Manche von uns lernen am besten in der ruhigen Umgebung ihres Zuhauses und arbeiten dabei in ihrem eigenen Tempo. Andere genießen die Anregung einer Gruppenumgebung und profitieren von der Energie persönlicher Gespräche.
Blended-Learning-Programme kommen beiden Gruppen gleichermaßen entgegen. Sie bieten unterschiedliche Lernwege, die auf verschiedene Lernstile zugeschnitten sind.
In diesem Artikel erkläre ich, wie Blended Learning funktioniert und stelle einige wichtige Vorteile vor, damit Sie entscheiden können, ob dieses Modell zu Ihrem Team passt.
Was ist Blended Learning?
Blended Learning ist eine Methode zur Vermittlung von Lerninhalten, die sowohl Präsenz- als auch Online-Elemente kombiniert. Es bietet Lernenden die flexible Möglichkeit, sich Inhalte im eigenen Tempo zu erarbeiten, gleichzeitig aber auch persönliche Unterstützung in Form von Präsenzphasen mit face-to-face-Unterricht zu erhalten.
Der Präsenzunterricht eignet sich hervorragend für Rollenspiele, Brainstormings und kollaborative Gruppenarbeiten.
Online-Trainings ermöglichen Lernenden den Zugriff auf Lernressourcen außerhalb eines klassischen Klassenraums. Dazu gehören Lernmedien wie Videos, Spiele, Tutorials, Quizze und Social-Media-Gruppen-Chats.
Im Allgemeinen steht das Online-Kursmaterial über die Startseite des Lernenden im Learning Management System (LMS) zur Verfügung.
Im eigentlichen Sinne ist Blended Learning eine Kombination aus Präsenz- und E-Learning-Ressourcen. Manche Modelle ersetzen jedoch die persönliche Unterrichtskomponente durch einen virtuellen Klassenraum, in dem die Lernenden über Live-Webinare, Videokonferenzen sowie E-Mail oder Chat mit den Lehrenden verbunden bleiben.
Wie funktioniert Blended Learning?
Blended Learning ermöglicht es Lehrplangestaltern, das Lernerlebnis auf verschiedene Faktoren zuzuschneiden. Vielleicht arbeiten Sie mit:
- Zeitlichen Einschränkungen
- Einem räumlich verteilten Team
- Eine Mischung aus technikaffinen und eher traditionellen Lernenden.
Blended-Learning-Programme können in zahllosen Varianten konfiguriert werden, um den Bedürfnissen Ihres Teams gerecht zu werden.
Beispiel: Sie entscheiden sich vielleicht für zwei längere persönliche Sitzungen, die durch Online-Materialien wie Spiele, Quizze und Hausaufgaben ergänzt werden.
Vielleicht bitten Sie Ihre Lernenden, bestimmte Module online abzuschließen, bevor sie zur nächsten Präsenzphase zurückkehren. Im Anschluss können Sie im persönlichen Austausch die Fortschritte diskutieren und Feedback geben. Dies nennt man auch das Konzept des „flipped classroom“ (umgedrehter Klassenraum).

Was ist der Unterschied zwischen Hybrid Learning und Blended Learning?
Hybrid Learning und Blended Learning überschneiden sich in mehreren Punkten. Beide sind flexible Lernmethoden und beinhalten Online-Ressourcen. Beim Blended-Learning-Modell nehmen Lernende jedoch einige Präsenztermine wahr und erledigen die Online-Übungen asynchron dazwischen.
Beim Hybridmodell nehmen Lernende im Klassenraum persönlich an den Sitzungen teil, während andere gleichzeitig dieselbe Session per Live-Übertragung online mitverfolgen.
Warum ist Blended Learning effektiv?

Es gibt mehrere Gründe, die für die Einführung eines Blended-Learning-Modells in Ihrem Team sprechen. Schauen wir uns einige der häufigsten an:
1. Jeden Lerntyp erreichen
Jeder Mensch lernt anders. Für manche sind Präsenzunterricht, Gruppenarbeit und persönliche Treffen besonders effektiv. Für andere ist eine eigenständige Bearbeitung im individuellen Tempo der beste Weg, um Stress zu reduzieren und Wissen zu festigen.
In Teams mit altersgemischten Mitarbeitenden zeigt sich oft, dass einige Gruppen deutlich technikaffiner sind, während andere persönliche Kommunikation bevorzugen.
Blended Learning ermöglicht es Ihnen, auf alle Lernenden einzugehen und bietet für jeden die passende Option, damit jeder sein persönliches Potenzial ausschöpfen kann.
2. Engagement und Wissensvermittlung stärken
Blended Learning verbessert das Engagement der Lernenden, da es für Abwechslung sorgt und sowohl den menschlichen Aspekt des Präsenzunterrichts als auch unterhaltsame Optionen wie Online-Gamification bietet.
Zudem haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Lernende davon profitieren, verschiedene Methoden anzuwenden, wenn sie sich eine neue Fähigkeit aneignen. Wissenschaftler nennen dies Interleaving (Vermischung), im Gegensatz zur traditionellen Methode des Blockens (bei der sich Lernende jeweils nur mit einer Fähigkeit beschäftigen).
Statistisch gesehen schneiden diejenigen, die Interleaving anwenden, sowohl kurzfristig als auch langfristig besser ab als Blocker. Blended Learning ist ideal für Interleaving geeignet, da den Lernenden eine Vielzahl von Aktivitäten im Unterricht und online angeboten wird.
3. Kosteneffizient und leicht skalierbar
Zwar wirken die Anfangskosten für die Investition in ein LMS auf den ersten Blick hoch, aber Blended Learning bedeutet auf lange Sicht enorme Kostenersparnisse. Präsenzveranstaltungen verursachen schnell hohe Kosten, wenn beispielsweise räumlich verteilte Teammitglieder eingeflogen werden müssen. Auch die Ausgaben für Trainer und Vortragende summieren sich rasch.
Mit Blended Learning können Sie die Anzahl der Präsenztermine reduzieren, indem Sie ergänzende Online-Materialien bereitstellen. Blended-Learning-Programme lassen sich außerdem einfach skalieren. Einmal erstellte Online-Ressourcen können beliebig oft verwendet werden. Teams an verschiedenen Standorten profitieren vom selben Material und können dieses mit lokalen Präsenzveranstaltungen kombinieren.
Wie Lernmanagement-Systeme unterstützen können
Die Blended-Learning-Umgebung deckt unterschiedliche Lernstile ab, hilft Kosten zu senken und lässt sich problemlos mit dem Wachstum Ihrer Organisation skalieren.
Die Umsetzung eines Blended-Learning-Modells erfordert anfängliche Planung sowie umfassende technische Unterstützung im Hintergrund. Hier kommt ein Lernmanagement-System (LMS) ins Spiel.
Ein LMS ist eine Softwareanwendung, die Ihre Schulungsinhalte verwaltet, nachverfolgt und bereitstellt. Ihr LMS bewertet Lernziele auf individueller und organisatorischer Ebene, überwacht die Fortschritte beim Erreichen dieser Ziele und sammelt sowie präsentiert Materialien zur Steuerung des Lernprozesses.
Lernende können über das LMS auf ihre Online-Materialien zugreifen. Trainer erhalten in Echtzeit Daten darüber, wie das Curriculum angenommen wird.
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