Arten von Performance-Management-Systemen beziehen sich auf die verschiedenen Möglichkeiten, wie Organisationen die Leistung von Mitarbeitenden bewerten, steuern und verbessern, um eine Hochleistungskultur aufzubauen.
In diesem Artikel erläutere ich die wichtigsten Arten von Performance-Management-Systemen, hebe ihre Kernmerkmale hervor und zeige Ihnen, wie Sie die passende Lösung für Ihr Team auswählen – damit Sie selbstbewusst ein System entwickeln können, das tatsächlich funktioniert.
Was ist ein Performance-Management-System?
Ein Performance-Management-System ist ein übergreifender organisatorischer Rahmen, eine strukturierte Kombination aus Prozessen, Praktiken und strategischen Zielen, die dazu dient, die individuellen Anstrengungen der Mitarbeitenden an den übergeordneten Unternehmenszielen auszurichten.
In diesem Zusammenhang bezieht sich ein „System“ auf einen kontinuierlichen Managementansatz und nicht auf eine Softwareplattform oder ein digitales Tool. Es umfasst die grundlegenden Prozesse zur Festlegung klarer Erwartungen, zur Etablierung kontinuierlicher Feedbackschleifen, zur Bewertung von Fortschritten und zur Anerkennung von Erfolgen im Laufe der Zeit.
Durch die Priorisierung konsistenter Kommunikation, regelmäßiger Abstimmungen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden legt ein Performance-Management-System den kulturellen Rahmen dafür fest, wie eine Organisation die Leistung ihrer Belegschaft misst, unterstützt und steigert.
Die Ziele eines Performance-Management-Systems
Ein Performance-Management-System ist nicht nur eine administrative Checkliste oder eine Übung zur Jahresendbewertung. Im Kern besteht sein Hauptzweck darin, ein strukturiertes Umfeld zu schaffen, in dem individuelle Beiträge direkt zum Unternehmenserfolg beitragen.
Ein effektives Performance-Management-System erfüllt mehrere wichtige strategische Ziele:
- Strategische Zielausrichtung: Es verbindet unternehmensweite Ziele mit den täglichen individuellen Aufgaben und stellt sicher, dass alle Mitarbeitenden verstehen, wie sich ihre Arbeit direkt auf das große Ganze der Organisation auswirkt.
- Kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden: Es schafft einen regelmäßigen Rahmen für fortlaufendes Feedback, den Aufbau von Kompetenzen und die berufliche Entwicklung und verlagert den Fokus von vergangenen Fehlern auf zukünftiges Potenzial.
- Verantwortlichkeit und Festlegung von Erwartungen: Es etabliert einheitliche Leistungsmaßstäbe, verschafft Mitarbeitenden klare Einblicke darin, wie Erfolg aussieht, und beseitigt Unklarheiten bei Bewertungen.
- Datengestützte Personalentscheidungen: Es liefert eine objektive, dokumentierte Leistungshistorie – einen der wichtigsten Vorteile von Performance-Management-Tools –, um administrative Entscheidungen zu unterstützen, darunter Beförderungen, leistungsbezogene Gehaltserhöhungen, Nachfolgeplanung und Pläne zur Leistungsverbesserung.
- Mitarbeiterbindung und Engagement: Es fördert eine Kultur kontinuierlicher Anerkennung und Unterstützung und stellt sicher, dass leistungsstarke Mitarbeitende sich wertgeschätzt und engagiert genug fühlen, um langfristig im Unternehmen zu bleiben.
- Stärkung von Führungskräften: Es gibt Führungskräften einen vorhersehbaren Rhythmus und die passenden Werkzeuge für Coaching und verhindert Management nach Gefühl oder aufgrund persönlicher Vorurteile.
Arten von Performance-Management-Systemen
Performance-Management-Systeme lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: organisatorisches Performance Management und Personal-Performance-Management.
Das organisatorische Performance Management konzentriert sich auf die Erreichung strategischer Unternehmensziele, während das Personal-Performance-Management auf die Entwicklung und Bewertung individueller Beiträge der Mitarbeitenden ausgerichtet ist.
Verständlicherweise gibt es Überschneidungen zwischen beiden Bereichen (und das sollte auch so sein).
