Ihre Fähigkeit, Talente am Anfang ihrer Karriere für sich zu gewinnen, wird entscheidend dafür sein, das Fundament Ihrer zukünftigen Belegschaft zu legen.
Ein strategisch ausgerichtetes Praktikumsprogramm hilft Ihnen dabei, die Talente zu rekrutieren, die Ihre Organisation benötigt, neue Ideen und Perspektiven einzubringen und Ihre Arbeitgebermarke positiv zu beeinflussen.
In diesem Artikel teile ich, wie Sie ein eigenes Praktikumsprogramm starten und stelle bewährte Methoden vor.
Was ist ein Praktikum?
Ein Praktikum ist eine strukturierte Arbeitserfahrung, die von einer Organisation angeboten wird, um Studierenden oder Hochschulabsolvent:innen praktische Einblicke in eine bestimmte Branche oder ein Fachgebiet zu geben.
Praktika können in Teil- oder Vollzeit absolviert werden und dauern in der Regel für einen bestimmten Zeitraum, der von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen kann.
Sie bieten Praktikant:innen die Möglichkeit, akademisches Wissen in einer realen Arbeitsumgebung anzuwenden, berufliche Fähigkeiten zu entwickeln und wertvolle Einblicke in ihre gewählten Karrierewege zu gewinnen. Praktika beinhalten oft Mentoring, Schulungen und die Mitarbeit an tatsächlichen Projekten und sind daher ein wichtiger Meilenstein für den späteren Berufseinstieg.
Für Arbeitgeber:innen dienen Praktika dazu, potenzielle Talente zu erkennen und zu fördern sowie neue Blickwinkel und innovative Ideen ins Unternehmen zu bringen.
Die Teilnahme an HR-Workshops und Tagungen kann HR-Teams dabei unterstützen, Praktikumsprogramme zu entwickeln, die zukünftige Talente anziehen und fördern. Veranstaltungen wie Tagungen bieten häufig Diskussionen zur Gestaltung von Praktikumsprogrammen, von denen beide Seiten – Praktikant:innen und Unternehmen – profitieren.
Bezahlte oder unbezahlte Praktika?
Eine der zentralen Fragen bei der Entwicklung eines Praktikumsprogramms ist, ob Praktika bezahlt oder unbezahlt angeboten werden sollen.
Bezahlte Praktika sind für Bewerber:innen in der Regel attraktiver, da sie eine finanzielle Vergütung für die geleistete Arbeit bieten. Sie sorgen dafür, dass das Praktikum für einen breiteren Bewerber:innenkreis zugänglich ist – auch für diejenigen, die sich einen unbezahlten Einsatz nicht leisten könnten.
Unbezahlte Praktika können dennoch wertvoll sein, insbesondere wenn sie umfassende Lernerfahrungen, Networking-Möglichkeiten und die Vergabe von Hochschul-Credits ermöglichen.
Dennoch ist es wichtig, die einschlägigen Arbeitsgesetze und Vorschriften für unbezahlte Praktika einzuhalten und sicherzustellen, dass der primäre Nutzen für die Praktikant:innen und nicht nur für die Organisation gegeben ist.
Bezahlte Praktika steigern letztlich die Attraktivität Ihres Programms und helfen Ihnen dabei, eine vielfältige und talentierte Bewerberbasis zu gewinnen. Studien zeigen, dass Hochschulabsolvent:innen mit bezahltem Praktikum häufiger eine Stelle angeboten bekommen und ein höheres Einstiegsgehalt erzielen als jene ohne oder mit unbezahltem Praktikum.
Darüber hinaus können unbezahlte Praktika systemische Ungleichheiten fördern – Frauen, schwarze sowie hispanische Studierende sind bei bezahlten Praktikumsplätzen unterrepräsentiert.
Wie erstellt man ein Praktikumsprogramm?
