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Wann und wie Menschen bezahlt werden, kann einen großen Unterschied machen. Genau hier kommt Flexible Pay ins Spiel – es gibt Arbeitnehmern mehr Kontrolle über ihren Verdienst, anstatt am traditionellen Gehaltszyklus festzuhalten.

Von On-Demand-Pay bis hin zu Sofortzugang zum verdienten Lohn, Flexible Pay verändert das Spielfeld sowohl für Beschäftigte als auch für Arbeitgeber.

In diesem Artikel erkläre ich, was Flexible Pay eigentlich bedeutet, warum Unternehmen darauf setzen und was man beachten sollte, bevor man sich dafür entscheidet. Legen wir los!

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Was ist Flexible Pay?

Flexible Pay ist ein Lohnabrechnungsmodell, das es Beschäftigten ermöglicht, entweder außerhalb des traditionellen Zahlungsplans auf ihr Gehalt zuzugreifen oder den Zahlungszeitpunkt individuell anzupassen.

Zum Beispiel können Mitarbeitende anstatt auf einen zweiwöchentlichen oder monatlichen Gehaltsscheck zu warten, ihr Gehalt häufiger erhalten – manchmal sogar täglich oder auf Abruf.

Dazu gehören Optionen wie Earned Wage Access (EWA), bei denen Beschäftigte einen Teil ihres Lohns vor dem offiziellen Zahltag abheben können, sowie individuelle Lohnpläne, bei denen Unternehmen unterschiedliche Auszahlungsfrequenzen je nach Bedarf anbieten.

Das Ziel? Mehr Flexibilität für Arbeitnehmer und eine bessere Gewinnung, Motivation und Bindung von Talenten für Arbeitgeber.

Wie jede Gehaltsabrechnung bringt auch Flexible Pay Aspekte wie Vorschriften, Gebühren und Budgetplanung mit sich.

Warum bieten Unternehmen Flexible Pay an?

In einem umkämpften Arbeitsmarkt setzen Unternehmen Flexible Pay ein, um Talente zu gewinnen und zu halten sowie die finanzielle Gesundheit der Beschäftigten zu stärken:

​​Hilft neue Talente zu gewinnen

Flexible Pay kann ein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb um Arbeitskräfte sein und Arbeitgeber dabei unterstützen, sich hervorzuheben – besonders in Branchen mit hoher Fluktuation wie Einzelhandel, Gastgewerbe und Gig-Arbeit.

Laut einer Untersuchung von Nucleus würden über 70 % der Stundenlöhner ihren derzeitigen Arbeitsplatz für ein Unternehmen mit Sofortauszahlung verlassen.

Hilft vorhandene Talente zu halten und zu motivieren

Wenn Beschäftigte mehr Kontrolle darüber haben, wann sie bezahlt werden, sinkt der finanzielle Stress, die Arbeitszufriedenheit steigt und die Fluktuation nimmt ab.

Mitarbeitende, die sich finanziell sicher fühlen, sind zudem weniger geneigt, nach anderen Jobs Ausschau zu halten. Das ist gerade für Betriebe mit hohen Abwanderungsraten vorteilhaft, denn erfahrene Mitarbeitende zu halten, spart Kosten bei Einstellung und Einarbeitung.

Eine Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) zum Uber Instant Pay System zeigte, dass diese Flexibilität bei der Auszahlung die Arbeitszeit der Fahrer deutlich erhöhte – was unterstreicht, wie wertvoll Beschäftigte im Gig-Bereich den sofortigen Zugang zu ihrem Einkommen schätzen.

Verbessert das Wohlbefinden der Beschäftigten

Schätzungen zufolge leben etwa 25 % der US-Haushalte von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und sind bei unerwarteten Ausgaben auf teure Kurzzeitkredite angewiesen.

Flexible Pay ist eine Alternative zum Gehaltsvorschuss und ermöglicht Beschäftigten den Zugriff auf bereits verdientes Gehalt, ohne in Schuldenfallen zu geraten. 

Bei manchen Flexible-Pay-Lösungen sind auch Tools bei der Budgetierung und zur finanziellen Gesundheitsförderung enthalten, die das Geldmanagement erleichtern.

Zudem kann die Reduzierung von finanziellem Stress Konzentration und Produktivität steigern, da Beschäftigte weniger Zeit mit Geldsorgen verbringen und sich stärker bei der Arbeit engagieren.

Wie funktioniert Flexible Pay?

Arbeitgeber können Flexible Pay über Lohnabrechnungssoftware, externe Lohnabrechnungsdienstleister oder Finanz-Apps anbieten.

Die Beträge werden in der Regel vom nächsten Gehaltsscheck der Angestellten abgezogen, sodass sie nur bereits verdientes Gehalt abrufen können.

