In dieser Folge spricht Gastgeberin Becca Banyard mit Rita Wittek, der Director of People bei Homerun. Gemeinsam teilen sie Ritas jüngste Erfahrungen mit der erfolgreichen Einführung einer Vier-Tage-Arbeitswoche bei Homerun. Sie berichtet, wie dies umgesetzt wurde, was sie daraus gelernt hat, wie der Erfolg des Vorhabens gemessen wurde und welchen positiven Einfluss diese Veränderung auf das Leben der Mitarbeitenden bei Homerun hatte.
Interview-Highlights
- Ritas kurzer Hintergrund [1:19]
- Rita ist eine praxisorientierte Führungskraft im Personalbereich.
- Sie arbeitete in Start-ups, hauptsächlich in Amsterdam in den letzten 7+ Jahren.
- Sie baut die Employee Experience von Grund auf auf.
- Sie entwickelt und gestaltet Prozesse, Richtlinien und alles, was mit dem Mitarbeitenden-Erlebnis zu tun hat.
- Ihr Herzensthema ist die Balance zwischen Beruf und Privatleben sowie mentale Gesundheit am Arbeitsplatz.
- Rita arbeitet aktuell als Director of People bei Homerun.
- Homerun ist ein Recruiting-Tool für kleine und mittelständische Unternehmen. Mit diesem Tool können Unternehmen ihren Einstellungsprozess organisieren.
- Rita ist zudem Mitbegründerin der People Ops Slack-Community in Amsterdam.
- Ihr Beweggrund: Die Arbeit im HR-Bereich kann manchmal ziemlich einsam sein, daher wollte sie Menschen um sich haben, mit denen sie sich austauschen kann – über alle großen und kleinen HR-Themen.
- Mittlerweile hat die Community 700 Mitglieder und es wird über alles gesprochen, was zum Austausch steht.
- Rita ist eine praxisorientierte Führungskraft im Personalbereich.
- Homeruns Prozess zur Bewertung der Machbarkeit der Vier-Tage-Woche [3:53]
- In den letzten Jahren war es weltweit ziemlich herausfordernd. Viel wirtschaftliche Unsicherheit. Zwischen der Pandemie und dem allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung waren die Menschen sehr erschöpft.
- Rita stellte fest, dass die Mitarbeitenden so beschäftigt waren, alles am Laufen zu halten. Daher wurde es für sie persönlich ein Anliegen, mehr Work-Life-Balance zu schaffen.
- Zu einem bestimmten Zeitpunkt entschied sich Rita selbst, auf Teilzeit zu wechseln und ihre eigenen Arbeitsstunden zu reduzieren.
- Nachdem sie dies tat, stellte sie fest, dass sie wieder aufblühte und großartige Arbeit leistete. Sie war motiviert, ausgeruht, und es wurde niemand zusätzlich eingestellt, um die Lücken zu füllen.
- Rita stellte fest, dass die Mitarbeitenden so beschäftigt waren, alles am Laufen zu halten. Daher wurde es für sie persönlich ein Anliegen, mehr Work-Life-Balance zu schaffen.
- In den letzten Jahren war es weltweit ziemlich herausfordernd. Viel wirtschaftliche Unsicherheit. Zwischen der Pandemie und dem allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung waren die Menschen sehr erschöpft.
Wenn wir uns nicht so schnell vom Präsenzzwang lösen und so arbeiten können, dass wir uns auf Ergebnis und Output konzentrieren – warum sollten wir das Gleiche nicht tun können, indem wir einfach ein paar Stunden weniger arbeiten?
Rita Wittek
- Wie Rita die Viertagewoche bei Homerun einbrachte [7:48]
- Sie ging zu den Gründern des Unternehmens – ihren Vorgesetzten und dem COO – und brachte die Idee auf.
- Sie waren der Idee gegenüber aufgeschlossen, also baten sie Rita, einen Vorschlag zu schreiben.
- Was auch geholfen hat, war, dass einer der Gründer tatsächlich selbst seine Arbeitszeit reduziert hatte, da er kürzlich Vater geworden war und Zeit mit seinem Sohn verbringen wollte.
- Rita begann daraufhin, einen Vorschlag auszuarbeiten. Sie beziehte das Team zu diesem Zeitpunkt noch nicht ein, weil sie niemandem falsche Hoffnungen machen wollte.
- Sie informierte sich darüber und sprach mit Menschen, die die Viertagewoche in verschiedenen Ländern eingeführt hatten.
- Sie sprach auch mit einer Anwältin darüber. Sie wollte bis ins kleinste Detail wissen, wie das aussehen würde.
- Sie formulierte einige übergeordnete Ziele, wobei ihr Hauptziel immer war, das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu verbessern.
- Rita nahm an, dass eine kürzere Arbeitswoche die Arbeitsweise effizienter machen und die Menschen bewusster mit ihrer Arbeitszeit umgehen würden.
- Ein weiterer wichtiger Punkt: Sie wollte, dass es ein sehr inklusiver Vorteil ist. Jede Person sollte gleich behandelt werden.
- Rita führte zunächst einen Testlauf mit der Viertagewoche durch und mittlerweile haben sie diese offiziell eingeführt.