Beispiele für organisatorisches Performance Management
Ausgewogene Scorecard
Eine ausgewogene Scorecard dient dazu, die Leistung anhand von vier zentralen Perspektiven zu messen: Finanzen, Kunden, interne Prozesse sowie Lernen & Wachstum.
So könnte ein Unternehmen beispielsweise Kundenzufriedenheitswerte, Mitarbeiterengagement, Gewinnmargen und Innovationsraten verfolgen, um die allgemeine Gesundheit und den strategischen Fortschritt zu beurteilen.
Wichtige Leistungsindikatoren (KPIs):
Übergeordnete KPIs wie Umsatzwachstum, Marktanteil oder Kundenbindungsrate werden verwendet, um zu messen, wie erfolgreich das Unternehmen seine strategischen Ziele erreicht.
Eine Organisation, die beispielsweise ihren Marktanteil ausweiten möchte, könnte als KPI festlegen, diesen innerhalb des Geschäftsjahres um 5 % zu erhöhen.
OKRs (Ziele und Schlüsselergebnisse)
Hierbei handelt es sich um einen Rahmen für die Zielsetzung, der Organisationen und Einzelpersonen dabei unterstützt, ambitionierte Ziele (Ziele) festzulegen und messbare Ergebnisse (Schlüsselergebnisse) zu verfolgen, um diese zu erreichen.
Ziele: Dies sind übergeordnete, qualitative Ziele, die beschreiben, was Sie erreichen möchten. Ziele sollten inspirierend und motivierend sein, wie etwa „Unsere Marktreichweite erweitern“ oder „Ein außergewöhnliches Kundenerlebnis bieten“.
Schlüsselergebnisse: Dies sind spezifische, quantitative Ergebnisse, die den Fortschritt in Richtung des Ziels anzeigen. Jedes Ziel umfasst typischerweise 2–5 Schlüsselergebnisse, bei denen es sich um messbare Meilensteine handelt, wie etwa „Die Kundenbasis um 20 % erhöhen“ oder „Eine Kundenzufriedenheitsbewertung von 90 % erreichen.“
OKRs beginnen auf Organisationsebene und werden bis auf die individuelle Ebene heruntergebrochen. Das beste Beispiel, das ich gesehen habe – Anerkennung gebührt hier 15 Five –, verwendet die NASA als Beispiel:
„Organisatorisches Ziel: Einen Menschen auf den Mond bringen.
Individuelles Ziel: Sicherstellen, dass die Einrichtungen des Raumfahrtzentrums für die Beschäftigten sauber und sicher sind.
Schlüsselergebnis: Die Böden täglich gefegt halten.“
Führen durch Zielvereinbarung (MBO)
Ähnlich wie OKRs zielt MBO darauf ab, organisatorische und individuelle Ziele miteinander zu verknüpfen.
Führungskräfte und Beschäftigte legen klare, erreichbare Ziele fest, die mit den Zielen der Organisation übereinstimmen. Beide Parteien vereinbaren die erforderlichen Schritte zur Erreichung dieser Ziele, und der Fortschritt wird durch regelmäßige Gespräche oder Überprüfungen verfolgt, sodass bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden können.
Die Leistung wird anhand der Zielerreichung bewertet, und es wird Feedback gegeben, um weiteres Wachstum und weitere Entwicklung zu unterstützen.
Benchmarking
Vergleich der Leistung der Organisation mit Branchenstandards oder Wettbewerbern, um Stärken und Verbesserungsbereiche zu identifizieren.
Beispielsweise könnte ein Einzelhandelsunternehmen seine Wachstumsrate im E-Commerce mit der von Wettbewerbern vergleichen, um seine Wettbewerbsposition einzuschätzen.
Analyse der finanziellen Leistung
Regelmäßige Analyse von Kennzahlen wie Gewinnmargen, Kosten der verkauften Waren und Kapitalrendite (ROI), um die finanzielle Gesundheit der Organisation zu verstehen.
Beispielsweise könnte eine Organisation eine Steigerung des ROI um 15 % bis zum Ende des Geschäftsjahres anstreben.
Beispiele für das Leistungsmanagement von Beschäftigten (individuelles Leistungsmanagement)
Leistungsbeurteilungen
Jährliche oder halbjährliche Mitarbeiterbewertungen, bei denen Führungskräfte die Arbeitsleistung einer beschäftigten Person anhand bestimmter Ziele oder beruflicher Kompetenzen beurteilen.