Das sind die verfügbaren Optionen:

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1. Earned Wage Access (EWA)

Beschäftigte können einen Teil ihres bereits verdienten Gehalts vor dem regulären Zahltag abheben. Dies erfolgt häufig über Lohnabrechnungslösungen oder Drittanbieter-Apps wie DailyPay, Even oder Payactiv.

Manche Arbeitgeber übernehmen anfallende Transaktionsgebühren, andernfalls müssen Beschäftigte pro Auszahlung eine geringe Gebühr zahlen.

2. On-Demand-Pay

Dies ist ähnlich wie EWA, erlaubt aber den Beschäftigten, ihr Gehalt bedarfsorientiert – manchmal sogar täglich – abzurufen. 

Besonders beliebt ist dieses Modell bei Gig-Arbeit, im Einzelhandel und Gastgewerbe, wo die Gehaltshöhe variieren kann.

3. Sofortauszahlung für Gig-Arbeiter

Gig-Arbeiter (z.B. Uber, DoorDash, Fiverr) können ihre Einnahmen unmittelbar nach Abschluss eines Auftrags auszahlen lassen. 

Diese Option ist oft direkt in die Plattform integriert, mit kleinen Gebühren für Sofortüberweisungen.

4. Individuelle Auszahlungspläne

Einige Unternehmen geben Mitarbeitenden die Möglichkeit, zwischen wöchentlicher, zweiwöchentlicher oder halbmonatlicher Auszahlung zu wählen. 

Das hilft den Beschäftigten, Zahltage besser an Rechnungen und Ausgaben anzupassen und so die Finanzplanung zu optimieren.

5. Gehalt auf Abruf (Abo-Modell)

Manche Arbeitgeber bieten einen festen monatlichen Gehaltsvorschuss auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden für eine Pauschalgebühr an. Dies kann wie ein zinsloser Gehaltsvorschuss funktionieren und teure Kurzzeitkredite vermeiden.

Jedes Modell hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung, den Cashflow, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die finanzielle Gesundheit – daher sollten Unternehmen sorgfältig überlegen, welche Option am besten zu ihren Möglichkeiten und ihrer Belegschaft passt.

Zu beachtende Aspekte bei flexibler Bezahlung

Obwohl die Einführung flexibler Lohnmodelle Vorteile bringen kann, müssen Organisationen auch mögliche Herausforderungen und Nachteile bedenken, um eine nachhaltige und sinnvolle Lösung zu gewährleisten. 

Das sind einige zentrale Faktoren:

1. Liquiditäts- und Abrechnungsmanagement

Häufigere, unregelmäßige Auszahlungen machen Anpassungen der Abrechnungssysteme und der Liquiditätsplanung notwendig, was die Verwaltung komplexer machen kann.

Kleine Unternehmen mit geringeren Margen könnten Liquiditätsprobleme bekommen, wenn Mitarbeitende häufig Gehaltsauszahlungen anfordern.

2. Gesetzliche Regelungen und Compliance

Lohn- und Gehaltsgesetze unterscheiden sich je nach Land und Bundesland, deshalb müssen Unternehmen auf die Einhaltung von Arbeitsrecht, steuerlichen Vorgaben und Offenlegungspflichten achten.

In manchen Regionen kann der Zugang zu bereits verdientem Lohn (EWA) als Form von Kredit angesehen werden, was zusätzliche rechtliche Verpflichtungen auslösen könnte.

3. Übermäßige Inanspruchnahme durch Mitarbeitende

Wenn Mitarbeitende sehr häufig auf bereits verdienten Lohn zugreifen, kann es schwierig werden, eine langfristige finanzielle Stabilität zu erreichen.

Deshalb bieten viele Apps Funktionen zur finanziellen Gesundheit wie Budgetplanung an bzw. entscheiden sich Unternehmen, Programme zur finanziellen Bildung zusätzlich zur flexiblen Auszahlung einzuführen, um einen verantwortungsbewussten Umgang zu fördern.

4. Anbieter- und Integrationskosten

Viele Lösungen für flexible Bezahlung bringen Transaktionsgebühren (für Arbeitgebende oder Mitarbeitende) mit sich, die sich summieren können.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihr Abrechnungsanbieter flexible Auszahlungsmöglichkeiten anbieten oder problemlos integrieren kann, ohne Verzögerungen oder Fehler zu verursachen.

5. Wahrgenommene Arbeitgeberverantwortung

Mitarbeitende könnten erwarten, jederzeit sofortigen Zugang zu ihrem Lohn zu erhalten, was bei Einschränkungen zu Unzufriedenheit führen kann. Unternehmen müssen klar kommunizieren, wie das System funktioniert, und realistische Erwartungen setzen.

So führen Sie Flexible Bezahlung ein

Die Zusammenarbeit mit einem Lohnabrechnungsanbieter ist die einfachste und unkomplizierteste Möglichkeit, flexible Auszahlung anzubieten – aber nicht die Einzige. 

