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Key Takeaways

Das Verfassen einer RFP hilft Ihnen, Ihre Anforderungen an eine Lohn- und Gehaltsabrechnungssoftware klar zu definieren und erleichtert den effektiven Vergleich der Anbieter

Wenn Ihr Unternehmen klein ist oder Ihre Anforderungen an die Lohn- und Gehaltsabrechnung einfach sind, können Sie auf eine RFP verzichten und direkt beginnen, Anbieter zu recherchieren und zu kontaktieren

Eine gut erstellte RFP kann dazu führen, eine besser passende Software oder Dienstleistung zu finden und bessere Preise für Ihr Team zu verhandeln

Eine RFP (Request for Proposal, Angebotsanfrage) hilft Ihnen dabei, Ihre Anforderungen an die Lohnabrechnung zu definieren, wenn Sie bereit sind, eine neue Lohnabrechnungssoftware oder ein neues Lohnabrechnungsdienstleistungsunternehmen zu finden.

Sie ist Ihr Fahrplan, um die besten Angebote von potenziellen Anbietern auf den Tisch zu bringen.

Wenn Sie sich mit dem Aufwand der Lohn- und Gehaltsabrechnung herumschlagen, ist dieser Leitfaden genau das Richtige für Sie. Ich erkläre Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine RFP erstellen, damit Sie Anbieter für die Lohnabrechnung einfach vergleichen können.

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Eine solide RFP sorgt dafür, dass Sie weniger Zeit mit der Bewertung von Anbietern verbringen und das Risiko verringern, die falsche Entscheidung zu treffen. Lassen Sie uns diesen Prozess für Ihr Team einfacher machen.

Brauchen Sie wirklich eine RFP?

Eine RFP empfiehlt sich immer dann, wenn Ihr Unternehmen komplexe Anforderungen an die Lohnabrechnung hat oder in einer stark regulierten Branche tätig ist. Wenn Sie eine internationale Belegschaft verwalten, an mehreren Standorten arbeiten oder mit komplexen Compliance-Themen konfrontiert sind, hilft eine RFP dabei, die richtige Lösung zu finden.

Sie wird auch dann unverzichtbar, wenn Ihr Budget umfangreich ist und Sie sicherstellen möchten, dass jeder Euro richtig investiert ist. In diesen Situationen sollten Sie eine RFP erstellen:

  • Lohnabrechnung für Tausende von Mitarbeitenden verwalten
  • In mehreren Ländern mit unterschiedlichen Vorschriften tätig sein (globale Lohnabrechnung)
  • Integration mit bestehenden, komplexen Systemen (HR-Software, Buchhaltungssysteme)
  • Sie brauchen spezielle Lösungen für branchenspezifische Anforderungen oder eine bestimmte Art von Lohnabrechnungssoftware
  • Umgang mit sensiblen Lohn- und Gehaltsdaten und Sicherstellung der Datensicherheit.

Wann eine RFP zu viel des Guten ist

Wenn Ihr Team klein ist oder Sie einfache Anforderungen an die Lohnabrechnung haben, benötigen Sie möglicherweise keine RFP. Haben Sie ein begrenztes Budget oder klare, unkomplizierte Anforderungen, kann die direkte Auswahl eines Anbieters Zeit sparen.

Hier ist meine Empfehlung für Lohnabrechnungssoftware und -dienstleister:

RFI vs RFP vs RFQ: Was ist der Unterschied?

Wenn Sie die Unterschiede zwischen RFI, RFP und RFQ verstehen, kann Ihr Team das richtige Dokument für die jeweilige Situation auswählen. Nicht jede Beschaffung benötigt eine RFP – manchmal ist ein Lohnabrechnungs-RFI oder eine RFQ die bessere Wahl und spart Zeit.

