können Organisationen psychologische Sicherheit schaffen?
Psychologische Sicherheit bedeutet, dass sich Mitarbeitende in ihrem Arbeitsumfeld sicher und vertrauensvoll fühlen. Sie ist ein wichtiger Faktor, der das Wohlbefinden und die Leistung der Beschäftigten sowie die gesamte Unternehmenskultur beeinflussen kann.
Hier sind einige Möglichkeiten, wie Organisationen psychologische Sicherheit für ihre Mitarbeitenden schaffen können:
- Offene Kommunikation fördern: Ermutigen Sie Mitarbeitende, sich zu äußern und ihre Gedanken und Ideen ohne Angst vor Vergeltung zu teilen. Dies kann durch regelmäßige Check-ins, Feedbackgespräche und andere Gelegenheiten, bei denen Mitarbeitende ihre Anliegen vorbringen können, erreicht werden.
- Vielfalt und Inklusion unterstützen: Schaffen Sie eine inklusive Kultur, in der alle Mitarbeitenden sich wertgeschätzt und respektiert fühlen – unabhängig von Hintergrund oder Identität. Dazu gehört, Vielfalt bei der Einstellung und in Führungspositionen zu fördern und sich aktiv mit Diskriminierung und Vorurteilen auseinanderzusetzen.
- Ressourcen für mentale Gesundheit bereitstellen: Bieten Sie Zugang zu Unterstützung und Ressourcen für mentale Gesundheit an, wie etwa Beratungsangebote oder Mitarbeitendenunterstützungsprogramme, damit Mitarbeitende mit Stress und anderen Herausforderungen besser umgehen können.
- Work-Life-Balance fördern: Helfen Sie Mitarbeitenden, eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben zu finden, indem Sie flexible Arbeitsmodelle anbieten und hervorheben, wie wichtig Pausen und Urlaub sind.
- Klare Richtlinien und Erwartungen festlegen: Kommunizieren Sie Erwartungen und Verhaltensrichtlinien und halten Sie alle Mitarbeitenden gleichermaßen verantwortlich. Dies kann helfen, ein Gefühl von Fairness und Vorhersehbarkeit am Arbeitsplatz zu schaffen.
- Offenes Feedback fördern: Schaffen Sie eine Kultur, in der Mitarbeitende sich wohlfühlen, ehrliches – sowohl positives als auch konstruktives – Feedback an Kolleg*innen und Führungskräfte zu geben. Das trägt zu besserer Kommunikation und mehr Vertrauen innerhalb der Organisation bei.
Welche Tools liebst du am meisten, weil sie dir bei der Arbeit helfen?
Ich bin ein großer Fan von Lattice, das wir für Engagement, Leistungsbeurteilungen, Entwicklungspläne und Eins-zu-eins-Meetings mit dem Management einsetzen. Ich kann es nur wärmstens empfehlen!
Was war bislang deine erfolgreichste Initiative und warum?
Unsere Employee Resource Groups (ERGs) haben allen Teammitgliedern ein Gefühl von Gemeinschaft und neue Motivation vermittelt. Aktuell haben wir vier ERGs speziell für Schwarze Mitarbeitende, Frauen, neurodivergente und Eltern im Unternehmen.
(Hier erfährst du mehr über Employee Resource Groups und wie man eine gründet).
Was ist der beste Ratschlag, den du je bekommen hast?
Sei präsent und mach mit! Sei nicht schüchtern.
Was hältst du für die größte Herausforderung, der Unternehmen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt gegenüberstehen?
Es gibt derzeit mehrere Herausforderungen für Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt, darunter:
- Fachkräftemangel: In einem wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt kann es für Unternehmen schwierig sein, Top-Talente zu finden und zu gewinnen. Das gilt besonders für bestimmte Branchen oder Positionen mit hoher Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften.
- Top-Talente halten: Wenn ein Unternehmen Top-Talente gewonnen hat, kann es herausfordernd sein, diese auch langfristig zu binden – besonders, wenn andere Unternehmen vergleichbare oder bessere Angebote machen.
- Vielfalt und Inklusion managen: Unternehmen erkennen zunehmend die Bedeutung von Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz, aber deren Umsetzung ist mitunter schwierig. Dabei geht es u. a. um die Auseinandersetzung mit Themen wie Diskriminierung und Vorurteilen sowie darum, eine einladende und inklusive Unternehmenskultur für alle Mitarbeitenden zu schaffen.
Zuletzt, und am allerwichtigsten: Was ist dein Lieblingssnack im Büro (egal ob zuhause oder vor Ort)?
Mein Lieblingssnack ist Red Bull und saure Gummiwürmer—bitte nicht urteilen, lol
What’s your favorite office snack?
Work in People and Culture? Want to share your ideas?
Applications to be interviewed are open to anyone (yes anyone!) so don’t hesitate to fill in the form for an opportunity to share your knowledge and ideas.
