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Key Takeaways

Leistungsbewertungsskalen sind entscheidend im Leistungsmanagement, da sie Organisationen einen strukturierten Ansatz bieten, um Mitarbeiterbeiträge zu bewerten und mit Unternehmenszielen abzugleichen.

Diese Skalen fördern Fairness, Konsistenz und umsetzbare Erkenntnisse und tragen gleichzeitig zum Wachstum und zur Verantwortlichkeit der Mitarbeitenden bei.

Organisationen können aus einer Vielzahl von Skalen wählen, darunter numerische, verhaltensorientierte und kompetenzbasierte Modelle, um ihren Ansatz an die spezifischen Bedürfnisse von Team und Unternehmen anzupassen.

Leistungsbewertungsskalen sind unverzichtbare Werkzeuge im Leistungsmanagement und bieten Unternehmen eine strukturierte Methode, Mitarbeiterbeiträge zu beurteilen und sie mit den Unternehmenszielen in Einklang zu bringen.

Sie helfen dabei, Fairness, Konsistenz und umsetzbare Erkenntnisse zu gewährleisten und fördern gleichzeitig Wachstum und Verantwortlichkeit.

Andererseits können sie sich negativ auf die Bewertungen aller auswirken und dazu führen, dass Führungskräfte den Fokus auf falsche Aspekte legen.

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Im Folgenden gehe ich auf einige gängige Skalentypen mit vielen Beispielen ein und gebe Best Practices an die Hand, die Ihnen helfen, die richtige Skala für Ihren Bedarf auszuwählen.

Kurz gefragt: Nehmen Sie an unserer 60-Sekunden-Umfrage teil und teilen Sie uns mit, wie Sie zum Einsatz von KI-Agenten bei Leistungsbeurteilungen, Beförderungen und Coaching stehen. Ihr Beitrag hilft uns, die tatsächlichen Herausforderungen zu verstehen, vor denen HR-Teams beim Einsatz von KI im Leistungsmanagement stehen.

Was ist eine Leistungsbewertungsskala?

Eine Leistungsbewertungsskala ist ein Instrument im Leistungsmanagement, mit dem die Arbeitsleistung eines Mitarbeitenden anhand spezifischer Kriterien oder Ziele bewertet und gemessen wird.

Sie bietet eine strukturierte Möglichkeit, Kompetenzen, Verhaltensweisen und Erfolge zu bewerten, wodurch Konsistenz und Fairness bei den Beurteilungen ermöglicht werden.

Leistungsbewertungsskalen werden typischerweise in formellen Leistungsmanagementprozessen wie Leistungsbeurteilungen oder 360-Grad-Feedback verwendet, können aber ebenso gut für informelle Leistungsbewertungen, Peer-Evaluierungen, Stakeholder-Feedback, Kundenbewertungen und mehr genutzt werden!

Mögliche Vorteile der Verwendung einer Leistungsbewertungsskala sind:

  • Klarheit und Ausrichtung: Mitarbeitende wissen genau, was von ihnen erwartet wird und wie ihre Leistung gemessen wird.
  • Leicht vergleichbar: Ermöglicht einen unkomplizierten Vergleich von Leistungen zwischen Mitarbeitenden und Abteilungen—ideal, um Top-Performer zu identifizieren. 
  • Datenbasierte Entscheidungen: Liefert quantitative Daten, um fundierte Entscheidungen zu Beförderungen, Gehaltserhöhungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu treffen.
  • Transparenz und Verantwortlichkeit: Eine gut gestaltete Bewertungsskala sorgt für Transparenz im Leistungsbewertungsprozess und stärkt die Verantwortlichkeit bei Führungskräften und Mitarbeitenden.

Arten von Leistungsbewertungsskalen

Leistungsbewertungsskalen sind nicht immer gleich. Die richtige Skala kann entscheidend dafür sein, dass Ihre Leistungsbeurteilungen fair, klar und aussagekräftig – sowohl für Mitarbeitende als auch Führungskräfte – ausfallen. 

Ob Sie nun eine unkomplizierte, datengetriebene oder eine differenziertere Methode suchen, die bestimmte Verhaltensweisen erfasst – es gibt für jeden Bedarf eine passende Skala.

Nachfolgend habe ich 10 der gängigsten Arten von Leistungsbewertungsskalen (ohne bestimmte Reihenfolge) zusammengestellt. Jede Skala wird mit Beispielen, Einsatzbereichen sowie Vor- und Nachteilen vorgestellt, damit Sie die beste Wahl für Ihr Team treffen können.

1. Numerische Bewertungsskala

Was sie ist: Mitarbeitende werden auf einer numerischen Skala – in der Regel von 1 bis 5 oder 1 bis 10 – bewertet, um ihr Leistungsniveau anzuzeigen. Diese Skala ist sehr häufig in Leistungsbeurteilungen zu finden! 

Beispiel (von Lattice-CEO Jack Altman):

  • 1 - Unter den Erwartungen
  • 2 - Entspricht den Erwartungen
  • 3 - Übertrifft die Erwartungen
  • 4 - Übertrifft die Erwartungen deutlich
  • 5 - Wirklich herausragend

Verwendungszwecke: Wenn Sie eine einfache, quantifizierbare Methode zur Bewertung von Mitarbeiterleistungen, zur Nachverfolgung von Fortschritten und zum Vergleich von Ergebnissen zwischen Teams oder Einzelpersonen benötigen. Die numerische Skala eignet sich ideal für Leistungskennzahlen, die objektiv gemessen werden können, oder wenn Sie Daten für Berichte und Entscheidungen benötigen.

