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Eine Ausschreibung (Request for Proposal, RFP) ist ein Dokument, das Unternehmen dabei hilft, ihre Anforderungen und Erwartungen bei der Auslagerung einer kritischen Geschäftsaufgabe zu formulieren. Für Payroll-Services bedeutet dies, klar zu definieren, was Sie von einem Anbieter erwarten, der im Auftrag Ihres Unternehmens Compliance, Steuererklärungen, Direktüberweisungen und laufenden Support übernimmt.

Dieser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, eine Ausschreibung für Payroll-Services zu erstellen, die den Auswahlprozess für Anbieter vereinfacht. Durch das Erstellen eines detaillierten und strukturierten Dokuments können Sie Anbieter hinsichtlich Servicequalität, Preisgestaltung und Compliance-Expertise vergleichen – das reduziert Risiken und stellt sicher, dass Sie den richtigen langfristigen Partner wählen.

Brauchen Sie wirklich eine RFP?

Eine RFP wird unerlässlich, wenn Ihre Payroll-Anforderungen komplex, reguliert oder länderübergreifend sind. Wenn Sie Payroll-Services auslagern, müssen Sie sicherstellen, dass der Anbieter Compliance, korrekte Steuererklärungen und die Integration in Ihre HR-Systeme übernehmen kann. Eine effektive Ausschreibung gibt Ihnen eine strukturierte Möglichkeit, Anbieter zu beurteilen und Risiken zu verringern. 

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Erstellen Sie eine RFP insbesondere dann, wenn:

  • Sie eine multinationale Belegschaft in unterschiedlichen Steuerrechtsgebieten verwalten
  • Sie sicherstellen möchten, dass Payroll-Services mit HR-, Zeiterfassungs- oder Benefit-Plattformen integriert sind
  • Sie in einer stark regulierten Branche mit hohen Compliance-Anforderungen tätig sind
  • Sie unterschiedliche Vergütungsstrukturen, etwa für Auftragnehmer oder Stundenkräfte, verwalten
  • Sie spezialisierte Payroll-Services benötigen, beispielsweise zur weltweiten Auszahlung oder Unterstützung von tarifgebundenen Belegschaften

Wann eine RFP überdimensioniert ist

Wenn Ihr Unternehmen klein ist oder Ihre Entgeltabrechnung einfach gestaltet ist (z. B. weniger als 20 Mitarbeitende mit einfachen Lohnzyklen), ist eine vollständige Ausschreibung meist nicht erforderlich. In solchen Fällen ist es oft schneller, Payroll-Anbieter direkt zu kontaktieren, deren Angebote zu prüfen und einen Tarif auszuwählen, der Ihren Anforderungen entspricht. Heben Sie sich das RFP-Verfahren für Situationen auf, in denen Komplexität, Compliance oder Skalierung eine detaillierte Evaluation erfordern.

Wenn Sie glauben, dass Ihre Anforderungen unkompliziert sind und Sie auf das Ausschreibungsverfahren verzichten können, finden Sie nachfolgend meine Empfehlungen für die besten Anbieter von Payroll-Services. 

RFI vs RFP vs RFQ: Was ist der Unterschied?

Die Unterschiede zwischen RFI, RFP und RFQ zu kennen, hilft Ihnen bei der Auswahl des richtigen Ansatzes, wenn Sie Payroll-Services auslagern möchten. Eine RFI eignet sich, wenn Sie verschiedene Modelle von Payroll-Services erkunden. Die RFP ist entscheidend, wenn Sie komplexe Anforderungen haben und Anbieter gründlich evaluieren möchten. Eine RFQ eignet sich, wenn Sie die gewünschten Payroll-Leistungen bereits detailliert kennen und nur noch Preisinformationen benötigen.

