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Zielsetzung kann oft überwältigend oder ungenau sein, und die Verknüpfung individueller Ziele mit Unternehmenszielen ist nicht so einfach wie das Ziehen einer geraden Linie.

Die SMART-Kriterien bieten einen klaren, strukturierten Ansatz für die Zielplanung. In Kombination mit Technologielösungen wie einer Objectives and Key Results (OKR)-Software können Führungskräfte und Mitarbeitende gemeinsam daran arbeiten, die Zusammenhänge zu erkennen.

Was sind SMART-Ziele?

SMART ist ein Akronym für spezifische, messbare, erreichbare, relevante und zeitgebundene Ziele. Sehen wir uns die einzelnen Aspekte genauer an.

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  • Spezifisch – Betont die Wichtigkeit, dass ein Ziel klar und präzise ist. Ein spezifisches Ziel legt genau fest, was erreicht werden soll, und beantwortet die Fragen: Was soll erreicht werden? Wer ist beteiligt? Wo soll es stattfinden?
  • Messbar – Ein messbares Ziel kann quantifiziert oder bewertet werden, sodass Sie Fortschritte nachverfolgen und erkennen können, wann das Ziel erreicht ist. Es beantwortet Fragen wie: Wie viel? Wie viele? Welche Kennzahlen sollen wir verwenden?
  • Erreichbar – Ziele sollten realistisch und erreichbar sein. Das bedeutet nicht, dass sie nicht herausfordernd sein dürfen. Ein erreichbares Ziel berücksichtigt die aktuellen Rahmenbedingungen wie Ressourcen, Zeit und Fähigkeiten.
  • Relevant – Stellt sicher, dass das Ziel für Sie von Bedeutung ist und mit anderen relevanten Zielen übereinstimmt. Es geht darum, dass das Ziel im größeren Kontext Ihres Jobs oder Ihrer Lebensziele sinnvoll ist. Ein relevantes Ziel beantwortet oft, warum das Ziel wichtig ist und warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, es anzugehen.
  • Zeitgebunden – Dies erzeugt ein Gefühl der Dringlichkeit und fördert das Handeln. Ein zeitgebundenes Ziel beantwortet die Frage: Bis wann muss das erledigt sein? Es gibt einen klaren Zeitrahmen vor und macht das Ziel greifbarer.

Wenn Sie Ziele mithilfe des SMART-Ziele-Modells formulieren, hilft es Ihnen, eine Vorgehensweise zur Zielerreichung effektiver zu planen.

Es hilft Ihnen, Ihren Fortschritt zu messen und sich selbst zur Zielerreichung verantwortlich zu machen.

Zum Beispiel könnte Ihr Ziel sein, die jährliche Mitarbeiterbindungsrate Ihres Unternehmens zu verbessern. Das ist ein vages Ziel.

Formulieren wir dieses Ziel nun anhand des SMART-Modells neu. Der fettgedruckte Text zeigt die Bezugspunkte des Modells:

Die HR-Leitung sollte die jährliche Mitarbeiterbindungsrate des Unternehmens von 55 % auf 60 % bis Ende Q2 2026 erhöhen, indem sie die Erkenntnisse aus den Austrittsbefragungen nutzt, um zu verstehen, warum Mitarbeitende das Unternehmen verlassen, und entsprechend handelt.

Nun haben Sie ein SMART-Ziel.

Wie formuliere ich ein SMART-Ziel?

Sehen wir uns am Beispiel der Verbesserung der Mitarbeiterbindungsrate an, wie Sie ein SMART-Ziel formulieren würden.

Ihr aktuelles Ziel ist, die jährliche Mitarbeiterbindungsrate Ihres Unternehmens zu verbessern. Nun nutzen Sie jede Komponente des Modells, um daraus ein SMART-Ziel zu machen.