Vorteile: Einfach zu verstehen, anzuwenden und für Vergleiche zusammenzufassen.

Nachteile: Kann Nuancen vermissen lassen und ist ohne klare Definitionen subjektiv.

2. Deskriptive Bewertungsskala

Was sie ist: Verwendet beschreibende Begriffe (z. B. „Verbesserungsbedarf“, „Übertrifft Erwartungen“) anstelle von Zahlen.

Beispiel: Eine Kundenservicemitarbeiterin wird bezüglich „Problemlösung“ bewertet – mit Bewertungen wie „Verbesserungsbedarf“, „Erfüllt Erwartungen“ oder „Übertrifft Erwartungen“.

Verwendungszwecke: Die deskriptive Skala ist sinnvoll, wenn eine qualitative Leistungsbewertung gewünscht ist, die einen klaren, kontextgebundenen Rückbezug statt numerischer Werte ermöglicht.

Sie funktioniert am besten in Situationen, in denen das Verständnis des „Warum“ hinter der Leistung entscheidend ist und eine subjektive Bewertung akzeptabel ist.

Vorteile: Bietet Klarheit und Kontext und reduziert Subjektivität.

Nachteile: Schwerer zu aggregieren für datenbasierte Entscheidungsfindung.

3. Verhaltensverankerte Bewertungsskala (BARS)

Was es ist: Kombiniert numerische Bewertungen mit detaillierten Verhaltensbeschreibungen für jedes Level und verdeutlicht so, was jeder Wert repräsentiert. Dies ist eine weitere sehr häufig verwendete Skala! 

Beispiel: Ein Kundendienstmitarbeiter wird bei „Umgang mit Beschwerden“ bewertet:

  • 1 - Schlecht: Leitet Anrufe häufig weiter oder eskaliert Beschwerden, ohne sie zu lösen.
  • 3 - Entspricht den Erwartungen: Löst die meisten Beschwerden eigenständig, benötigt aber gelegentlich Unterstützung.
  • 5 - Hervorragend: Löst Beschwerden schnell, mit minimaler Aufsicht, und erhält regelmäßig positives Kundenfeedback.

Anwendungsfälle: Wenn Sie eine objektive, detaillierte und verhaltensorientierte Bewertungsmethode benötigen, die Subjektivität reduziert. BARS verknüpft Leistungsbewertungen mit spezifischen, beobachtbaren Verhaltensweisen und ist besonders nützlich für Rollen mit klar definierten Aufgaben oder Kundenkontakt.

Vorteile: Subjektivität wird reduziert, indem Bewertungen an beobachtbarem Verhalten ausgerichtet werden.

Nachteile: Die Entwicklung und Implementierung ist zeitaufwändig.

4. Grafische Bewertungsskala

Was es ist: Eine visuelle Skala (z. B. Linie, Schieberegler oder Diagramm), auf der Bewertende das Leistungsniveau entlang eines Kontinuums angeben.

Beispiel: Ein Marketingkoordinator wird bei „Kreativität“ mit einem Schieberegler von 1 (geringe Kreativität) bis 5 (sehr kreativ) bewertet.

Anwendungsfälle: Sie würden eine grafische Bewertungsskala verwenden, wenn Sie eine einfache, visuelle und benutzerfreundliche Bewertungsmethode benötigen, mit der Führungskräfte die Leistung von Mitarbeitenden schnell entlang eines definierten Bereichs einschätzen können.

Diese Skala eignet sich besonders zur Messung von Leistungsfaktoren wie Produktivität, Kommunikationsfähigkeiten und Teamarbeit – insbesondere, wenn Trends verfolgt oder Mitarbeitende verglichen werden sollen.

Vorteile: Einfach und visuell intuitiv.

Nachteile: Es fehlt an Tiefe und sie kann ungenau sein, wenn keine Anker vorhanden sind.

5. Erzwungene Verteilungsskala

Was es ist: Erfordert, dass ein festgelegter Prozentsatz der Mitarbeitenden in vordefinierte Leistungskategorien eingeordnet wird (z. B. eine Normalverteilung).

Beispiel: Ein Verkaufsteam wird nach dem generierten Umsatz bewertet, wobei die oberen 20 % als „Übertrifft die Erwartungen“ und die unteren 10 % als „Verbesserungsbedürftig“ klassifiziert werden.

Anwendungsfälle: Sie würden eine erzwungene Verteilungsskala verwenden, wenn Sie Mitarbeitende über eine Leistungskurve hinweg einstufen müssen, um Unterschiede zu schaffen und Spitzen- sowie schwächere Leistungen zu identifizieren. 

Bei dieser Methode müssen Bewertende Mitarbeitende in vordefinierte Leistungskategorien einordnen, sodass sie besonders für wettbewerbsorientierte Unternehmen mit leistungs- oder prämienbasierten Entscheidungen geeignet ist.

Vorteile: Fördert Unterschiede in der Leistung und verhindert Noteninflation.

Nachteile: Kann Mitarbeitende demotivieren, wenn das Verfahren als unfair empfunden wird, insbesondere in kleinen Teams.

6. Checklisten-Skala

Was es ist: Eine Liste von Leistungsindikatoren, die Bewertende als vorhanden oder nicht vorhanden markieren.

Beispiel:

  • „Hält Fristen konsequent ein“ – Ja/Nein
  • „Zeigt Führungsqualitäten“ – Ja/Nein

Anwendungsfälle: Sie würden eine Checklisten-Skala verwenden, wenn Sie ein unkompliziertes, binäres Bewertungssystem benötigen, das festhält, ob Mitarbeitende bestimmte aufgaben-, kompetenz- oder verhaltensbezogene Anforderungen erfüllen. Diese Skala eignet sich besonders zur Bewertung klarer, messbarer Aufgaben und zur Sicherstellung von Einhaltung von Standards oder betrieblichen Vorgaben.