- Sie betrieb ihre gesamte Recherche, schrieb einen Vorschlag nieder und erklärte den Gründern sowie dem COO, dass es bei der Mitarbeiterbindung helfen würde. Gleichzeitig würde es künftige Einstellungen erleichtern und helfen, Menschen zu finden, die die Unternehmenswerte teilen.
- Einer dieser Werte ist, das Gleichgewicht zu bewahren – daher ist die Viertagewoche ein guter Weg, diesen Wert zu leben.
- Rita präsentierte den Vorschlag den Gründern und dem COO, und diese waren ziemlich beeindruckt.
- Sie gaben ihr grünes Licht für einen Pilotversuch.
- Danach bezog sie das Team ein. Rita betrachtet das ganze Mitarbeitenden-Erlebnis wie ein Produkt: Ihr Team ist die Kundschaft und das Produkt ist deren Erfahrung im Unternehmen.
- Rita stellte dem Team Fragen wie: Wie glaubt ihr, wird sich das auf eure Produktivität auswirken? Werdet ihr eure Arbeit trotzdem erledigen können? Wärt ihr an diesem Vorteil überhaupt interessiert?
- Sie führte Einzelgespräche, organisierte eine Fokusgruppe und verschickte Umfragen. Alles wurde von ihr dokumentiert, um bestmöglich vorbereitet zu sein.
- Sie betrieb ihre gesamte Recherche, schrieb einen Vorschlag nieder und erklärte den Gründern sowie dem COO, dass es bei der Mitarbeiterbindung helfen würde. Gleichzeitig würde es künftige Einstellungen erleichtern und helfen, Menschen zu finden, die die Unternehmenswerte teilen.
- Sie ging zu den Gründern des Unternehmens – ihren Vorgesetzten und dem COO – und brachte die Idee auf.
- Wie Rita festgestellt hat, dass die Einführung der Viertagewoche erfolgreich war [13:33]
- Zunächst ist es sehr wichtig zu wissen, welche Daten man sammeln will und was genau gemessen werden soll.
Das allgemeine Wohlbefinden und die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden waren das Wichtigste. Daraus ergibt sich dann auch gute Arbeit.
Rita Wittek
- Rita hat alle möglichen verschiedenen Datenpunkte gesammelt.
- Wenn man nur die Produktivität misst, weil das häufig in den Nachrichten über die Vier-Tage-Woche zu sehen ist, stimmt das so nicht. Es hängt davon ab, was Produktivität bedeutet und was das Ziel ist, indem man die Arbeitszeit reduziert.
- Zum Beispiel arbeitet man bei Homerun in sechswöchigen Zyklen, wobei die Projekte in jedem Zyklus unterschiedlich sind. Sie können in einer Woche komplexer sein als in der anderen. Und manchmal ist es ein kreativer Zyklus, daher ist es schwierig zu messen.
- Es geht viel mehr darum, wie Produktivität wahrgenommen wird und die Ergebnisse zu messen.
- Rita hat sich auf Konzentration, Teamarbeit, Flexibilität und Glücklichsein fokussiert und einfach jeden Monat gefragt, wie es den Mitarbeitenden damit geht.
- Wenn man nur die Produktivität misst, weil das häufig in den Nachrichten über die Vier-Tage-Woche zu sehen ist, stimmt das so nicht. Es hängt davon ab, was Produktivität bedeutet und was das Ziel ist, indem man die Arbeitszeit reduziert.
- Zu Beginn, bevor sie die Vier-Tage-Woche eingeführt haben, hat Rita ihr Team gefragt, an welchem Tag sie gerne freinehmen würden.
- Einige wollten den Montag, manche den Freitag und einige den Mittwoch.
- Sie haben entschieden, dass Dienstag und Donnerstag die Unternehmenstage sind, an denen alle arbeiten.
- Sie achten im Team darauf, dass nicht alle denselben Tag wählen. Zum Beispiel beim Kundenservice: Eine Person hat Montag frei, eine Mittwoch, eine Freitag.
- Homerun ist ein flexibles Unternehmen. Wenn jemand seinen freien Tag wechseln muss, gibt es immer eine Möglichkeit. Es gibt einen festgelegten freien Tag, aber Ausnahmen sind möglich.
- Die Vier-Tage-Woche wurde mit voller Bezahlung umgesetzt, sodass niemand auf Gehalt verzichten musste.
- Manche hatten Bedenken, ob sie ihre Arbeit dann noch schaffen würden. Das war die größte Sorge.
- Einige der Fragen, die Rita von ihren Mitarbeitenden bekam, waren: „Was erwartest du in diesen vier Tagen von mir? Muss ich dann zehn Stunden am Tag arbeiten? Wenn ich mit meiner Arbeit nicht fertig werde, muss ich dann am freien Tag weiterarbeiten? Werde ich an meinem freien Tag kontaktiert?“ Das hat sie berücksichtigt.
- Die Umstellung half auch, dem Unternehmen neue Kreativität einzuhauchen. Weil die Leute ausgeruhter sind, sind sie motivierter. Es entsteht ein besonderer Teamgeist, weil sich die Mitarbeitenden als Teil eines Unternehmens fühlen, das Neues ausprobiert und gerne darüber spricht.
