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Ein RFP, oder eine "Ausschreibung" (Request for Proposal), ist ein Dokument, das Sie verwenden, wenn Sie den richtigen Anbieter für einen bestimmten Service oder ein Produkt finden müssen. Es ist besonders nützlich, wenn Sie ein neues Human Resource Management System (HRMS) implementieren möchten.

Eine sorgfältig ausgearbeitete Ausschreibung hilft Ihnen, die Bewertung von Anbietern zu vereinfachen und sicherzustellen, dass Sie Angebote objektiv vergleichen können. Sie minimiert das Risiko, indem sie Ihre Anforderungen, technischen Voraussetzungen und Erwartungen – insbesondere bezüglich Funktionalitäten, Modulen und Preisen – klar definiert.

Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie fundierte Entscheidungen treffen, die mit den Zielen und Herausforderungen Ihres Teams – vom Onboarding und Talentmanagement über Leistungsverwaltung bis hin zu Mitarbeiter-Self-Service – im Einklang stehen.

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Brauchen Sie wirklich eine Ausschreibung?

Sie sollten eine Ausschreibung in Betracht ziehen, wenn die Anforderungen Ihres Teams komplex sind und eine detaillierte Bewertung verschiedener HRMS-Softwareoptionen erfordern.

Sie ist besonders in größeren Unternehmen oder streng regulierten Branchen hilfreich, in denen Compliance, konfigurierbare Funktionalitäten und Skalierbarkeit von zentraler Bedeutung sind. Auch wenn Sie mit einem größeren Budget arbeiten oder Schnittstellen zu bestehenden Systemen über APIs benötigen, kann eine Ausschreibung dabei helfen, teure Fehler zu vermeiden.

Hier sind einige Umstände, in denen eine Ausschreibung notwendig ist:

  • Große Organisationen mit mehreren Abteilungen
  • Hohe Compliance- oder Sicherheitsanforderungen
  • Komplexe Integration mit bestehenden Systemen
  • Erhebliche Budgetauswirkungen
  • Anforderungen an Individualisierung und Skalierbarkeit

Wann eine Ausschreibung übertrieben wäre

In kleineren Unternehmen oder wenn Ihre Anforderungen einfach und klar sind, kann das Erstellen einer Ausschreibung mehr Aufwand als Nutzen bedeuten. Wenn Sie Ihre Erwartungen leicht kommunizieren können und Anbieter direkt nach Nutzerfreundlichkeit oder grundlegenden Anforderungen an Mitarbeiterdaten bewerten können, können Sie auf eine Ausschreibung verzichten und Zeit sparen – sehen Sie sich stattdessen meine besten HRMS-Empfehlungen unten an.

RFI vs. RFP vs. RFQ: Was ist der Unterschied?

Wenn Sie die Unterschiede zwischen einer RFI, einer RFP und einer RFQ kennen, kann Ihr Team fundierte Entscheidungen treffen und unnötigen Aufwand vermeiden. Mit einer RFI holen Sie grundlegende Informationen ein, während Sie mit einer RFP detaillierte Angebote anfordern; eine RFQ dient der Preisanfrage. Das richtige Dokument erleichtert Ihren Beschaffungsprozess und verringert Reibungsverluste:

DokumenttypZweckWann verwenden?Was gehört hinein?Erforderliche Detailtiefe
Request for Information (RFI)Allgemeine Informationen über potenzielle Anbieter einholenZu Beginn, wenn Sie Optionen auslotenUnternehmenshintergrund, angebotene Services, grundlegende FähigkeitenNiedrig
Request for Proposal (RFP)Detaillierte Angebote und Lösungen einholenWenn umfassende Lösungen für komplexe Anforderungen benötigt werdenSpezifische Anforderungen, Projektziele, BewertungskriterienHoch
Request for Quotation (RFQ)Preisauskünfte für klar definierte Produkte oder Dienstleistungen erhaltenWenn die Kosten im Vordergrund stehen und Anforderungen klar sindDetaillierte Spezifikationen, Menge, LieferbedingungenMittel