Das passende Dokument für Ihren Beschaffungsprozess zu wählen, ist entscheidend, um Reibungsverluste zu vermeiden und Effizienz sicherzustellen:

DokumenttypZweckWann zu verwendenWas ist enthaltenGeforderter Detailgrad
Request for Information (RFI)Allgemeine Informationen über Payroll-Services sammelnWenn Sie Optionen prüfen, ohne spezielle Anforderungen zu habenUnternehmenshintergrund, DienstleistungsangebotNiedrig
Request for Proposal (RFP)Detaillierte Vorschläge für komplexe Payroll-Anforderungen anfordernWenn umfassende Lösungen und Vergleiche benötigt werdenDetaillierte Anforderungen, BewertungskriterienHoch
Request for Quotation (RFQ)Preisanfragen für spezifische Payroll-Services einholenWenn Sie klare Spezifikationen haben und Preise benötigenExakte Spezifikationen, Menge, LieferbedingungenMittel

Häufige Fehler bei RFPs vermeiden

Ein übereiltes Durcharbeiten einer RFP oder das Auslassen wichtiger Details kann zu Verwirrung, Zeitverschwendung oder zur Auswahl ungeeigneter Anbieter führen. Wenn Ihr Team eine Entscheidung für einen Payroll-Service trifft, ist es wichtig, die häufigsten Fehler zu vermeiden, die den Auswahlprozess verkomplizieren können. 

Indem Sie diese Fehler vermeiden, schaffen Sie einen reibungsloseren Weg zur Auswahl des richtigen Anbieters:

Unzureichender Hintergrund oder fehlender Kontext

Wenn Sie nicht genügend Hintergrundinformationen oder Kontext bereitstellen, können Anbieter ihre Angebote nicht auf Ihre spezifischen Anforderungen zuschneiden. Ohne Angaben zu Lohnvolumen, Standorten der Mitarbeiter oder Auszahlungsfrequenzen, erhalten Sie generische Antworten, die Ihre individuellen Herausforderungen nicht berücksichtigen. 

Geben Sie von Anfang an konkrete Payroll-Daten an, damit die erhaltenen Preisangaben und der Serviceumfang korrekt sind. Außerdem sollten Sie die Ziele, Herausforderungen und relevante Historie Ihres Unternehmens anführen, damit sich die Anbieter ein vollständiges Bild machen können.

Fehlendes oder unklar formuliertes Budget

Wenn Sie kein Budget angeben oder bei den finanziellen Rahmenbedingungen vage bleiben, erhalten Sie möglicherweise Vorschläge, die nicht zu Ihren Möglichkeiten passen. Durch die Angabe Ihres Budgetrahmens können Anbieter realistische Lösungen vorschlagen.

Preisstrukturen für Payroll-Services variieren (pro Mitarbeiter, pro Abrechnungslauf oder Pauschalgebühren). Es ist daher auch wichtig, sich zu informieren und realistische Preisvorstellungen zu entwickeln.

Vage Anforderungen oder übermäßiger juristischer Jargon können für Anbieter verwirrend sein, sodass deren Angebote am Bedarf vorbeigehen. 

Verwenden Sie eine klare, verständliche Sprache und definieren Sie genau, was Sie benötigen. Zum Beispiel sollten Sie die Anzahl der Mitarbeitenden, die Abrechnungshäufigkeit sowie Integrationsbedarfe konkret nennen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Keine geteilten Bewertungskriterien

Wenn Sie keine Bewertungskriterien mitteilen, wissen Payroll-Anbieter nicht, worauf Sie Wert legen – das führt zu unpassenden Vorschlägen. 

Skizzieren Sie klar, wie Sie die Angebote bewerten – zum Beispiel nach Kosten, Funktionen oder Supportleistungen. Diese Transparenz hilft den Anbietern, sich auf Ihre Prioritäten zu konzentrieren und Ihnen relevante Angebote zu liefern.

Kein einheitliches Antwortformat für Anbieter

Wenn Sie kein standardisiertes Antwortformat bereitstellen, wird der Vergleich der Angebote sehr mühsam. 

Geben Sie ein Template oder eine Gliederung für die Anbieterantworten vor, damit die Anbieter genau wissen, was gefordert ist. So kann Ihr Team die Angebote direkt und ohne Mehraufwand vergleichen und bewerten.

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Stellen Sie Ihr Payroll-Services-RFP-Team zusammen

Die Erstellung einer Payroll-RFP ist Teamarbeit. Die besten RFPs spiegeln Sichtweisen der Führungskräfte, Payroll-Expert:innen und der operativen Nutzer:innen wider. Dadurch sinken Risiken und es wird gewährleistet, dass das Dokument sämtliche geschäftlichen Anforderungen enthält. Die frühzeitige Einbindung der richtigen Stakeholder hält den Prozess effizient und auf die Unternehmensziele ausgerichtet. 