Hier ein Überblick über verschiedene Methoden, wie Sie flexible Bezahlung umsetzen können:

1. Über einen Lohnabrechnungsanbieter (am einfachsten & am besten integriert)

Viele Lohnabrechnungsunternehmen (ADP, Paychex, Gusto) bieten integrierte Optionen für den sofortigen Lohnzugriff (EWA) an.

  • Vorteile: Vollständig integriert, gesetzeskonform und benötigt kaum Verwaltungsaufwand.
  • Nachteile: Kann zusätzliche Gebühren verursachen oder einen Anbieterwechsel erfordern, falls Ihr aktuelles System dies nicht unterstützt.

2. Zusammenarbeit mit einem EWA- oder Fintech-Anbieter

Unternehmen wie DailyPay, Even und Payactiv bieten eigenständige Lösungen für den Zugriff auf bereits verdienten Lohn an, die sich mit der Lohnabrechnung integrieren lassen, aber keinen Anbieterwechsel erfordern.

  • Vorteile: Flexibilität bei der Wahl eines passenden Anbieters; in der Regel sind nur geringe Änderungen an der Lohnabrechnung notwendig.
  • Nachteile: Kann zusätzliche Servicegebühren oder Verwaltungsschritte zur Einhaltung der Vorschriften beinhalten.

3. Interne Verwaltung flexibler Auszahlungen (aufwändiger)

Einige Unternehmen bearbeiten Gehaltsvorschüsse manuell oder passen Auszahlungsintervalle an, damit häufiger gezahlt werden kann.

  • Vorteile: Volle Kontrolle über den Prozess, ohne sich auf Dritte verlassen zu müssen.
  • Nachteile: Hoher Verwaltungsaufwand, potenzielle Compliance-Risiken und Herausforderungen bei der Liquidität.

Welche Option ist die beste?

Wenn Sie eine mühelose, konforme und skalierbare Lösung wünschen → Arbeiten Sie mit einem Lohnabrechnungsanbieter oder EWA-Service zusammen.

Wenn Sie mehr Kontrolle bevorzugen und bereit sind, den Verwaltungsaufwand zu übernehmen → Erwägen Sie die Anpassung von Lohnabrechnungszyklen oder das Angebot manueller Vorschüsse.

Lohnabrechnungsanbieter, die flexible Auszahlung anbieten

Einige Lohnanbieter, die flexible Auszahlung ermöglichen, sind:

  • Das Mobile-Wallet-Feature von Paycor bietet Zugriff auf bereits verdiente Löhne, flexible Auszahlungsoptionen und Ressourcen für finanzielle Gesundheit.
  • Zellis‘ MyView PayNow-App hilft Beschäftigten beim Budgetieren, dem selbstgewählten Auszahlungstermin, dem Aufbau eines Notfallfonds sowie mit kostenlosen Finanzinformationen und nützlichen Tools wie einem Leistungs-Checker.
  • Die kostenlose Gehaltsvorschuss-Funktion von PayCaptain bietet mehr finanzielle Flexibilität für Beschäftigte mit unerwarteten Ausgaben, die Schwierigkeiten haben oder ihr Wochenbudget besser managen möchten.

Fazit: Flexible Auszahlung als Teil des großen Ganzen

Flexible Auszahlung kann ein echter Gamechanger sein, ist aber nur ein Teil eines größeren Vergütungskonzepts. 

Beschäftigte heutzutage erwarten nicht nur schnellere Gehaltszahlungen – sie wünschen sich finanzielle Sicherheit, Transparenz und langfristige Stabilität.

Deshalb erzielen Unternehmen, die flexible Auszahlung mit Programmen zur finanziellen Gesundheit, transparenten Vergütungsstrukturen und attraktiven Zusatzleistungen kombinieren, den größten Mehrwert.

Am Ende des Tages geht es bei der Vergütung nicht nur darum, wann Beschäftigte ihr Geld erhalten – sondern wie gut ihr Gehalt ihr gesamtes Wohlbefinden unterstützt. 

Ob es sich um Earned Wage Access, Budgetierungstools oder Vergütungstransparenz handelt – ein durchdachtes Vergütungsmanagement hilft dabei, Top-Talente zu gewinnen, Beschäftigte zu binden und ein stärkeres, loyaleres Team aufzubauen.

Möchten Sie Ihre Vergütungsstrategie effektiver für Ihr Team machen? Denken Sie über den Zahltag hinaus.

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Häufig gestellte Fragen zu flexibler Bezahlung

Finn Bartram

Finn ist Redakteur bei People Managing People. Er setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Organisationen zu gestalten, in denen Menschen sich kontinuierlich weiterentwickeln und wirklich gerne zur Arbeit kommen. Ist er nicht am Schreibtisch, treibt er Sport oder genießt die Natur.