Beispielsweise kann eine Vertriebsmitarbeiterin oder ein Vertriebsmitarbeiter anhand von Kennzahlen wie monatlichen Umsatzzielen, Bewertungen der Kundenzufriedenheit und Teamarbeit beurteilt werden. Dies wird durch Software zur Mitarbeiterbewertung erheblich erleichtert.
360-Grad-Feedback
Ziel des 360-Grad-Feedbacks ist es, durch die Kombination von Rückmeldungen der Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen sowie unterstellten Mitarbeitenden einer beschäftigten Person ein ganzheitliches Bild ihrer Leistung zu vermitteln.
Beispielsweise könnte eine Projektleitung Feedback von Teammitgliedern, funktionsübergreifenden Abteilungen und Kunden erhalten, um Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten zu beurteilen.
Tools wie Software für 360-Grad-Feedback können dabei helfen.
Zielsetzung und persönliche Entwicklungspläne
Beschäftigte legen gemeinsam mit ihren Führungskräften konkrete Ziele fest und erstellen berufliche Entwicklungspläne, um diese zu erreichen.
Ein Beispiel wäre eine IT-Fachkraft, die sich zum Ziel setzt, eine neue Programmiersprache sicher zu beherrschen, wobei regelmäßige Gespräche dazu dienen, den Fortschritt zu verfolgen und Qualifikationslücken zu schließen.
Individuelle KPIs
Hierbei handelt es sich um KPIs, die sich speziell auf die Rolle einer beschäftigten Person beziehen. Beispielsweise könnte eine Kundendienstmitarbeiterin oder ein Kundendienstmitarbeiter anhand von Leistungskennzahlen wie der durchschnittlichen Antwortzeit, der Lösungsquote und der Kundenzufriedenheitsbewertung gemessen werden.
Kompetenzbewertungen
Bewertung von Kompetenzen der Beschäftigten wie Problemlösungsfähigkeit, Kommunikation oder technische Fähigkeiten anhand festgelegter beruflicher Anforderungen.
Beispielsweise könnte eine Marketinganalystin oder ein Marketinganalyst hinsichtlich der Fähigkeiten in Datenanalyse und Präsentation beurteilt werden, um sicherzustellen, dass die Anforderungen für eine Beförderung erfüllt werden.
Anerkennungs- und Belohnungsprogramme
Ein wichtiger, aber oft übersehener Aspekt des Leistungsmanagements: Mitarbeiteranerkennungsprogramme würdigen und feiern Erfolge, um Moral und Motivation zu steigern.
So kann ein Unternehmen beispielsweise einen besonders leistungsstarken Vertriebsmitarbeiter auf Grundlage individueller Verkaufserfolge mit einer Auszeichnung als „Mitarbeiter des Monats“ würdigen (das war nur ein einfaches Beispiel; weitere Ideen zur Mitarbeiteranerkennung finden Sie hier).
So funktioniert ein Leistungsmanagementsystem
Diese Prozesse funktionieren nicht isoliert voneinander – jeder baut auf dem vorherigen auf und schafft so einen Kreislauf, der die Leistung sichtbar hält, die Entwicklung aktiv vorantreibt und Talententscheidungen auf solide Echtzeitdaten stützt:
1. Zielsetzung und Abstimmung
Die Zielsetzung bildet den Anfang des Leistungszyklus. Mitarbeiter und Führungskräfte arbeiten gemeinsam daran, klare, messbare Ziele zu definieren, die die individuelle Arbeit mit den Prioritäten des Teams und der Organisation verknüpfen.
Ohne diesen Schritt verliert jeder weitere Prozess seinen Orientierungspunkt. Ein Kundenserviceteam könnte sich beispielsweise das Ziel setzen, die durchschnittliche Lösungszeit um 20 % zu reduzieren, sodass alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Ziele sollten regelmäßig überprüft werden – nicht nur zu Jahresbeginn festgelegt und anschließend vergessen werden.
Verwenden Sie diese Kriterien, um Ziele festzulegen, die die Leistung tatsächlich steigern:
- Spezifisch: Legt genau fest, was erreicht werden muss und von wem.
- Messbar: Enthält eine Kennzahl oder ein Ergebnis, das den Erfolg bestätigt.