Folgende Rollen sollten Sie einbinden und das sind die Gründe:

Projekt-Sponsor

Der Projekt-Sponsor ist in der Regel eine Führungskraft, die den RFP-Prozess unterstützt und sicherstellt, dass sich dieser an den strategischen Zielen des Unternehmens orientiert. Diese Person übernimmt die Aufsicht, genehmigt Budgets und beseitigt Hindernisse, die den Fortschritt behindern könnten. Bei einer Payroll-RFP kann dies zum Beispiel der CFO oder der/die Personalleiter:in sein.

Fachexperten

Fachexperten verfügen über spezielles Wissen zu Payroll-Prozessen und -Systemen. Sie sorgen dafür, dass die RFP sowohl technische als auch operative Anforderungen abdeckt. Sie helfen, wichtige Anforderungen – wie korrekte Steuerabrechnungen, Meldepflichten oder Integrationen in HR- oder Zeiterfassungssysteme – zu identifizieren. Oft zählen hierzu Payroll-Manager:innen, Compliance-Beauftragte oder HR- und Payroll-Spezialist:innen.

Einkauf oder RFP-Verfasser:innen

Einkaufsexpert:innen oder RFP-Verfasser:innen sorgen dafür, dass das Dokument klar, gut strukturiert und konform mit den Richtlinien des Einkaufs ist. Sie helfen dabei, Erwartungen zu Service, Compliance und Preisgestaltung präzise zu formulieren, sodass Anbieter gezielt darauf eingehen können.

Endnutzer:innen und Stakeholder

Endnutzer und Stakeholder liefern praxisnahe Einblicke in die alltäglichen Anforderungen und Herausforderungen bei der Nutzung von Lohn- und Gehaltsabrechnungsdiensten (die sich von Lohnabrechnungssoftware unterscheiden). Ihr Input stellt sicher, dass die Ausschreibung (RFP) reale Anliegen sowie Benutzerfreundlichkeit für Administratoren wie auch für Mitarbeitende berücksichtigt (z. B. Self-Service-Portale, mobiler Zugriff). Zu dieser Gruppe könnten HR-Mitarbeitende, Mitglieder des Finanzteams und Arbeitnehmervertreter gehören, die regelmäßig mit Lohnabrechnungssystemen arbeiten.

Unverzichtbare Anforderungen & Ziele definieren

Bevor Sie eine Ausschreibung für Lohn- und Gehaltsabrechnungsdienste versenden, stimmen Sie intern ab, was Ihr Unternehmen tatsächlich von einem Anbieter benötigt und warum. Indem Sie Schwachstellen identifizieren, Ziele setzen und nicht verhandelbare Punkte klären, helfen Sie Anbietern, präzise Angebote zu unterbreiten, und erleichtern Ihrem Team die Bewertung der Antworten.

Berücksichtigen Sie dabei folgende Faktoren:

  • Herausforderungen mit dem aktuellen Lohnabrechnungssystem: Identifizieren Sie, was heute nicht funktioniert. Ist die Gehaltsabrechnung zu langsam? Haben Sie mit Fehlern bei der Steuererklärung, Compliance-Strafen oder verspäteten Zahlungen zu kämpfen? Wenn Sie Ihre Schwachstellen kennen, können Anbieter aufzeigen, wie sie diese mit ihren Dienstleistungen beheben.
  • Gewünschte Verbesserungen und Erfolgskriterien: Welche Verbesserungen streben Sie an? Definieren Sie, wie Erfolg aussieht – z. B. schnellere Abrechnungszyklen, fehlerfreie Compliance-Berichte oder verbesserter Zugang für Mitarbeitende durch Self-Service-Portale. Dadurch schlagen Anbieter Ergebnisse vor, die mit Ihren Zielen übereinstimmen.
  • Leistungsumfang und Compliance-Anforderungen: Definieren Sie die genauen Leistungen, die Sie erwarten (z. B. komplette Lohnabrechnung, internationale Lohn- und Gehaltsabrechnung, Abwicklung für tarifgebundene Mitarbeitende) und spezifizieren Sie Compliance-Anforderungen, wie DSGVO oder lokale Arbeitsgesetze. Machen Sie klar, was nicht verhandelbar ist.
  • Nutzerrollen und Zugriffsrechte: Wer nutzt das System und wie? Berücksichtigen Sie die unterschiedlichen Rollen von HR-Mitarbeiter:innen bis zu Führungskräften und stellen Sie sicher, dass die Lösung zu deren Anforderungen und Arbeitsabläufen passt. Beispielsweise benötigen HR- und Finanzmitarbeitende detaillierte Lohnabrechnungsberichte, während Mitarbeitende mobilen Zugriff auf Gehaltsabrechnungen oder Jahresendbescheinigungen benötigen.
  • Servicebereitstellungsmodell: Entscheiden Sie, ob Sie eine vollständige Auslagerung der Lohn- und Gehaltsabrechnung, ein Co-Management (bei dem einige Prozesse intern bleiben) oder ein hybrides Modell bevorzugen. Das hilft Anbietern, ihre Angebote entsprechend auszurichten.