Wann Sie welches Dokument einsetzen, sehen Sie hier im Überblick:

DokumententypZweckWann einsetzen?Was sollte enthalten sein?Erforderliche Detailtiefe
Request for Information (RFI)Allgemeine Informationen über verfügbare Lösungen einholenWenn Sie Optionen prüfen und sich einen Gesamtüberblick verschaffen wollenLeistungsumfang der Anbieter, technischer Überblick, angebotene ServicesNiedrig
Request for Proposal (RFP)Angebote von Anbietern für spezifische Anforderungen einholenWenn Sie komplexe Anforderungen haben und ausführliche Vorschläge wünschenAusführliche Anforderungen, Bewertungskriterien, ProjektumfangHoch
Request for Quotation (RFQ)Preisinformationen für bestimmte Leistungen erhaltenWenn Sie genau wissen, was Sie brauchen, und Preise vergleichen möchtenSpezifische Produkt-/
Leistungsbeschreibungen, Preisinformationen
Mittel

Häufige RFP-Fehler, die Sie vermeiden sollten

Wenn Sie sich bei einer RFP übereilen oder wichtige Details auslassen, kann Ihr Team am Ende verwirrt sein und mit Dienstleistern arbeiten, die nicht zu Ihren Bedürfnissen passen.

Wenn Sie einige häufige Fehler vermeiden, sorgen Sie für einen reibungsloseren Auswahlprozess. Schauen wir uns die spezifischen Stolperfallen an, auf die Sie achten sollten:

Unzureichende Hintergrundinformationen oder Kontext

Wenn Sie nicht genügend Hintergrundinformationen bereitstellen, können qualifizierte Anbieter die Bedürfnisse Ihrer Organisation möglicherweise nicht richtig verstehen. Dies führt zu Angeboten, die am Ziel vorbeigehen und die Zeit aller Beteiligten verschwenden.

Stellen Sie sicher, dass Sie eine kurze Übersicht über Ihr Unternehmen, Ihre aktuellen Lohnabrechnungsprozesse und Ihre Ziele mit der neuen Lösung bereitstellen. Sie müssen wahrscheinlich kein vollständiges Payroll Audit durchführen – aber das grobe Abbild Ihres aktuellen Systems festzuhalten, ist ein Schritt, den Sie auf keinen Fall auslassen sollten.

Fehlendes oder unklar definiertes Budget

Wenn Sie kein klares Budget angeben, könnten Anbieter Lösungen vorschlagen, die weit außerhalb Ihres Rahmens liegen – oder umgekehrt zu einfach sind. Seien Sie offen mit Ihrem Budget, damit die Anbieter ihre Vorschläge auf das abstimmen können, was Sie sich leisten können. So konzentrieren sich alle von Anfang an auf realistische Optionen.

Unklare Anforderungen oder juristischer Fachjargon

Unklare Anforderungen oder zu viel juristischer Jargon können Anbieter verwirren und zu Angeboten führen, die Ihre Bedürfnisse nicht erfüllen. Verwenden Sie einfache Sprache, um klar zu beschreiben, wonach Sie bei der Software suchen. Legen Sie die benötigten Funktionen & Features der Payroll-Software konkret dar und vermeiden Sie unnötige juristische Begriffe, die Ihre Botschaft verschleiern könnten.

Keine veröffentlichten Bewertungskriterien

Wenn Sie nicht mitteilen, wie Sie die Angebote bewerten werden, bleiben die Anbieter im Unklaren darüber, was für Sie am wichtigsten ist. Seien Sie transparent bezüglich Ihrer Kriterien – sei es Preisgestaltung, Funktionalität, Kundensupport oder etwas anderes. Diese Offenheit hilft den Anbietern, Schwerpunkte in ihren Vorschlägen richtig zu setzen.

Kein Standardformat für Anbieterantworten

Ohne ein Standardformat für die Antworten erhalten Sie Angebote in unterschiedlichsten Formen und Strukturen, was den Vergleich erschwert. Stellen Sie eine Vorlage oder einen Leitfaden bereit, an dem sich die Anbieter orientieren können. So kann Ihr Team die Vorschläge leichter nebeneinander bewerten und vergleichen.