- Manche hatten Bedenken, ob sie ihre Arbeit dann noch schaffen würden. Das war die größte Sorge.
- Bei Homerun wurde den Mitarbeitenden klar gemacht, dass mit der Einführung der Vier-Tage-Woche kein plötzlicher Anstieg der Produktivität erwartet wird.
- Sie möchten, dass die Leute sich wohlfühlen, die neue Regelung genießen und glücklich sind – und dass die Arbeit dann von allein folgt.
- Niemand soll zehn Stunden am Tag arbeiten. Flexibilität kommt an erster Stelle. An manchen Tagen können Mitarbeitende tagsüber Sport machen und abends arbeiten, wenn sie dann produktiver sind.
- Rita fragt, wie viele Stunden pro Tag sie sich produktiv fühlen. Und die Antworten fallen je nach Tätigkeit verschieden aus.
Wenn man akzeptiert, dass Produktivität nicht bedeutet, von Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr am Schreibtisch zu sitzen, und dass Menschen auf unterschiedliche Weise arbeiten, dann beginnt die Magie zu wirken.
Rita Wittek
- Die Vorteile und Nachteile, die Rita seit der Einführung der 4-Tage-Woche erlebt hat [21:53]
- Mit Urlaubsvertretungen im Team müssen sie etwas kreativer werden und genauer hinschauen.
- Kommunikation und Dokumentation.
- Sie müssen deutlich mehr dokumentieren. Sie müssen besser in der asynchronen Kommunikation werden. Es gibt Mitarbeitende in verschiedenen Ländern, manchmal auch in unterschiedlichen Zeitzonen. Und das ist definitiv eine Herausforderung.
- Manchmal gibt es Leute, die sagen: „Ich habe meinen Arbeitstag am Montag begonnen, aber die Person am Freitag hat keine Übergabe gemacht und jetzt stecke ich fest.“ Das ist ein Thema, mit dem sie sich auseinandersetzen mussten. Aber sie sind darin besser geworden.
- Einige überraschende Dinge, die Rita während des Prozesses gelernt hat [23:21]
- Wie unterschiedlich Homerun auf Dinge wie die Vier-Tage-Woche blickt.
- Viele Unternehmen denken darüber nach, wie sie die Produktivität steigern können, und möchten datenbasierte Entscheidungen treffen, aber sie berücksichtigen die weichen Faktoren nicht.
- Die Gründer von Homerun hatten ihr Hauptziel immer im Blick: das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden. Produktivität steht dabei gar nicht an erster Stelle. Das bedeutet nicht, dass sie nicht produktiv sein wollen – im Gegenteil, sie sind produktiver als je zuvor.
- Dinge wie Stress und Burnout zu messen ist nicht einfach und es gibt kein Patentrezept dafür. Man braucht Zeit und kann den Prozess nicht überstürzen.
- Wie unterschiedlich Homerun auf Dinge wie die Vier-Tage-Woche blickt.
- Ritas Rat für alle, die sich für die Vier-Tage-Woche interessieren und diese im eigenen Unternehmen ausprobieren möchten. [25:04]
- Optimieren Sie nicht nur für Produktivitätskosten, sondern stellen Sie wirklich die Menschen in den Vordergrund.
- Denkweise: Menschen zuerst, Verwaltung an zweiter Stelle. Es gibt viele Dinge zu erledigen, daher müssen die richtigen Dinge gemessen werden, denn zufriedene Mitarbeitende sind einfach fokussierter.
- Setzen Sie auf eine lange Testphase. Je länger der Testzeitraum, desto besser sind die Erfolgschancen.
- Das wichtigste Element, das die Mitarbeitenden am Arbeitsplatz glücklich macht [26:16]
- Flexibilität. Ein flexibler Arbeitgeber zu sein und seine Mitarbeitenden als Individuen zu behandeln, denn jeder Mensch ist unterschiedlich.
- Das eine, was man braucht, um eine erfolgreiche Führungskraft zu sein [26:36]
- Unterstützung durch das Führungsteam.
- Rita ist der Meinung, dass die Rolle der Mitarbeitenden immer im Mittelpunkt des Unternehmens stehen sollte.
- Unterstützung durch das Führungsteam.
Lerne unseren Gast kennen
Rita ist eine praxisorientierte People Leaderin. In den letzten 7+ Jahren hat sie bei jungen Software-Start-ups in Amsterdam das Mitarbeitererlebnis von Grund auf aufgebaut. Sie entwickelt und gestaltet Prozesse, Tools und Rahmenwerke für den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus – und behandelt diesen wie ein Produkt, das kontinuierlich verbessert wird.
Die Themen, für die sie am meisten brennt, sind Work-Life-Balance, Benefits und mentale Gesundheit am Arbeitsplatz. Zudem ist sie Verfechterin von Remote-Arbeit und schafft gern flexible Arbeitsumgebungen. Oft arbeitet sie aus verschiedenen Ländern in ganz Europa.
