Müssen Sie häufig langweilige, sich wiederholende Aufgaben erledigen, die anfällig für menschliche Fehler sind? Treibt Ihre aktuelle HR-Software Ihren Blutdruck öfter in die Höhe, als Ihnen lieb ist? Träumen Sie von einer Funktionalität, die Ihrem Team zu mehr Effizienz verhilft?
Nicht jede HR-Software ist gleich, und manchmal entwachsen Sie einfach Ihrer bisherigen Lösung. Ein Upgrade Ihrer HR-Software kann Ihnen Zeit, Geld und Nerven sparen. Nutzen Sie diesen Leitfaden, um zu erkennen, ob es Zeit für ein Upgrade ist und wie Sie dabei vorgehen sollten.
10 Anzeichen, dass es Zeit für ein Upgrade Ihrer HR-Software ist
Neben dem Gefühl, sich die Haare raufen zu wollen, gibt es einige wichtige Anzeichen dafür, dass Sie nach etwas Neuem suchen sollten:
1. Zu viel manuelle Arbeit
Wenn Ihr HR-Team zu viel Zeit für sich wiederholende Aufgaben (z. B. Dateneingabe, Berichterstellung, Lohn- und Gehaltsabrechnung) aufwendet, können Automatisierungsfunktionen Zeit sparen und Fehler reduzieren.
2. Begrenzte Funktionalität und fehlende Funktionen
Ihre aktuelle Software deckt die wachsenden Anforderungen Ihres HR-Teams nicht ab, wie z. B. den Umgang mit komplexen Workflows, fortgeschrittenem Reporting oder sogar der Anzahl der Benutzer.
3. Begrenzte Integrationen
Damit Ihre HR-Software brauchbar ist, erfordert sie in der Regel Integrationen zwischen Systemen wie Ihrem ATS, HRMS/HRIS, Leistungsmanagement-Software usw.
Wenn Ihr aktuelles System keine gute Integration mit anderen bietet, kann ein Upgrade den Datenfluss und die Effizienz verbessern.
4. Schlechte Nutzererfahrung (UX)
Macht Ihre HR-Software unerklärliche Dinge? Berichten Nutzer:innen häufig über Schwierigkeiten bei der Navigation im System oder beim Ausführen einfacher Aufgaben wie das Erfassen von Arbeitsstunden oder das Einreichen von Urlaubsanträgen?
Schlechte UX ist stressig!
Sicherlich werden sich die Leute beschweren, aber Sie können auch aus Nutzungsdaten Rückschlüsse ziehen. Wenn also niemand die Software verwendet oder sie bei der Nutzung viele Fehler machen, könnte das auf ein schlechtes UX-Design hindeuten.
5. Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit
Ihr aktuelles System bietet keine robusten Maßnahmen zum Schutz von Daten. Dadurch steigt das Risiko von Datenpannen, -verlusten oder der Nichteinhaltung von Vorschriften wie der DSGVO oder HIPAA.
Falls Ihre Software keine Verschlüsselung, Multi-Faktor-Authentifizierung oder Prüfpfade bereitstellt, könnte sie sensible Mitarbeiterdaten gefährden.
6. Lücken bei der Einhaltung von Vorschriften
HR-Software, insbesondere Gehaltsabrechnungssoftware, muss stets mit den aktuellen arbeitsrechtlichen Vorschriften Schritt halten. Falls Ihre Software keine regelmäßigen Updates zur Anpassung an diese Änderungen bietet, riskieren Sie die Nichteinhaltung und rechtliche Probleme.
7. Eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten
Das System erlaubt es Ihnen nicht, Workflows, Prozesse oder Berichte individuell auf die Anforderungen Ihres Unternehmens anzupassen.
Stattdessen sind Sie gezwungen, starre, vorgegebene Abläufe zu nutzen und können das System nicht ohne Weiteres an Änderungen in der Struktur, den Richtlinien oder den Zielen Ihrer Organisation anpassen.
8. Hohe Support- und Wartungskosten
Ihre aktuelle Software erfordert häufigen Support, teure Updates oder manuelle Korrekturen, was die Wartungskosten erhöht.