Häufige Fehler bei Ausschreibungen und wie Sie sie vermeiden

Wenn Sie sich bei der Erstellung Ihrer Ausschreibung beeilen oder entscheidende Details auslassen, kann dies zu Missverständnissen, Zeitverlust oder zu Anbietern führen, die nicht zu den Anforderungen Ihres Unternehmens passen. Durch das Vermeiden häufiger Fehler gestalten Sie die Auswahl eines HRMS reibungsloser, finden die passende HRMS-Software für Ihr Team und profitieren voll von den Vorteilen eines HRMS.

Egal, ob Sie gerade erst mit der Ausschreibung beginnen oder Ihre Beschaffungsstrategie für HR-Technologie verfeinern, hier sind einige Stolperfallen, auf die Sie achten sollten:

Unzureichende Hintergrundinformationen oder Kontext

Fehlen ausreichend Hintergrundinformationen oder Kontext, verstehen Anbieter Ihre Anforderungen, HR-Prozesse oder die HRIS-Umgebung möglicherweise nicht vollständig. Dies kann dazu führen, dass Rückmeldungen der Anbieter nicht Ihren Vorstellungen entsprechen.

Geben Sie klare Auskünfte über die Ziele, die Unternehmenskultur, technische Anforderungen und vorhandene HR-Systeme Ihrer Organisation, damit Anbieter ihre Vorschläge entsprechend anpassen können. Das Hervorheben relevanter Module wie Onboarding, Talentmanagement oder Leistungsmanagement kann die Abstimmung verbessern.

Fehlendes oder unklar definiertes Budget

Wenn Sie Ihr Budget nicht mitteilen oder es unklar ist, könnten Anbieter Lösungen vorschlagen, die völlig am Bedarf vorbeigehen. Dies kann Zeit verschwenden und zu Frustration führen. Nennen Sie Ihre Budgetvorstellungen und -grenzen klar und beziehen Sie Ressourcen wie den Leitfaden zu HRMS-Preisen ein, um zu verstehen, wie viel ein HRMS kostet.

Wenn Sie unpräzise Anforderungen verwenden oder Ihre Ausschreibung mit juristischem Fachjargon füllen, kann das zu Verwirrung und Fehlinterpretationen führen. Seien Sie konkret in Ihren Erwartungen und verwenden Sie eine klare, verständliche Sprache.

Zum Beispiel: Statt „muss allen relevanten Gesetzen entsprechen“ sollten Sie die spezifischen Vorschriften aufführen, die für Ihre Branche gelten.

Definieren Sie außerdem die gewünschte Funktionalität, wie automatisierte Anmeldung, Self-Service für Mitarbeitende, Benefits-Administration oder konfigurierbare Oberflächen, damit Anbieter Ihre Prioritäten genau erkennen können.

Keine Bewertungskriterien genannt

Wenn Sie nicht offenlegen, wie Sie die Vorschläge auswerten, wissen Anbieter nicht, worauf sie sich fokussieren sollen. Dadurch können Einreichungen entstehen, die weder zu den Bedürfnissen Ihres Unternehmens noch zu den Erwartungen wichtiger Interessengruppen passen.

Legen Sie Ihre Bewertungskriterien klar dar – beispielsweise HR-Datensicherheit, Supportmöglichkeiten, Integration mit vorhandenen APIs oder Prozesse nach der Implementierung – damit Anbieter ihre Vorschläge entsprechend ausrichten und Sie bei Ihrer Shortlist-Entscheidung unterstützen können.

Kein Standardformat für Anbieterantworten

Ohne ein einheitliches Format für Antworten wird der Vergleich der Angebote mühsam und zeitaufwändig. Stellen Sie eine RFP-Vorlage oder einen Leitfaden (wie eine HRMS-RFP-Musterlösung) bereit, der von den Anbietern befolgt werden sollte.