- Abgestimmt: Ist direkt mit den Prioritäten des Teams oder des Unternehmens verknüpft.
- Terminiert: Enthält eine klare Frist oder einen festgelegten Überprüfungstermin.
- Kollaborativ: Wird unter Einbeziehung sowohl des Mitarbeiters als auch der Führungskraft entwickelt.
2. Kontinuierliches Feedback und Coaching
Sobald Ziele festgelegt sind, hilft regelmäßiges Feedback den Mitarbeitern, auf diese hinzuarbeiten. Dieser Prozess umfasst strukturierte Gespräche, Coaching in Echtzeit und einen offenen Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitern während des gesamten Leistungszyklus.
Das Feedback in dieser Phase dient der Entwicklung und nicht der Bewertung – es geht darum, den Kurs anzupassen, nicht darum, ein Urteil zu fällen. Eine Führungskraft, die bemerkt, dass ein Projekt ins Stocken gerät, kann dies in einem wöchentlichen Einzelgespräch ansprechen, anstatt bis zur jährlichen Beurteilung zu warten.
Behalten Sie diese Vorgehensweisen im Hinterkopf, um Feedbackgespräche effektiver zu gestalten:
- Im Voraus vorbereiten: Überprüfen Sie vor jedem Gespräch die aktuellen Arbeitsergebnisse und Ziele.
- Seien Sie konkret: Beziehen Sie sich auf konkrete Beispiele statt auf allgemeine Eindrücke.
- Anerkennung und Entwicklung ausgewogen berücksichtigen: Würdigen Sie Erfolge ebenso wie Entwicklungsbereiche.
- Dialog in beide Richtungen ermöglichen: Geben Sie Mitarbeitern Raum, ihre eigene Perspektive und ihre Herausforderungen zu schildern.
- Wichtige Erkenntnisse dokumentieren: Notieren Sie vereinbarte Maßnahmen, die in künftigen Gesprächen erneut aufgegriffen werden sollen.
3. Leistungsbeurteilung und -überprüfung
Formelle Beurteilungen geben all dem Struktur, was durch Zielsetzung und fortlaufendes Feedback zusammengetragen wurde. Diese Beurteilungen – in der Regel vierteljährlich oder jährlich – bewerten, wie gut die Mitarbeiter ihre Ziele erreicht haben, wie sie zentrale Kompetenzen unter Beweis gestellt haben und wo sie im Verhältnis zu den Erwartungen stehen.
Das Format variiert: Einige Organisationen verwenden Bewertungsskalen, andere stützen sich auf narrative Beurteilungen oder 360-Grad-Feedback. Am wichtigsten ist die Einheitlichkeit, damit jeder Mitarbeiter anhand derselben Kriterien bewertet wird.
Nutzen Sie diese Tabelle, um gängige Formate für Leistungsbeurteilungen zu vergleichen:
| Format | Am besten geeignet für | Wichtige Überlegung |
|---|---|---|
| Bewertungsskalen | Große Teams, standardisierte Rollen | Risiko von Verzerrungen bei der Anwendung der Bewertungen |
| 360-Grad-Feedback | Führungskräfteentwicklung, funktionsübergreifende Rollen | Erfordert psychologische Sicherheit, um wirksam zu sein |
| Narrative Beurteilungen | Komplexe oder kreative Rollen | Zeitaufwendig für eine faire Durchführung durch Führungskräfte |
| Selbsteinschätzungen | Alle Ebenen | Am nützlichsten in Kombination mit einer Beurteilung durch die Führungskraft |
4. Entwicklungsplanung und Lerninitiativen
Leistungsbeurteilungen sind nur so nützlich wie das, was danach geschieht. Entwicklungsplanung setzt die Ergebnisse der Beurteilung in Maßnahmen um, indem sie Kompetenzlücken identifiziert, Lernziele festlegt und Mitarbeitende mit den passenden Ressourcen verbindet.
Ein Mitarbeitender, der Feedback zu schwachen Präsentationsfähigkeiten erhält, sollte dies nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen – stattdessen sollte er einen klaren Plan erhalten, der Coaching, einen relevanten Kurs oder eine anspruchsvolle Aufgabe umfasst, durch die diese Fähigkeit ausgebaut wird. Entwicklungspläne halten die Weiterentwicklung zwischen formellen Beurteilungszyklen auf Kurs.