Die von Ihnen eingestellten Praktikant:innen sind mit höherer Wahrscheinlichkeit länger in Ihrem Unternehmen tätig als Absolvent:innen ohne Praktikumserfahrung.
Ich selbst habe meine Laufbahn bei meinem aktuellen Unternehmen als Praktikant begonnen und kann aus erster Hand bestätigen, wie effektiv solche Programme sind. Hier ist eine 9-Schritte-Anleitung zur Erstellung eines eigenen Programms.
Schritt 1: Ziele und Zwecke definieren
Alle Maßnahmen im Personalwesen sollten immer gezielt darauf ausgerichtet sein, die strategischen Zielsetzungen der Organisation zu unterstützen.
Ihr Praktikumsprogramm ist hiervon nicht ausgenommen. Der erste Schritt sollte daher darin bestehen, die Ziele und Zwecke Ihres Programms zu definieren – und genau zu überlegen, wie es zur Gesamtstrategie Ihres Unternehmens beiträgt.
Ich empfehle, aussagekräftige KPIs zu bestimmen, mit denen Sie Fortschritte messen, datengestützte Entscheidungen treffen und sicherstellen, dass Ihr Praktikumsprogramm sowohl zu den kurzfristigen als auch den langfristigen Unternehmenszielen beiträgt.
Schritt 2: Das Programm entwickeln
Das Design Ihres Programms ist im Grunde das Rahmenwerk, mit dem Sie die oben definierten Ziele erreichen.
Als Erstes steht die Personalbedarfsplanung im Fokus. Wie viele Mitarbeitende mit welchen Qualifikationen benötigen Sie in Zukunft in verschiedenen Rollen, um Ihre Unternehmensziele zu erreichen?
Sie müssen Ihr Praktikumsprogramm passend zu Ihrem zukünftigen Personalbedarf ausrichten.
Das kann bedeuten, dass Sie sich stärker auf bestimmte Rollen konzentrieren.
Wenn Sie z.B. steigenden Bedarf in Ihren Tech-Teams, aber nicht im Finanzbereich haben, sollten Sie technische Praktikumsstellen anbieten und den Finanzbereich außen vor lassen.
Wenn Sie wissen, welche Talente Sie brauchen, können Sie anfangen, die Aufgaben Ihrer Praktikant:innen zu definieren.
Gut ausgearbeitete Stellenbeschreibungen helfen dabei, Rollen und Verantwortlichkeiten zu definieren und unterstützen Sie zusätzlich bei der Entwicklung Ihrer Vergütungs- und Benefits-Strategie für Ihre Praktikumsstellen.
Die Erwartungen an die Positionen – sowohl während als auch nach Ihrem Praktikumsprogramm – sollten genutzt werden, um die angemessene Vergütung festzulegen, die erforderlich ist, um Spitzenkräfte für Ihre Praktikumsprogramme und Junior-Einstellungen zu gewinnen und zu halten.
Abschließend empfehle ich bei der Gestaltung Ihres Programms, eine solide Evaluationsstrategie zu entwickeln, die sich an den Zielen und Absichten Ihres Programms orientiert.
Zu berücksichtigende Evaluationskomponenten:
- Zufriedenheit der Praktikant:innen und ihrer Betreuer:innen mit dem Programm
- Übernahmequoten nach dem Praktikum
- Bindung und Engagement der eingestellten Praktikant:innen im Zeitverlauf.
Schritt 3: Die Praktikumserfahrung gestalten
Nachdem Sie die Grundstruktur Ihrer Praktikumserfahrung erstellt haben, ist es an der Zeit, die konkreten Erfahrungen zu gestalten und zu dokumentieren, die Ihre Praktikant:innen während des Programms machen werden.
Wichtige Abstimmungen, die getroffen werden sollten, umfassen:
- Wie lange soll die Praktikumserfahrung dauern?
- Was sind die allgemeinen Lernziele und unterstützenden Lernerfahrungen Ihrer Praktikumserfahrung?
