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Meiner Ansicht nach ist die Vielfalt in der Belegschaft eines der am meisten missverstandenen und fehlinterpretierten Themen im Bereich Human Resources. Oft hört man Menschen, häufig sogar sehr hochrangige Personen innerhalb von Unternehmen, die behaupten, dass Top-Unternehmen eine vielfältige Belegschaft haben und dass wir das ebenfalls nachahmen sollten. Das zeugt von einem grundlegenden Missverständnis von Vielfalt und ihrem Zusammenhang mit leistungsstarken Organisationen.

Im Allgemeinen verfolgen diese leistungsstarken Organisationen eine sehr einfache Strategie: Sie finden die klügsten Köpfe, die ein Interesse an der jeweiligen Arbeit haben, und stellen sie ein. Intelligenz hängt bekanntlich nicht von Geschlecht, Sexualität, Körpergröße, Gewicht, Alter oder einem der zahlreichen Aspekte ab, auf die wir uns in den Mainstream-Medien zu fokussieren scheinen. Organisationen, die sich also darauf konzentrieren, die Besten aus ihrem jeweiligen Fachgebiet oder ihrer Karrierestufe zu rekrutieren und zu halten, haben am Ende meist eine recht vielfältige Belegschaft. Daraus entsteht dann fälschlicherweise die Überzeugung, dass Vielfalt die Leistung antreibt, was fast immer dazu führt, dass Unternehmen fast schon belustigend ein auf Diversität ausgerichtetes Programm starten, das sich auf Diskriminierung stützt. Wie viele von uns haben schon in Firmen Programme miterlebt, die gezielt nach Alter oder Geschlecht ausgerichtet sind, um so Vielfalt zu schaffen? Letzten Endes sind sowohl Alter als auch Geschlecht schlechte Prädiktoren für Leistung.

Wer sich in seinem Bemühen um Vielfalt auf extrem schlechte Vorhersagefaktoren für Leistung konzentriert, mag am Ende zwar eine vielfältige Belegschaft haben, in manchen Fällen führt das jedoch dazu, dass das Unternehmen weniger leistungsfähig wird. Stattdessen sollte man sich auf das konzentrieren, was tatsächlich starke Leistung vorhersagt: Finden Sie die klügsten Köpfe, die Sie sich leisten können, und stellen Sie sie ein. Achten Sie darauf, in Ihren Recruiting- und Auswahlprozessen all jene Aspekte zu eliminieren, die diskriminierend wirken, und ermöglichen Sie damit überhaupt erst, leistungsstarke Mitarbeitende zu finden – egal ob weiblich, männlich, genderdivers, groß, klein, Muttersprachler oder Nicht-Muttersprachler der in Ihrem Unternehmen vorherrschenden Sprache.

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Brendan Lys

Ich arbeite an der Schnittstelle von Personalwesen und Data Science und nutze meine umfassende Fachkenntnis im Personalbereich gemeinsam mit Methoden und Herangehensweisen der Datenwissenschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung umsetzbarer Erkenntnisse aus Daten, beispielsweise in Bereichen wie Vergütung & Leistungen, Personalplanung, Rekrutierung, Arbeitssicherheit, Diversität und Weiterbildung. Doch wie sieht die Anwendung von Data Science auf Herausforderungen und Chancen im Personalwesen konkret aus? Im HR-Kontext stammen die analysierten Daten meist direkt aus unserem HRMIS. Ein Vorteil datenwissenschaftlicher Methoden besteht darin, dass zusätzliche interne oder externe Datenquellen einbezogen werden können – Daten, die in einer rein analytischen HR-Herangehensweise nicht zugänglich wären. Beispiel: Stellenbeschreibungen enthalten zahlreiche Informationen, die oft ignoriert werden, weil sie nicht analysierbar erscheinen. Ein Nebenprojekt, an dem ich derzeit (April 2019) arbeite, verwendet Text Mining auf Stellenanzeigen, um herauszufinden, zu welcher Berufsgruppe eine Position gehört. Die Erkenntnisse meiner Arbeit wurden von Organisationen aus verschiedensten Branchen genutzt, darunter: Behörden (Australien und Neuseeland), an der ASX und NZX gelistete Unternehmen, Versorgungsunternehmen, Non-Profit-Organisationen und Hochschulen.