Befolgen Sie diese Schritte, um einen nachhaltigen Entwicklungsplan zu erstellen:
- Entwicklungsbereiche identifizieren: Nutzen Sie die Ergebnisse der Leistungsbeurteilung, um konkrete Fähigkeiten oder Verhaltensweisen zu bestimmen, die weiterentwickelt werden sollen.
- Lernziele festlegen: Definieren Sie anhand klarer, messbarer Ziele, wie eine verbesserte Leistung aussieht.
- Lernmethoden auswählen: Stimmen Sie die Lücke auf die passende Ressource ab – Kurse, Mentoring, Hospitation oder anspruchsvolle Projekte.
- Verantwortlichkeiten zuweisen: Klären Sie, was der Mitarbeitende selbstständig tun wird und in welchen Bereichen Unterstützung durch die Führungskraft erforderlich ist.
- Zeitrahmen für die Überprüfung festlegen: Planen Sie einen Kontrollpunkt ein, um den Fortschritt vor der nächsten formellen Beurteilung zu bewerten.
5. Nachfolgeplanung und Talentkalibrierung
Bei der Nachfolgeplanung werden individuelle Leistungsdaten zu einem strategischen Instrument für die Personalplanung. HR-Teams und Führungskräfte der oberen Ebene nutzen Leistungstrends, Potenzialbeurteilungen und Kalibrierungssitzungen, um zu ermitteln, wer bereit ist, in kritische Rollen zu wechseln – und wer mehr Zeit benötigt, um dieses Niveau zu erreichen.
Talentkalibrierungssitzungen, in denen Führungskräfte ihre Teams gemeinsam besprechen, helfen dabei, Verzerrungen zu reduzieren und ein einheitlicheres Bild der Leistung in der gesamten Organisation zu schaffen. Dieser Prozess stellt sicher, dass Sie einen Talentpool aufbauen, anstatt Lücken kurzfristig füllen zu müssen.
Berücksichtigen Sie bei der Bewertung von Talenten für die Nachfolgeplanung diese Faktoren:
- Konstante Leistung: Nachweis, dass Ziele über mehrere Zyklen hinweg erreicht oder übertroffen wurden.
- Führungspotenzial: Nachweise für Eigeninitiative, Einfluss und funktionsübergreifende Zusammenarbeit.
- Anpassungsfähigkeit: Fähigkeit, in neuen oder unklaren Situationen Leistung zu erbringen.
- Entwicklungsverlauf: Geschwindigkeit der Entwicklung im Verhältnis zur Zeit in der Rolle.
- Passung zur Organisation: Übereinstimmung mit den Unternehmenswerten und der langfristigen Unternehmenskultur.
- Zeitrahmen bis zur Einsatzbereitschaft: Ob der Mitarbeitende jetzt, innerhalb eines Jahres oder erst nach einer längerfristigen Entwicklung bereit ist.
Häufige Fehler bei Leistungsmanagementsystemen
Leistungsmanagement steht stark in der Kritik. Etwas weniger als ein Drittel (37 %) der Befragten in einer Studie von Betterworks ist der Ansicht, dass der Leistungsmanagementprozess ihres Unternehmens ihnen hilft, ihre Leistung zu verbessern.
Hier sind einige häufige Fehler, die Organisationen bei ihren Leistungsmanagementzyklen und -prozessen machen.
Fehlende klare Ziele
Eine wirksame Zielsetzung ist tatsächlich die Grundlage eines effektiven Leistungsmanagements. Vielen Organisationen gelingt es nicht, Unternehmens-, Team- und individuelle Ziele aufeinander abzustimmen, was die Priorisierung erschwert und zu einer sinkenden Motivation der Mitarbeitenden führt. Die Festlegung klarer Leistungsziele für Führungskräfte ist entscheidend für den Erfolg der Organisation.
Zu diesem Thema empfehle ich Liz Lockhart Lances hervorragenden Artikel über die Methodik der Zielkaskadierung.
Unregelmäßiges Feedback
Menschen wünschen sich Feedback, und es ist wichtig für ihre allgemeine Leistung und Entwicklung.
Sich ausschließlich auf formelle Beurteilungen zu verlassen, um Feedback zu geben, schränkt die Möglichkeiten zur unmittelbaren Kurskorrektur und Entwicklung ein.
