Wenn du nicht weißt, wohin du gehst, wirst du irgendwo anders landen.
Yogi Berra
Laut dem Asana Anatomy of Work Index sind „nur 43 % der Befragten über die Ziele ihres Unternehmens für das Jahr im Klaren und nur 46 % wissen, wie ihre Arbeit zum Unternehmenserfolg beiträgt.“
Denke einen Moment darüber nach und frage dich, weiß jeder in deinem Team:
- Wohin das Unternehmen steuert
- Warum ihr dorthin wollt
- Wie sie persönlich beitragen
- Wie Erfolg gemessen wird?
Wie wäre es, wenn wir uns diese Fragen nicht nur selbst stellen, sondern eine Umfrage (bei Bedarf anonym) mit den oben genannten Fragen herumschicken? Gib den Leuten vorab keine „Thronrede“, sondern schicke die Umfrage einfach raus und warte auf die Ergebnisse.
Hier ein Beispiel – vielleicht etwas extrem, aber wirklich passiert: Ein befreundeter Berater hat mit einem Kunden daran gearbeitet, dessen Sinn, Strategie und Richtung zu definieren. Das Unternehmen besteht seit über fünf Jahren, aber selbst das Führungsteam ist sich über Zweck und Richtung des Unternehmens noch immer nicht einig.
Stell dir nun vor, du wärst einer der über 120 Mitarbeitenden dort. Wie würdest du dich fühlen, wenn du wüsstest, dass das Führungsteam sich über Zweck, Strategie und Ausrichtung des Unternehmens nicht sicher ist? Ich weiß, ich würde mir Klarheit über meine Aufgaben und meine Verantwortlichkeiten wünschen – und wissen wollen, wofür ich verantwortlich bin.
Wir brauchen Sinnhaftigkeit – im Unternehmen, in unseren Rollen und unseren Teams. Ein Blick auf Unternehmen wie Yahoo! zeigt, was passiert, wenn es keine klare Vision für den Weg nach vorne gibt.
Menschen fühlen sich von Unternehmen angezogen, in denen Führungskräfte Klarheit, Verantwortung und Verantwortlichkeit bieten.

Klarheit
Ohne Klarheit wissen wir nicht, wohin wir gehen. Kein Sinn, keine Begründung, warum wir diese Aufgaben, die Ziele, das Arbeitspensum bekommen.
Klarheit verschafft die Vision, die Richtung, den gemeinsamen Antrieb, die Strategie und die Ziele für dein Unternehmen und dein Team. Klarheit bedeutet nicht einfach nur „mehr Produkte verkaufen“. Klarheit verankert Organisationen und Teams in etwas Größerem.
Elemente der Klarheit:
- Sinn: Warum existiert dieses Unternehmen?
- Vision: Die Zukunftsaussichten und -ziele
- Werte: Prinzipien, die Verhalten und Entscheidungen lenken
- Strategien: Wohin das Unternehmen gehen möchte und wie es dort hinkommt
- Ziele: Die Schwerpunktbereiche, die das Unternehmen auf seine Vision hinarbeiten lassen
(Inspiration aus dem oben genannten stammt von Rob Cooke)
Als Führungskräfte liegt es an uns, dies zu definieren. Egal ob du CEO, Teil des Führungsteams, mittleres Management oder einzelne:r Mitarbeitende:r bist – alle sollten sich um Klarheit bemühen.
Ohne Klarheit und Sinnhaftigkeit reicht es nicht, etwas nur deswegen zu verfolgen, weil es gut ist – das genügt nicht, um einen nennenswerten Beitrag zu leisten.
Greg McKeown
Das Wie – inspirierte Handlungen:
- Bring die Unternehmensvision, den Sinn, die Werte, Ziele und die Strategie ins Team
- Frage jedes Teammitglied, wie das Team dazu beitragen wird, und halte es schriftlich fest
- Verdichte die Ergebnisse – und schon hast du die Vision und den Zweck deines Teams
- Wenn das Team abgestimmt ist, definiert, wie Erfolg aussieht. Wie unterstützen die Teamziele die Unternehmensziele?
Jede:r in deinem Team sollte nun Klarheit darüber haben, wohin das Unternehmen geht und wie das Team zum Gesamterfolg beiträgt.

