Wir sind leidenschaftlich daran interessiert, die Arbeitswelt zu verstehen und zu verbessern. Um unserer Neugier nachzugehen, haben wir eine Interviewreihe ins Leben gerufen, in der wir erfahrenen Führungskräften, Geschäftsinhaber:innen, Manager:innen und Einzelbeiträger:innen auf den Zahn fühlen, um ihre Gedanken darüber zu erfahren, wie wir gemeinsam bessere Arbeitsplätze schaffen können.
Wir würden Sie gerne etwas besser kennenlernen. Erzählen Sie uns etwas über Ihre Vorgeschichte.
Meine berufliche Laufbahn begann mit Eiscreme: Sobald ich meinen Führerschein als Teenager hatte, fuhr ich einen Good Humor Ice Cream Truck. Sehr zum Bedauern meiner siebenjährigen Tochter musste ich den Schlüssel irgendwann abgeben und entschied mich letztendlich für eine Karriere, in der ich Unternehmen aufbaue, die Menschen durch Bildung stärken.
Heute leite ich das Enterprise-Geschäft von Emeritus in den USA, Europa & Kanada, einem weltweit führenden Bildungsunternehmen, das sich dafür einsetzt, Individuen, Unternehmen und Regierungen auf der ganzen Welt die Fähigkeiten der Zukunft zu vermitteln.
Bildung zieht sich als roter Faden durch meine gesamte Karriere: Nach den ersten Jahren als Investmentbanker mit Fokus auf Technologie, Medien und Telekommunikation war ich General Manager für den Bereich Corporate Markets bei GLG, Mitglied des CEO-Büros bei Bloomberg LP und Berater bei der Boston Consulting Group. All das führte mich zum Führungsteam von General Assembly, wo ich unser Enterprise-Geschäft leitete, das sich auf die Vermittlung praktischer Technologiefähigkeiten an Unternehmer:innen und Berufstätige konzentrierte. Ich sehe Bildung als Schlüssel für die Zukunft der Arbeit.
Wenn wir eine:n Freund:in fragen würden, wie würden sie Ihre Persönlichkeit beschreiben?
Das kommt wohl darauf an, welchen Freund oder welche Freundin Sie fragen! Im Großen und Ganzen würden sie vermutlich sagen, dass ich voller Energie bin – sowohl im Büro als auch außerhalb. Ich blühe auf, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, egal ob in großen oder kleinen Gruppen.
Wenn Sie an Ihren bisherigen Karriereweg zurückdenken, welche interessante Geschichte ist besonders im Gedächtnis geblieben?
Als ich am Georgetown College war, arbeitete ich auf dem Capitol Hill, was eine großartige Erfahrung war. Ich habe viele Aufgaben übernommen, zum Beispiel Briefe geöffnet und mitgeholfen, eines der ersten E-Mail-Systeme eines US-Senators zu betreuen. Am meisten Spaß hatte ich aber daran, wenn ich gelegentlich gebeten wurde, den Senator am Dulles Airport in seinem GM Geo Metro abzuholen. Diese Fahrten waren fantastisch. Je mehr Stau, desto besser – so hatte ich die Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu lernen. Heute denke ich oft daran zurück, und für Führungskräfte auf allen Ebenen gilt:
Gehen Sie immer mit Neugier an Dinge heran und suchen Sie aktiv nach Möglichkeiten zum Lernen.
Was ist die wirkungsvollste Lektion, die Sie in Ihrer bisherigen Karriere gelernt haben?
Zu Beginn meiner Karriere arbeitete ich für einen Mentor, der eine außergewöhnliche Art hatte, Probleme zu lösen, Arbeit zu strukturieren und Vertrauen aufzubauen. Wenn eine neue Aufgabe aufkam, lautete seine Herangehensweise: „Okay, das muss unser Kunde tun, und hier ist der Kontext. Ich fange an, indem ich x, y und z mache. Von dir (und dem restlichen Team) brauche ich a, b und c.“ Was ich daraus gelernt habe ist, dass es wichtig ist, den Kontext zu teilen und zu zeigen, dass man gemeinsam anpackt – auch der Chef krempelt die Ärmel hoch.
Diese Art von dienender Führung ist unglaublich wichtig. So hat jede:r die Möglichkeit zu wachsen und zum Erreichen einer ambitionierten Vision beizutragen – und das ist immer von Empathie geprägt.
Vielen Dank, dass Sie uns einen Einblick in Ihre Persönlichkeit gegeben haben! Kommen wir zur Sache: Was bedeutet für Sie der Ausdruck „eine bessere Arbeitswelt schaffen“?
Für mich bedeutet dieser Ausdruck, eine Arbeitswelt zu schaffen, in der Individuen einbezogen und respektiert werden, in der sie Raum haben, sie selbst zu sein und ihren Leidenschaften nachzugehen – und dabei das Unternehmen voranbringen. Vielleicht nicht jeden Tag, aber Arbeit sollte Freude bereiten und ein Gefühl von Erfüllung vermitteln.
Wenn Sie bei der Arbeit und mit Kolleg:innen nicht wenigstens an einem Teil des Tages lachen, ist es wahrscheinlich Zeit, sich etwas Neues zu suchen.
Was ist Ihrer Meinung nach das größte Hindernis auf dem Weg zu einer besseren Arbeitswelt?