Vorteile: Einfach in der Anwendung und stellt sicher, dass spezifische Verhaltensweisen bewertet werden.

Nachteile: Kann Leistungen zu sehr vereinfachen und enthält wenig qualitative Rückmeldung.

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7. Likert-Skala

Was es ist: Verwendet eine Skala von Zustimmung oder Zufriedenheit (z. B. „Stimme überhaupt nicht zu“ bis „Stimme voll und ganz zu“), um Leistung zu bewerten.

Beispiel: „Mein Vorgesetzter kommuniziert Erwartungen klar.“

  • 1 = Nie | 2 = Selten | 3 = Manchmal | 4 = Oft | 5 = Immer

Einsatzmöglichkeiten: Diese Skala eignet sich ideal zur Bewertung subjektiver Aspekte der Mitarbeiterleistung, wie Engagement, Kommunikation, Führungsqualitäten oder Arbeitszufriedenheit. 

Sie ermöglicht es den Befragten, Abstufungen von Zustimmung, Häufigkeit oder Wirksamkeit auszudrücken und liefert dadurch differenziertere Daten als binäre Antworten.

Vorteile: Erfasst Detailstufen in Leistung oder Verhalten genauer als binäre Skalen.

Nachteile: Subjektiv und erfordert möglicherweise Erklärungen zur Vereinheitlichung des Verständnisses.

Hinweis: Kommt Ihnen dies wie die bereits erwähnte numerische Skala vor? Im Gegensatz zu numerischen Skalen, die direkte Leistungswerte zuweisen, messen Likert-Skalen das Ausmaß an Zustimmung oder Wahrnehmung und eignen sich daher ideal zur Bewertung subjektiver Faktoren wie Engagement oder Zufriedenheit.

8. Kompetenzbasierte Skala

Was ist das?: Bewertet Mitarbeitende anhand von rollenspezifischen Kompetenzen, wie Problemlösung, Führung oder Kommunikation.

Beispiel: Ein Softwareentwickler wird bewertet auf „Programmiertechnik“:

  • 1 = Grundlegendes Verständnis von Programmierprinzipien
  • 3 = Schreibt funktionalen, gut strukturierten Code
  • 5 = Entwickelt fortgeschrittene, skalierbare Softwarelösungen

Einsatzmöglichkeiten: Sie nutzen eine kompetenzbasierte Skala, wenn Sie Mitarbeitende hinsichtlich berufsbezogener Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen bewerten, die für ihre Rollen entscheidend sind, z. B. wie gut jemand Kompetenzen wie Führung, Problemlösungsfähigkeit, Kommunikation oder technisches Fachwissen zeigt.

Sie eignet sich besonders für Positionen, deren Kompetenzen klar definiert und mit Leistungsstandards messbar sind.

Vorteile: Verknüpft Leistung direkt mit den Jobanforderungen.

Nachteile: Kann komplex sein in der Definition und konsistenten Umsetzung.

9. Ranking-Skala

Was ist das?: Mitarbeitende werden im Vergleich zueinander, vom besten bis zum schlechtesten Performer, eingestuft.

Beispiel: Berater in einer Beratungsfirma werden anhand von „Kundenbindungsraten“ und „Abrechenbaren Stunden“ eingestuft.

Einsatzmöglichkeiten: Nutzen Sie eine Ranking-Skala, wenn Sie Mitarbeitende direkt miteinander vergleichen und von besten zu schlechtesten auf Basis der Gesamtleistung, Beiträgen oder spezifischer Job-Kriterien einstufen möchten.

Diese Methode ist ideal, wenn Organisationen Top-Performer für Beförderungen, Prämien oder Entlassungen identifizieren müssen, vor allem in wettbewerbsintensiven Umfeldern oder bei der Vergabe begrenzter Anreize.

Vorteile: Hebt Top-Talente hervor und zeigt Leistungslücken auf.

Nachteile: Kann Wettbewerb oder Unmut unter den Mitarbeitenden erzeugen.

10. Individuelle/Hybride Skalen

Was ist das?: Kombination aus Eigenschaften verschiedener Skalentypen (z. B. numerisch mit beschreibend oder BARS), um spezifische Anforderungen der Organisation zu erfüllen.

Beispiel: Ein Projektmanager wird bewertet auf „Budgetmanagement“ (Numerisch: 1-5) und „Teamführung“ (Beschreibend: Übertrifft Erwartungen/Erfüllt Erwartungen).

Einsatzmöglichkeiten: Sie nutzen eine individuelle/hybride Skala, wenn Ihr Unternehmen ein flexibles Bewertungssystem benötigt, das Merkmale mehrerer Bewertungsskalen kombiniert, um bestimmte Ziele im Leistungsmanagement zu erreichen. Diese Skala eignet sich ideal für Unternehmen mit vielfältigen Rollen, komplexen Aufgaben oder speziellen Beurteilungskriterien, die nicht mit nur einer Skalenart abbildbar sind.

Vorteile: Höchst flexibel und auf spezifische Ziele zugeschnitten.

Nachteile: Kann zeitintensiv in Konzeption und Pflege sein.

Author's Tip

Author's Tip

Wenn Sie bereits eine Performance-Management-Software oder 360-Grad-Feedback-Software ausgewählt haben, ist es wahrscheinlich, dass im Standardumfang der Leistungsbewertung auch Bewertungsskalen enthalten sind. Schauen Sie sich diese Konfigurationen genau an, und bedenken Sie: Sie können in der Regel etwas gestalten, das auf Ihr Unternehmen und Ihr Team individuell zugeschnitten ist.