Voreingenommenheit bei Beurteilungen
Wenn persönliche Vorurteile, Bevorzugung oder Halo-/Horn-Effekte (die Überbetonung eines Leistungsaspekts) die Bewertungen beeinflussen, kann dies die Fairness und Objektivität beeinträchtigen.
Dies kann durch 360-Grad-Feedback überwunden werden.
Mangelnde Schulung von Führungskräften
Die meisten Menschen werden Führungskräfte, ohne eine umfassende oder überhaupt eine formelle Schulung erhalten zu haben. Führungskräfte, insbesondere neu beförderte, benötigen Schulungen dazu, wie sie konstruktives Feedback geben, Ziele festlegen und Beurteilungen effektiv durchführen. Unsere Liste mit Fragen für Leistungsbeurteilungen kann bei diesem Prozess helfen.
Ignorieren des Beitrags von Mitarbeitenden
Wenn Mitarbeitende von der Zielfestlegung oder Selbsteinschätzung ausgeschlossen werden, kann dies zu mangelndem Engagement und einem fehlenden Verantwortungsgefühl für den Prozess führen. Die gemeinsame Zielfestlegung gehört zu den Vorteilen der MBO- und OKR-Systeme.
Unzureichende Dokumentation
Eine unzureichende Dokumentation von leistungsbezogenen Gesprächen, Feedback oder Beurteilungen kann zu Inkonsistenzen und rechtlichen Risiken führen.
Keine Verknüpfung von Leistung und Belohnungen
Wenn Mitarbeitende keinen klaren Zusammenhang zwischen ihrer Leistung und Belohnungen (z. B. Gehaltserhöhungen oder Beförderungen) erkennen, verfügt das System möglicherweise nicht über genügend Motivationskraft.
Die Bedeutung von Anerkennung ignorieren
Eine Studie von Deloitte ergab, dass das Engagement, die Produktivität und die Leistung von Mitarbeitenden um 14 % höher sind, wenn Organisationen ihre Mitarbeitenden angemessen anerkennen. Dabei kann Software zur Anerkennung von Mitarbeitenden unterstützen.
Komplexer oder umständlicher Prozess
Ein Leistungsmanagementsystem, das zu kompliziert oder zeitaufwendig ist, kann die Teilnahme und Einhaltung der Vorgaben erschweren. Deshalb wechseln viele Organisationen zu häufigeren, aber kürzeren vierteljährlichen Beurteilungen.
Mangelnde Anpassung an Veränderungen
Der Einsatz eines starren Systems, das sich verändernde geschäftliche Rahmenbedingungen oder die Weiterentwicklung von Mitarbeiterrollen nicht berücksichtigt, kann das Leistungsmanagement überholt und irrelevant machen.
Strategien für ein erfolgreiches Leistungsmanagementsystem
Nachdem Sie nun einige häufige Fehler kennen: Wie können Sie sie korrigieren?
Regelmäßige Abstimmungen
Stellen Sie sicher, dass Führungskräfte wöchentlich oder alle zwei Wochen Gespräche mit ihren Mitarbeitenden führen, um regelmäßiges Feedback zur Leistung zu geben und Probleme zu erkennen, bevor sie sich zu größeren Schwierigkeiten entwickeln.
Feedback-Kultur
Die Schaffung einer Feedback-Kultur, in der sich alle wohl dabei fühlen, Feedback zu geben und anzunehmen, fördert kontinuierliche Verbesserung, unmittelbare Kurskorrekturen und Engagement. Dadurch entsteht ein entwicklungsorientiertes Umfeld, in dem Mitarbeitende ihr Potenzial entfalten können.
Den Ansatz anpassen
Passen Sie Praktiken des Leistungsmanagements an unterschiedliche Rollen, Abteilungen oder Teams an, da ein einheitlicher Ansatz möglicherweise nicht für alle Mitarbeitenden geeignet ist.
Beurteilungen der Teamleistung, die zusammen mit individuellen Beurteilungen durchgeführt werden, stellen sicher, dass Führungskräfte die Leistung im Hinblick auf Werte und Unternehmensziele erkennen und die Ausrichtung auf diese Bereiche gewährleisten.