Sie zahlen für regelmäßige System-Updates oder externe Supportleistungen, weil das System häufig Fehler oder Kompatibilitätsprobleme aufweist und dadurch Ressourcen von den zentralen HR-Funktionen abzieht.
9. Systemausfälle oder Instabilität
Häufige Systemausfälle, langsame Performance oder technische Probleme stören Ihren Betrieb. Beispielsweise stürzt die Software in Spitzenzeiten wie während der Gehaltsabrechnung oder Leistungsüberprüfungen ab, was zu Verzögerungen und Frustration bei HR-Mitarbeitern und Angestellten führt.
10. Der Anbieter entwickelt nicht mehr weiter oder stellt keine Updates mehr bereit
Ihr HR-Software-Anbieter veröffentlicht keine regelmäßigen Updates mehr, sodass die Software in Bezug auf Funktionen, Sicherheit und Leistung ins Hintertreffen gerät.
Darauf kommt es bei Ersatz-HR-Software an
Die genauen Anforderungen hängen von Ihren Bedürfnissen ab, aber auf folgende allgemeine Funktionen sollten Sie achten:
Automatisierung
Die Möglichkeit, bestimmte Abläufe wie Onboarding, Gehaltsabrechnung, Benefits oder den Rhythmus von Leistungsbeurteilungen automatisch ablaufen zu lassen.
Anpassung
Wahrscheinlich ist einer der Hauptkritikpunkte an Ihrer aktuellen HR-Software der Mangel an Anpassungsmöglichkeiten. Selbst wenn dies derzeit kein Problem ist, wird es in Zukunft mit wachsender Unternehmensentwicklung sicherlich relevant.
Mitarbeiter-Self-Service
HR-Software kann die Notwendigkeit praktisch beseitigen, Mitarbeitenden finanzielle Unterlagen, Vorteile oder Steuerdokumente manuell auszuhändigen, indem sie ihnen Zugang zu Online-Self-Service-Portalen bietet. So können sie diese Informationen bequem selbst einsehen und aktualisieren.
Integrationen
Die Möglichkeit, Ihre HR-Software in Ihren umfassenderen HR-Tech-Stack und andere übliche Tools wie Ihre Buchhaltungssoftware oder Enterprise Resource Planning-Software zu integrieren.
Viele Tools bieten Standardintegrationen, aber falls nicht, sollten Sie dies unbedingt im Erstgespräch nachfragen.
Skalierbarkeit
Skalierbare Funktionen ermöglichen es Unternehmen, bei der gewohnten HR-Plattform zu bleiben und dabei bei Bedarf Funktionen zu ergänzen oder zu entfernen, wenn sich Geschäftsprioritäten entwickeln.
Reporting & Analysen
Durch die Konsolidierung von Mitarbeiterdaten an einem Ort kann HR-Software Daten und Berichte bereitstellen, um Veränderungen in verbesserungswürdigen Bereichen voranzutreiben.
Ansprechende Oberfläche und intuitive Benutzererfahrung
Wie modern und aufgeräumt wirkt die Software? Natürlich sollte man eine Software nicht nur nach dem ersten Eindruck beurteilen – nutzen Sie also wenn möglich eine Live-Demo, um ein Gefühl für die Benutzerführung zu bekommen und lesen Sie Erfahrungsberichte.
So aktualisieren Sie Ihre HR-Software
Befolgen Sie diesen Prozess, damit Ihre nächste Auswahl der HR-Software bestmöglich verläuft.
1. Bewerten Sie Ihre aktuelle HR-Software
- Schwachstellen identifizieren: Erfassen Sie die Beschränkungen Ihres aktuellen Systems (z. B. Leistungsprobleme, fehlende Funktionen, Skalierbarkeitsfragen).
- Feedback einholen: Beteiligen Sie relevante Stakeholder wie HR-Teammitglieder, Führungskräfte und Mitarbeitende, um Rückmeldungen zum aktuellen System und gewünschten Funktionen zu sammeln.
- Nutzung bewerten: Analysieren Sie, wie effektiv die aktuelle Software eingesetzt wird – und welche Module oder Funktionen ungenutzt oder überflüssig sind.