Beispiel für eine numerische Bewertungsskala

General Motors (GM) hat ein fünfstufiges Leistungsbewertungssystem mit den folgenden Kategorien eingeführt:

BewertungBeschreibung
5Übertrifft Erwartungen deutlich
Leistung übertrifft die Standards bei weitem.
4Übertrifft Erwartungen
Übertrifft häufig die Leistungsanforderungen.
3Erfüllt Erwartungen
Erfüllt die Erwartungen an die Position zuverlässig.
2Erfüllt Erwartungen teilweise
Erfüllt die Standards gelegentlich nicht.
1Erfüllt Erwartungen nicht
Leistung bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Laut Quellen bei GM werden Mitarbeitende bei ihrer jährlichen Leistungsbeurteilung anhand des aktualisierten Bewertungssystems bewertet.

Im Rahmen ihres Systems der leistungsabhängigen Vergütung schätzt das Unternehmen, dass etwa 70 % der Organisation in der mittleren Kategorie „erfüllt“ landen und 100 % ihrer Zielboni erhalten.

Beispiel für eine verhaltensbasierte Bewertungsskala (BARS)

Hier ist ein Beispiel für eine verhaltensbasierte Bewertungsskala (Behaviorally Anchored Rating Scale, BARS), die in einer Kundendienstrolle eingesetzt wird:

BewertungsstufeVerhaltensbeschreibung
1Reagiert häufig nicht auf Kundenanfragen und liefert oft falsche oder unvollständige Informationen.
3Beantwortet Kundenanfragen angemessen und korrekt, zeigt aber keine proaktive Beteiligung.
5Erkennt kontinuierlich die Bedürfnisse der Kunden, stellt umfassende Informationen bereit und sorgt mit Nachfassaktionen für deren Zufriedenheit.

Dieses BARS-Framework bietet für jede Leistungsstufe spezifische Verhaltensbeispiele und erleichtert so objektive und klare Bewertungen. Durch die Fokussierung auf beobachtbares Verhalten wird die Subjektivität bei Leistungsbeurteilungen reduziert.

Beispiel für eine beschreibende Bewertungsskala

Die Hilton Hotels verwenden eine beschreibende Bewertungsskala, um die Leistung der Empfangsmitarbeitenden auf Grundlage ihrer Kundenservice-Qualität zu bewerten.

Leistungskategorie: Gästekontakt

  • Herausragend: Geht kontinuierlich über das Erwartete hinaus, um die Zufriedenheit der Gäste sicherzustellen, erkennt Bedürfnisse frühzeitig und erhält regelmäßig positives Feedback.
  • Übertrifft Erwartungen: Bietet regelmäßig außergewöhnlichen Service und übertrifft die Erwartungen der Gäste durch proaktiven Einsatz.
  • Erfüllt Erwartungen: Bietet freundlichen und effizienten Service und erfüllt die Standardanforderungen an die Gästebetreuung.
  • Verbesserungswürdig: Verpasst gelegentlich Möglichkeiten, Gäste wirkungsvoll zu unterstützen, was zu neutralem oder negativem Feedback führt.
  • Unzureichend: Scheitert häufig daran, die Erwartungen der Gäste zu erfüllen, mit wiederholten Beschwerden zur Servicequalität.

Diese Art der Skala bietet Klarheit und Kontext und ermöglicht es Hilton, die Leistung der Mitarbeitenden mit qualitativer Tiefe und umsetzbarem Feedback zu bewerten.

Beispiel für eine Kompetenzbewertungsskala

Deloitte verwendet eine Kompetenzbewertungsskala, um Mitarbeitende in Kompetenzen wie Führung, Problemlösung und Zusammenarbeit zu beurteilen.

Beispielsweise:

Kompetenz: Führungskompetenz

  • 1 - Grundlegend: Scheut sich davor, Initiative zu ergreifen oder Projekte zu leiten, benötigt häufig Anleitung.
  • 3 - Fortgeschritten: Führt erfolgreich kleine Projekte, motiviert Teammitglieder und verwaltet Ressourcen effektiv.
  • 5 - Experte: Führt kontinuierlich große, komplexe Projekte an, inspiriert Innovation und betreut andere in Führungskompetenzen.

Durch diese Skala wird sichergestellt, dass Mitarbeitende an kritischen, für ihre Positionen relevanten Kompetenzen gemessen werden, sodass Deloitte Führungstalente identifizieren und die Entwicklung der Fachkräfte auf die Bedürfnisse der Organisation abstimmen kann.

Beispiel für eine Checklisten-Bewertungsskala

Ein praktisches Beispiel für eine Checklisten-Skala ist bei Amazon in der Lagerlogistik zu finden, wo die Mitarbeiterleistung anhand einer Liste vordefinierter Aufgaben und Verhaltensweisen bewertet wird.

Beispiel-Checkliste für Lagerassistenten:

  • Erreicht konsequent die täglichen Produktivitätsziele (z. B. Anzahl der verarbeiteten Pakete).
  • Hält Sicherheitsprotokolle ein und trägt die vorgeschriebene Schutzausrüstung.
  • Zeigt Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei der Anwesenheit.
  • Führt Qualitätskontrollen mit einer Genauigkeitsrate von 98 % durch.
  • Unterstützt Teammitglieder während arbeitsintensiver Phasen.