So können Sie Angebote ganz einfach vergleichen – von Funktionalitäten bis zu Upgrades – und den Auswahlprozess effizienter gestalten. Ein konsistentes Format erleichtert es auch Endnutzerinnen, Endnutzern und HR-Teams, die Passgenauigkeit der Anbieter bei der Endprüfung zu bewerten.

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Stellen Sie Ihr HRMS-RFP-Team zusammen

Eine überzeugende RFP zu erstellen ist keine Einzelleistung – es bedarf der Mitwirkung verschiedener Fachbereiche, um die organisatorischen Bedürfnisse wirklich widerzuspiegeln. Wer die richtigen Personen frühzeitig einbezieht, reduziert Risiken und vermeidet späteren Mehraufwand. Folgende Personen sollten Teil Ihres Teams sein:

Projekt-Sponsor

Der Projekt-Sponsor führt das Projekt und stellt sicher, dass die RFP mit den strategischen Zielen des Unternehmens im Einklang steht. Er oder sie kann die notwendigen Ressourcen und Unterstützung sichern, um das Projekt voranzutreiben. In der Regel wird diese Rolle von einer Führungskraft, z.B. einem/einer HR- oder Operations-VP besetzt.

Fachexperten

Fachexperten bringen detaillierte Kenntnisse zu den Prozessen und Anforderungen ein, die das HRMS abdecken muss. Ihr Know-how sorgt dafür, dass die RFP alle erforderlichen Funktionen und Anforderungen beinhaltet. Diese Gruppe umfasst oft HR-Manager, IT-Fachkräfte und Compliance-Beauftragte.

Beschaffungs- oder RFP-Expert:innen

Beschaffungs- oder RFP-Expert:innen verfügen über das Know-how, um die RFP klar und prägnant zu strukturieren und zu formulieren. Sie stellen sicher, dass das Dokument vollständig ist und Best Practices entspricht. Dieses Team kann aus Mitarbeitenden des Einkaufs oder erfahrenen RFP-Berater:innen bestehen.

Endnutzer:innen und Interessengruppen

Endnutzer:innen und Stakeholder liefern praktische Einblicke, wie das HRMS im Alltag tatsächlich genutzt wird. So kann die RFP reale Anforderungen abbilden. Ihr Feedback hilft dabei, die RFP unter dem Fokus der Nutzerfreundlichkeit zu gestalten. Diese Gruppe besteht häufig aus HR-Mitarbeitenden, Abteilungsleitungen und Mitarbeitendenvertretungen.

Definieren Sie Muss-Kriterien & Ziele

Bevor Sie ein RFP versenden, sollte Ihr Team klar festlegen, was die neue Lösung erreichen muss und warum. Ein gemeinsames Verständnis von Herausforderungen, Zielen und unverzichtbaren Anforderungen hilft den Anbietern, zielgenaue Vorschläge zu unterbreiten, und vereinfacht die Bewertung. Berücksichtigen Sie dabei folgende Schlüsselfaktoren bei der Bedarfsdefinition:

  • Problempunkte mit dem aktuellen System: Welche Schwierigkeiten haben Sie mit Ihrem aktuellen HRMS? Vielleicht sind es langsame Bearbeitungszeiten oder fehlende Integration mit anderen Tools. Das Erkennen dieser Punkte hilft Ihnen, die wichtigsten Verbesserungen zu priorisieren.
  • Erforderliche Verbesserungen und Erfolgskriterien: Welche Verbesserungen wünschen Sie sich und wie messen Sie den Erfolg? Wenn Sie zum Beispiel ein schnelleres Onboarding benötigen, setzen Sie sich das Ziel, die Onboarding-Zeit um 30% zu reduzieren.
  • Funktionale, technische und Compliance-Anforderungen: Welche spezifischen Funktionen muss das neue HRMS unterstützen? Denken Sie an Compliance-Anforderungen, wie die DSGVO, sowie technische Anforderungen wie die Einbindung in Lohn- und Gehaltssysteme.
  • Benutzerrollen, Nutzungshäufigkeit, Workflows: Wer wird das System nutzen und wie oft? Das Verständnis der Benutzerrollen und täglichen Arbeitsabläufe stellt sicher, dass die Lösung zu den Bedürfnissen Ihres Teams passt. Gibt es bestimmte Workflows, die optimiert werden müssen?
  • Bereitstellungspräferenzen: Bevorzugen Sie eine cloudbasierte Lösung oder eine On-Premises-Variante? Berücksichtigen Sie die IT-Infrastruktur Ihrer Organisation und zukünftige Wachstumspläne bei der Entscheidung zur Bereitstellung.

Verfassen Sie die HRMS-Ausschreibung (RFP)

Jetzt ist es an der Zeit, alles in einem klar strukturierten Ausschreibungsdokument (RFP) zusammenzufassen. Eine gut organisierte und vollständige Ausschreibung erleichtert es den Anbietern, präzise zu antworten, und Ihrem Team, diese Antworten zu bewerten. Folgendes sollte enthalten sein:

1. Zusammenfassung für das Management

Geben Sie einen kurzen Überblick über Ihre Organisation und den Zweck der Ausschreibung. Legen Sie klar dar, was Sie von einem HRMS erwarten und warum Sie dieses benötigen. So verstehen Anbieter Ihre übergeordneten Ziele und können entsprechende Vorschläge unterbreiten. Halten Sie sich hierbei kurz und konzentrieren Sie sich auf die Hauptziele und erwarteten Ergebnisse.

2. Leistungsumfang

Beschreiben Sie die spezifischen Aufgaben und Ergebnisse, die Sie vom Anbieter erwarten. Definieren Sie die Projektgrenzen sowie eventuelle Einschränkungen, um Missverständnisse zu vermeiden. Geben Sie z.B. an, ob Sie kontinuierlichen Support oder nur die Ersteinrichtung benötigen. Diese Klarheit hilft den Anbietern einzuschätzen, ob sie Ihre Erwartungen erfüllen können.

3. Technische Anforderungen

Listen Sie die technischen Spezifikationen auf, die das HRMS erfüllen muss, zum Beispiel die Kompatibilität mit bestehenden Systemen und Plattformen. Heben Sie spezifische Technologien oder notwendige Schnittstellen hervor. Falls Sie beispielsweise ein bestimmtes Lohnabrechnungssystem nutzen, erwähnen Sie die Notwendigkeit einer nahtlosen Integration. So gewährleisten Sie, dass die Anbieter Lösungen vorschlagen, die zu Ihrer IT-Landschaft passen.

4. Anbieterqualifikationen

Geben Sie an, über welche Qualifikationen und Erfahrungen die Anbieter verfügen sollten. Dazu zählen beispielsweise Branchenerfahrung, Kundenreferenzen oder Fallstudien. Wenn Sie im Gesundheitswesen tätig sind, können Sie Anbieter voraussetzen, die Erfahrung mit HRMS im Gesundheitssektor haben. So können Sie Anbieter auswählen, die mit den Besonderheiten Ihrer Branche vertraut sind.

5. Sicherheits- und Compliance-Anforderungen

Nennen Sie die Sicherheitsstandards und Compliance-Vorgaben, die das HRMS erfüllen muss. Das kann Datenschutzgesetze wie die DSGVO oder branchenspezifische Regelungen umfassen. Durch klare Vorgaben stellen Sie sicher, dass Anbieter Lösungen anbieten, die Ihre Daten schützen und gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

6. Erwartungen an Implementierung und Schulung

Beschreiben Sie Ihre Erwartungen an den Implementierungszeitplan und den Schulungsbedarf Ihres Teams. Wenn Sie eine schrittweise Einführung oder spezielle Schulungen benötigen, machen Sie dies deutlich. So können Anbieter Ihre Ressourcen besser planen und einen reibungslosen Übergang sicherstellen.