Einbeziehung der Mitarbeitenden in die Zielsetzung
Beziehen Sie Mitarbeitende in die Festlegung ihrer eigenen Ziele und die Entwicklung von Aktionsplänen ein. Dies stärkt ihr Gefühl der Verantwortung, ihr Engagement und ihre Motivation.
Verknüpfung von Leistung und Belohnungen
Verknüpfen Sie Leistungsergebnisse mit Belohnungen wie Boni, Gehaltserhöhungen, Beförderungen oder Anerkennungsprogrammen, um herausragende Leistungen zu fördern. Alex Links Artikel über leistungsbasierte Vergütung ist hierfür eine nützliche Ressource.
Fokus auf Entwicklung
Betonen Sie die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, indem Sie individuelle Entwicklungspläne erstellen, Schulungsprogramme anbieten und Coaching bereitstellen, um Kompetenzlücken zu schließen.
Verwendung eines Ansatzes mit ausgewogener Kennzahlenkarte
Beziehen Sie mehrere Leistungskennzahlen ein, darunter finanzielle Kennzahlen, Kundenkennzahlen, interne Prozesse und Lernkennzahlen, um einen ganzheitlichen Überblick über die Beiträge der Mitarbeitenden zu erhalten.
Schulung von Führungskräften im Leistungsmanagement
Vermitteln Sie Führungskräften die Fähigkeiten, konstruktives Feedback zu geben, effektive Beurteilungen durchzuführen und die Entwicklung der Mitarbeitenden zu unterstützen.
Förderung der Selbsteinschätzung
Ermöglichen Sie Mitarbeitenden, ihre eigene Leistung zu bewerten. Dies kann dabei helfen, Verbesserungsbereiche zu erkennen und ein Verantwortungsgefühl zu fördern.
Verwendung von 360-Grad-Feedback
Führen Sie Maßnahmen wie 360-Grad-Feedback ein, um Verzerrungen bei Beurteilungen zu reduzieren, etwa standardisierte Kriterien, vielfältig zusammengesetzte Bewertungsgremien oder Abstimmungssitzungen, um faire und konsistente Bewertungen sicherzustellen.
Nutzung von Technologie
Verwalten Sie die Leistung noch immer in Tabellenkalkulationen sowie Google- oder Word-Dokumenten? Nutzen Sie Leistungsmanagement-Software, um Ziele festzulegen und zu verfolgen sowie Leistungsbeurteilungen durchzuführen. Viele KI-Tools für das Leistungsmanagement können außerdem datengestützte Erkenntnisse für leistungsbezogene Entscheidungen liefern.
10 Auswahl der besten Tools für das Leistungsmanagement
Auswahl einiger der derzeit besten Tools für das Leistungsmanagement auf dem Markt.
Klicks auf die untenstehenden Links können eine Provision einbringen, die unsere unabhängige Prüfung und Bewertung von Software und Dienstleistungen unterstützt. Erfahren Sie mehr darüber, wie wir Transparenz gewährleisten.
Verwenden Sie beim Vergleich dieser Optionen unseren Preisleitfaden, um die Kosten von Leistungsmanagement-Software gemeinsam mit ihren Funktionen und ihrer Eignung abzuwägen.
Anpassung an sich verändernde Anforderungen
Aktualisieren Sie das System kontinuierlich, damit es sich verändernden Geschäftszielen, Rollen der Mitarbeitenden oder Marktbedingungen entspricht und flexibel sowie relevant bleibt.
Schaffen Sie eine Kultur der Anerkennung
Ermutigen Sie ähnlich wie beim Aufbau einer Feedbackkultur alle Teammitglieder, Erfolge zu feiern, um eine Kultur der Wertschätzung zu fördern.
Das kann so einfach sein wie ein eigener Kanal in Slack, in dem Teammitglieder einander Anerkennung aussprechen.
Kombinieren Sie mehrere Systemtypen
Kein einzelnes Leistungsmanagementmodell erfüllt isoliert betrachtet alle organisatorischen Anforderungen. Anstatt Ihr gesamtes Unternehmen in ein einziges starres Modell zu zwingen, etwa indem Sie sich ausschließlich auf jährliche Beurteilungen oder strikt auf OKRs stützen, sollten Sie sich ergänzende Systemtypen zu einer ausgewogenen Strategie verbinden.