2. Definieren Sie Ihre geschäftlichen Anforderungen und Ziele
- Klare Ziele setzen: Bestimmen Sie, was Sie mit dem Upgrade erreichen möchten (z. B. bessere Analysen, verbesserte Benutzeroberfläche, automatisierte Prozesse).
- Funktionen priorisieren: Erstellen Sie eine Übersicht der Funktionen und Anforderungen an Ihre HR-Software, die unverzichtbar sind im Vergleich zu „Nice to have“. Dazu können gehören:
- Lohn- und Gehaltsabrechnung
- Mitarbeiter-Onboarding
- Leistungsmanagement
- Zeiterfassung
- Bewerbermanagement und ATS (Applicant Tracking System)
- Verwaltung von Mitarbeitervorteilen.
- Skalierbarkeit und Integration: Berücksichtigen Sie zukünftiges Wachstum und ob das neue System mit anderer Software wie Onboarding-Software, CRM, Finanz- oder ERP-Systemen integrierbar sein sollte.
3. Mögliche Lösungen recherchieren
- Anbieter recherchieren: Suchen und erstellen Sie eine Liste der HR-Software-Anbieter, die zu Ihren Bedürfnissen passen. Unsere Auswahl der besten HR-Software und der besten HR-Software für kleine Unternehmen bietet hierfür einen guten Startpunkt.
- Bewertungen prüfen: Schauen Sie sich Kundenbewertungen, Fallstudien und Expertenmeinungen an, um Glaubwürdigkeit und Leistung sicherzustellen.
4. Shortlist erstellen und Kontakt aufnehmen
Nun haben Sie einige passende Anbieter identifiziert – jetzt ist es Zeit, etwas tiefer einzusteigen und Demo-Termine zu vereinbaren.
- Senden Sie jedem Anbieter eine Anfrage nach Informationen (RFI), damit Sie Ihre Optionen Punkt für Punkt vergleichen können.
- Wenn Sie besonders gründlich sein wollen, senden Sie jedem Ihrer ausgewählten Anbieter eine Ausschreibungsanfrage (RFP). Diese enthält wichtige Informationen über Ihr Unternehmen, Ihre spezifischen Anforderungen, einen Anbieterfragebogen und alle spezifischen Vorschriften für die Angebotseinreichung, die sie befolgen sollten – z. B. Abgabefristen.
- Vereinbaren Sie ein Gespräch mit dem Vertriebsmitarbeiter und gehen Sie Ihre Fragen gemeinsam durch.
Diese Gespräche, die idealerweise Live-Demonstrationen des Produkts beinhalten sollten, helfen Ihnen außerdem, ein Gefühl für den Anbieter zu bekommen und einzuschätzen, ob eine gute Partnerschaft möglich ist.
Um Anbieter zu vergleichen, nutzen Sie diese praktische Bewertungsvorlage.
5. Stellen Sie den Business Case auf
Nachdem Sie alle oben genannten Daten gesammelt haben, ist es Zeit, Ihren Business Case für HR-Software zu erstellen.
Das muss kein 10-seitiges Dokument sein – ein einseitiges Memo reicht aus (denn wer hat Zeit, 10 Seiten zu lesen?).
Entscheidungsträger erwarten Antworten auf folgende Fragen:
- Wie viel kostet die HR-Software?
- Welche Probleme werden durch die Software gelöst?
- Was passiert, wenn wir nicht in die Software investieren?
- Wie lange dauert die Implementierung?
- Warum müssen wir jetzt investieren?
- Welchen ROI bringt die Implementierung von HR-Software? Der Artikel von Dan George über finanzielle HR-Kompetenz ist hierbei eine hilfreiche Ressource.
Vielleicht wissen Sie die Kosten noch nicht genau; die Einholung einer Zustimmung in diesem Stadium verschafft Ihnen aber einen guten Ausgangspunkt.
Hier ist eine Business Case-Vorlage, die Sie für HR-Software verwenden können:
- Executive Summary: Kurzüberblick über den Vorschlag, die wichtigsten Vorteile und das Fazit.
- Aktueller Stand und Problemstellung: Beschreibung der aktuellen Situation und der spezifischen Herausforderungen oder Probleme, die angegangen werden sollen.