- Welche Erfahrungen sollen die Praktikant:innen mit ihrer Führungskraft bzw. ihrem Team machen?
- Welche Erfahrungen sind für die Praktikant:innen als Gruppe (Kohorte) vorgesehen?
- Welche Möglichkeiten zum Networking bzw. zur Begegnung mit Führungskräften werden den Praktikant:innen geboten?
- Wie sollte individuelles Coaching/Feedback bereitgestellt werden?
Meiner Meinung nach sollte Ihr Praktikumsprogramm eine gesunde Balance zwischen erfahrungsorientierten Gruppenaktivitäten und Arbeitserfahrungen im Team bzw. mit der Führungskraft bieten.
Kohorten-basierte Erfahrungen könnten Teambuilding-Aktivitäten, betriebsnahe Einblicke in verschiedene Geschäftsbereiche Ihres Unternehmens sowie gemeinnützige Aktionen umfassen.
Schritt 4: Ressourcenmanagement des Praktikumsprogramms
Sobald Sie das Programmdesign festgelegt haben, empfehle ich, das Ressourcenmanagement für Ihr Praktikumsprogramm zu berücksichtigen.
Je nach Größe und Umfang Ihres Programms müssen Sie sicherstellen, dass Sie die passende Unterstützungsstruktur zur Verwaltung Ihres Programms – jetzt und in Zukunft – haben.
Ein kleineres Programm benötigt vielleicht nur eine:n Praktikumskoordinator:in zur Steuerung. Größere Programme erfordern möglicherweise ein ganzes Team, etwa für Universitätsbeziehungen, um die Bandbreite Ihres Praktikumsprogramms abzudecken.
Sie müssen außerdem sicherstellen, dass Sie genügend Praktikumsbetreuer:innen zur Verfügung haben, die die Anzahl Ihrer Praktikant:innen angemessen begleiten können.
Ihre Praktikumsbetreuer:innen müssen über genügend Kapazitäten verfügen, um Ihren Praktikant:innen das Coaching, die Weiterentwicklung und Unterstützung bieten zu können, die sie für ihren Erfolg benötigen.
Denken Sie daran, dass Ihre Praktikant:innen voraussichtlich deutlich mehr Unterstützung benötigen als erfahrene Kolleg:innen, um erfolgreich zu sein.
Integrieren Sie Ihre Praktikumsbetreuer:innen gezielt in das Programm, vermitteln Sie ihnen klare Erwartungen an ihre Rolle als Betreuer:in und geben Sie ihnen die Tools und Ressourcen an die Hand, die sie benötigen, um ein bestmögliches Erlebnis für neue Praktikant:innen zu schaffen.
Schritt 5: Entwicklung und Umsetzung einer Recruiting- und Hochschulpartnerschaftsstrategie
Eine auf Ihre Zielgruppe abgestimmte Marketingstrategie für Praktikumsbewerber:innen ist entscheidend. Die beiden Schwerpunkte, die ich empfehle, sind Hochschulen und soziale Medien.
Der Aufbau Ihrer Arbeitgebermarke für Berufseinsteiger:innen auf LinkedIn ist eine hervorragende Möglichkeit, um Gen Z-Talente anzusprechen. TikTok und andere Social-Media-Plattformen werden zunehmend als Recruiting-Tools genutzt.
Beziehungen zu bestimmten Universitäten aufzubauen, ist eine weitere effektive Möglichkeit, Talent-Pipelines für Ihr Unternehmen zu etablieren und ermöglicht Ihnen eine Präsenz direkt auf dem Campus, um Praktikant:innen zu rekrutieren.
Bauen Sie insbesondere Beziehungen zu Hochschulen auf, deren Studiengänge zu Ihren Einstellungsbedarfen passen und ausreichend Nachwuchstalente für die Anforderungen Ihres Unternehmens bieten können.
Zudem können Sie Kooperationen mit Universitäten eingehen, die Ihre Ziele für Diversität und Inklusion beim Recruiting unterstützen.