Verantwortung
Verantwortung bedeutet, den Sinn, die Strategie und Ziele eines Unternehmens herunterzubrechen und daraus abzuleiten, was jede einzelne Position oder Person übernimmt.
Bei einem früheren Arbeitgeber gab es die "magische Zahl" von fünf Verantwortlichkeiten pro Stelle. Wenn du für Ordnung im Büro verantwortlich bist – benenne es. Wenn du für X % des Neugeschäfts verantwortlich bist – benenne es. Wenn du für die Unternehmensstrategie verantwortlich bist – benenne es.
Ohne klare Verantwortlichkeiten haben wir doch alle schon einmal da gesessen, uns angeschaut und gesagt: „Ich dachte, du hast das übernommen“?
Ich leite ein Team für digitale Publikationen und wenn wir die Verantwortlichkeiten für jedes Teammitglied nicht klar festlegen würden, herrschte das reinste Chaos! Ich bin mir sicher, dass alle gute Absichten hätten – aber führen gute Absichten wirklich zu den Ergebnissen, die wir uns wünschen?
Laut einer Studie von Effectory waren 75% der Mitarbeitenden mit hoher Klarheit über ihre Rolle deutlich engagierter im Job und berichteten über eine höhere Zufriedenheit als andere.
Hocheffektive Teams haben klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten
The Team Approach
Das Wie—inspirierte Aktionen
- Schreibe jede Position in deinem Team auf und notiere bis zu fünf Bereiche, für die diese Position verantwortlich ist
- Suche nach Überschneidungen im Team. Wenn du welche findest, kläre, welche Position letztlich dafür verantwortlich ist
- Hole dein Team zusammen: sprecht euch aus, diskutiert und gebt Feedback zu den Rollenverantwortlichkeiten
- Stelle jedem Teammitglied die Rollenverantwortlichkeiten vor und nutze diese als Grundlage für Leistung, Zielsetzung und Erfolgsmessung.
Mit klaren Verantwortlichkeiten fließt die Arbeit. Haben wir zwar klare Verantwortlichkeiten, ändern diese aber ständig, entstehen Verwirrung, Arbeit bleibt liegen und ein Burnout ist vorprogrammiert.
Weiterführende Lektüre: „Chasing Change, Pursuing The Possibilities“
Verantwortung (Accountability)

In diesem Zusammenhang bedeutet Verantwortung die Messgröße des Erfolgs, für die eine Person zuständig ist. So erkennen wir, ob wir erfolgreich sind oder nicht. Verantwortung bedeutet auch, Menschen an das zu halten, was sie zugesagt haben.
Kürzlich habe ich mit meinem Team eine Frist für die Fertigstellung eines Inhalts vereinbart. Ich habe ein Datum für den Abschluss festgelegt, die Arbeit aber nicht rechtzeitig beendet. Das war schon mehrfach vorgekommen, ich habe es aber nicht weiter beachtet. Allerdings gab mir mein Team Rückmeldung, dass meine Verzögerungen den Produktionsplan beeinträchtigten.
Einander zur Verantwortung zu ziehen ist entscheidend, aber wir müssen auch die Erfolgskriterien festlegen. Im obigen Beispiel war Erfolg das Einhalten der Frist. Ohne diese wäre die Arbeit nicht erledigt worden und niemand hätte mich dafür zur Verantwortung ziehen können.
Wenn wir wissen, wie unser Erfolg gemessen wird, wie Erfolg aussieht und wie diese Maßstäbe dem Unternehmen helfen, sehen wir die Wirkung im geschäftlichen wie im persönlichen Wachstum.
Was man nicht messen kann, kann man nicht verbessern
Peter Drucker
Das Wie—inspirierte Aktionen
- Leite Unternehmensziele auf Teamziele und dann auf individuelle Ziele herunter.
- So wird sichtbar, wie jeder zum Erfolg des Unternehmens beiträgt (nicht jedes Ziel muss passen, aber die meisten sollten es).
- Prüfe die Ziele jedes Teammitglieds und stelle sicher, dass sie mit klaren Kriterien formuliert sind.
- Egal ob das SMART-Ziel-Framework oder OKRs – Erfolg muss definiert werden. Stell dir das Ziel vor „Umsatz in Nordamerika steigern“. Damit wäre mir völlig unklar, was Erfolg bedeutet. Umsatzsteigerung um 10 % oder 100 %? Steigerung innerhalb von 2 Monaten oder 2 Jahren?
- Klare Ziele, die sich an den Verantwortlichkeiten der Position orientieren und die Gesamtstrategie des Unternehmens unterstützen, sorgen für mehr Motivation!
- Kultur von offenem und ehrlichem Feedback.
- Alle Formen von Feedback sollten selbstverständlich werden. Wie Matthew Gould sagt: „Feedback ist ein Geschenk“.
Fazit
Wenn wir führen, tragen wir eine große Verantwortung für die Menschen um uns herum, für die, die mit uns und für unsere Kunden arbeiten. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Rahmenwerk – Klarheit, Verantwortung, Rechenschaft – hilft dir, nicht nur effektiver zu führen, sondern auch mit Sinn, Richtung und Motivation.
Nutze die unten stehende Arbeitsvorlage, um dich und dein Team effektiver und harmonischer arbeiten zu lassen.