Falls Sie nach einem Full-Service-Payroll-Partner suchen, haben wir auch einige spezielle RFP-Tipps für Payroll-Services für Sie.

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Stellen Sie Ihr Payroll-RFP-Team zusammen

Eine überzeugende RFP zu erstellen, ist keine Einzelaufgabe: Es braucht die Beiträge und das Wissen eines bereichsübergreifenden Teams, um wirklich die Bedürfnisse Ihrer Organisation widerzuspiegeln. Mit den richtigen Personen von Anfang an verringern Sie das Risiko, wichtige Anforderungen zu übersehen, und vermeiden späteren Nachbesserungsaufwand.

Die besten Projekte entstehen, wenn alle Beteiligten – IT, HR, Payroll und Finanzen – auf einer Linie sind. Starke Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis der Ziele machen einen riesigen Unterschied.

Beteiligen Sie folgende Ansprechpartner – und das aus gutem Grund:

Projekt-Sponsor

Der Projekt-Sponsor ist in der Regel eine Führungskraft, der/die an den Ergebnissen interessiert ist. Diese Person sorgt dafür, dass die RFP mit den strategischen Zielen übereinstimmt, sichert die nötigen Ressourcen und hilft, das Projekt auf Kurs und priorisiert zu halten.

Je nach Unternehmensstruktur kann dies ein:e Personalleiter:in, CFO, COO oder auch eine IT-Führungskraft sein.

Fachliche Expert:innen

Fachliche Expert:innen bringen detailliertes Wissen über Ihre bestehenden Payroll-Prozesse und technischen Anforderungen mit ein. Sie helfen dabei, zu definieren, was die Software leisten muss und welche speziellen Module benötigt werden. HR-Manager:innen und IT-Spezialist:innen sind zentrale Mitglieder dieser Gruppe.

Einkauf oder RFP-Autor:innen

Beschaffungs- oder RFP-Autor:innen verfügen über das Fachwissen, eine klar strukturierte und effektive RFP zu verfassen. Sie stellen sicher, dass das Dokument gut aufgebaut ist und alle rechtlichen sowie prozessualen Anforderungen abgedeckt sind. Zu dieser Gruppe zählen typischerweise Beschaffungsmanager:innen oder Vertragsprofis.

Endanwender:innen & Stakeholder

Endanwender:innen und Stakeholder bringen praxisnahe Einblicke in den Arbeitsalltag und mögliche Herausforderungen ein. Ihr Feedback stellt sicher, dass die ausgewählte Lösung Dinge wie Employee Self-Service, Onboarding und die tatsächlichen Payroll-Bedürfnisse unterstützt.

Lohnbuchhalter, Personalreferenten oder Buchhalter, die den Lohnabrechnungsprozess verwalten, werden in diesem Fall die Hauptanwender sein.

Definieren Sie Muss-Kriterien & Ziele

Bevor Sie eine Ausschreibung (RFP) versenden, muss Ihr Team genau festlegen, was die neue Lohnabrechnungslösung erreichen soll und warum dies wichtig ist.

Wenn Sie sich auf Ihre Schwachstellen, Ziele und unverhandelbaren Anforderungen einigen, helfen Sie den Anbietern, präzisere Antworten zu geben und vereinfachen den Bewertungsprozess der Angebote. Berücksichtigen Sie diese Schlüsselaspekte:

  • Probleme mit Ihrem aktuellen System: Was ist an Ihrem derzeitigen Lohnabrechnungsprozess frustrierend? Vielleicht ist es die manuelle Dateneingabe oder zeitaufwändige Berechnungen. Indem Sie diese Probleme hervorheben, zeigen Sie den Anbietern, wo Automatisierung erforderlich ist und was behoben werden muss.
  • Erforderliche Verbesserungen und Erfolgskriterien: Wie sieht Erfolg für Ihr Team aus? Eventuell durch schnellere Verarbeitungszeiten, präzisere Gehaltsabrechnungen oder vereinfachte Verwaltung von Zusatzleistungen. Definieren Sie diese Ergebnisse, damit Anbieter ihre Angebote entsprechend anpassen können.
  • Funktionale, technische und Compliance-Anforderungen: Muss das neue System in bestehende Plattformen integriert werden, Module wie Zeiterfassung unterstützen oder bestimmte regulatorische Standards erfüllen? Seien Sie hier klar, um spätere Überraschungen zu vermeiden.
  • Nutzerrollen, Nutzungslevel, Arbeitsabläufe: Wer wird das System nutzen und wie häufig? Denken Sie an verschiedene Rollen und Workflows, damit die Software Ihr Team unterstützt – auch diejenigen, die das Onboarding oder Self-Service-Aufgaben übernehmen.
  • Vorlieben bei der Bereitstellung: Bevorzugen Sie eine cloudbasierte Lösung oder eine lokale (On-Premise) Installation? Das frühzeitig zu wissen, hilft den Anbietern, die beste Lösung für Ihre Infrastruktur vorzuschlagen.

Die Lohnabrechnungs-Ausschreibung verfassen

Jetzt ist es an der Zeit, alles in ein klares, strukturiertes RFP-Dokument zu bringen. Eine gut organisierte Vorlage für Lohnabrechnungs-Ausschreibungen hilft Anbietern nicht nur, präzise Antworten zu liefern, sondern erleichtert auch Ihrem Team die Bewertung dieser Rückmeldungen. Folgendes sollten Sie aufnehmen:

1. Zusammenfassung (Executive Summary)

Die Zusammenfassung bietet einen Überblick über Ihre Ausschreibung und beleuchtet die wichtigsten Ziele und Absichten. Dieser Abschnitt sollte kurz darlegen, wonach Sie suchen und warum dies für Ihr Unternehmen relevant ist. Hier haben Sie die Gelegenheit, das Interesse des Anbieters zu wecken und den Rahmen für das restliche Dokument zu setzen.

2. Leistungsumfang

Definieren Sie den Leistungsumfang, indem Sie genau beschreiben, was Sie vom Anbieter erwarten. Dazu gehören die gewünschten Dienstleistungen, Zeitrahmen und konkrete Ergebnisse. Seien Sie spezifisch, damit die Anbieter genau wissen, wonach Sie suchen und ihre Angebote entsprechend anpassen können.

3. Technische Anforderungen

Führen Sie die technischen Anforderungen auf, die Ihr neues Lohnabrechnungssystem erfüllen muss. Beispielsweise benötigen Sie für das Management von Auftragsabrechnungen vielleicht eine Funktion für sofortige Zahlungen. Bei der Verwaltung von Stundenarbeitern sind eventuell Tools für Einsatzplanung gefragt.

Ob es um Kompatibilität mit bestehender Software oder besondere Funktionen geht – stellen Sie diese klar dar. Das hilft den Anbietern, festzustellen, ob sie Ihre Bedürfnisse erfüllen können und die passenden Lösungen vorzuschlagen. Für Unternehmen mit globalem Personalbedarf ist außerdem zu überlegen, ob Sie ein Ausschreibungsdokument für einen offiziellen Arbeitgeberdienst (Employer of Record) benötigen.

Bei der Skalierung von Lohnabrechnungssystemen ist es entscheidend, vor der Auswahl eines Anbieters eine Risikoanalyse und eine Anforderungsspezifikation durchzuführen. Entwickeln Sie eine belastbare Bewertungsmatrix, um den passenden Partner für Ihre Bedürfnisse zu finden.

4. Qualifikationen der Anbieter

Legen Sie die Qualifikationen fest, die Sie von Anbietern erwarten, wie Branchenerfahrung oder Zertifizierungen. Dadurch sortieren Sie Anbieter aus, denen das erforderliche Fachwissen fehlt. Seien Sie klar, was Ihnen am wichtigsten ist, um einen Partner zu finden, der Ihre Branche wirklich versteht.