Ein neuer Ansatz ist die direkte Partnerschaft mit diversen Hochschulen wie Hispanic-Serving Institutions (HSIs) oder Historically Black Colleges (HBCUs), an denen gezielt Absolvent:innen für relevante Fachbereiche ausgebildet werden.
So bauen Sie sich gezielt einen Pool an vielfältigen Nachwuchskräften für Ihr Unternehmen auf und gestalten Ihre Belegschaft nachhaltig um.
Schritt 6: Auswahlverfahren und Vorstellungsgespräche
Obwohl Sie Ihren Auswahlprozess für Vorstellungsgespräche nicht unnötig beschwerlich machen sollten, empfehle ich mindestens zwei Gesprächsrunden sowie den Einsatz derselben Recruiting-Software, durch die auch reguläre Bewerber gehen.
Die erste Runde sollte zentral von Ihrem Talent-Acquisition-Team bzw. dem Managementteam Ihres Praktikumsprogramms geführt werden.
Diese erste Phase des Auswahlgesprächs stellt sicher, dass die an die Führungskräfte für die Praktikantenvergabe weitergeleiteten Bewerbenden gründlich geprüft sind, die veröffentlichten Stellenanforderungen erfüllen und mit Ihren langfristigen Einstellungsbedarfen als Organisation übereinstimmen.
Sobald Ihr erster Talentpool gesichtet ist, können Sie geeignete Kandidaten in die zweite Runde zu den Verantwortlichen weiterleiten, die sie während ihrer Praktikumserfahrung betreuen werden.
Wie bereits erwähnt, ist es entscheidend für den Erfolg des Programms, Ihren Praktikumsbetreuern die nötigen Werkzeuge und Unterstützung bereitzustellen.
Eine wichtige Unterstützung, die ich empfehlen würde, ist ein Interviewleitfaden. Dieser sorgt dafür, dass Ihre Kandidat:innen anhand derselben Fragen und Bewertungskriterien beurteilt werden. So verbessert sich die Objektivität bei der Bewertung Ihres Talents und auch die rechtssichere Durchführung des Auswahlprozesses, wodurch Diskriminierung oder unerlaubte Interviewpraktiken verhindert werden.
Nachdem die Kandidaten von den Führungskräften geprüft wurden, kann Ihr Talent-Acquisition-Team Angebote unterbreiten und Ihre Praktikanten fest an Ihr Unternehmen binden.
Schritt 7: Praktikanten betreuen und verabschieden
Das Betreuen Ihrer Praktikanten ist der Moment, in dem sich Ihre gesamte Vorarbeit bezahlt macht. Wenn Sie gut vorbereitet sind, ist dieser Abschnitt der einfachste Teil des Gesamtprozesses.
Ein wesentlicher Bestandteil, um Ihre Praktikanten gut aufzunehmen, ist deren Onboarding und Einarbeitungserlebnis.
Eine gründliche Einführung hilft ihnen, sich mit der Unternehmenskultur und den Richtlinien vertraut zu machen und die wichtigsten Teammitglieder kennenzulernen (z. B. das Praktikumsprogrammteam, die verantwortliche Führungskraft und weitere unterstützende Strukturen).
Während des Aufenthalts Ihrer Praktikanten sollten sie eine gesunde Mischung aus sowohl programmatischen/auf Kohorten basierenden Aktivitäten als auch praktischen Aufgaben innerhalb des Teams ihrer Vorgesetzten erleben.
Über beide Kanäle hinweg müssen Sie sicherstellen, dass sie ausreichend Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung (z. B. Workshops, Schulungen, Zugriff auf Online-Lernangebote), Leistungs- und Entwicklungsgespräche sowie wichtige Networking-Gelegenheiten sowohl mit anderen Praktikanten als auch mit Mitarbeitenden und Führungskräften Ihrer Organisation erhalten.