Die Lohn- und Gehaltsabrechnungsdienste Ausschreibung verfassen

Nun ist es Zeit, Ihre Ausschreibung für Lohn- und Gehaltsabrechnungsdienste zu einem klaren, strukturierten Dokument zusammenzufassen. Eine gut organisierte Ausschreibung erleichtert Anbietern eine präzise Reaktion und Ihrem Team eine faire Bewertung der Angebote. Mit einem strukturierten Ansatz stellen Sie sicher, dass jedes Detail abgedeckt wird und die Anbieter Ihre Erwartungen verstehen.

Folgendes sollte enthalten sein:

1. Management-Zusammenfassung

Geben Sie einen kurzen Überblick über die Bedürfnisse, Herausforderungen und Ziele Ihres Unternehmens im Hinblick auf die Lohn- und Gehaltsabrechnungsdienste. Zum Beispiel: Minimierung von Compliance-Risiken, Vereinfachung internationaler Lohnabrechnung oder Verbesserung des Mitarbeiterselfservice.

Dieser Abschnitt gibt den Anbietern einen ersten Einblick in die wichtigsten Ziele und was Sie mit dieser Beschaffung erreichen möchten. Halten Sie ihn kurz, aber informativ. Vermitteln Sie einen Überblick darüber, warum Sie die Lohn- und Gehaltsabrechnung auslagern und wie Erfolg für Sie aussieht.

2. Leistungsumfang

Beschreiben Sie die spezifischen Aufgaben und Serviceleistungen, die der Anbieter erbringen soll. Legen Sie den Projektumfang klar dar – einschließlich besonderer Anforderungen oder Einschränkungen. Dazu können die Lohn- und Gehaltsabrechnung, Steuererklärungen, Verwaltung von Direktüberweisungen, Jahresendabrechnungen, Mitarbeiterportalzugänge oder Mehrwährungs-Lohnabrechnung gehören.

Seien Sie klar bezüglich des Umfangs (z. B. Anzahl der Mitarbeitenden, Auszahlungshäufigkeit) und spezifischer Anforderungen wie der Abwicklung von Dienstleistern oder tarifgebundenen Mitarbeitenden. So verstehen Anbieter den gesamten Bedarf und können passgenaue Lösungen anbieten.

3. Technische Anforderungen

Listen Sie die technischen Spezifikationen und erforderlichen Integrationen auf, die Sie mit HRIS, Benefits-Verwaltung oder Zeiterfassungssystemen benötigen, und geben Sie an, welche Berichte Sie erwarten (z. B. Compliance-Berichte, Lohnzusammenfassungen, Mitarbeiterzugang zu Gehaltsabrechnungen). So stellen Sie sicher, dass Anbieter die Kompatibilität bestätigen und Ihre Anforderungen an Transparenz erfüllen können.

Die klare Definition dieser Anforderungen verhindert Missverständnisse und stellt die Kompatibilität mit Ihrer bestehenden Infrastruktur sicher.

4. Qualifikationen des Anbieters

Geben Sie die Qualifikationen und Erfahrungen an, die Sie von potenziellen Anbietern erwarten. Bitten Sie um Details zu Branchenerfahrung, abgeschlossenen Projekten und Expertise des Teams. Sie sollten auch Kundenreferenzen, Fallstudien und Compliance-Zertifizierungen anfordern, um die Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

Die Überprüfung dieser Informationen hilft Ihnen einzuschätzen, ob der Anbieter die Fähigkeit und Erfahrung besitzt, die Gehaltsabrechnungsprozesse bereitzustellen, die Sie benötigen.

5. Anforderungen an Sicherheit und Compliance

Gehaltsdaten sind äußerst sensibel. Legen Sie Ihre Erwartungen an Datensicherheit, Speicherung und die Einhaltung relevanter Vorschriften (z. B. DSGVO, HIPAA, SOC 2) offen. 