7. Preisgestaltung und Lizenzierung

Fordern Sie detaillierte Preisangaben an, einschließlich etwaiger Lizenzgebühren, Wartungskosten oder Zusatzgebühren. Bitten Sie um eine Aufschlüsselung der Kosten, damit Sie besser vergleichen können. Gibt es beispielsweise Preisstaffelungen, sollten Sie um Transparenz hinsichtlich der enthaltenen Leistungen bitten. Diese Klarheit unterstützt Ihre Budgetplanung und Entscheidungsfindung.

8. Vertragsbedingungen

Geben Sie gewünschte Vertragsbedingungen an, zum Beispiel die Laufzeit, Verlängerungsoptionen und Kündigungsklauseln. Falls es nicht verhandelbare Bedingungen gibt, heben Sie diese hervor. So stellen Sie sicher, dass beide Parteien von Anfang an die vertraglichen Verpflichtungen verstehen.

9. Einreichungshinweise

Geben Sie klare Anweisungen, wie Anbieter ihre Angebote einreichen sollen, einschließlich Fristen und Formatvorgaben. Geben Sie an, ob Sie digitale Exemplare, gedruckte Exemplare oder beides benötigen. Dadurch wird der Einreichungsprozess vereinfacht und Sie können Angebote effizient verwalten und prüfen.

Definieren Sie Ihre Bewertungskriterien

Klar definierte Bewertungskriterien helfen dabei, den Entscheidungsprozess objektiv, transparent und an den Geschäftszielen ausgerichtet zu halten. Die Festlegung dieser Kriterien vor der Sichtung von Angeboten verhindert Voreingenommenheit und gewährleistet einen fairen Vergleich. So definieren Sie Ihre Bewertungskriterien:

Was zählt am meisten?

Konzentrieren Sie sich auf 3–5 gewichtete Kategorien, die mit Ihren Zielen und Prioritäten übereinstimmen. So können Sie sich auf das Wesentliche für Ihr Team konzentrieren. Gängige Bewertungs- und Scoringkategorien für HRMS in RFPs sind:

  • Kosten
  • Funktionalität
  • Erfahrung des Anbieters
  • Integrationsmöglichkeiten
  • Benutzerfreundlichkeit

Durch die Eingrenzung auf diese Kategorien stellen Sie sicher, dass Ihre Bewertung den Bedürfnissen Ihrer Organisation entspricht.

Verwenden Sie eine Bewertungstabelle

Eine Bewertungstabelle ermöglicht es Ihnen, jeder Kategorie entsprechend ihrer Wichtigkeit Gewichtungen zuzuweisen. Wenn beispielsweise Funktionalität besonders wichtig ist, können Sie dafür 40 % ansetzen, während die Kosten mit 20 % gewichtet werden. Bewerten Sie jedes Kriterium auf einer Skala von 1–5 oder 1–10, um Konsistenz zu gewährleisten. Passen Sie die Gewichtungen an Ihre internen Prioritäten an, damit Ihre Bewertungen fair und ausgewogen bleiben.

Machen Sie Ihren Bewertungsprozess klar

Definieren Sie, wer die Angebote bewertet und wie dies geschieht. Verwenden Sie eine standardisierte Bewertungsmatrix als Leitfaden für Ihr Team, damit alle dieselbe Vorgehensweise anwenden. Vereinbaren Sie vor Beginn der Bewertung ein Treffen mit den Beteiligten, damit alle die Kriterien und das Prozedere kennen. Diese Vorbereitung hilft, Unstimmigkeiten zu vermeiden und sorgt für einen reibungslosen, transparenten Bewertungsprozess.