Das Hauptproblem ist Bildung. Zu viele Menschen verfügen nicht über die nötigen Fähigkeiten, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, und die meisten Unternehmen sind schlecht darauf vorbereitet, Lernwege anzubieten, die es heutigen und zukünftigen Mitarbeitenden ermöglichen erfolgreich zu sein. Gleichzeitig sind Menschen in vielen Regionen der Welt von Bildung ausgeschlossen, weil sie zu teuer ist. Das führt dazu, dass Kompetenzlücken noch größer werden. Was mich an meiner Arbeit begeistert, ist die Möglichkeit, Unternehmen dabei zu helfen, neue Ansätze zu denken – zum Vorteil von Mitarbeitenden und Arbeitgebern.
Was können wir konkret und heute unternehmen, um im Rahmen unserer Möglichkeiten eine bessere Arbeitswelt zu schaffen? Und wie würden Sie bei der Umsetzung vorgehen?
Der wichtigste Hebel für eine bessere Arbeitswelt ist, Mitarbeitende zu lebenslangem Lernen zu ermutigen und ihnen praktische, erfüllende Gründe zu geben, im aktuellen Unternehmen zu bleiben.
In manchen Bereichen der Arbeitswelt, insbesondere mit dem Aufkommen von Remote-Arbeit und verteilten Teams, ist es zu leicht, dass sich Menschen isoliert fühlen und die Unternehmenskultur zerbricht oder das Gefühl aufkommt, dass die eigene Arbeit keinen Beitrag leistet oder keine tiefere Bedeutung hat; dann wechseln die Leute schnell zum nächsten glänzenden Angebot. Proaktive Arbeitgeber, die in den Aufbau und die Förderung von Talenten investieren, werden eine bessere Arbeitswelt schaffen.
Auf gesellschaftlicher Ebene müssen wir die richtigen Bedingungen schaffen. Leider ist das US-Limit für Arbeitgeber, die zu Bildungsunterstützungsprogrammen für Mitarbeitende beitragen, aktuell zu niedrig: Es liegt bei etwa 5.000 $, wobei es realistischerweise näher an 13.000 $ sein sollte. Während die Biden-Administration aufgrund der Pandemie bereits Schritte unternommen hat, um Studienkredite und -rückzahlungen zu entlasten, ist es nun an der Zeit, einen Schritt weiterzugehen und mehr Verantwortung für die laufenden Bildungszahlungen auf die Arbeitgeber zu verlagern.

Gleichzeitig können HR- und L&D-Teams ihre Organisationen dazu bewegen, Bildungskosten zu übernehmen, um lebenslanges Lernen für alle zugänglicher zu machen. Studien zeigen erhebliche Vorteile, wenn Unternehmen erfolgreiche Programme zur Studienkostenerstattung einführen: Sie können Talente besser halten und gewinnen, die Organisation auf die Zukunft vorbereiten und sich im heutigen "War for Talent" einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Wenn Sie jetzt in Ihre Mitarbeitenden investieren, fördern Sie deren interne Entwicklung und sehen unmittelbaren ROI für Ihr Unternehmen, sobald Ihr Team neue Fähigkeiten erwirbt oder umschult.
Können Sie eine Sache mit uns teilen, die Sie erlebt, gesehen oder darüber gelesen haben, wie wir zu einer besseren Arbeitswelt gelangen?
Eine vielfältigere und inklusivere Belegschaft zu schaffen, bedeutet zweifellos, eine bessere Arbeitswelt zu gestalten! Als Ehemann einer weiblichen CEO und Vater von zwei Töchtern freue ich mich sehr darüber, dass immer mehr Frauen Führungspositionen einnehmen und ein zunehmendes Gleichgewicht zwischen Arbeit und familiären Verpflichtungen entsteht. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber wir alle können dazu beitragen, eine bessere, inklusivere Arbeitswelt zu schaffen.
Als Führungskräfte haben wir die Verantwortung, Richtlinien so zu gestalten, dass alle die gleichen Chancen auf Erfolg haben. Bei Emeritus suchen wir ständig nach Möglichkeiten, inklusivere Richtlinien zu entwickeln, und haben kürzlich eine eingeschränkte Mutterschaftsurlaubsregelung durch eine inklusive Elternzeit ersetzt, die allen Mitarbeitenden zur Verfügung steht. Richtlinien zu evaluieren, Feedback vom Team einzuholen und Aktualisierungen vorzunehmen, um inklusiver zu werden, bringt allen Vorteile.
Ich bin neugierig: Gibt es ein Unternehmen oder eine Führungspersönlichkeit, die Ihnen besonders ins Auge sticht als Vorbild für eine bessere Arbeitswelt? Wenn ja, was tun sie?
Ich bin voreingenommen, da ich dort einmal gearbeitet habe, aber das Unternehmen, das ich am meisten bewundere, ist Bloomberg und dessen Leiter Michael Bloomberg. Die Produkte des Unternehmens sind auf den Märkten, die es bedient, äußerst hilfreich. Einzigartig ist, dass das Unternehmen und seine Führung uneingeschränkt Initiativen unterstützen, die für eine bessere Arbeitswelt entscheidend sind, wie Bildung, Klimaschutz und öffentliche Gesundheit.
Wie können unsere Leser Ihrer Arbeit folgen?
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Vielen Dank, dass Sie Ihre Stimme zu unserer Interviewreihe von People Managing People über den Aufbau einer besseren Arbeitswelt beitragen!
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Machen Sie bei unserer Interviewreihe mit und teilen Sie Ihre Ideen dazu, wie wir gemeinsam eine bessere Arbeitswelt schaffen können.