Bitten Sie die Anbieter zu erläutern, wie sie regulatorische Änderungen und Audits handhaben. Damit stellen Sie sicher, dass die Anbieter die Bedeutung des Schutzes Ihrer Daten verstehen.

6. Onboarding und laufende Unterstützung

Statt nur auf „Schulung“ zu setzen, betonen Sie Ihre Erwartungen bezüglich Unterstützung bei der Einführung und langfristigem Support. Geben Sie die Zeitrahmen für die Implementierung, das gewünschte Maß an Kontobetreuung und die geplanten Supportkanäle sowohl für Ihr HR-Team als auch für Ihre Mitarbeitenden an. 

Klare Erwartungen an dieser Stelle helfen den Gehaltsabrechnungsdienstleistern, ihre Ressourcen und Zeitpläne entsprechend einzuplanen.

7. Preisgestaltung und Servicegebühren

Fordern Sie transparente Preisangaben an, einschließlich Kosten pro Mitarbeiter oder Abrechnungszyklus, Einrichtungsgebühren sowie mögliche Zusatzoptionen oder versteckte Kosten. Bitten Sie die Anbieter darum, die Abrechnungsmodelle klar darzulegen, damit Sie den Vergleichsprozess vereinfachen können.

Geben Sie vor, wie diese Informationen dargestellt werden sollen – sei es als Gesamtkosten oder aufgeschlüsselt nach Einzelposten. Diese Transparenz ermöglicht einen fairen Vergleich von Angeboten und schützt vor versteckten Gebühren.

8. Vertragsbedingungen

Definieren Sie die gewünschte Vertragslaufzeit, Verlängerungs- und Kündigungsoptionen und etwaige SLAs (Service Level Agreements), die Sie beispielsweise zur Abrechnungsgenauigkeit, der Einhaltung von Vorschriften oder Reaktionszeiten benötigen. Nennen Sie auch spezifische Konditionen, die für Ihre Organisation nicht verhandelbar sind. 

Wenn Sie diese Informationen bereits in Ihrer Gehaltsabrechnungs-RFP angeben, verstehen die Anbieter von Anfang an den rechtlichen Rahmen ihres Handelns.

9. Anweisungen zur Einreichung

Erklären Sie klar, wie Angebote eingereicht werden sollen – zum Beispiel Fristen, Dateiformate und ob eine bestimmte RFP-Vorlage verwendet werden muss. Ein einheitliches Format erleichtert die Bewertung und sorgt dafür, dass nichts übersehen wird.

Definieren Sie Ihre Bewertungskriterien

Klar definierte Bewertungskriterien halten Ihr Auswahlverfahren für Gehaltsabrechnungsdienstleistungen fair, transparent und geschäftsorientiert. Wenn Sie diese Maßstäbe vor Beginn der Angebotsprüfung festlegen, vermeiden Sie Verzerrungen und gewährleisten eine einheitliche Bewertung der Anbieter durch Ihr Team. 

So definieren Sie Ihre Bewertungskriterien:

Was zählt am meisten?

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, indem Sie 3–5 gewichtetete Kategorien wählen, die zu Ihren Zielen und Prioritäten passen. Das hält den Bewertungsprozess klar und zielgerichtet. 

Typische Bewertungskategorien einer RFP für Gehaltsabrechnungsdienste sind beispielsweise:

  • Kosten und Preistransparenz
  • Leistungsumfang und Fachwissen im Bereich Compliance
  • Reputation und Erfahrung des Anbieters in Ihrer Branche/Ihren Regionen
  • Implementierungs- und Onboarding-Zeitrahmen
  • Qualität des Kunden- und Mitarbeitersupports (z. B. fester Ansprechpartner, 24/7-Helpdesk)

Verwenden Sie eine Bewertungsmatrix

Eine Bewertungsmatrix hilft Ihnen dabei, jedes Kriterium entsprechend seiner Wichtigkeit zu gewichten. Wenn beispielsweise die Kosten Ihre oberste Priorität sind, weisen Sie diesem Kriterium ein höheres Gewicht als anderen Faktoren zu. Verwenden Sie eine Skala von 1–5 oder 1–10, um jedes Kriterium zu bewerten und so zu quantifizieren, wie gut jedes Angebot Ihre Anforderungen erfüllt. Passen Sie die Gewichtungen an, um die internen Prioritäten Ihres Teams widerzuspiegeln.