Jede Aufgabe wird mit „Ja“ (erledigt) oder „Nein“ (nicht erledigt) markiert, was eine unkomplizierte und objektive Bewertung der Leistung ermöglicht. Diese Skala sorgt für Klarheit in den Erwartungen und hebt gezielt Bereiche hervor, in denen Verbesserungsbedarf besteht.

So wählen Sie die richtige Leistungsbewertungsskala aus

Die richtige Leistungsbewertungsskala zu wählen bedeutet nicht nur, ein Werkzeug zu finden, das auf dem Papier funktioniert – es geht darum, ein System zu schaffen, das zur Unternehmenskultur, zu den Werten und zur tatsächlichen Arbeitsweise Ihrer Organisation passt. 

Die besten Skalen sind auf die Bedürfnisse Ihres Teams zugeschnitten, spiegeln die wichtigsten Werte Ihrer Organisation wider und machen das Verfahren für alle Beteiligten fair und sinnvoll. So treffen Sie die richtige Wahl – inklusive Beispielen.

1. Beginnen Sie mit Ihren Zielen

Verschaffen Sie sich zunächst Klarheit darüber, was Sie mit der Bewertungsskala erreichen wollen. Geht es um die Verfolgung von Leistungstrends, das Erkennen von Schulungsbedarf oder um Entscheidungen zu Beförderungen und Gehaltserhöhungen? Fokussieren Sie sich auf Ergebnisse, Verhaltensweisen oder beides?

Beispiel: Ein Vertriebsteam profitiert womöglich von einer numerischen Skala, die sich auf messbare Ergebnisse wie generierten Umsatz konzentriert, während ein Kundenserviceteam eine BARS-Skala benötigt, um Verhaltensweisen wie Problemlösen und Empathie zu bewerten.

Schneller Tipp: Wenn Ihr Ziel die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden umfasst, wählen Sie eine Skala, die Stärken und Entwicklungspotenziale hervorhebt, statt ein reines Gesamturteil zu fällen.

2. Berücksichtigen Sie die Werte Ihres Unternehmens

Ihre Bewertung und die Skalen sollten das messen, was für Ihr Unternehmen wirklich zählt – nicht nur das, was in der Theorie gut aussieht. Wenn Zusammenarbeit, Innovation oder Kundenzufriedenheit Priorität haben, sollten diese Elemente auch auf der Skala erscheinen.

Beispiel: In einem Unternehmen, das Teamarbeit schätzt, könnte eine beschreibende Skala Bewertungen wie „Baut konsequent starke Partnerschaften mit Kolleginnen und Kollegen auf.“ beinhalten. In einem schnelllebigen Tech-Startup mit Innovationsfokus könnte eine kompetenzbasierte Skala Verhaltensweisen wie „Erkennt proaktiv Möglichkeiten zur Produktverbesserung“ messen.

Kulturelle Passung: Denken Sie auch an die nationale Kultur. In einer kollektivistischen Kultur wie Japan sind vielleicht teambasierte Messgrößen wichtig, während in einer individualistischen Kultur wie den USA eher individuelle Beiträge im Vordergrund stehen.

3. Entscheiden Sie sich für Einfachheit oder Detailtiefe

Wie detailliert soll die Skala sein? Das hängt von ihrem Zweck und den vorhandenen Ressourcen ab.

Einfache Skalen: Eine numerische oder beschreibende Skala eignet sich hervorragend, wenn Sie eine schnelle, grobe Einschätzung benötigen, zum Beispiel um Leistungen in einer großen Gruppe zu vergleichen.

Detaillierte Skalen: Verhaltensbasierte Skalen wie BARS oder kompetenzbasierte Skalen sind besser geeignet, wenn Sie tiefergehende Einblicke wünschen, die an spezifische, beobachtbare Handlungen geknüpft sind.

Beispiel: Bewerten Sie beispielsweise Führungspotenzial, kann eine detaillierte Skala Verhaltensweisen wie „Fördert Innovationen im Team, indem Ideen eingeholt und umgesetzt werden“ mit konkreten Beispielen für jede Bewertungsstufe versehen.

4. Passen Sie die Skala an die jeweilige Rolle an

Unterschiedliche Positionen erfordern unterschiedliche Bewertungsansätze. Eine universelle Leistungsbewertungsskala scheint auf den ersten Blick praktisch, wird aber der Vielfalt der Aufgabenbereiche und Beiträge in einer Organisation selten gerecht. 

Um Fairness und Genauigkeit zu gewährleisten, sollte die von Ihnen gewählte Skala den konkreten Aufgaben, Fähigkeiten und Erwartungen jeder Rolle entsprechen.

Für Rollen mit klar messbaren und ergebnisorientierten Aufgaben eignet sich eine numerische Bewertungsskala am besten. Sie lässt sich dort einsetzen, wo die Leistung einfach quantifiziert und verglichen werden kann:

Beispiel für ein Vertriebsteam: Eine numerische Skala von 1–5 könnte Kennzahlen wie Umsatzerlöse oder Zielerreichungsquoten messen. Eine Bewertung mit „1“ stünde z. B. für eine Leistung unter 50 % des Solls, während eine „5“ das Überschreiten von 150 % bedeuten könnte.

Beispiel in der Produktion: Eine numerische Skala kann die Produktivität anhand produzierter Einheiten oder Fehler pro Schicht bewerten und bietet damit eine unkomplizierte Möglichkeit, Ergebnisse zwischen Mitarbeitenden zu vergleichen.

Bei Positionen, in denen Kreativität oder Innovation gefragt ist, empfiehlt sich eher eine beschreibende oder verhaltensbasierte Skala.