Das HRMS-RFP veröffentlichen

Die Veröffentlichung des RFP bedeutet mehr, als es einfach zu verschicken: Es gilt, sicherzustellen, dass die Anbieter die richtigen Zugänge, Zeitpläne und Anweisungen erhalten, um effektiv zu antworten. Ein reibungsloser Verteilungsprozess legt den Grundstein für die Qualität der Angebote. So steuern Sie diesen Prozess:

Wählen Sie die richtige Distributionsmethode

Berücksichtigen Sie gängige Verteilungswege wie E-Mail, RFP-Softwareplattformen oder Beschaffungsportale. Die Nutzung eines zentralen Systems hilft Ihnen, Rückmeldungen zu verwalten und organisiert zu bleiben. Sie können eine Anbieter-Kontaktliste hinzufügen oder ein funktionsbasiertes Postfach verwenden, um Klarheit zu schaffen. So bleibt die Kommunikation für Ihr Team übersichtlich und zugänglich.

Klare Zeitrahmen festlegen

Stellen Sie einen standardisierten Zeitplan für das RFP zur Verfügung, an dem sich Anbieter orientieren können. Geben Sie folgende Termine an:

  • Veröffentlichungsdatum des RFP
  • Anbieter-Fragefenster
  • Endgültiger Abgabetermin
  • Bewertungs- und Auswahlphase

Stellen Sie sicher, dass dieser Zeitplan im RFP selbst enthalten ist, damit die Anbieter entsprechend planen können. So erreichen Sie Transparenz und halten alle Beteiligten im Zeitplan.

Einreichanforderungen festlegen

Geben Sie klar an, was Anbieter wissen müssen, um korrekt einzureichen. Legen Sie fest, welche Dateiformate (z. B. PDF, Word oder Excel-Vorlagen) akzeptiert werden und welche Übermittlungswege (etwa ein Upload-Portal oder ein Postfach für Rücksendungen) bevorzugt sind. Geben Sie an, ob bestimmte Vorlagen oder Formulare genutzt werden müssen und ob verspätete Einreichungen akzeptiert werden. Diese Klarheit hilft Anbietern, Ihre Anforderungen zu erfüllen und verringert potenzielle Probleme.

Auswertung & Vorauswahl der Anbieterantworten

Hier zahlt sich Ihr strukturierter Ansatz aus, denn Ihr Team verwandelt Anbieterantworten in eine fundierte Shortlist. Konstanz, Objektivität und Zusammenarbeit aller Beteiligten sind entscheidend. Durch das Befolgen dieser Schritte bewerten und wählen Sie Anbieter effektiv aus:

  • Organisieren und Formatieren von Angeboten zur Überprüfung: Stellen Sie sicher, dass alle Angebote einheitlich formatiert sind, um einen einfachen Vergleich zu ermöglichen. Erstellen Sie für jedes Angebot ein Übersichtsblatt, das die wichtigsten Punkte hervorhebt. So lassen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten schnell erkennen.
  • Verwendung einer Bewertungsmatrix: Wenden Sie Ihre Bewertungsmatrix konsequent auf jedes Angebot an. Bewerten Sie jede Kategorie basierend auf Ihren Kriterien und addieren Sie die Punkte, um herauszufinden, welche Anbieter hervorstechen. Dieser objektive Ansatz hilft Ihnen, sich auf Fakten statt Meinungen zu konzentrieren.
  • Planung von Demos und Interviews: Laden Sie die besten Anbieter ein, Präsentationen durchzuführen und Interviews zu geben. Wie schneiden ihre Lösungen in realen Szenarien ab? Diese Sitzungen bieten ein tieferes Verständnis ihrer Angebote und der Kompatibilität mit Ihren Anforderungen.
    Referenzen prüfen: Nehmen Sie Kontakt zu anderen Unternehmen auf, die die HRMS des Anbieters nutzen. Welche Herausforderungen gab es? Dieser Schritt bestätigt die Angaben des Anbieters und gibt Einblicke in ihre Zuverlässigkeit und Unterstützung.
  • Klärung unklarer Punkte in Angeboten: Zögern Sie nicht, Anbieter um Klarstellung bei unklaren Aspekten zu bitten. Beseitigen Sie alle Unklarheiten, bevor Sie Entscheidungen treffen. So stellen Sie sicher, dass Sie vollständig verstehen, was jeder Anbieter anbietet.