Derzeit ist sie Director of People bei Homerun. Homerun ist ein Recruiting-Tool für kleine und mittelständische Unternehmen. Ihr Tool unterstützt kleine Firmen dabei, den Bewerbungsprozess zu organisieren, sodass sie bedeutsame Einstellungen vornehmen können.
Rita ist außerdem Mitgründerin der People Ops Community NL, einer Slack-Community von gleichgesinnten HR-Profis in den Niederlanden. Die Community zählt inzwischen über 700 Mitglieder, deckt eine breite Palette an Erfahrungen und Branchen ab und diskutiert sowohl kleine als auch große Themen der Personalarbeit.

Da wir ein kleines Unternehmen sind, sind wir sehr flexibel und kreativ und stellen gerne den Status quo in Frage und probieren Neues aus. Manchmal sind kleine Firmen die Orte, an denen solche Veränderungen schneller stattfinden.
Rita Wittek
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Becca Banyard: Sie haben vermutlich schon von der 4-Tage-Arbeitswoche gehört, oder?
Klingt wie ein unrealistisches Ziel, aber was wäre, wenn ich Ihnen sage, dass es möglich ist? Und dass eine wachsende Zahl von Unternehmen es erfolgreich schafft, die Anzahl der Stunden und Tage zu reduzieren, die Mitarbeitende arbeiten müssen, ohne Gehälter, Produktivität oder Rentabilität zu verringern.
Willkommen beim People Managing People Podcast. Unsere Mission ist es, eine bessere Arbeitswelt zu gestalten und Ihnen dabei zu helfen, glückliche, gesunde und produktive Arbeitsplätze zu schaffen. Ich bin Ihre Gastgeberin, Becca Banyard.
Heute begrüße ich Rita Wittek, die Director of People bei Homerun, einem All-in-One-Rekrutierungs-Tool, das kleinen Unternehmen hilft, sinnvolle Einstellungen vorzunehmen.
Rita wird uns heute von ihren aktuellen Erfahrungen berichten, wie sie bei Homerun erfolgreich eine Vier-Tage-Arbeitswoche eingeführt hat, wie sie das gemacht hat, was sie daraus gelernt hat, wie sie den Erfolg der Initiative gemessen hat und welche positiven Auswirkungen das auf das Leben der Homerun-Mitarbeitenden hatte.
Rita, willkommen zur Sendung. Es ist großartig, dass du heute hier bist.
Ich freue mich wirklich zu hören, wie Homerun die 4-Tage-Arbeitswoche umgesetzt hat. So ein spannendes Thema. Bevor wir starten, erzähle unseren Hörern doch ein wenig über dich und Homerun, das Unternehmen, bei dem du arbeitest, und was du dort machst.
Rita Wittek: Klar. Hallo, Becca! Erstmal vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich freue mich sehr.
Also, ein bisschen über mich. Ich bin Rita, und ich würde mich als ziemlich praxisnahe Führungskraft im Bereich People bezeichnen. Ich habe in den letzten, ich weiß nicht, über sieben Jahren in Start-ups gearbeitet, vor allem in Amsterdam, und habe das Mitarbeitenden-Erlebnis von Grund auf aufgebaut. Das ist im Grunde mein Job.
Ich entwickle und designe Prozesse, Richtlinien, all diese Dinge. Alles, was das Mitarbeitenden-Erlebnis betrifft, mache ich. Und innerhalb dieser Themen bin ich besonders leidenschaftlich bei Work-Life-Balance, psychischer Gesundheit bei der Arbeit. Das sind die Themen, die mich wirklich antreiben.
Es geht einfach darum, Leben und Arbeit auf harmonische Weise zu integrieren. Und ja, momentan arbeite ich bei Homerun. Homerun ist ein Rekrutierungstool für kleine und mittlere Unternehmen. Unser Tool hilft diesen Unternehmen, den Einstellungsprozess zu organisieren. Wir sind selbst ein kleines Unternehmen und wissen, wie knifflig es sein kann, wenn man vielleicht keinen eigenen Recruiter hat oder Ähnliches.
Dafür haben wir unser Tool entwickelt. Wir erstellen auch viele Inhalte dazu. Abgesehen davon bin ich sehr leidenschaftlich in der People-Branche unterwegs. Ich habe auch die Slack-Community in Amsterdam mitgegründet, weil die Arbeit in HR manchmal ziemlich einsam sein kann. Ich hatte einfach das Bedürfnis, mich mit Menschen auszutauschen, um über die großen und kleinen Themen im Bereich HR zu sprechen. Das hat ziemlich gut geklappt.
Wir haben 700 Mitglieder und sprechen über alles, worüber gesprochen werden muss. Das bin ich also. Heute spreche ich mit dir über die 4-Tage-Arbeitswoche, und wir sind ein sehr kleines Unternehmen. Früher war ich mir nicht sicher, ob unsere Geschichte für andere Unternehmen überhaupt relevant wäre, einfach weil wir so klein sind.