Ich selbst profitiere noch heute von Beziehungen, die ich während meines eigenen Praktikums vor Jahren aufgebaut habe, und bin davon überzeugt, dass Networking einer der Hauptmechanismen ist, mit denen Sie das Wachstum und die interne Mobilität Ihres Talents fördern können.
Schritt 8. Jobangebote unterbreiten
Am Ende des Praktikumsprogramms sollten Sie umgehend mit der Phase für Vertragsangebote beginnen.
Das Programm hat Ihnen eine solide Einschätzung Ihrer Praktikantentalente verschafft und den Praktikant:innen einzigartige Einblicke in die Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen gewährt.
Ich empfehle Ihnen, sich das Ziel zu setzen, mindestens 65% Ihrer Praktikanten nach ihrem Abschluss in feste Beschäftigungsverhältnisse zu übernehmen. Dies ist entscheidend, um einen echten ROI für die in Ihr Praktikumsprogramm getätigten Investitionen zu erzielen.
Schritt 9. Überarbeiten Sie Ihre Ziele, statt sie einfach nur zu wiederholen
Das Ende Ihres Praktikumszyklus ist der ideale Zeitpunkt, Ihre Evaluierungsstrategie zu überprüfen.
Während des gesamten Prozesses – besonders während der Zeit Ihrer Praktikanten bei Ihnen – sollten Sie Ihre Evaluierungsstrategie anwenden und relevante Daten sammeln, um das iterative Design Ihres Programms weiterzuentwickeln und sicherzustellen, dass es weiterhin die Bedürfnisse Ihres Unternehmens erfüllt.
Exit-Interviews sind eine weitere hervorragende Quelle für Feedback Ihrer Praktikanten, mit denen Sie Anpassungen für künftige Durchläufe vornehmen können.
Ein häufiger Fehler in der Konzeption von Praktikumsprogrammen ist es, sie Jahr für Jahr nach dem Motto „Waschen, spülen, wiederholen“ durchzuführen, ohne sie an die sich ändernden Schwerpunkte Ihrer Talentstrategie anzupassen.
Best Practices für Praktikumsprogramme
Werfen wir einen Blick auf einige Best Practices, die Sie bei der Umsetzung Ihrer Praktikumsstrategie beachten sollten.
Einstellen von Praktikanten: Fangen Sie früher an als gedacht
Die Gewinnung von Top-Kandidat:innen am Beginn ihrer Karriere wird von Jahr zu Jahr wettbewerbsintensiver. Ein früher Start in Ihren Einstellungsprozess kann Ihnen helfen, im Rennen um starke Praktikantentalente nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Wenn Sie zum Beispiel Praktikanten für den Sommer suchen, empfehle ich, die Stellen bereits im Herbst davor auszuschreiben und das Sourcing für Ihre Praktikumsplätze zu beginnen.
Je früher Sie Ausschreibungen und Jobangebote für Ihre Praktikumsstellen veröffentlichen, desto größer ist die Chance, eine konkurrenzfähige Gruppe an Praktikanten für den Start Ihres Programms zu gewinnen.
Starke Führungskräfte und Mentor:innen
Neben der Kerngruppe von Kolleg:innen, die Ihr Praktikumsprogramm betreuen, gibt es zwei entscheidende Rollen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Erfahrung Ihrer Praktikant:innen haben werden: deren Vorgesetzte und deren Mentoren.
Wir alle kennen das Sprichwort, dass Mitarbeitende „nicht wegen schlechter Jobs, sondern wegen schlechter Chefs kündigen“. Forschungen haben ergeben, dass 50 % bis 75 % der Beschäftigten aufgrund ihrer Führungskraft gehen.
Um Ihre Praktikant:innen nach deren Abschluss weiterhin an Ihr Unternehmen zu binden, ist es entscheidend, dass Sie sie mit Führungskräften zusammenbringen, die ihnen ein besonderes Erlebnis ermöglichen.