5. Anforderungen an Sicherheit und Compliance

Geben Sie Ihre Sicherheits- und Compliance-Anforderungen an, damit der Anbieter in der Lage ist, sensible Daten zu schützen. Ob Sie mit der DSGVO oder anderen Vorschriften arbeiten – diese Anforderungen sollten klar formuliert sein. Die Anbieter müssen wissen, welche Standards sie erfüllen müssen, um mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

6. Erwartungen an Implementierung und Schulung

Beschreiben Sie Ihre Erwartungen an die Implementierung des Lohnabrechnungssystems und das Training, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Benötigen Sie Schulungen vor Ort oder Fernschulungen? Wenn Sie diese Details klären, hilft das den Anbietern, ihre Ressourcen zu planen und einen realistischen Zeitplan für die Einführung aufzustellen.

Die größte Herausforderung bei der Implementierung besteht darin, nicht von Anfang an die richtigen Personen einzubeziehen. Stellen Sie ein Kernteam aus Fachexperten aus den Bereichen Lohnabrechnung, Personalwesen, Finanzen und IT zusammen, um reibungslose Übergänge zu gewährleisten.

7. Preisgestaltung und Lizenzen

Erklären Sie, wie Sie Informationen zu Preisen und Lizenzen dargestellt haben möchten. Benötigen Sie eine genaue Aufschlüsselung der Kosten der Lohnabrechnungssoftware oder einen Festpreis? Klare Anweisungen helfen den Anbietern, transparente Angebote zu machen – so kann Ihr Team die Optionen leichter vergleichen.

8. Vertragsbedingungen

Fügen Sie die spezifischen Vertragsklauseln oder Bedingungen bei, die für Ihre Organisation wichtig sind. Ob Zahlungspläne oder Kündigungsklauseln – diese Details sorgen für klare Erwartungen. Anbieter müssen von Anfang an wissen, womit sie einverstanden sind.

9. Einreichungsanweisungen

Geben Sie klare Einreichungsanweisungen, damit die Anbieter wissen, wie sie antworten sollen. Fügen Sie Fristen, bevorzugte Formate und alle anderen notwendigen Informationen bei. So stellen Sie sicher, dass Sie alle Angebote in einheitlicher Form erhalten und Ihr Team diese leichter vergleichen kann.

Definieren Sie Ihre Bewertungskriterien

Klare Bewertungskriterien halten Ihren Auswahlprozess objektiv, transparent und im Einklang mit Ihren Unternehmenszielen. Legen Sie die Kriterien fest, bevor Sie die Angebote prüfen, um Vorurteile zu vermeiden und Ihr Team auf einen Nenner zu bringen. So definieren Sie Ihre Bewertungskriterien:

Was zählt am meisten?

Wählen Sie drei bis fünf gewichtete Kategorien aus, die zu Ihren Zielen und Prioritäten passen, damit Sie sich bei der Auswertung darauf konzentrieren können. Häufige Bewertungskategorien in RFP-Prozessen für Lohnabrechnungssoftware und -dienstleistungen sind:

  • Kosten (Globale Lohnabrechnungsdienste sind preislich nicht mit einer einfachen Software vergleichbar)
  • Funktionalität (Automatisierte Lohnabrechnungsberichte, Self-Service-Optionen für Mitarbeitende etc.)
  • Benutzererfahrung (Wie einfach ist die Nutzung? Wie schnell findet man, was man sucht?)
  • Anbieterreputation (Ist das Unternehmen branchenweit anerkannt, wurden Preise gewonnen?)
  • Support und Schulung (Individuelle Einarbeitung, 24h-Support, umfassendes Hilfecenter, etc.)

Mit diesen Kategorien können Sie Ihre Entscheidung auf die wichtigsten Aspekte für Ihre Organisation konzentrieren und den Auswahlprozess steuern.

Bei der Auswahl eines Systems ist es wichtig, zunächst die eigenen Kernanforderungen zu definieren. Denken Sie an Aspekte wie Lohn- und Gehaltsabrechnung, Compliance und Mitarbeiterverwaltung – wenn diese Bereiche nicht richtig abgedeckt werden, führt das später oft zu erheblichen Problemen.