Beispiel für Grafikdesigner: Ein Grafikdesigner könnte mit einer grafischen Bewertungsskala beurteilt werden, deren Endpunkte „Minimale Kreativität“ bis „Hochgradig kreativ und originell“ lauten. 

So lässt sich differenziert betrachten, wie gut die Designerin oder der Designer in Bereichen wie Ideengenerierung oder visueller Umsetzung den Erwartungen entspricht.

Für technische oder spezialisierte Positionen liefern Skalen, die Kompetenzen messen, ein klareres Bild der Leistung:

Beispiel für IT-Ingenieur: Bewerten Sie mithilfe einer kompetenzbasierten Skala mit Kriterien wie „Programmierkompetenz“ oder „Fehlerbehebungsfähigkeiten“. Eine Bewertung von „1“ könnte die Fähigkeit bedeuten, einfachen Code zu schreiben, während eine „5“ für Expertenwissen in der Entwicklung skalierbarer, effizienter Software steht.

Hinweis zu Teamdynamik

Für Rollen, die Zusammenarbeit erfordern, ist es wichtig, Verhaltensweisen zu messen, die Einfluss und Teamarbeit widerspiegeln. In diesen Fällen könnte die Skala Kriterien wie „Effektivität in bereichsübergreifender Zusammenarbeit“ oder „Beitrag zu Teamentscheidungen“ enthalten. So wird sichergestellt, dass Beiträge über individuelle Ergebnisse hinaus anerkannt werden.

PM-Beispiel: Ein Projektmanager in einer Matrix-Teamstruktur könnte anhand seiner Fähigkeit bewertet werden, Stakeholder abzustimmen und Teamergebnisse zu ermöglichen – mit Beschreibungen oder Bewertungen, die sich auf Zusammenarbeit beziehen.

Die Anpassung der Skala an jede Rolle (oft durch das Team oder die Abteilung) trägt dazu bei, einen Bewertungsprozess zu schaffen, der nicht nur die individuelle Leistung genau erfasst, sondern auch die einzigartigen Arten widerspiegelt, wie jede Person zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. 

Denken Sie daran: Es gibt keinen Ansatz, der für alle passt! Um den größtmöglichen Nutzen aus Leistungsbewertungen und Bewertungsskalen zu ziehen, müssen diese zum Kontext und zur Rolle passen. 

5. Schulen Sie Führungskräfte

Die beste Skala bringt nichts, wenn Führungskräfte nicht wissen, wie sie sie konsequent und fair anwenden. Schulungen stellen sicher, dass sie die Skala verstehen, Vorurteile vermeiden und konstruktives Feedback geben können.

Wichtige Trainingsschwerpunkte

  • Verständnis der Skala: Bringen Sie Führungskräften bei, was jede Bewertung bedeutet, mit klaren Beispielen.
    • Beispiel: Für Teamarbeit kann „Erwartungen erfüllt“ bedeuten, zugewiesene Aufgaben zu erledigen, während „Erwartungen übertroffen“ bedeutet, Kolleg:innen aktiv zu unterstützen und die Zusammenarbeit zu fördern.
  • Vorurteile vermeiden: Helfen Sie Führungskräften, häufige Fallstricke wie zu erkennen und zu minimieren:
    • Halo-Effekt: Ein starker Aspekt beeinflusst die Gesamtnote.
    • Nachsichtseffekt: Zu wohlwollende Bewertung, um unangenehme Gespräche zu vermeiden.
  • Feedback geben: Schulen Sie Führungskräfte darin, Bewertungen mit spezifischem, umsetzbarem Feedback zu kombinieren. Bewertungen sollten das „Warum“ erklären und die Weiterentwicklung unterstützen.
Author's Tip

Author's Tip

Nutzen Sie Kalibrierungssitzungen, bei denen Führungskräfte gemeinsam Bewertungsbeispiele durchgehen, um Konsistenz zwischen Teams sicherzustellen. So könnten sie sich zum Beispiel darauf einigen, wie „Erwartungen übertroffen“ im Bereich Zusammenarbeit aussieht.

6. Testphase, ausprobieren und anpassen

Bevor Sie Ihre Skala im gesamten Unternehmen einführen, testen Sie sie mit einer kleineren Gruppe. So können Sie Schwachstellen erkennen und das System optimieren, bevor es breit implementiert wird.

Wenn Sie andere meiner Artikel zum Thema Prozess gelesen haben, wissen Sie, dass ich immer einen Testlauf empfehle – auch hier! So gehen Sie dabei vor: 