Aber nachdem wir sie eingeführt haben und die Resonanz so groß war, war ich überrascht zu sehen, wie viele Menschen darüber lernen und darüber hören wollten. Das hat mir bewusstgemacht, dass kleine Unternehmen oft agiler und kreativer sind, den Status quo gerne herausfordern und einfach neue Dinge ausprobieren. Ich denke, kleine Unternehmen sind oft schnell in der Innovation, was solche Dinge angeht. Ich hoffe, ich kann andere inspirieren.
Becca Banyard: Ja, absolut. Und ich bin mir sicher, dass du das wirst. Du hast also die 4-Tage-Arbeitswoche eingeführt, und ich würde gerne hören, wie ihr zu dieser Entscheidung gekommen seid.
Wie bist du dabei vorgegangen, um die Machbarkeit der Vier-Tage-Woche zu prüfen? Wie hast du entschieden, dass das der richtige Schritt für euer Unternehmen ist?
Rita Wittek: Ja, gute Frage. Ich denke, wir wissen alle weltweit, dass die letzten Jahre ziemlich hart waren. So viel wirtschaftliche Unsicherheit. Durch die Pandemie und den allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung waren die Menschen wirklich erschöpft.
Für mich wurde klar wie nie zuvor, dass unsere Mitarbeitenden viele Bälle gleichzeitig jonglieren und einfach versuchen, alles am Laufen zu halten. Am Ende war es eine Suche nach mehr Work-Life-Balance – sowohl für mich persönlich, als auch ein Wunsch, den ich von vielen Kolleg:innen immer wieder gehört habe.
Und ja, irgendwann wurde es sehr persönlich, weil ich selbst auf Teilzeit umgestiegen bin. Ich habe meine eigenen Stunden reduziert – das war, bevor ich von der 4-Tage-Woche gehört oder Notiz davon genommen hatte. Ich habe gemerkt, dass mein Job als Head of People in einem Start-up emotional sehr fordernd war.
Irgendwann war ich ziemlich müde und realisierte, dass mir ein normales Wochenende nicht reicht, um Energie zu tanken und dann wieder an die Arbeit zu gehen. Also habe ich bewusst auf 20% meines Gehalts verzichtet. Ich weiß, das kann sich nicht jeder leisten und es widerspricht auch der klassischen Logik.
Wir sind nicht darauf konditioniert, weniger zu arbeiten. Uns wird beigebracht, die Karriereleiter zu erklimmen, härter und mehr zu arbeiten, viel Geld zu verdienen und es wieder auszugeben. Das war aber nicht mein Weg. Also reduzierte ich meine Stunden und andere bei Homerun haben es mir gleichgetan.
Nach einer Weile merkte ich, dass ich wieder richtig aufblühte, ich war motiviert, ausgeruht und wir hatten niemanden eingestellt, um meine Aufgaben zu übernehmen. Auch die zwei oder drei Kolleg:innen, die das genauso machten, erfüllten weiterhin ihre Aufgaben.
Sie bekamen einfach weniger Gehalt. Irgendwann kam mir das seltsam vor – warum sollten diejenigen, die weiterhin ihre Arbeit machen, weniger bezahlt bekommen? Das brachte mich ins Grübeln. In Einzelgesprächen sprachen wir oft über diese Fragen: Sollte ich weniger arbeiten und weniger verdienen? Muss ich an dem Tag keine Kita bezahlen und solche Dinge, die mir zeigten, dass unsere Sicht auf Arbeit falsch ist. Und wenn man sich damit beschäftigt, liest man es mittlerweile überall in den Nachrichten: Die 5-Tage-Woche ist eigentlich ein Relikt, das vor hundert Jahren für die zweite industrielle Revolution erfunden wurde – Henry Ford zum Beispiel schaffte die 5-Tage-Woche für die Arbeit in Fabriken ein. Das hat aber nichts mehr mit der heutigen Wissensarbeit zu tun. Alle Parameter haben sich verändert. Wir sind vor allem bei Wissensarbeit viel produktiver als früher.
Für uns war die 4-Tage-Arbeitswoche daher kein radikaler Schritt, sondern einfach der nächste logische. Die Pandemie hat gezeigt: Man kann ganz schnell innovieren. Alle mussten plötzlich von zu Hause arbeiten, man musste ihnen vertrauen – und es hat funktioniert. Mit der 4-Tage-Arbeitswoche stand man nicht unter demselben Druck.
Ich dachte: Wenn wir so schnell vom Präsenzdenken wegkommen können, warum dann nicht auch den nächsten Schritt gehen und einfach weniger Stunden arbeiten? Das war mein Gedankengang.
Becca Banyard: Wow, sehr interessant, dass du in Teilzeit gehen konntest und trotzdem allen Aufgaben gerecht wurdest. Wie hast du diese Idee dann bei Homerun eingebracht? Wie lief das ab?
Rita Wittek: Ich habe darüber nachgedacht und recherchiert, aber wusste nicht, ob auch andere so dachten. Also bin ich zu den Gründern gegangen.
Ich bin zu meinem Manager, dem COO, und habe die Idee angesprochen. Sie hatten auch schon bemerkt, dass ich weiterhin meinen Job in vier Tagen erledige. Sie waren offen dafür, dass ich die Idee ausarbeite und einen Vorschlag schreibe. Was auch geholfen hat: Einer unserer Gründer hatte ebenfalls seine Stunden reduziert, um mehr Zeit mit seinem Sohn zu verbringen – ein gutes Beispiel.