Sie könnten beispielsweise kurzfristige OKRs kombinieren, um eine agile Zielerreichung voranzutreiben, kontinuierliches 360-Grad-Feedback, um die tägliche persönliche Entwicklung zu fördern, und ein standardisiertes Bewertungssystem bei Halbjahres- oder Jahresbeurteilungen, um Gehaltserhöhungen nach Leistung zu begründen.
Durch die Kombination verschiedener Ansätze können Sie die jeweiligen Vorteile jedes Systems nutzen und erhalten einen ganzheitlichen Überblick darüber, was Mitarbeitende erreichen und wie sie es erreichen.
Beispiele für Leistungsmanagementsysteme
So gehen einige der weltweit führenden Organisationen mit Leistungsmanagement um:
Google war Vorreiter bei OKRs (Ziele und Schlüsselergebnisse)
Google war ein bekannter Vorreiter bei der Nutzung von OKRs, um die individuellen Ziele der Mitarbeiter mit den unternehmensweiten Zielen in Einklang zu bringen. Jeder Mitarbeiter legt messbare Ziele mit konkreten Ergebnissen fest, die vierteljährlich überprüft werden, um Anpassungen zu ermöglichen und die Abstimmung mit Googles schnelllebigem Umfeld aufrechtzuerhalten.
Dieser Rahmen fördert Transparenz und Zusammenarbeit, da die Ziele in der gesamten Organisation sichtbar sind.
Microsofts Wachstumsdenken und kontinuierliche Rückmeldungen
Microsoft hat sich von traditionellen jährlichen Beurteilungen abgewandt und ein kontinuierliches Leistungsmanagementsystem eingeführt, das ein „Wachstumsdenken“ in den Mittelpunkt stellt.
Führungskräfte tauschen sich regelmäßig mit den Mitarbeitern aus und geben fortlaufend Rückmeldungen, um ihnen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, sich an Veränderungen anzupassen und ihre Ziele zu erreichen. So entsteht ein Umfeld, das auf Lernen und Wachstum ausgerichtet ist.
Adobes Gesprächsmodell
Adobe ersetzte jährliche Leistungsbeurteilungen durch ein „Gesprächsmodell“, bei dem Führungskräfte und Mitarbeiter regelmäßig informelle Gespräche über Rückmeldungen führen.
Dieser Ansatz legt den Schwerpunkt auf Rückmeldungen und Entwicklung in Echtzeit und verzichtet auf formelle Bewertungen. Dadurch wird der mit Beurteilungen verbundene Stress reduziert und das Engagement der Mitarbeiter für ihre Entwicklung aufrechterhalten.
Deloitte vereinfachte zukunftsorientierte Beurteilungen
Deloitte überarbeitete seinen Leistungsmanagementprozess mit einem Schwerpunkt auf Rückmeldungen in Echtzeit, häufigen Gesprächen und „Leistungsschnappschüssen“, bei denen Mitarbeiter anhand möglicher zukünftiger Maßnahmen wie Beförderungen oder Gehaltserhöhungen beurteilt werden. Dieser zukunftsorientierte Ansatz konzentriert sich auf Wachstum und verringert den Bedarf an rückblickenden Bewertungen.
Agile Leistungsentwicklung bei General Electric
GE wechselte von jährlichen Beurteilungen zu einem agileren Modell mit kontinuierlichen Rückmeldungen namens „Leistungsentwicklung“.
Mithilfe der speziell entwickelten PD@GE-App erhalten Mitarbeiter Rückmeldungen in Echtzeit und können ihre Ziele regelmäßig aktualisieren. So kann das Unternehmen flexibel reagieren und mit den Veränderungen in der Branche Schritt halten.
Wie geht es weiter?
Möchten Sie über die neuesten Entwicklungen im Leistungsmanagement auf dem Laufenden bleiben? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist die Teilnahme an einem Kurs, der sich dem Leistungsmanagement widmet.
Sie erhalten eine Auffrischung der neuesten Methoden und lernen von anderen, die Menschen dabei unterstützen möchten, ihre bestmögliche Leistung zu erreichen.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Newsletter von People Managing People zu abonnieren. Sie erhalten Experteneinblicke und Tipps, die Ihnen helfen, die schwierigsten Herausforderungen im Umgang mit Menschen am modernen Arbeitsplatz zu bewältigen – direkt in Ihrem Posteingang.