Bieten Sie sinnstiftende Arbeit
Ein wesentlicher Bestandteil der Gestaltung Ihres Praktikumsprogramms ist es, Ihren Praktikant:innen tatsächlich sinnvolle Aufgaben zu geben, die sie herausfordern und ihnen helfen, sich beruflich weiterzuentwickeln.
Intrinsische Motivation (die Motivation, die aus der Tätigkeit selbst entsteht) ist ein zentraler Anreiz, insbesondere für Talente am Anfang ihrer Karriere.
Ihre Praktikant:innen verdienen es, in interessante und spannende Projekte eingebunden zu werden, die sie fordern und ihnen die Möglichkeit bieten, von Ihren besten und klügsten Köpfen zu lernen.
Vorteile eines betrieblichen Praktikumsprogramms
Mein Praktikum war mein goldenes Ticket zu dem Unternehmen, bei dem ich heute immer noch arbeite.
Die Beziehungen, die ich während meines Praktikums geknüpft habe, waren für meinen beruflichen Aufstieg bis zu einer Führungsposition auf Direktionsebene entscheidend.
Auch wenn Unternehmen Praktikumsmöglichkeiten anbieten sollten, weil es richtig ist, die nächste Generation von Talenten für den Arbeitsmarkt zu unterstützen, kann ich Ihnen versichern, dass die Vorteile eines Praktikumsprogramms weit über reinen Altruismus hinausgehen.
Rekrutierung von Berufseinsteiger:innen
Laut der National Association of Colleges and Employers werden 66,4 % der Praktikumsmöglichkeiten letztlich in Festanstellungen umgewandelt.
Dies ist ein wichtiger Zugang zu Ihrem Talentpool von Berufseinsteiger:innen und eine essenzielle Gelegenheit, die nächste Generation von Talenten für Ihr Unternehmen zu gewinnen.
Verlängertes Kennenlernen
Praktika bieten Arbeitgebern den zusätzlichen Vorteil, potenzielle Talente in der Praxis zu erleben, bevor ein Jobangebot ausgesprochen wird.
Zudem zeigen Studien, dass Praktikant:innen, die übernommen werden, 32 % wahrscheinlicher bleiben als solche, die nicht bei Ihnen ein Praktikum gemacht haben. Das bedeutet: Sie binden Talente langfristiger und reduzieren die Mehrkosten, die durch Mitarbeiterfluktuation entstehen.
Da die Kosten für die Nachbesetzung einer Stelle in der Regel etwa das 1,5- bis 2-fache des Jahresgehalts betragen, sollten Sie Ihr Praktikumsprogramm als kostengünstigen Weg betrachten, um Berufseinsteiger:innen für Ihr Unternehmen zu gewinnen und zu binden.
Positive Öffentlichkeitsarbeit und Aufbau Ihrer Arbeitgebermarke
Praktikumsprogramme können das Bewusstsein für Ihre Marke erheblich stärken und Ihr Unternehmen in ein positives Licht rücken, was die Rekrutierung weit über Ihre Praktikant:innen hinaus beflügelt.
Eine starke Präsenz in den sozialen Medien sollte ein wesentlicher Teil des Praktikumserlebnisses sein. Jüngere Zielgruppen nutzen soziale Medien viel intensiver, und Ihre Praktikant:innen können als Markenbotschafter:innen sowohl online als auch auf dem Campus eine wichtige Rolle einnehmen.
Unterstützt Ihre DEIB-Bemühungen
Ein gut aufgebautes Praktikumsprogramm kann ein zentrales Instrument sein, um Ihre DEIB-Bemühungen zu unterstützen.
Ein vielfältiges Praktikant:innen-Team zu beschäftigen, ermöglicht es Ihnen, eine divers besetzte Gruppe von Nachwuchstalenten zu rekrutieren und Ihren Talentpool gezielt auszubauen.