Er hat als CEO auch weiterhin seine Aufgaben erfüllt. Er meinte, es mache Sinn, über dieses Modell nachzudenken. Also fing ich an. Das Team habe ich zunächst nicht einbezogen, um keine falschen Hoffnungen zu wecken. Ich habe recherchiert, mit Leuten gesprochen, die das Modell in verschiedenen Ländern umgesetzt haben, mit einem Anwalt gesprochen – es gibt einige Details, die man im Vorfeld klären sollte. Wenn man zum Beispiel allen plötzlich den Freitag freigibt, aber niemand mehr Kundenfragen beantworten kann, muss das organisiert werden.
Ich habe mir einige übergreifende Ziele überlegt. Mein Hauptziel war immer, das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern. Ich wollte Zeit schaffen, die sie in andere Aspekte ihres Lebens investieren können.
Ich bin überzeugt, dass dadurch die mentale Gesundheit, das Familienleben usw. profitieren – und damit Engagement und Motivation steigen. Das wirkt sich letztlich auch auf die Produktivität aus, wobei ich dazu später sage, dass das Thema Produktivität zu einseitig betrachtet wird. Ich habe aus meiner Recherche angenommen, dass eine kürzere Arbeitswoche die Zusammenarbeit effizienter macht und das Bewusstsein für die eigene Arbeitszeit schärft.
Ein weiterer Punkt: Das sollte ein inklusiver Vorteil sein, von dem alle auf dieselbe Weise profitieren. Gerade für diejenigen mit Care-Aufgaben ist das ein Gewinn, aber gesellschaftlich hilft es auch, wenn beispielsweise mehr Männer Zeit mit den Kindern verbringen, was wiederum Frauen unterstützt und es normalisiert, dass alle vier Tage arbeiten. Gerade in technischen Berufen, die oft männlich dominiert sind, kann das helfen, Chancengleichheit zu fördern. Ich hoffe, ich erkläre das verständlich.
Becca Banyard: Ja, auf jeden Fall. Habe ich das richtig verstanden, dass ihr erst einen Testlauf gemacht und nun die 4-Tage-Woche fest eingeführt habt?
Rita Wittek: Genau. Ich habe zuerst recherchiert und einen Vorschlag erstellt. Ich habe auch darlegt, dass es uns bei der Mitarbeiterbindung hilft. Es ist derzeit sehr schwierig, Talente zu gewinnen. Und im Recruiting hilft dieses Modell bei der Akquise von passenden Menschen, die zu unseren Werten passen. Einer unserer Werte ist: Halte deine Balance.
Das ist eine schöne Verknüpfung. Ich habe die Ergebnisse aus anderen Unternehmen vorgestellt und die Gründer und der COO haben mir grünes Licht für eine Pilotphase gegeben. Ab dann habe ich das Team eingebunden, denn das Team steht für mich im Mittelpunkt. Ich betrachte die Employee Experience wie ein Produkt, bei dem mein Team die Kundschaft ist. Ich muss also mit ihnen sprechen, um ihre Erfahrung laufend zu verbessern und Änderungen vorzunehmen, wenn sie unzufrieden sind.
Ich habe sie gefragt, welchen Einfluss das auf ihre Produktivität hätte, ob sie dennoch alles schaffen, ob ihnen der Vorteil zusagt. Viele sagten in Einzelgesprächen, dass sie gerne weniger arbeiten würden, dennoch habe ich sie konkret nach ihren Wünschen für ihren arbeitsfreien Tag befragt und ob ihnen Wege zur Verbesserung einfallen, etwa durch weniger Zeitverschwendung oder zu viele Meetings.
Ich führte Einzelgespräche, Fokusgruppen und Umfragen durch. Vor Start wurde alles dokumentiert, um bestmöglich vorbereitet zu sein.
Becca Banyard: Großartig. Als ihr dann den Test gestartet habt: Woran habt ihr gemessen, ob ihr erfolgreich seid? Und neben Umfragen: Wie habt ihr noch Daten erhoben oder ausgewertet, um den Erfolg zu prüfen?
Rita Wittek: Ja, klar. Es ist wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen: Welche Daten will ich sammeln? Was messe ich genau?
Für mich war das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden das Wichtigste. Daraus ergibt sich gute Arbeit. Ich habe verschiedene Daten gesammelt und versucht, so viel wie möglich herauszufinden. Oft hört man nur etwas über Produktivität – Firmen wurden angeblich 40% produktiver, seit sie die 4-Tage-Woche haben. Ich bin da skeptisch.
Es kommt darauf an, wie man Produktivität definiert und was das Ziel ist. Wir arbeiten in Sechswochen-Zyklen, die Projekte sind immer unterschiedlich, mal komplexer, mal kreativer. Es ist schwer, an festen Kennzahlen zu messen.
Stattdessen geht es darum, wie Produktivität und Output wahrgenommen werden. Ich habe jeden Monat dieselben Fragen gestellt: zur mentalen Gesundheit, zum Familienleben, zur eigenen Arbeit. Auch Manager habe ich nach dem Stand in ihrem Team gefragt.