- Vorgeschlagene Lösung und Nutzen: Detaillierte Beschreibung der vorgeschlagenen Lösung und der erwarteten Vorteile, einschließlich Kosten-Nutzen-Analyse.
- Umsetzungsplan und Risikobewertung: Schritt-für-Schritt-Strategie für die Implementierung, Zeitrahmen und Zusammenfassung potenzieller Risiken sowie Gegenmaßnahmen.
- Fazit und Empfehlungen: Eine kurze Zusammenfassung des Business Case inklusive Empfehlungen für die Entscheidungsträger.
6. Einführung und Onboarding
Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten über Ihre neue Lösung informiert sind und sich sicher im Umgang damit fühlen.
Der Hauptgrund, warum Unternehmen keinen ROI aus Softwareinvestitionen ziehen, ist das Versäumnis, die Implementierung konsequent umzusetzen und das neue Tool in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Effektives Veränderungsmanagement ist entscheidend. Damit Mitarbeitende die neue Software nutzen, müssen sie ihren Nutzen erkennen (z. B. Zeitersparnis, schnellere Genehmigung von Urlaubsanträgen) und wissen, wie sie funktioniert.
Hier sind einige Tipps, die dabei helfen können.
- Kommunizieren Sie klar, dass eine neue HR-Software eingeführt wird und was dies für die Beschäftigten bedeutet. Fordern Sie die Mitarbeitenden aktiv auf, Fragen zu stellen.
- Nutzen Sie das Onboarding und die Schulungen, die der Anbieter bietet, und machen Sie die Teilnahme für alle Mitarbeitenden innerhalb eines realistischen Zeitrahmens verpflichtend.
- Beauftragen Sie jemanden mit der Verantwortung für die Einführung und als zentralen Ansprechpartner für Fragen und Feedback der Mitarbeitenden.
- Machen Sie die Mitarbeitenden auf alle verfügbaren Self-Service-Ressourcen aufmerksam und stellen Sie sicher, dass sie wissen, wie sie bei Problemen ein Support-Ticket eröffnen können.
Bewährte Methoden für das Upgrade von HR-Software
Befolgen Sie diese bewährten Methoden beim Upgrade Ihrer Kern-HR-Software, um typische Fehler zu vermeiden, die zu Ineffizienzen, verschwendeten Ressourcen oder Frustration führen können.
- Klare Ziele definieren: Definieren Sie vor Beginn des Prozesses Ihre Geschäftsziele und spezifischen HR-Anforderungen. So steuern Sie die Softwareauswahl und stellen sicher, dass sie mit Ihren Zielen im Einklang steht.
- Nutzerfeedback einholen: Analysieren Sie Nutzungsdaten und führen Sie Umfragen, Fokusgruppen oder Interviews durch, um die Schwachstellen Ihres aktuellen Systems und gewünschte Funktionen in einem neuen System zu verstehen.
- Künftiges Wachstum berücksichtigen: Ständig den Anbieter zu wechseln, kann mühsam sein. Suchen Sie daher nach einer Lösung, die mit Ihrem Unternehmen wächst – sei es durch Hinzufügen neuer Benutzer, Erweiterung von Funktionen oder Integration mit anderen Systemen.
- Den gesamten ROI betrachten: Kosten sind wichtig, also denken Sie sowohl an kurzfristige als auch an langfristige Kosten (Einführung, Wartung, Upgrades) und legen Sie Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Achten Sie darauf, dass die Software Ihre Anforderungen erfüllt und eine gute Rendite (ROI) bietet.
- Unterschätzen Sie nicht die Komplexität der Datenmigration: Planen Sie die Migration Ihrer Daten frühzeitig und beziehen Sie sowohl HR- als auch IT-Teams mit ein, um zu bestimmen, welche Daten wie und wann migriert werden sollen.
Auf ein neues Kapitel
Hoffentlich war das obenstehende eine objektive Anleitung, die Ihnen hilft, Ihre HR-Software zu aktualisieren. Auch wenn man sich leicht von neuen, glänzenden Tools blenden lassen kann, ist ein Wechsel manchmal die Mühe wert.
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