Zudem zeigen aktuelle Absolvent:innen-Daten eine wachsende Lohnlücke, da weibliche Absolventinnen nur noch 72 Cent für jeden Dollar ihrer männlichen Kollegen verdienen (im Vergleich zu 81 Cent pro Dollar in den letzten Jahren).
Gezielte Anstrengungen, weibliche Talente während ihrer Praktikumszeit zu fördern und gerecht zu bezahlen, können entscheidend dazu beitragen, die Gehaltsgleichheit für Frauen zu verbessern und weibliche Kolleginnen langfristig erfolgreich aufzustellen.
Praktikumsprogramme helfen Ihnen, den Kampf um Talente zu gewinnen
Ist Ihr Unternehmen auf die alternde Belegschaft vorbereitet?
Praktika sind eine kostengünstige Möglichkeit, hochqualifizierte Talente in Ihr Unternehmen zu holen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit langfristig bleiben.
Sie sind außerdem vorteilhaft für Ihre Arbeitgebermarke und Ihre DEI-Bemühungen.
Ich empfehle Ihnen, Wege zu finden, um das Engagement und die Bindung Ihrer ehemaligen Praktikanten zu fördern, sobald sie fest zu Ihrem Team gehören.
Ehemalige Praktikanten sind die Zukunft Ihres Unternehmens, daher zahlt es sich aus, weiterhin in ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu investieren.
FAQs
Wie lange sollte ein Praktikum dauern?
Die Dauer Ihres Praktikumsprogramms variiert stark je nach den Zielen Ihres Unternehmens und den Positionen, für die Sie einstellen.
Die meisten professionellen Praktika dauern 1-3 Monate – dies ist lang genug, um dem Praktikanten einen guten Einblick in die Position und das Unternehmen zu ermöglichen. Das ist typisch für Praktika im Sommer.
Langfristigere Praktika können bei komplexeren Aufgaben von Vorteil sein und bieten zudem den Zusatznutzen, dass der Praktikant die Arbeitsumgebung besser kennenlernt und mehr zum Unternehmen beiträgt.
Ein gutes Beispiel hierfür sind Positionen wie Kliniker, Apotheker und andere Gesundheitsdienstleister.
Diese Tätigkeiten erfordern häufig längere Praktika, die das gesamte Studienjahr abdecken und Studierenden die entscheidenden Fähigkeiten vermitteln, die sie für den erfolgreichen Einstieg nach dem Abschluss benötigen.
Welche verschiedenen Arten von Praktika gibt es?
Es gibt zahlreiche Arten von Praktikumsprogrammen, die Sie anbieten können, von klassischen Sommerpraktika bis hin zu umfangreicheren praxisorientierten Modellen. Hier einige gängige Beispiele:
- Sommerpraktikum. Kurzes, aber intensives Praktikum während der Sommermonate, in denen Studierende keine akademischen Verpflichtungen haben
- Praxissemester-Praktika. Üblicherweise Teilzeit- oder reduzierte Arbeitszeiten während eines Herbst- oder Frühjahrssemesters, wobei die Arbeit mit den akademischen Prioritäten kombiniert wird
- Rotationspraktika. Bei diesen Programmen rotieren die Praktikanten durch verschiedene Abteilungen oder Teams, um einen ganzheitlicheren Einblick ins Unternehmen zu bekommen und verschiedene Fähigkeiten zu entwickeln (zum Beispiel kann ein HR-Rotationspraktikum den Praktikanten Bereiche wie Recruiting, Personalentwicklung und Vergütung durchlaufen lassen). Das ist besonders nützlich für Programme mit hohem Entwicklungspotenzial und ermöglicht es den Praktikanten, sich am Ende besser auf eine Spezialisierung festzulegen.
- Inklusive Praktikumsprogramme. Diese sind darauf ausgerichtet, Vielfalt und Inklusion zu fördern, und konzentrieren sich meist darauf, benachteiligten Gruppen oder Minderheiten gezielt Qualifizierungs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten.
