Wenn Sie ausländische Fachkräfte für eine Tätigkeit in Hongkong einstellen oder einen Mitarbeitenden dorthin versetzen, ist es unerlässlich, die Gegebenheiten rund um Arbeitserlaubnisse und Visa-Regelungen der Stadt zu verstehen.
Obwohl Hongkong nach dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ innerhalb Chinas agiert, verfügt es über eigene Einwanderungsrichtlinien und Visabestimmungen – die sich von denen des chinesischen Festlands unterscheiden.
Dieser Artikel beleuchtet alles, was Einzelpersonen, Personalabteilungen und Arbeitgeber über Arbeitsvisa in Hongkong wissen müssen.
Wer benötigt ein Visum, um in Hongkong zu arbeiten?
Soweit jemand kein Daueraufenthaltsrecht besitzt oder über einen Status als Right to Land verfügt, ist ein Visum erforderlich, um in Hongkong arbeiten zu dürfen.
Bürger des chinesischen Festlands, von Macau und Taiwan müssen zudem besondere Antragsverfahren einhalten, die sich in Einzelheiten von denen für ausländische Staatsangehörige unterscheiden.
Können Arbeitsvisa zu einer Daueraufenthaltserlaubnis führen?
Ja. Nach sieben aufeinanderfolgenden Jahren eines rechtmäßigen Aufenthalts in Hongkong können ausländische Arbeitnehmer die Daueraufenthaltserlaubnis (Right of Abode) beantragen. Damit dürfen sie ohne Visum in Hongkong leben und arbeiten.
Arten von Arbeitsvisa für Hongkong
Dies sind die gebräuchlichsten Visumtypen für ausländische Fachkräfte:
1. Arbeitsvisum nach den allgemeinen Beschäftigungsrichtlinien (GEP)
Für qualifizierte ausländische Fachkräfte mit einem Arbeitsplatzangebot von einem Unternehmen in Hongkong.
- Voraussetzungen: Relevante Ausbildung/Erfahrung, bestätigtes Arbeitsplatzangebot und Nachweis, dass die Position nicht leicht durch eine lokale Kraft besetzt werden kann.
- Dauer: Zunächst 1–2 Jahre, verlängerbar.
- Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen.
2. Aufnahmeverfahren für Talente und Fachkräfte aus dem chinesischen Festland (ASMTP)
Ähnlich wie das GEP, jedoch speziell für Einwohner des chinesischen Festlands.
- Erfordert die Genehmigung durch die Einwanderungsbehörde und in der Regel zusätzliche Unterlagen zum Arbeitgeberbedarf und zu den Qualifikationen der Person.
3. Zulassungsverfahren für hochqualifizierte Fachkräfte (QMAS)
Ein punktebasiertes Programm für hochqualifizierte oder talentierte Personen ohne Arbeitsplatzangebot.
Bewerber müssen eine punktebasierte Bewertung bestehen und zu einem Vorstellungsgespräch nach Hongkong reisen. Das Verfahren ist quotenbasiert und wettbewerbsorientiert.
4. Zulassungsverfahren für Technologie-Talente (TechTAS)
Gedacht für Technologie-Fachkräfte, die im Rahmen einer von der Regierung genehmigten Arbeitgeberquote eingestellt werden. Dies bietet eine schnellere Bearbeitungszeit (in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen). Gedacht für Positionen in Bereichen wie KI, Cybersicherheit, Fintech usw.
5. Einwanderungsregelung für ausländische Hochschulabsolventen (IANG)
Für Studierende aus dem Ausland, die ein Vollzeitstudium in Hongkong abgeschlossen haben.
- Kein Arbeitsplatzangebot erforderlich für frisch graduierte Bewerber.
- Gültig für 12 Monate und bei Erhalt eines Arbeitsplatzes in eine Arbeitserlaubnis umwandelbar.
So beantragen Sie ein Arbeitsvisum für Hongkong
So läuft das Verfahren in der Regel ab:
Schritt 1: Arbeitsplatzangebot
Arbeitgeber müssen einen formalen Arbeitsvertrag ausstellen, in dem Position, Aufgaben, Gehalt und Leistungen aufgeführt sind.
Schritt 2: Antrag einreichen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen den Antrag gemeinsam bei der Einwanderungsbehörde Hongkong einreichen.
- Formulare: ID 990A (Bewerber) und ID 990B (Arbeitgeber)
- Begleitdokumente: Firmenregistrierung, Geschäftsaktivitäten, Organisationsstruktur, Lebenslauf der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters, Bildungsnachweise usw.
Schritt 3: Auf die Genehmigung warten
Die Einwanderungsbehörde prüft folgende Punkte:
- Ob die Stelle zur Qualifikation des Bewerbers passt
- Ob die Position durch eine Ortsansässige/einen Ortsansässigen besetzt werden könnte
- Die finanzielle Situation und die Zuverlässigkeit des Unternehmens.
Schritt 4: Visum erhalten und nach Hongkong einreisen
Sobald das Visum genehmigt ist, wird es dem Antragsteller (oder dessen Arbeitgeber) zugesandt und kann für die Einreise nach Hongkong verwendet werden.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Unvollständige Unterlagen: Fehlende Angaben zum Arbeitgeber oder Ausbildungsnachweise sind ein häufiger Ablehnungsgrund.
- Unpassende Stelle/Fähigkeiten: Wenn die angebotene Position nicht zu den Qualifikationen des Bewerbers passt, kann die Bewerbung abgelehnt werden.
- Annahme von Schnelligkeit: Auch wenn Hongkong effizient ist, beträgt die normale Bearbeitungszeit dennoch 4–8 Wochen – dies sollte in den Einstellungszeitplan eingeplant werden.
- Versäumte Verlängerung: Arbeitsvisa müssen vor Ablauf verlängert werden. Die meisten sind zunächst 1–2 Jahre gültig, mit später längeren Verlängerungen.
Tipps für HR-Teams und Arbeitgeber
- Stellen Sie einen überzeugenden Antrag: Legen Sie dar, warum die ausländische Fachkraft benötigt wird und weshalb ihre Qualifikationen nicht einfach lokal verfügbar sind.
- Seien Sie transparent gegenüber Ihren Kandidaten, was den Zeitrahmen für das Visum und die erforderlichen Unterlagen angeht.
- Nutzen Sie staatliche Ressourcen: Die Website der Einwanderungsbehörde von Hongkong bietet aktuelle Informationen und herunterladbare Formulare.
- Erwägen Sie bei komplexen oder umfangreichen Einstellungsverfahren die Zusammenarbeit mit einem Einwanderungsberater.
Abschließende Gedanken
Hongkong bleibt aufgrund seines unternehmensfreundlichen Umfelds und seiner globalen Vernetzung ein attraktives Ziel für Fachkräfte.
Mit einer guten Vorbereitung und Kenntnis des Verfahrens für Arbeitsvisa können HR-Teams den Prozess effizient meistern und internationale Talente erfolgreich ins Unternehmen holen.
Sie können sich auch entscheiden, mit einem Employer of Record in Hongkong zusammenzuarbeiten, der Sie durch das Visumverfahren begleitet oder in Ihrem Namen jemanden in Hongkong einstellt und sich dabei um die Gehaltsabrechnung sowie die Mitarbeiter-Benefits in Hongkong kümmert.
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