Als Rachel Swearingen zum ersten Mal ihre Kinder und Habseligkeiten ins Auto packte, um vor einem Hurrikan zu fliehen, hatte sie keine Wahl.
Da sie in einer obligatorischen Evakuierungszone wohnte, musste die zweifache Mutter schnell entscheiden, welche ihrer Besitztümer sie zu retten versuchen und auf die Fahrt Richtung Norden mitnehmen wollte, während Hurrikan Irma auf Floridas Golfküste zusteuerte.
Während sie stundenlang im Stau auf Floridas überfüllten Autobahnen saß, sorgte sie sich, ob sie genug Benzin finden würden, um nach Georgia zu gelangen, wo sie bei Familie unterkommen konnten. Sie wich auf Nebenstraßen aus und stellte alternative Routen zusammen, wobei sie abseits der Hauptwege schließlich Tankstellen fand.
Damals arbeitete Swearingen in einer gemeinsamen Büro-Umgebung. Die ganze Firma erlebte das Gleiche wie sie. Ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten durchlebten ihre eigenen Versionen derselben Krise, das Unternehmen unterstützte, wo es konnte, und kommunizierte allgemeine Nachrichten über mehrere Kanäle.
Am Ende bog der Hurrikan nach Süden ab und traf nicht das von ihr bewohnte Gebiet um St. Petersburg. Das Erlebnis reichte jedoch aus, um sie dazu zu bewegen, ins Landesinnere zu ziehen – weg von Überschwemmungen und Sturmfluten, die auftreten würden, sollte diese Region von einem schweren Hurrikan getroffen werden.
Das Problem, vor dem Swearingen und ihre Arbeitskolleg:innen standen, ist weder ungewöhnlich noch auf Florida beschränkt. Sucht man auf einer Weltkarte einen beliebigen Punkt heraus, findet man meist eine Region, in der der Klimawandel Ereignisse antreibt, die Angestellte vertreiben oder in der Zukunft sogar Klimaflüchtlinge schaffen können.
Egal ob Hurrikans, Waldbrände, Hitzewellen, extreme Dürren, Überschwemmungen, Schneestürme oder die Ausweitung von Gebieten mit hoher Tornadogefahr – der Klimawandel wird in den kommenden Jahrzehnten für Massenmigration und gesellschaftliche Umbrüche sorgen.
Das Personalwesen befindet sich an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und den Menschen, die sie zum Erfolg führen oder scheitern lassen. Das bedeutet: In Krisenzeiten hat HR die Pflicht, sowohl den Menschen als auch der Geschäftsleitung zu dienen.
Da liegt es eigentlich nahe zu denken, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf Belegschaft, Unternehmen und Standorte zu den dringendsten Themen gehören sollten, oder?
„Nein, und das ist interessant, weil es scheint, als wäre draußen entweder alles eingefroren oder alles brennt“, sagt Paul Falcone, Autor eines neuen Buches mit dem Titel „The First Time Manager: Leading Through Crisis.“ „Venedig wird bald unter Wasser stehen, und an anderen Orten gibt es keinen See mehr, wo früher mal einer war. Es wird überall extremer.“
Warum ist der Klimawandel keine Top-Priorität für das Personalwesen?
Halten Sie kurz mit mir durch, ich weiß, dass das Nachdenken über Themen wie den Klimawandel ermüdend sein kann. Wäre das hier eine Präsentation, würde ich jetzt mit etwas Humor für Auflockerung sorgen – daher hier ein wenig Komödie zur Unterstützung.
@kristentoomeychicago Modern Parenting * * * #parents #parenting #genz #comedy #humor #moms #chicago #standup #standupcomedy ♬ original sound - KristenToomeyChicago
Wie Komikerin Kristen Toomey, die ihre Kinder dazu bringen will, ihre Hausaufgaben zu machen, weiß ich genau, was ich verlange. Ich bitte Personalverantwortliche, an eine Bedrohung zu denken, die zwar allgegenwärtig ist, aber im Alltag erst in der Zukunft zu einem akuten Problem werden könnte. Denn gegenwärtig gibt es keinen Mangel an Krisen, die gemanagt werden müssen.