Crystal Pinney-Ramos

Verwenden Sie eine Bewertungsmatrix

Eine Bewertungsmatrix hilft Ihnen dabei, verschiedenen Kriterien je nach Wichtigkeit ein Gewicht zuzuweisen. Beispielsweise könnten Sie den Kosten ein Gewicht von 30 %, der Funktionalität 40 % und der Nutzererfahrung 30 % geben. Passen Sie die Gewichtung so an, dass sie Ihre eigenen Prioritäten widerspiegelt. Bewerten Sie jedes Kriterium auf einer Skala von 1-5 oder 1-10, um den Prozess konsistent und vergleichbar zu halten.

Definieren Sie Ihren Bewertungsprozess

Legen Sie fest, wer die Vorschläge bewertet und wie dies geschieht, um Konsistenz zu gewährleisten. Nutzen Sie eine standardisierte Bewertungsstruktur (Rubrik), um die Bewertung zu steuern, und planen Sie ein Treffen, um die Prüfer vorab auf einen gemeinsamen Stand zu bringen. So stellen Sie sicher, dass alle die Kriterien und deren Bedeutung verstehen – das führt zu verlässlicheren Ergebnissen.

Versenden Sie die Gehaltsabrechnungs-Ausschreibung (RFP)

Das Versenden der RFP ist mehr als nur ein „Rausschicken“; es geht darum, sicherzustellen, dass die Anbieter die richtigen Zugänge, Fristen und Anweisungen erhalten, damit sie effektiv antworten können. Ein reibungsloser Versandprozess ist entscheidend für die Qualität der Rückmeldungen. So gehen Sie vor:

Wählen Sie die richtige Versandmethode

Nutzen Sie zum Beispiel E-Mail, spezielle RFP-Softwareplattformen oder Beschaffungsportale, um Ihre RFP zu verteilen. Ein zentrales System hilft Ihnen, Rückmeldungen zu verfolgen und die Kommunikation zu vereinfachen. Sie können eine Liste mit Ansprechpartnern der Anbieter anhängen oder ein rollenspezifisches Postfach verwenden, um alle Beteiligten informiert und organisiert zu halten.

Klare Zeitvorgaben setzen

Stellen Sie einen typischen RFP-Zeitplan zusammen und legen Sie diesen auch dem Dokument bei. So können die Anbieter ihre Rückmeldung besser planen. Ein beispielhafter Zeitrahmen:

  • Veröffentlichungsdatum der RFP
  • Fragen- und Antwortzeitraum für Anbieter
  • Frist für die finale Einreichung
  • Evaluierungs- und Auswahlphase

Klare Erwartungen halten alle auf dem gleichen Stand und verhindern Stress in letzter Minute.

Vorgaben für die Einreichung definieren

Stellen Sie sicher, dass die Anbieter genau wissen, wie sie ihre Angebote richtig einreichen sollen. Geben Sie die zugelassenen Dateiformate (zum Beispiel PDF, Word oder Excel-Vorlagen) sowie Ihre bevorzugte Versandart an – also ob Sie ein Upload-Portal oder einen speziellen Posteingang nutzen.

Geben Sie an, ob bestimmte Vorlagen oder Formulare zu verwenden sind und ob verspätete Einsendungen berücksichtigt werden. Klare Anforderungen verhindern Missverständnisse und stellen sicher, dass Sie die gesuchten Angebote erhalten.

Angebote bewerten & Anbieterliste erstellen

Jetzt zahlt sich Ihre strukturierte Planung aus: Ihr Team verwandelt die Anbieter-Antworten in eine fundierte Auswahlliste.