1. Spezifische Ziele

Ihre Ziele müssen spezifisch sein. Die Verbesserung der Bindungsrate ist ein guter Ansatz, aber um daraus ein spezifisches Ziel zu machen, müssen Sie auch festlegen, wer für die Verbesserung verantwortlich ist und welche Maßnahmen zur Zielerreichung erforderlich sind.

Schauen wir durch die Brille unseres Beispiels, was wir mit SMART-Zielen ansprechen:

  • Ist das Ziel klar definiert und spezifisch? In diesem Fall konzentriert sich das Ziel auf die Bindungsrate als die zu beeinflussende Kennzahl und legt eine Erfolgskriterien fest, sodass es sowohl klar definiert als auch spezifisch ist.
  • Wird beschrieben, was erreicht werden soll? Erhöhung der jährlichen Mitarbeiterbindungsrate von 55 % auf 60 %.
  • Wer ist für das Ziel verantwortlich? In diesem Fall wäre eine geeignete Person, die Verantwortung übernimmt, die HR-Leitung.
  • Wie sieht Ihr Maßnahmenplan aus? Nutzen Sie die Austrittsbefragungen, um zu verstehen, warum Mitarbeitende das Unternehmen verlassen, und gehen Sie diese Gründe an.

2. Messbare Ziele

Die Quantifizierung Ihres Ziels hilft Ihnen, Fortschritte zu messen, damit Sie feststellen können, wie weit Sie noch vom Ziel entfernt sind.

Wenn Ziele messbar gestaltet werden, wollen wir den Fortschritt verfolgen und festlegen, wann das Ziel erreicht ist.

In unserem Beispiel möchten Sie die jährliche Mitarbeiterbindungsrate verbessern. Wir müssen folgende Fragen beantworten:

  • Kann der Fortschritt zum Ziel identifiziert oder gemessen werden? Benennen Sie die Veränderung, die Sie sehen möchten, wie sie erfasst wird und welche Kennzahlen die Entwicklung belegen.
  • Welche klaren Meilensteine oder Indikatoren für den Fortschritt gibt es? Da wir wissen, dass der Ausgangswert bei 55% liegt und unser Ziel bei 60%, sind Meilensteine und Indikatoren für jeden, der die Daten betrachtet, leicht nachvollziehbar.
  • Woran erkenne ich, dass das Ziel erreicht ist? Durch die Festlegung eines Zielwerts wird das Ziel greifbarer und die handelnde Person weiß genau, wann sie sich anderen Zielen zuwenden kann.

3. Erreichbare Ziele

Ihre Ziele sollten realistisch sein. Sie möchten Ihr Team dazu motivieren, über sich hinauszuwachsen, aber es ist entscheidend für die Moral, realistische und erreichbare Ziele zu setzen.

Es ist hilfreich, die Person, die für das Erreichen der Ziele verantwortlich gemacht wird, bereits in die Zieldefinition einzubeziehen. Versuchen Sie zu verstehen, auf welche Hindernisse sie stoßen könnten, und arbeiten Sie mit ihr zusammen, um das Ziel erreichbar zu machen.

In unserem Beispiel wird das Ziel erreichbar, weil der betreffenden Person Ressourcen zur Verfügung stehen, beispielsweise Daten aus Austrittsbefragungen.

Lassen Sie uns einige Faktoren betrachten, die in diesem Beispiel zur Bewertung der Erreichbarkeit berücksichtigt werden sollten:

  • Verfügen Sie über die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen oder können Sie diese erwerben? Es ist unrealistisch, von jemandem zu verlangen, ein Ziel zu erreichen, für das die Kompetenzen fehlen. Finden Sie heraus, wie groß das Hindernis ist, bevor Sie Ziele setzen.
  • Welche Einschränkungen gibt es? Beziehen Sie Ihr Team mit ein, um herauszufinden, was ihnen im Weg stehen könnte. Beispielsweise: Sind die Daten aus den Austrittsbefragungen unzuverlässig, nicht relevant oder unklar?
  • Ist das Ziel unter Berücksichtigung der Einschränkungen realistisch? Wenn das Team mit fehlerhaften Daten arbeitet, ist der Entscheidungsprozess schlecht informiert. In diesem Fall kann das Ziel erst umgesetzt werden, wenn die notwendigen Strukturen geschaffen wurden, um relevante Daten zu liefern.