„All das hat einen betäubenden Effekt“, sagte Falcone. „Covid hat so viel Aufmerksamkeit beansprucht, dass für anderes kaum noch Raum blieb. Alle sind erschöpft, bei den Menschen liegen die Nerven blank. Die Leute benehmen sich merkwürdig, weil sie Angst und Überforderung spüren. Die Rückkehr nach Covid funktioniert nicht gut. Es gibt Probleme in den Lieferketten, Inflation, Talentmangel und es wird gestreikt. Der Wahnsinn hört nicht auf.“
Vor diesem Hintergrund macht niemand HR einen Vorwurf, wenn sie nicht in die Zukunft blicken und die Hürden erkennen, die in 15–30 Jahren warten. Schon das morgige Tagesgeschäft ist Herausforderung genug.
Doch stellen wir uns für einen Moment vor, dass wir trotz aller Veränderungen und gesellschaftlichen Umbrüche durch ideologische Konflikte, technologische Entwicklung und hemmungslosen Kapitalismus irgendwann immer noch Jobs haben, Rechnungen und Steuern zahlen und auch langfristig die Gewinnspannen im Auge behalten müssen.
Die durch den Klimawandel verursachten Probleme werden in den kommenden Jahren weiter an die Oberfläche treten. Wenn es so weit ist, wird Erfolg weitreichender gemessen werden als nur an Mitarbeiterengagement oder Mitarbeiterbindung, auch wenn diese weiterhin eine Rolle spielen dürften. Stattdessen werden Themen wie Mitarbeitersicherheit und Produktivitätsverluste in den Mittelpunkt rücken.
Es sind dabei nicht nur extreme Wetterereignisse. Kostenstellen werden ebenso von schleichenden Veränderungen betroffen sein, die sich durch den Klimawandel ergeben, wie zum Beispiel höhere Kosten für Kühlung oder Heizung – je nach Jahreszeit.
„Wenn sich Ihre Nachhaltigkeitsbemühungen auf den Energieverbrauch konzentrieren, wie denken Sie dann darüber nach, Energie klüger zu nutzen?", sagt Rita Trehan, Gründerin und CEO von DARE Worldwide, einer globalen Transformationsberatung. „Das Klima wird sich verändern, und schon kleine Dinge wie Mitarbeitende dahingehend zu beraten, was sie bei bestimmten Temperaturen im Büro tragen oder besser nicht tragen sollten, können dabei helfen, die Energiekosten zu senken und verdeutlichen, wie jede:r Einzelne seinen Beitrag leisten kann.“
Die Anpassung des Dresscodes im Büro an die sommerliche Hitze klingt einfach genug, doch was ist mit der größeren Frage der Gesellschaft als Ganzes? Unternehmen spielen eine Führungsrolle beim Formen von gesellschaftlichen Normen und beim Schaffen von Bewusstsein für größere Themen. Wir haben es in den letzten Jahren bei allem gesehen, vom Rassismus bis hin zu Covid-Schutzmaßnahmen und der Entwaldung.
„Es ist nicht nur der Arbeitsplatz, für den Organisationen Verantwortung tragen“, so Trehan. „Das Privatleben von Mitarbeitenden und ihre Rolle in den Gemeinden, in denen sie leben, sind ebenfalls Teil dieser Verantwortung. Man braucht ein Gefühl der Verpflichtung gegenüber den Gemeinschaften, aus denen die Mitarbeitenden stammen.“
Was die größeren, extremen umweltbedingten Krisen angeht, die die Schlagzeilen beherrschen werden, ist der übliche Ansatz abzuwarten und zu beobachten. Dies ist allerdings nicht der Ansatz, den Falcone befürwortet.
Er erinnert sich an eine Zeit während seiner Tätigkeit als Head of International Human Resources bei Paramount Pictures, als der Ausbruch der Vogelgrippe erfolgte. Die Führungskräfte konzentrierten sich darauf, was alle anderen in der Branche – sei es Sony, Disney oder Warner Brothers – tun, anstatt selbst nach Lösungen zu suchen.
„Ich habe das anders gesehen. Mir war egal, was die anderen machen“, sagte Falcone. „Ich werde der erste Dominostein sein, ich gebe das Tempo für alle anderen vor.“
Lektionen, die wir lernen können
Einige Branchen sind bereits jetzt mit Komplikationen durch extreme Wetterereignisse konfrontiert und können sozusagen Lektionen von der Front liefern.
Zum Beispiel im Gesundheitswesen, wo die Verpflichtungen der Mitarbeitenden gegenüber den Patient:innen bedeuten, dass sie auch unter extremen oder ungewohnten Umständen arbeiten müssen – selbst wenn das auf Kosten der eigenen Familie geht.
„Im Gesundheitswesen steht alles noch ein bisschen mehr unter dem Mikroskop, deshalb können wir die Erkenntnisse aus dieser Branche auf andere übertragen“, sagte Falcone.