Durch die lange Zeitspanne sieht man Veränderungen erst später, vor allem bei der mentalen Gesundheit. Deswegen wundert es mich, dass Unternehmen Probeläufe von nur ein bis zwei Monaten machen – der langfristige Effekt wird so gar nicht sichtbar.
Wir haben auf Fokus, Teamwork, Flexibilität und Zufriedenheit geschaut. Monatlich habe ich abgefragt, wie es läuft, und bei Verbesserungsbedarf nachjustiert. Wir haben viele Meetings gestrichen und Regeln zur Flexibilität, beispielsweise bezüglich wechselnder Freitage, überarbeitet, um Zusammenarbeit zu stärken.
Dieses Pilotprojekt hat die Debatte über Produktivität ausgelöst und das Bewusstsein für die eigene Arbeitsweise gefördert.
Becca Banyard: Mich interessiert, wie ihr entschieden habt, wem welcher freie Tag zusteht, aber gleichzeitig Überschneidungen sicherstellen wolltet. Was war das Endergebnis?
Rita Wittek: Ich habe vorab gefragt, welchen Tag die Leute gerne freihätten, um zu sehen, ob sich alles auf den Freitag konzentriert. Es gab aber gemischte Antworten: Manche wollten Montag, andere Freitag, einige Mittwoch. Nun haben wir festgelegt, dass Dienstag und Donnerstag die Firmentage sind, an denen alle arbeiten.
Bei den restlichen Tagen können die Mitarbeitenden wählen, jedoch in Absprache mit dem Team und dann verbindlich. Im Kundensupport ist nun zum Beispiel eine Person montags, eine mittwochs und eine freitags frei, sodass immer jemand verfügbar ist.
Wir sind flexibel – es kann in Ausnahmefällen der Freie Tag gewechselt werden, aber das ist nicht die Regel. Jede Person hat einen festen freien Tag. Aber Ausnahmen gibt es natürlich immer.
Becca Banyard: Großartig. Uns ist bekannt, dass es positive Effekte auf das Privatleben, die familiäre Situation und die mentale Gesundheit hat. Aber gab es auch Widerstand aus dem Team, das nicht wollte?
Rita Wittek: Eigentlich nicht. Ich habe es zwar nicht explizit gesagt, aber es steht quasi im Raum – bei unserer 4-Tage-Arbeitswoche gibt es 100% Gehalt, niemand verzichtet auf Lohn. Es ist also ein Tag weniger Arbeit bei vollem Gehalt. Die größte Sorge war eher: Schaffen wir die Arbeit trotzdem? Muss ich jetzt zehn Stunden pro Tag arbeiten? Muss ich an meinem freien Tag doch ran? Oder werde ich kontaktiert? Das waren die Hauptfragen.
Niemand wollte die 4-Tage-Woche grundsätzlich nicht. Manche meinten, sie wüssten nicht, was sie mit dem freien Tag anfangen sollen – aber gerade die kamen Monate später mit neuen Hobbys oder haben einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Sachen, von denen sie nicht wussten, dass sie sie wollten oder konnten.
Becca Banyard: Super! Das freut mich sehr.
Rita Wittek: Ja, außerdem hat es die Kreativität im Team gesteigert, weil alle ausgeruhter und motivierter arbeiten. Das fördert den Zusammenhalt, weil wir als innovatives Unternehmen wahrgenommen werden. Wir haben darüber auch in unserem Blog geschrieben. Die Kolleg:innen unterstützen sich gegenseitig – wenn jemand frei hat, springen andere ein oder entscheiden Dinge eigenständig. Das hat Teamgeist und Zusammenarbeit gefördert.
Becca Banyard: Du hast angesprochen, dass ihr zu Beginn viele Fragen aus dem Team zu den neuen Arbeitszeiten hattet. Was waren die Antworten? Besonders: Muss man Überstunden machen oder an freien Tagen doch arbeiten?
Rita Wittek: Wir haben von Anfang an klar gemacht, dass wir keine plötzliche Produktivitätssteigerung erwarten. Microsoft berichtete beispielsweise von 40% mehr Produktivität – ich glaube nicht, dass das realistisch ist. Uns geht es darum, dass Mitarbeitende sich wohlfühlen und zufrieden sind. Die Arbeit folgt daraus.
Wir glauben nach wie vor an Flexibilität. Manche machen im Tagesverlauf Sport und arbeiten am Abend, wenn sie produktiver sind. Ich frage regelmäßig, wie viele Stunden die Leute sich tatsächlich produktiv fühlen – das variiert enorm je nach Tätigkeit und Typ. Manche Tage sind super produktiv, an anderen klappt wenig.
Wir haben versprochen, dass wir gemeinsam einen Weg finden – und das Arbeiten an freien Tagen ist klar ausgeschlossen. Die Digitalisierung, das Internet, KI und technische Fortschritte machen uns produktiver als je zuvor.
Das Team sollte sich von alten Arbeitsmodellen lösen. Produktivität heißt für uns nicht, von 9 bis 17 Uhr am Schreibtisch zu sitzen, sondern individuell zu arbeiten – darin liegt die Kraft dieses Modells, wie wir beobachtet haben.