Klären Sie Ihren Bewertungsprozess

Legen Sie fest, wer die Angebote bewerten wird und wie dies geschieht. Verwenden Sie einen standardisierten Bewertungsrahmen, um Konsistenz und Fairness zu gewährleisten. Führen Sie ein Auftaktmeeting durch, um die Bewertenden auf die Kriterien, Prioritäten und den Ablauf einzustimmen, bevor die Bewertung beginnt – so weiß jeder, was erwartet wird und wie vorzugehen ist. Dies sorgt für einen reibungslosen Bewertungsprozess und minimiert später Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten.

Versenden Sie die Payroll Services RFP

Das Versenden Ihrer Payroll Services-RFP ist mehr als nur Verteilung – es geht darum, Dienstleister auf Erfolgskurs zu bringen, damit sie genaue, detaillierte Angebote abgeben können. Ein klarer Ablauf stellt sicher, dass die Anbieter Ihre Erwartungen verstehen, was die Qualität der eingehenden Antworten verbessert. 

So gehen Sie bei diesem Schritt vor:

Wählen Sie die richtige Verteilungsmethode

Verteilen Sie Ihr RFP so, dass alle potenziellen Dienstleister problemlos Zugriff darauf haben. Dies kann beispielsweise per Direkt-E-Mail, Beschaffungsportalen oder RFP-Management-Software erfolgen. 

Mit einem zentralen System zur Nachverfolgung der Rückmeldungen behalten Sie stets den Überblick. Erwägen Sie, eine Liste mit Ansprechpartnern der Anbieter bereitzustellen oder ein funktionsbasiertes Postfach zu nutzen, um die Kommunikationswege klarzustellen.

Legen Sie klare Zeitpläne fest

Ein klar definierter Zeitplan ermöglicht es den Anbietern, ihre Antworten gezielt zu planen, und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Mindestens diesen Zeitplan sollten Sie in der RFP selbst teilen:

  • Veröffentlichungsdatum der RFP
  • Fragen-&-Antworten-Phase für Anbieter (zur Klärung der Anforderungen)
  • Frist für die finale Angebotsabgabe
  • Bewertungs- und Auswahlphase

Diese Klarheit hilft den Anbietern, Fristen zu verstehen, Ressourcen einzuplanen und so ausführliche Angebote ohne Zeitdruck zu erstellen. 

Legen Sie die Einreichungsanforderungen fest

Legen Sie genau fest, wie die Anbieter ihre Angebote einreichen sollen. Geben Sie zulässige Formate an (PDF, Word-Dokumente oder Excel-Vorlagen), ob eine Antwortvorlage verwendet werden soll und wie die Übermittlung zu erfolgen hat (z. B. über ein Upload-Portal oder eine spezielle E-Mail-Adresse). 

Klären Sie zudem die Regelungen für verspätete Einreichungen. So vermeiden Sie Missverständnisse, erhalten einheitliche und vergleichbare Angebote und halten die Anbieter auf Kurs.

Antworten bewerten & Anbieter auf die Shortlist nehmen

Jetzt zahlt sich Ihre Vorbereitung aus – Ihr Team prüft die Angebote der Anbieter und erstellt selbstbewusst eine Shortlist. Damit der Prozess objektiv und effizient bleibt, folgen Sie einem strukturierten Ansatz, der für Fairness und Transparenz sorgt. 

So bewerten Sie Payroll-Service-Anbieter:

  • Organisieren Sie die Angebote für die Bewertung: Standardisieren Sie die interne Verteilung der Angebote. Erstellen Sie Übersichtsblätter, die das Preismodell, den Serviceumfang, die Compliance-Fähigkeiten und den Kundenservice jedes Anbieters hervorheben. Das vereinfacht den Vergleich.
  • Wenden Sie Ihre Bewertungsmatrix an: Nutzen Sie die zuvor festgelegten Bewertungskriterien, um jeden Anbieter zu bewerten. Ein Anbieter kann beispielsweise bei Compliance-Expertise gut, bei Preisflexibilität jedoch schlechter abschneiden. Die Quantifizierung der Antworten hilft, Subjektivität zu vermeiden.
  • Planen Sie Präsentationen oder Service-Demos: Laden Sie die Top-Anbieter ein, ihr Servicemodell, den Onboarding-Prozess und den Kundensupport persönlich vorzustellen. Dadurch erhalten Sie unmittelbare Einblicke in die Arbeitsweise und können prüfen, ob die Serviceangebote halten, was auf dem Papier versprochen wurde.
  • Referenzen prüfen: Sprechen Sie mit aktuellen oder ehemaligen Kunden, um Anbieter-Aussagen zu überprüfen. Fragen Sie gezielt nach Zuverlässigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Unterstützung bei Compliance-Fragen und Genauigkeit der Lohnabrechnung. Würden diese den Anbieter wieder wählen?
  • Angebotsdetails klären: Lassen Sie keine offenen Fragen zurück. Nehmen Sie bei Unklarheiten – etwa zu Gebührenstrukturen oder Antwortzeiten des Supports – Kontakt mit den Anbietern auf. So treffen Sie Entscheidungen auf Basis vollständiger und korrekter Informationen.

Wählen Sie Anbieter aus & informieren Sie sie

Sobald Ihr Team einen Anbieter für Lohnabrechnungsdienstleistungen ausgewählt hat, sind die abschließenden Schritte ebenso wichtig wie die eigentliche Auswahl. Klare Kommunikation, strukturierte Verhandlungen und interne Abstimmung schaffen die Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit. 

So bringen Sie den Prozess zum Abschluss:

Informieren Sie ausgewählte und nicht ausgewählte Anbieter

Kommunizieren Sie zügig und respektvoll mit allen Anbietern. Benachrichtigen Sie den ausgewählten Anbieter mit Begeisterung und beschreiben Sie die nächsten Schritte im Vertragsprozess. Für die nicht ausgewählten Anbieter senden Sie eine professionelle Dankesnachricht und, wenn möglich, ein kurzes Feedback. So bleiben die Beziehungen für zukünftige Gelegenheiten positiv.

Bereiten Sie sich auf die finalen Verhandlungen vor

Rechnen Sie damit, über Servicegebühren, Vertragsbedingungen und Service-Level-Agreements (SLAs) zu verhandeln, die Lohnabrechnungsgenauigkeit, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Reaktionszeit des Kundensupports abdecken. Kommen Sie mit Ihren unverzichtbaren Anforderungen sowie festgelegten Abbruchpunkten vorbereitet und nutzen Sie eine strukturierte Agenda, um die Diskussionen fokussiert und effizient zu führen.

Sorgen Sie für interne Abstimmung vor der Unterzeichnung

Holen Sie die erforderlichen Freigaben von Führungsebene, Finanz- und Rechtsteam ein, bevor Sie den Abschluss tätigen. Ermöglichen Sie eine schnelle Zustimmung, indem Sie zusammenfassen, warum dieser Anbieter ausgewählt wurde – etwa aufgrund von Compliance-Expertise, Preismodell und angebotener Unterstützung. Dieser Schritt verhindert Verzögerungen in letzter Minute und stellt sicher, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind.

Wie es weitergeht:

Wenn Sie gerade dabei sind, Lohnabrechnungsdienste zu recherchieren, verbinden Sie sich mit einem SoftwareSelect-Berater für kostenlose Empfehlungen.

Sie füllen ein Formular aus und führen ein kurzes Gespräch, in dem Ihre spezifischen Anforderungen erfasst werden. Anschließend erhalten Sie eine Shortlist mit passender Software zur Auswahl. Die Berater unterstützen Sie außerdem während des gesamten Kaufprozesses, einschließlich Preisverhandlungen.

headshot of Kim Behnke

Kim Behnke ist HR-Software-Autorin und Analystin bei People Managing People und verfügt über nahezu ein Jahrzehnt praktischer Erfahrung im Personalwesen. Mit einer Laufbahn, die Rekrutierung, Onboarding, Leistungsmanagement, Schulungen, Richtlinienentwicklung und HR-Analytik umfasst, bringt sie ein tiefes Verständnis der Herausforderungen mit, denen HR-Teams gegenüberstehen, und weiß, wie Technologie sie bewältigen kann. Kim besitzt Abschlüsse in Psychologie, Schreiben und technischer Kommunikation und ist zertifizierte Digital HR Specialist an der Academy to Innovate HR. Ihre Arbeit wird von der Leidenschaft angetrieben, Systeme zu vereinfachen und Workflows zu optimieren, um HR-Teams effizienter arbeiten zu lassen.