In seiner Zeit als CHRO beim Motion Picture and Television Fund, einer Wohltätigkeitsorganisation, die Beschäftigten der Film- und Fernsehbranche mit wenig Ressourcen Unterstützung bietet, hat er dies während der Waldbrandsaison erlebt, als das betreute Wohnheim evakuiert werden musste.
Sie brachten Patient:innen in nahegelegene Hotels unter und koordinierten Familienabholungen, wo es möglich war. Die Mitarbeitenden mussten dennoch anwesend sein, trotz der Anforderungen in ihrem eigenen Privatleben.
„Darüber muss man offen sprechen“, so Falcone. „Es wird für jede Organisation oder Branche unterschiedlich sein, aber bei uns brauchten wir Krankenschwestern – die Pflegekräfte mussten kommen. Wenn das bedeutete, dass sie ihr Kind mitbringen, dann mussten wir uns auch um das Kind kümmern. Das kann auch Hunde und Katzen einschließen. Was machen wir dann? Der Mangel an Fachkräften verschärft diese Probleme noch.“
Szenarienplanung spielt eine große Rolle in der Vorbereitung auf jede Krise, und beim Klimawandel ist das nicht anders. Für Falcone war das ganz normal, denn als Gesundheitseinrichtung in Kalifornien musste dies jährlich gemacht werden.
„Wir haben verschiedene Komitees, die sich damit befassen“, sagte er. „Es gibt einen Sicherheitsausschuss, einen Ausschuss für Katastrophenplanung, ein Einsatzleitungsteam, und man macht solche Rollenspiele, damit alle ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Notfall kennen.“
Szenarienplanung
Es gibt verschiedene Ansätze und Modelle, die Unternehmen prüfen können, doch Trehan hat einige Ratschläge, wie man hierbei vorgeht.
„Sie sollten Kriterien auswählen, die wirklich spezifisch für eine bestimmte Region oder ein Land sind, in dem Sie aktiv sind oder mit dem Ihr Unternehmen zusammenarbeitet", so Trehan. „Und dann sollte man bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Ereignisse eintreten. Was sind einige der Indikatoren, die uns sagen, dass sich etwas ändert, und das dann kontinuierlich überwachen. Vielleicht ist das eine Skala von Rot, Grün, Gelb, aber entscheidend ist, dass Sie es ständig prüfen und anpassen.“
Ein Ansatz zur Veranschaulichung ist ein Modell, das häufig im Lieferkettenmanagement verwendet wird: die sogenannte PESTLE-Analyse (unten abgebildet). Dieses Modell besteht aus sechs Teilen, die alle vom Klimawandel beeinflusst werden.
- Politisch – Veränderungen im politischen Umfeld können durch neue Vorschriften oder Sanktionen Einfluss darauf haben, wie und wo ein Unternehmen tätig werden kann. Politische Veränderungen in anderen Ländern können Lieferanten, die Beschaffung von Fachkräften und die Marktvolatilität beeinflussen. Da der Klimawandel verschiedene Teile der Welt betrifft, wird es auch in diesen Regionen zu erheblichen politischen Veränderungen kommen.
- Umwelt – Die offensichtlichste Verbindung zum Klimawandel besteht darin, dass sich Umweltveränderungen in der physischen Landschaft niederschlagen und Risiken darstellen. Wassermangel in einigen Regionen wird zu Massenmigration, Panik und in manchen Fällen zu gewaltsamen Konflikten führen, die Menschen weltweit betreffen.
- Sozial – Untersuchungen zeigen, dass der Klimawandel bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional stark betrifft, von denen viele heute bereits als Mitarbeitende in Ihrem Unternehmen tätig sind. Das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Menschen und wie Sie sie unterstützen können, wird ein Teil der Geschichte sein, die über Ihr Unternehmen in Zukunft erzählt wird.
- Technologisch – Zwar sind wir dank Technologie stärker vernetzt als je zuvor, klimabedingte Ereignisse können jedoch beeinflussen, wie Menschen mit Technologie umgehen und Situationen schaffen, in denen der Zugang dazu schwierig wird. In einer Welt, in der wir zunehmend auf Geräte angewiesen sind, um mit unserer Arbeit verbunden zu bleiben, ist es entscheidend, für jeden Fall den technologischen Bedarf zu planen.
- Rechtlich – Wenn sich Politik, gesellschaftliche Umstände und technologische Infrastruktur verändern, besteht immer auch die Möglichkeit rechtlicher Konsequenzen für gemachte Fehler. Sich rechtlich auf neue Situationen vorzubereiten, ist schwierig, aber notwendig.
