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Eines der Dinge, die Menschen, die neu im Personalwesen sind, oft überrascht, ist der Mangel an direktem Kontakt mit anderen Personen, den wir Personaler tatsächlich in unserer täglichen Arbeit haben. Für viele von uns ist es eher die Ausnahme als die Regel, sich mit jemandem außerhalb des HR-Teams zu treffen oder ein Gespräch zu führen – der Großteil unserer Arbeit findet am Schreibtisch statt. Dennoch ist die Anzahl meiner Kollegen, die keine Zeitaufwandanalyse gemacht haben und deshalb nicht wissen, dass sie die meiste Zeit am Computer verbringen, wirklich erstaunlich. Es gibt Menschen, deren Aufgabe das Schreiben von Richtlinien ist, die sich aber nie die Zeit genommen haben, das Zehnfingersystem zu lernen, oder Kollegen, die den Unterschied zwischen CC und BCC oder zwischen „Antworten“ und „Allen antworten“ nicht kennen (Sie werden wissen, was ich meine, wenn Sie es hören, meist erkennbar an hektischen Gesten).

Mein wichtigster Tipp, um im Personalwesen voranzukommen, ist daher: Lernen Sie die Werkzeuge, die den größten Einfluss auf Ihre tägliche Arbeitsleistung haben. Oft entscheiden wir uns für auffällige (und teure) Trainingspakete zu einem bestimmten Aspekt unserer HR-Rolle, vernachlässigen jedoch die Möglichkeit, uns in unterstützenden Bereichen weiterzubilden oder unsere Kenntnisse aufzufrischen. Das Zehnfingersystem zu beherrschen braucht zwar Zeit, zahlt sich im Arbeitsalltag aber definitiv aus – ich spreche da aus Erfahrung. Auch das souveräne Beherrschen der Programme, die Sie täglich nutzen, hilft enorm weiter, mir persönlich hat ein fundiertes Wissen in MS Excel schon viel eingebracht – ich habe sogar Jobs und Beförderungen wegen dieses Know-hows bekommen. Ich erinnere mich daran, wie mich eine meiner Vorgesetzten bat, aus einer Liste von ein paar Hundert Personen für ein Personalentwicklungsprojekt zusammenzustellen, wie viele über bestimmte Qualifikationen verfügten. Fünf Minuten später war ich mit den Ergebnissen zurück in ihrem Büro – und es hat nur so lange gedauert, weil ich dreimal alles überprüft habe. Sie hatte eigentlich damit gerechnet, dass ich nochmal nachfragen wollte. Von diesem Moment an war ich ihre erste Anlaufstelle für Daten und bekam daraufhin Einblick in weitere Projekte. In diesem Zusammenhang: Hier ist ein beliebtes Tutorial von mir zu SVerweisen in Excel. Wenn Sie diese Funktion nicht kennen, sollten Sie sich das Video unbedingt ansehen – es wird Ihre Arbeit mit Daten verändern und ist ganz einfach.

So verlockend teure Trainingspakete auch aussehen mögen – schauen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz um und überlegen Sie, welche Ihrer täglichen Werkzeuge Sie besser nutzen lernen könnten. Ich bin mir sicher, dass es irgendwo im Internet kostenlose Schulungen dazu gibt.

Brendan Lys

Ich arbeite an der Schnittstelle von Personalwesen und Data Science und nutze meine umfassende Fachkenntnis im Personalbereich gemeinsam mit Methoden und Herangehensweisen der Datenwissenschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung umsetzbarer Erkenntnisse aus Daten, beispielsweise in Bereichen wie Vergütung & Leistungen, Personalplanung, Rekrutierung, Arbeitssicherheit, Diversität und Weiterbildung. Doch wie sieht die Anwendung von Data Science auf Herausforderungen und Chancen im Personalwesen konkret aus? Im HR-Kontext stammen die analysierten Daten meist direkt aus unserem HRMIS. Ein Vorteil datenwissenschaftlicher Methoden besteht darin, dass zusätzliche interne oder externe Datenquellen einbezogen werden können – Daten, die in einer rein analytischen HR-Herangehensweise nicht zugänglich wären. Beispiel: Stellenbeschreibungen enthalten zahlreiche Informationen, die oft ignoriert werden, weil sie nicht analysierbar erscheinen. Ein Nebenprojekt, an dem ich derzeit (April 2019) arbeite, verwendet Text Mining auf Stellenanzeigen, um herauszufinden, zu welcher Berufsgruppe eine Position gehört. Die Erkenntnisse meiner Arbeit wurden von Organisationen aus verschiedensten Branchen genutzt, darunter: Behörden (Australien und Neuseeland), an der ASX und NZX gelistete Unternehmen, Versorgungsunternehmen, Non-Profit-Organisationen und Hochschulen.