Becca Banyard: Das klingt sehr spannend! Gibt es Dinge, die in der Umsetzung schwierig waren, oder Herausforderungen, auf die ihr achten musstet?
Rita Wittek: Klar, es gab Hürden. Gerade bei Urlaubsvertretungen muss man kreativer sein und den Dienstplan gut im Blick behalten. Ein großer Punkt ist Kommunikation und Dokumentation.
Da mussten wir uns verbessern, insbesondere bei asynchroner Zusammenarbeit. Wir haben Mitarbeitende in verschiedenen Ländern und Zeitzonen. Es war eine Herausforderung, aber lösbar.
Manchmal startete jemand montags und eine Aufgabe vom Freitag war nicht übergeben – das mussten wir lernen. Es ist ein steiniger Weg, aber einer, der sich lohnt.
Becca Banyard: Gerade seit der Pandemie kennen viele Remote-Arbeit, hybrides Arbeiten und asynchrone Abläufe. Das hat geholfen, oder?
Rita Wittek: Absolut. Da stimme ich zu.
Becca Banyard: Gab es etwas Überraschendes, das ihr während des Prozesses gelernt habt? Etwas, das ganz anders war als zu Beginn erwartet?
Rita Wittek: Vielleicht hat mich am meisten überrascht, wie anders wir bei Homerun dieses Thema betrachten. In meiner Recherche habe ich gesehen, dass es vielen Unternehmen fast nur um Produktivitätssteigerung und datenbasierte Entscheidungen geht – die weichen Faktoren werden weniger berücksichtigt. Unsere Gründer und ich hatten das Wohlbefinden immer im Fokus.
Produktivität war nicht unser Hauptziel. Das heißt nicht, dass wir nicht effizient sind – im Gegenteil. Aber es ging uns vielmehr um Themen wie Stress und Burnout. Das lässt sich schwer messen und dauert, bis sich Effekte einstellen.
Das Risiko für Stress, Angst oder Burnout sinkt aber mit weniger Arbeitszeit deutlich. Manche Firmen messen z. B., wie viele Codezeilen im Jahr geschrieben wurden – das ist für uns irrelevant. Wir messen eher das, was wirklich zählt.
Becca Banyard: Das Wohlbefinden der Mitarbeitenden ist unglaublich wichtig. Was würdest du Unternehmen raten, die mit dem Gedanken an die 4-Tage-Woche spielen?
Rita Wittek: Ich würde jedem raten: Optimiert nicht nur auf Kosten oder Produktivität, sondern stellt die Menschen in den Mittelpunkt. Danach kommt erst der Administrationsaufwand. Man muss die richtigen Dinge messen, denn glückliche Mitarbeitende sind langfristig konzentrierter und weniger krank.
Und: Holt die Führung von Anfang an ins Boot. Ohne die Unterstützung der Geschäftsführung wird es nicht funktionieren. Zudem: Plant eine lange Testphase ein, denn ein oder zwei Monate liefern keine belastbaren Daten.
Je länger der Test, desto besser die Erfolgswahrscheinlichkeit.
Becca Banyard: Bald sind wir am Ende. Abschließend stelle ich allen Gästen ein paar kurze Fragen.
Erstens: Was ist aus deiner Sicht das Wichtigste, um Mitarbeitende im Job glücklich zu machen?
Rita Wittek: Flexibilität. Arbeitgebende sollten flexibel sein und erkennen, dass jede Person anders ist. Das macht einen Unterschied.
Becca Banyard: Sehr schön. Letzte Frage: Was braucht man, um erfolgreiche Führungskraft zu sein?
Rita Wittek: Für mich: Rückhalt durch das Führungsteam. Die People-Funktion steht nicht immer im Zentrum eines Unternehmens – für mich gehört sie dorthin. Bei Homerun sehen wir das wie einen Schmetterling: Die People-Funktion ist das Herz, die Mitarbeitenden sind die Flügel. Ohne Unterstützung der Gründer hätte ich viele Initiativen nicht umsetzen können.
Das hat mir immer sehr geholfen.
Becca Banyard: Rita, es war eine Freude, dich hier zu haben. Ich fand es sehr spannend, alles über die 4-Tage-Woche bei Homerun zu hören. Ich bin gespannt, wie es bei euch weitergeht. Wenn sich jemand melden möchte oder mehr erfahren will, wie kann man dich erreichen?
Rita Wittek: Total gerne! Ihr findet mich bei LinkedIn oder erreicht Homerun unter hello@homerun.co. Wir haben auch viele Beiträge dazu geschrieben. Schaut gerne vorbei – ich spreche gerne über dieses Thema. Meldet euch jederzeit.
Becca Banyard: Danke fürs Zuhören! Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, hinterlassen Sie uns gerne eine Bewertung und abonnieren Sie uns, um immer über neue Episoden benachrichtigt zu werden. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen zu HR- und Führungs-Themen, besuchen Sie peoplemanagingpeople.com/subscribe
Bis zum nächsten Mal und einen schönen Tag!