- Wirtschaftlich – Bei klimabedingten Ereignissen kann der Schaden für das Geschäftsergebnis erheblich sein. Auch wenn die Menschen oberste Priorität haben, werden Führungskräfte die Kosten dieser Ereignisse für das Geschäft nicht aus den Augen verlieren. Selbst mit den besten Versicherungspolicen kann es schwierig sein, ein Unternehmen klimaresilient zu machen.
„Es ist wichtig, sich dabei auf die vorhandenen Forschungen und Daten zu stützen“, sagte Trehan. „Den Kontakt zu lokalen Gemeinschaften zu suchen, zu den Menschen, die die Arbeit tatsächlich machen, die tatsächlich von veränderten Szenarien betroffen sind, und wirklich herauszufinden, was sie fühlen oder in ihrem Arbeitsumfeld oder in ihren Gemeinden sehen.“
Nachdem Sie die Szenarien erstellt haben, ist es an der Zeit, diese durchzuspielen. Das sind die Rollenspiele, die Falcone zuvor erwähnt hat.
„Machen Sie eine Tischübung“, sagt er. „Es ist egal, wo Sie arbeiten oder wer Sie sind – machen Sie einfach dieses Rollenspiel und bestimmen Sie, wer welche Rolle übernimmt und wer für was verantwortlich ist. Stellen Sie ein Notfallteam zusammen und nehmen Sie an, dass die Geschäftsleitung nicht verfügbar ist. Wer übernimmt dann welche Rolle?“
Kommunikation in der Krise
Kommunikation ist in Krisenzeiten entscheidend. Mitarbeitende sollten nicht im Ungewissen sein, wie Sie Unterstützung bieten können, wo das Unternehmen in Bezug auf die Business Continuity steht, und was Ihre Erwartungen an die Mitarbeitenden sind, wenn sie selbst betroffen sind.
Führungskräfte und Vorgesetzte können in Krisenzeiten nicht zu oft kommunizieren. Das Wissen, dass die Führung die Lage unter Kontrolle hat, vermittelt den Mitarbeitenden ein gewisses Gefühl der Sicherheit – ein Gefühl, das sie nicht immer bei Behörden oder Regierungen finden.
„Wie diese Kommunikation klingen wird, ist Teil der Übung, die Sie durchspielen müssen“, sagte Falcone. „Wie spiegelt sich Ihre Unternehmenskultur im Tonfall wider? Wenn zum Beispiel eine SMS auf dem Handy aufploppt: Was steht dann drin? Automatisieren Sie diese Dinge möglichst weit. So halten Sie Ihre Leute am einfachsten auf dem Laufenden, denn sie haben Angst und sind unsicher: Soll ich zur Arbeit kommen oder nicht?“
Diese Kommunikation kann vielfältige Formen annehmen, zum Beispiel SMS, automatisierte Anrufe oder – im Falle von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden in einer Einrichtung – weniger technisch fortgeschrittene Kommunikationswege.
„Wenn es keinen Strom gibt, müssen wir vielleicht Aushänge machen oder wir gehen zu den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Patientenzimmern und besprechen mit ihnen persönlich die wichtigsten Themen“, sagte Falcone.
Das geschäftliche Argument
Da ohnehin schon alle erschöpft und frustriert sind, denkt überhaupt jemand an diese Themen?
Laut der jährlichen Umfrage des Conference Board lautet die Antwort: Ja. Etwa die Hälfte der globalen CEOs geben an, dass der Klimawandel bereits ein Thema ist, das ihr Unternehmen beeinflusst. Die Frage ist dann, wie diese Botschaft an die gesamte Organisation weitergegeben wird.
Falcone sieht darin aktuell eine erhebliche Herausforderung. Auch wenn klimabezogene Geschäftsfragen in den Unternehmen bald angegangen werden müssen, könnte bis zur vollständigen Umsetzung nach der Corona-Pandemie noch etwas Zeit vergehen.
