Wir sind leidenschaftlich an der Arbeitswelt interessiert und daran, wie wir sie verbessern können. Um unsere Neugier zu stillen, haben wir eine Interviewreihe ins Leben gerufen, in der wir erfahrene Führungskräfte, Geschäftsinhaber, Manager und einzelne Mitarbeitende nach ihren Gedanken dazu befragen, wie wir gemeinsam bessere Arbeitsplätze schaffen können.
Wir würden Sie gerne etwas besser kennenlernen. Erzählen Sie uns ein wenig über Ihren Werdegang.
Ich hatte das Glück, in einer inspirierenden, unternehmerischen Umgebung aufzuwachsen. Mein Vater war Unternehmer, der in den späten Sechzigern und Siebzigern mit globalen Kund:innen von seinem Heimbüro aus arbeitete. Ich bin dankbar dafür, dass dies den Rahmen für meine Karriere als Solopreneurin bis hin zur Unternehmerin geschaffen hat.
Ich habe ein kleines Boutique-Designunternehmen geführt, das sich auf große Einzelhandelsketten in ganz Nordamerika spezialisiert hat, eine Babykleidungslinie, ein Unternehmen, das CEOs und Präsident:innen jeden Monat für strategisches Lernen und professionelles Networking zusammenbrachte, ein Beratungsunternehmen und jetzt Vivo Team Development. Jedes dieser Unternehmen war ein Sprungbrett zum nächsten.
Ich bin eine stolze Kanadierin und leite ein herausragendes Team, das ganz Kanada abdeckt (Halifax, Toronto und Vancouver).
Wenn wir eine:n Freund:in bitten würden, Ihre Persönlichkeit zu beschreiben, was würden sie sagen?
Ich denke, sie würden sagen, dass ich eine Energie habe, die nie ausgeht, dass ich sehr gut zuhören kann und loyal bin.
Wenn Sie auf Ihre bisherige Karriere zurückblicken, gibt es eine interessante Geschichte, die besonders heraussticht?
Eine der faszinierendsten Geschichten stammt aus dem Jahr 2019. Als Unternehmerin mitten in einer Kapitalbeschaffung für Vivo Team und als Tochter meiner besten Freundin stand ich vor der entscheidenden Wahl, die Kapitalbeschaffung fortzusetzen oder an der Seite meiner Mutter zu sein, als sie ihren Sterbeprozess erlebte und vollendete. Ich bin ein reicherer Mensch, weil ich mich entschieden habe, ihr gegenüber loyal und ihre beste Freundin zu sein.
Was war bisher die wirkungsvollste Lektion, die Sie in Ihrer Karriere gelernt haben?
Es gibt so viele! Ich glaube, die wichtigste Lektion ist es, sich immer dafür zu entscheiden „Ja“ zu sagen.
Es gibt kleine oder große Jas, aber sagen Sie weiter „Ja“.
Treffen Sie Entscheidungen schnell. Verlassen Sie sich auf andere und bleiben Sie lernbereit: Lernen, verlernen, neu lernen.
Danke, dass Sie uns einen Einblick in Ihre Person geben! Lassen Sie uns einsteigen. Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie den Ausdruck „eine bessere Arbeitswelt gestalten“ hören?
Die Auflösung von Mitarbeiter-Entfremdung und der großen Kündigungswelle.
Eine bessere Arbeitswelt bedeutet, dass Erwachsene Probleme lösen, die Früchte herausragender Kundenerlebnisse ernten, berufliche Erfolge genießen und einen Lebensstil führen, den sie als gesund, lebendig und erfolgreich empfinden.
Was ist für Sie das größte Hindernis auf dem Weg zu einer besseren Arbeitswelt?
Unternehmensführungen, die Profit über Menschen und Umwelt stellen, das heißt, sie investieren ihre Ressourcen in das, was sie wertschätzen, und sind blind für die signifikanten positiven Auswirkungen, die Investitionen in Menschen und Umwelt für uns alle haben können.
Was können wir ganz konkret und praktisch tun, um heute eine bessere Arbeitswelt zu schaffen? Wie empfehlen Sie, dieses Ziel zu verfolgen?
Betrachten Sie die unsichtbare Bilanz – die Menschen im Unternehmen. Schätzen Sie den Beitrag aller, fördern Sie ihre Kompetenz, Motivation und Zusammenarbeit, um Führungskräfte und Teams miteinander zu verbinden und gemeinsam stolz auf ihre großartige Arbeit zu sein.
Wie kann das konkret aussehen, den Beitrag aller zu würdigen? Und welche Schritte kann man dazu unternehmen?
Indem man gezeigte Verhaltensweisen anerkennt, die den Erwartungen an die Leistung entsprechen.
Beispiel: „Während dieses Kundengesprächs habe ich bemerkt, wie Sie beim Erzählen eines aktuellen Projekterlebnisses gelächelt und gelacht haben. Auch der Kunde hat gelächelt und das Gespräch genossen. Gut gemacht!“ Sie haben eine kleine, persönlich und professionell sympathische Interaktion geschaffen. Solche Interaktionen bauen mit der Zeit Vertrauen auf.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Videokamera in der Hand, die Verhaltensweisen aufzeichnet. Dann stellen Sie sicher, dass Sie diese regelmäßig ansprechen.

Welche Empfehlungen gibt es, wie man Kompetenz, Motivation und Zusammenarbeit entwickeln kann?
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Leistung ist gleich Motivation mal Kompetenz.
Konzentrieren Sie sich auf Kompetenz und Motivation, dann folgt die Zusammenarbeit. Kompetenz bezieht sich auf die benötigten Verhaltensweisen oder Fähigkeiten. Möglicherweise müssen Sie diese vormachen oder einer Person gezielt aufzeigen und helfen, den Fokus darauf zu legen. So bauen Sie Vertrauen auf. Bei der Motivation geht es darum, Unterstützung zu leisten, z. B.: „Ich habe gesehen, wie du Vertrauen mit Kunden aufgebaut hast, mach das jetzt auch bei den neuen Mitarbeitenden, die wir soeben in dein Team aufgenommen haben. Ich weiß, dass du das kannst!“
Können Sie etwas teilen, das Sie erlebt, gesehen oder gelesen haben und das unserer Arbeitswelt eine bessere Richtung gibt?
Ich denke, COVID hat die Arbeitswelt erschüttert. Wenn wir den Paradigmenwechsel in den nächsten zehn Jahren annehmen, wird sich die Art der Arbeit deutlich verändern und eine gestärkte Flexibilität im beruflichen und privaten Leben ermöglichen.
Wie können unsere Leser:innen Ihrer Arbeit folgen?
Vielen Dank, dass Sie Ihre Stimme zur Interviewreihe von People Managing People über den Aufbau einer besseren Arbeitswelt beigetragen haben!
Bringen Sie Ihre Stimme in die Diskussion ein
Nehmen Sie an unserer Interviewreihe teil und teilen Sie Ihre Ideen, wie wir gemeinsam eine bessere Arbeitswelt schaffen können!