  1. Wählen Sie eine Testgruppe aus: Stellen Sie eine Mischung aus Mitarbeitenden und Führungskräften aus verschiedenen Rollen und Abteilungen zusammen, um sicherzustellen, dass die Skala in unterschiedlichen Kontexten funktioniert.
    • Beispiel: Testen Sie eine numerische Skala mit Vertriebsteams, die auf Quoten fokussiert sind, und eine kompetenzbasierte Skala mit IT-Teams, um Fähigkeiten wie Problemlösung und Programmierkompetenz zu messen.
  2. Teilnehmer schulen: Bringen Sie Führungskräften bei, wie die Skala verwendet wird, und geben Sie klare Definitionen und Beispiele für jede Bewertung.
    • Beispiel: Erklären Sie beispielsweise für einen Grafikdesigner, was „Hoch kreativ“ bedeutet, etwa mit Beispielen wie „Hat originelle Konzepte eingeführt, die die Kundenzufriedenheit erhöht haben.“
  3. Pilotphase durchführen: Nutzen Sie die Skala für einen bestimmten Zeitraum, etwa einen Leistungszyklus, und sammeln Sie anschließend Feedback.
    • Beispiel: Bei Verwendung einer Checklisten-Skala können Sie bewerten, ob das Ankreuzen von „Ja“ oder „Nein“ für Aufgaben wie „Erfüllt stets Fristen“ als fair und umsetzbar empfunden wird.
  4. Feedback einholen: Befragen Sie Führungskräfte und Mitarbeitende, was gut lief und was nicht. Waren die Kriterien klar? Waren die Bewertungen nachvollziehbar?
    • Beispiel: Führungskräfte könnten berichten, dass eine Kompetenz wie „Führungsstärke“ konkretere Beschreibungen benötigt, zum Beispiel „Leitet das Team dazu an, Projekte rechtzeitig abzuschließen.“
  5. Anpassen und Verfeinern: Nutzen Sie das Feedback, um die Skala nachzujustieren. Klären Sie unklare Kriterien, vereinfachen Sie zu komplexe Abschnitte oder passen Sie die Bewertungsstufen bei Bedarf an.
    • Beispiel: Wechseln Sie ggf. von einer 7-Punkte-Skala zu 5 Punkten, wenn es den Teilnehmenden schwerfiel, zwischen Bewertungen wie „5“ und „6.“ zu unterscheiden.

Der Grund, warum wir so oft Pilotphasen durchführen – insbesondere bei Prozessen, die Menschen und ihre Wahrnehmung ihrer eigenen Leistung betreffen – ist, dass wir so frühzeitig mögliche Probleme erkennen und beheben sowie Vertrauen in den Prozess aufbauen können, bevor wir ihn einem größeren Personenkreis vorstellen (was sehr chaotisch werden kann, wenn ein großes Problem nicht schon im Pilot korrigiert wurde). 

Wenn Sie sichergehen möchten, dass Ihre Skala als fair, verständlich und relevant für Ihre Organisation wahrgenommen wird, sollten Sie unbedingt einen Piloten durchführen.

Author's Tip

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Wenn Sie sowohl eine neue Leistungsskala als auch ein neues Performance Management Tool gleichzeitig einführen, sollten Sie erst recht einen Piloten durchführen, um sicherzustellen, dass das Tool wie erwartet funktioniert und von den Mitarbeitenden effektiv genutzt werden kann. Sie sollten auf keinen Fall einen Prozess im großen Stil ausrollen und dann merken, dass Sie Änderungen nicht vornehmen oder Bewertungen nicht erneut öffnen können, nur weil Sie diesen kritischen Schritt übersprungen haben!!

Best Practices, um sicherzustellen, dass Ihre Leistungsbewertungsskalen die Performance fördern

Die Erstellung und Implementierung von Bewertungsskalen kann eine Herausforderung sein, muss es aber nicht! 

Wenn Sie Ihre Performance-Prozesse mit neuen Skalen weiterentwickeln möchten, berücksichtigen Sie die folgenden Best Practices, damit Ihre Skalen nicht nur Leistung messen, sondern auch zu bedeutungsvollen Gesprächen führen, Mitarbeitende auf die Unternehmensziele ausrichten und zu mehr Fairness beitragen. 

Bewertungen an klare Ziele anpassen

Ihre Bewertungsskala sollte die Ziele der Organisation, die Team-Prioritäten und die individuellen Verantwortlichkeiten widerspiegeln. Eine klare Ausrichtung stellt sicher, dass Mitarbeitende verstehen, wie ihr Beitrag das Unternehmen beeinflusst.

Wie geht das?: Definieren Sie Erfolg für jede Rolle auf Basis spezifischer Ergebnisse und Verhaltensweisen. Beispielsweise könnte ein Kundenservice-Team Bewertungen an Kennzahlen wie Bearbeitungszeit und Kundenzufriedenheit koppeln, während ein Marketing-Team auf Kampagnenerfolg und Kreativität fokussiert.

Beispiel: Wenn Innovation ein zentrales Ziel der Organisation ist, sollte Ihr Bewertungssystem Kriterien wie „Identifiziert und setzt proaktiv Prozessverbesserungen um“ enthalten.

Schulungen für Führungskräfte anbieten

Führungskräfte sind der Schlüssel für eine faire und einheitliche Anwendung Ihrer Bewertungsskala. Ohne Schulung kann selbst die am besten entwickelte Skala zu Verzerrungen und Unstimmigkeiten führen.

Schwerpunkte: Schulen Sie Führungskräfte darin, häufige Verzerrungen (wie Großzügigkeits- oder Aktualitätseffekt) zu vermeiden, die Skala konsequent anzuwenden und konstruktives Feedback zu geben. Ich baue gerne Rollenspiel-Übungen ein, um reale Szenarien zu üben.

Beispiel: Während einer Schulung lernt ein Manager, zu erklären, warum ein Mitarbeiter mit „Erfüllt die Erwartungen“ im Bereich Teamarbeit bewertet wurde, indem er klare Beispiele für dessen Zusammenarbeit und Verbesserungsbereiche nennt. Wiederholen Sie dies, bis alle es richtig machen und es eine einheitliche Bewertung zwischen den verschiedenen Führungskräften verschiedener Teams gibt – mit einer guten Moderation kann das sogar Spaß machen! 

Machen Sie Feedback kontinuierlich

Beschränken Sie die Nutzung der Bewertungsskala nicht nur auf jährliche oder halbjährliche Beurteilungen. Die Integration in laufende Feedback-Prozesse hilft Mitarbeitenden, ihren Kurs das ganze Jahr über anzupassen und sich zu verbessern. 