4. Relevante Ziele

Wenn Sie sich das Ziel setzen, Ihre Mitarbeiterbindung zu verbessern, wie hilft das Ihrem Unternehmen dabei, seine Geschäftsziele zu erreichen? Gibt es derzeit andere Ziele im Unternehmen, die Vorrang haben?

Dieser Aspekt der SMART-Zielsetzung hilft Ihnen sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele für den aktuellen Zustand Ihres Unternehmens relevant sind und dass sie dazu beitragen, die übergeordneten Unternehmensziele zu erreichen. 

Beziehen wir uns auf unser Beispiel und betrachten die Relevanz des Ziels anhand von zwei Fragen:

  • Stimmt das Ziel mit den Zielen oder Werten des Unternehmens überein? Die Verbesserung der jährlichen Mitarbeiterbindungsraten kann Kosten für die Suche nach neuen Talenten, Einarbeitung und Schulung reduzieren.
  • Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es zu verfolgen? Die Auswirkungen werden sich im Ergebnis des Unternehmens bemerkbar machen, und da die Optimierung von Gewinnen zu den Kernzielen gehört, bleibt dies immer ein relevantes Ziel.
  • Hat dieses Ziel einen positiven Einfluss auf Ihr persönliches oder berufliches Wachstum? Menschen sind grundsätzlich an ihrer eigenen Entwicklung interessiert. Wenn ein Ziel nicht nur das Unternehmen unterstützt, sondern auch individuelles Wachstum fördert, steigt die Wahrscheinlichkeit eines hohen Engagements.

5. Zeitgebundene Ziele

Wenn Sie sich kein Datum setzen, bis zu dem Sie ein Ziel erreichen wollen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, es zu schaffen, erheblich.

Fristen erleichtern die Nachverfolgung des Fortschritts Ihrer Ziele und helfen zu erkennen, wie sich Ihre Strategie im Zeitverlauf entwickelt. Das ermöglicht es Ihnen, bei Bedarf die Strategie zu optimieren oder wieder auf Kurs zu kommen.

In unserem Beispiel besteht das Ziel des HR-Teams darin, die jährliche Mitarbeiterbindungsrate um 5% zu verbessern. Anschließend müssen wir die wichtigste zeitliche Frage beantworten.

  • Bis wann muss dies abgeschlossen sein? Wenn klargestellt wird, dass dies bis Ende des Q2 von 2026 geschehen soll, erhält Ihr Team ein Gefühl von Dringlichkeit, das die Zielerreichung wahrscheinlicher macht.
  • Ist der Zeitplan realistisch und umsetzbar? Durch den Blick auf die bisherige Entwicklung, das Arbeitspensum Ihres Teams und relevante Trends in Ihren Daten können Sie realistisch einschätzen, ob das Ziel im gesetzten Zeitraum erreichbar ist, und Meilensteine für den Erfolg festlegen.
  • Gibt es unterwegs Zwischentermine für Meilensteine? Ziele werden selten direkt von Punkt A zu Punkt B erreicht. Wenn Sie unterwegs Meilensteine festlegen, hat die Person oder das Team die Möglichkeit, innezuhalten, zu reflektieren, was funktioniert, und das Gelernte zur Feinabstimmung der Strategie zu nutzen.
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Beispiele für SMART-Ziele

Sie können jedes Ziel in ein SMART-Ziel umwandeln. Hier sind drei Beispiele für gewöhnliche Ziele, die in SMART-Ziele umformuliert wurden.