Anbieter auswählen & benachrichtigen

Sobald Ihr Team einen Anbieter ausgewählt hat, sind die letzten Schritte genauso wichtig wie der Auswahlprozess. Klare, professionelle Kommunikation mit allen Anbietern – sowohl mit den ausgewählten als auch mit den nicht berücksichtigten – ist entscheidend. Die interne Abstimmung vor Vertragsunterzeichnung legt ein solides Fundament für Ihr Projekt. Das sind die nächsten Schritte:

Ausgewählte und nicht berücksichtigte Anbieter benachrichtigen

Eine zeitnahe und respektvolle Kommunikation mit den Anbietern zeigt Professionalität und pflegt gute Beziehungen. Senden Sie eine kurze Dankesnachricht an alle Anbieter und geben Sie, wo es angebracht ist, ein kurzes Feedback. Diese Höflichkeit kann positive Kontakte für zukünftige Zusammenarbeit fördern.

Vorbereitung auf die finalen Verhandlungen

Häufige Verhandlungsthemen sind Preisgestaltung, Service Level Agreements (SLAs) und Vertragsbedingungen. Definieren Sie im Vorfeld die Grenzen Ihres Teams, um Überraschungen zu vermeiden. Nutzen Sie eine Checkliste oder Agenda, um während der Gespräche fokussiert zu bleiben und sicherzustellen, dass alle wichtigen Punkte effizient behandelt werden.

Interne Abstimmung vor der Unterzeichnung sicherstellen

In der Regel benötigen Sie die Zustimmung der Geschäftsleitung oder der Finanzabteilung sowie eine Überprüfung durch die Rechtsabteilung oder den Einkauf. Fassen Sie die wichtigsten Entscheidungsfaktoren zusammen, damit interne Prüfer die Argumentation nachvollziehen und zügig handeln können. Diese Vorbereitung stellt sicher, dass alle vor der Vertragsunterzeichnung auf dem gleichen Stand sind.

Wie geht es weiter?

Wenn Sie gerade nach einem HRMS recherchieren, vereinbaren Sie ein Gespräch mit einem SoftwareSelect-Berater für kostenlose Empfehlungen.

Sie füllen ein Formular aus und führen ein kurzes Gespräch, in dem sie Ihre Anforderungen im Detail erfragen. Anschließend erhalten Sie eine Auswahl an passenden Softwarelösungen zur Überprüfung. Sie begleiten Sie sogar durch den gesamten Kaufprozess, einschließlich Preisverhandlungen.

headshot of Kim Behnke

Kim Behnke ist HR-Software-Autorin und Analystin für People Managing People und greift auf fast ein Jahrzehnt Praxiserfahrung im Personalwesen zurück. Durch ihre Tätigkeit in den Bereichen Recruiting, Onboarding, Leistungsmanagement, Schulung, Personalrichtlinienentwicklung und HR-Analytics verfügt sie über umfassendes Verständnis für die Herausforderungen, denen HR-Teams gegenüberstehen, und weiß, wie Technologie Lösungen bieten kann. Kim hat Abschlüsse in Psychologie, Schreiben und Technischer Kommunikation und ist zertifizierte Digital HR Specialist der Academy to Innovate HR. Ihre Arbeit ist geprägt von der Leidenschaft, Systeme zu optimieren und Prozesse für HR-Teams effizienter zu gestalten.