Sie können Führungskräfte sogar dazu ermutigen, die Bewertungsskalen zu nutzen und innerhalb ihrer Teams häufiger Bewertungen durchzuführen – außerhalb des von HR geleiteten formellen Prozesses. 

Wie macht man das?: Ermutigen Sie Führungskräfte, Elemente der Skala in Einzelgesprächen, Projekt-Nachbesprechungen und Quartalsbewertungen zu verwenden.

Beispiel: Ein Manager könnte die Skala nutzen, um darüber zu sprechen, wie die Führungsleistung eines Mitarbeitenden bei einem aktuellen Projekt „Übertrifft die Erwartungen“ war, und dabei Beispiele dafür geben, wie er das Team dazu gebracht hat, Ergebnisse vor dem Zeitplan zu liefern.

Fördern Sie Selbsteinschätzung

Selbsteinschätzungen ermöglichen es Mitarbeitenden, vor formellen Bewertungen über die eigene Leistung zu reflektieren. Das fördert Abstimmung, Transparenz und produktivere Beurteiler-Gespräche.

Wie macht man das?: Verwenden Sie die gleiche Bewertungsskala für Selbsteinschätzungen, um Vergleiche zu erleichtern und einen offenen Dialog zu fördern – bitten Sie die Mitarbeitenden einfach, sich selbst zu bewerten. 

Beispiel: Ein Mitarbeitender bewertet sich selbst im Zeitmanagement mit „Erfüllt die Erwartungen“, aber die Führungskraft bewertet ihn mit „Übertrifft die Erwartungen.“ Das eröffnet ein Gespräch darüber, wie die konsequent frühe Lieferung des Mitarbeitenden das Team positiv beeinflusst hat.

Verknüpfen Sie Bewertungen mit Entwicklungsplänen

Nutzen Sie Leistungsbewertungen als Grundlage für die Entwicklung der Mitarbeitenden. High Performer können herausfordernde Aufgaben übernehmen, während Verbesserungsbereiche individuell zugeschnittene Entwicklungspläne bestimmen können.

Wie macht man das?: Ordnen Sie jeder Bewertungsebene mögliche Entwicklungsmöglichkeiten zu. Zum Beispiel könnten Mitarbeitende mit der Bewertung „Übertrifft die Erwartungen“ Leitungsprojekte übernehmen, während „Verbesserungsbedarf“ Coaching oder Mentoring auslöst. Die besten Führungskräfte haben das vielleicht bereits informell eingeführt – orientieren Sie sich an ihnen.

Beispiel: Ein Projektmanager, der für das Budgetmanagement mit „Übertrifft die Erwartungen“ bewertet wurde, bekommt die Gelegenheit, eine Initiative mit hoher Sichtbarkeit zu übernehmen und sich so auf eine zukünftige Führungsrolle vorzubereiten.

Überprüfen und aktualisieren Sie die Skala regelmäßig

Organisationen entwickeln sich weiter, und das sollte auch Ihre Bewertungsskala. Überprüfen Sie die Skala regelmäßig, um sicherzustellen, dass sie relevant bleibt, während sich Prioritäten, Ziele und Rollen verändern.

Wie macht man das?: Holen Sie Feedback von Teammitgliedern und Führungskräften ein, was funktioniert und was verbessert werden sollte. Aktualisieren Sie die Skala bei Bedarf, damit sie die aktuellen Ziele der Organisation besser widerspiegelt.

Beispiel: Nach einer Fusion aktualisiert eine Organisation ihre kompetenzbasierte Skala und nimmt „Anpassungsfähigkeit an Veränderungen“ als wichtiges Kriterium für alle Rollen auf.

Sie können auch Feedback von Führungskräften und Mitarbeitenden zur Verbesserung einholen.

Kalibrierungsprozesse

Kalibrierungssitzungen sorgen dafür, dass Führungskräfte die Skala teamübergreifend konsistent anwenden und Vorurteile sowie Abweichungen reduziert werden.

Wie macht man das?: Führungskräfte überprüfen und besprechen gemeinsam Beispielbewertungen und teilen, wie sie bestimmte Leistungsszenarien bewerten würden. Diese Diskussionen helfen festzulegen, wie jede Bewertungsebene in der Praxis aussieht und gewährleisten eine einheitliche Anwendung.

Beispiel: In einer Sitzung vereinbaren Führungskräfte, dass „Übertrifft die Erwartungen“ im Bereich Führung beispielsweise auch das Mentoring von Kolleginnen und Kollegen und die Förderung von Team-Innovationen umfasst, während „Erfüllt die Erwartungen“ das effektive Management alltäglicher Aufgaben bedeutet.

Rechtliche und Compliance-Aspekte

Ihre Bewertungsskala sollte allen gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben entsprechen und sowohl direkte als auch indirekte Diskriminierung sowie Vorurteile vermeiden. 

Stellen Sie sicher, dass die Skala nicht indirekt aufgrund von Rasse, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion oder anderen geschützten Kategorien gemäß Gesetzen wie dem Equal Employment Opportunity Act (EEOA) (in den USA) oder vergleichbaren Regelungen in Ihrer Region diskriminiert.

Wie macht man das?: Überprüfen Sie Ihre Skala, dass sie keine Gruppe unbeabsichtigt benachteiligt. Verwenden Sie inklusive Sprache und holen Sie bei der Gestaltung Rat von juristischen Experten oder der Personalabteilung ein.

Beispiel: Eine Skala für eine Kundenservice-Rolle verzichtet auf subjektive Formulierungen wie „Passt zur Teamkultur“ und bewertet stattdessen messbare Kriterien wie „Erreicht konstant eine Kundenzufriedenheitsbewertung von 90 % oder mehr.“

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