  1. Ich möchte mein Produktportfolio diversifizieren: Ich möchte mein Produktportfolio bis Ende H1 von 2026 um drei neue Produkte erweitern, indem ich ein F&E-Team aufstelle, das sich mit dem Produktdesign beschäftigt.
  2. Mehr Schulungen für das HR-Team anbieten: Ich möchte die Anzahl der wöchentlichen Schulungsstunden für das HR-Team bis zum Ende des laufenden Quartals von 3 auf 5 Stunden erhöhen, indem ich einen Teil der HR-Prozesse automatisiere, sodass dem Team mehr Zeit zur Verfügung steht.
  1. Das Mitarbeitererlebnis verbessern: Feedback von Teammitgliedern einholen, um Wege zu finden, ihr Erlebnis im Unternehmen zu verbessern, und die Ergebnisse nutzen, um unseren Employee Net Promoter Score innerhalb des nächsten Jahres von 55 auf 65 zu steigern.
  2. Gehälter als Grundlage für unsere Vergütungsstrategie vergleichen. Bis Ende Q2 sollen alle unsere Gehaltsbänder mit denen der Wettbewerber verglichen werden, um festzustellen, ob wir am Markt wettbewerbsfähig sind.

Den Umfang eines SMART-Ziels bestimmen

Ein SMART-Ziel zu setzen bedeutet nicht nur, das gewünschte Ergebnis zu definieren, sondern auch, das übergeordnete Ziel zu verstehen, dem es dient.

Hier sind einige einfache Schritte, um das übergeordnete Ziel Ihrer SMART-Ziele zu identifizieren:

  1. An Mission, Vision oder langfristige Ziele anknüpfen: Überlegen Sie zu Beginn, wie das Ziel in den Gesamtzusammenhang der Unternehmensausrichtung passt. Wenn Sie diesen Zusammenhang verstehen, stellen Sie sicher, dass Ihr Ziel zu den strategischen Hauptprioritäten beiträgt.
  2. Auswirkungen auf Schlüsselbereiche prüfen: Überlegen Sie sich die möglichen Auswirkungen, wenn das Ziel erreicht wird. Wirkt es sich auf Produktivität, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterbindung oder Rentabilität aus? So erkennen Sie die Bedeutung des Ziels im größeren Zusammenhang.
  3. Stakeholder identifizieren: Ermitteln Sie, wer vom Ziel betroffen ist oder an dessen Erreichung beteiligt sein wird. Zu wissen, wer die Stakeholder sind, hilft, die Reichweite und die Bedeutung des Ziels in der Organisation einzuschätzen.
  4. In Teilziele untergliedern: Ein großes Ziel kann überwältigend sein. Teilen Sie es in kleinere, leichter erreichbare Teilziele auf. So wird sichergestellt, dass jedes Teilziel effektiv zum Hauptziel beiträgt.
  5. Ressourcen und Beschränkungen bewerten: Überlegen Sie, welche Mittel benötigt werden und welche Einschränkungen das Ziel beeinflussen könnten (Budget, Zeit, Personal und Technologie). Das hilft, den Umfang des Ziels realistisch einzuschätzen.
  6. Überprüfen und anpassen: Seien Sie bereit, den Umfang des Ziels bei Bedarf zu überprüfen und zu ändern. Manchmal ändern sich anfängliche Annahmen oder neue Informationen tauchen auf, was eine Neubewertung des Scopes erfordert.

Mit SMART-Zielen zum Erfolg

Das Formulieren von SMART-Zielen dauert nicht lange. Sie müssen lediglich dafür sorgen, dass das Ziel alle SMART-Kriterien erfüllt: spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert.

Jetzt, wo Sie wissen, wie Sie Ziele nach der SMART-Methode formulieren, können Sie proaktiver zum Unternehmenserfolg beitragen oder sich klarer auf Ihre persönlichen Ziele und Ihre berufliche Weiterentwicklung konzentrieren.

Finn Bartram

Finn ist Redakteur bei People Managing People. Er setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Organisationen zu gestalten, in denen Menschen sich kontinuierlich weiterentwickeln und wirklich gerne zur Arbeit kommen. Ist er nicht am Schreibtisch, treibt er Sport oder genießt die Natur.