„Die Menschen sind im Moment an einem Wendepunkt“, sagte er. „Selbst wenn CEOs und Geschäftsinhaber wissen, was sie tun wollen, fällt es ihnen schwer, dorthin zu gelangen, denn alleine das Ansprechen des Themas, wenn man schon das Gefühl hat, bei 110% zu sein und keine Luft mehr zu bekommen, ist schwierig. Es ist, als würde man fragen: Was sollen wir jetzt noch tun? Es muss erst ein wenig Gras zwischen uns und die Pandemie wachsen, und dort sind wir noch nicht.“
Auch wenn Nachhaltigkeitsbemühungen wichtig für Ihre Arbeitgebermarke sind, sollte es nicht das Hauptziel sein, das Image zu verbessern. Trehan ist der Meinung, dass mit der richtigen Organisation und einem klaren Fokus Fortschritte erzielt werden können, aber dabei ist kein Platz für Floskeln oder den Versuch, alles auf einmal anzupacken.
„Es kann nicht sein, dass Sie sagen, alle anderen haben so eine Richtlinie, also übernehmen wir das jetzt auch“, sagte Trehan. „Vergessen Sie das schöne, glänzende Schaufenster. Überlegen Sie wirklich, was für Ihre Organisation wichtig ist. Es ist unmöglich, als Unternehmen alles auf einmal anzugehen. Konzentrieren Sie sich glasklar auf das, was den größten Unterschied für Ihr Unternehmen und die Communitys, denen Sie dienen, macht, denn Sie haben die Verantwortung, den Gemeinschaften zu helfen, in denen Sie tatsächlich präsent sind, verkaufen oder Teil davon sind. Betrachten Sie Ihre Investitionen mit diesem Blickwinkel.“
Das Schicksal von vertriebenen Arbeitnehmern
Fünf Jahre nach Hurrikan Irma packte Swearingen erneut die Sachen ihrer Familie in zwei Autos. Dieses Mal kamen ihr Verlobter und vier Haustiere mit auf die Reise.
Obwohl sie ins Landesinnere gezogen war, war ihr neues Zuhause von einem Wald mit hohen Eichen umgeben. Diese sind wegen des Schattens, den sie vor der heißen Sonne Floridas spenden, geschätzt. Doch jetzt hatte sie Sorge, dass die Schlafzimmer ihrer Kinder zu einer Holzfällerei würden, sollten diese Bäume einstürzen. Also fuhren sie wieder nach Norden nach Georgia, um bei Verwandten unterzukommen.
Diesmal arbeitete sie jedoch für ein vollständig remote geführtes Unternehmen. Ihr Vorgesetzter lebte auf einem anderen Kontinent, war aber über ihre Situation informiert und zeigte Verständnis. Dennoch hatte das Unternehmen Erwartungen, dass ihre Arbeit erledigt wurde.
„In Georgia hatte ich eine stabile Strom- und Internetversorgung, sodass ich weiterarbeiten konnte“, sagte Swearingen. „Aber es war nicht einfach, weil ich die meiste Zeit damit verbrachte, mir Sorgen um meine Freunde, Familie und Nachbarn zu Hause zu machen.“
Während ihrer ersten Evakuierung durchlebten alle im Unternehmen dasselbe, das bedeutete, alle Arbeitsabläufe und Geschäftsaktivitäten wurden gestört. Faktisch ruhte der Betrieb, sodass Mitarbeitende die Freiheit hatten, ganz nach eigenem Ermessen mit der drohenden Gefahr des Sturms umzugehen.
In diesem Fall waren ihre vollständig remote arbeitenden Arbeitgeber zwar verständnisvoll, aber es wurden kaum Anpassungen vorgenommen. Für den Rest der Firma lief das Geschäft wie gewohnt weiter. Obwohl Swearingen das Remote-Arbeiten liebt, sehnte sie sich nach der Art von Unterstützung, die sie zuvor erlebt hatte.
„Eines, was ich mir gewünscht hätte, wäre, dass der starke Fokus auf monatliche Produktionsziele reduziert worden wäre“, sagte sie. „Dieser Hurrikan kam genau Ende September. All die Arbeit trotz des Stresses wegen des Hurrikans zu erledigen, war schwierig. Ich weiß, dass ich in dieser Zeit nicht meine beste Leistung bringen konnte, hatte aber auch Angst davor, das Ziel zu verfehlen und irgendwie bestraft zu werden.“
Als der letzte Sturm durch jene Region Floridas zog, die sie ihr Zuhause nennt, blieb Swearingen zu Hause – in dem Bewusstsein, dass es nicht schlimm genug war, ernsthaft ihr Haus zu bedrohen. Sollte dies doch vorkommen, würde sie erneut packen und alles noch einmal durchleben.
„Hurrikane gehören zum Leben in Florida dazu“, sagte sie. „Aber sollte ein wirklich starker Sturm vorhergesagt werden, werde ich wieder gehen. Sicherheit geht vor.”
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