Konsistenz, Objektivität und Zusammenarbeit sind entscheidend, damit alle am Bewertungsprozess beteiligten Personen fair und abgestimmt vorgehen. So bewerten und erstellen Sie effektiv eine Anbieterliste:

  • Organisation und Formatierung der Angebote für die Prüfung: Ordnen Sie alle Angebote in einem einheitlichen Format, um den Vergleich zu erleichtern. Nutzen Sie Ordner oder digitale Werkzeuge zur Organisation – so findet Ihr Team schneller die relevanten Infos.
  • Bewertungsmatrix anwenden: Bewerten Sie die Angebote mittels der Bewertungsmatrix nach den zuvor festgelegten Kriterien. So bleibt die Beurteilung objektiv und auf Ihr Team zugeschnitten.
  • Demos und Interviews vereinbaren: Organisieren Sie Demos oder Gespräche mit den besten Anbietern, um die Lösungen live zu erleben. So sehen Sie sofort, wie die Software funktioniert und ob sie Ihre Anforderungen erfüllt.
  • Referenzen prüfen: Nehmen Sie Kontakt zu Referenzkunden der Anbieter auf, um deren Erfahrungen zu hören. Fragen Sie nach der Einführung, dem Support und eventuellen Problemen. So erhalten Sie wertvolle Einblicke in die Zusammenarbeit.
  • Unklare Punkte im Angebot klären: Zögern Sie nicht, Anbieter bei Rückfragen direkt zu kontaktieren. So sichern Sie sich alle entscheidenden Informationen für eine fundierte Wahl.

Anbieter auswählen & informieren

Nachdem Ihr Team einen Anbieter ausgewählt hat, sind die letzten Schritte ebenso wichtig wie der Auswahlprozess selbst. Eine klare, professionelle Kommunikation mit allen – ob sie ausgewählt wurden oder nicht – ist entscheidend für eine konstruktive zukünftige Zusammenarbeit.

Stellen Sie sicher, dass intern Einigkeit herrscht, bevor Sie mit der Vertragsunterzeichnung fortfahren, um alles im Griff und transparent zu halten. Das sollten Sie als Nächstes tun:

Benachrichtigen Sie ausgewählte und nicht ausgewählte Anbieter

Rechtzeitige und respektvolle Kommunikation mit Anbietern ist unerlässlich. Senden Sie nicht ausgewählten Anbietern eine kurze Danksagung oder geben Sie ihnen ein kurzes Feedback, um die positive Beziehung zu stärken. Dem ausgewählten Anbieter teilen Sie Ihre Freude mit und erläutern die nächsten Schritte, um einen positiven Grundstein für die Zusammenarbeit zu legen.

Bereiten Sie sich auf die finalen Verhandlungen vor

Bereiten Sie sich auf die Verhandlung vor, indem Sie gängige Punkte wie Preisgestaltung, Service-Level-Agreements (SLAs) und Vertragsbedingungen identifizieren, die besprochen werden müssen. Legen Sie im Voraus die Mindestbedingungen Ihres Teams fest, um böse Überraschungen zu vermeiden, und nutzen Sie eine Checkliste oder Tagesordnung, um fokussiert zu bleiben. So stellen Sie sicher, dass Sie alle wichtigen Details abdecken, ohne Ihre Hauptziele aus den Augen zu verlieren.

Sorgen Sie für interne Abstimmung vor der Unterschrift

Vor der Unterzeichnung stellen Sie sicher, dass Sie alle notwendigen Freigaben eingeholt haben, etwa von der Geschäftsleitung, dem Finanzbereich sowie der Rechts- oder Einkaufsabteilung. Fassen Sie die wichtigsten Entscheidungsgründe zusammen, damit interne Prüfer schnell und mit einem guten Gefühl vorankommen können. So stellen Sie sicher, dass alle auf dem gleichen Stand sind und der Vertrag den Anforderungen und Erwartungen Ihres Teams entspricht.

Wie geht es weiter:

Wenn Sie gerade an der Recherche zu einer Payroll-RFP sind, verbinden Sie sich kostenlos mit einem SoftwareSelect-Berater für passende Empfehlungen.

Sie füllen ein Formular aus und führen ein kurzes Gespräch, in dem Ihre spezifischen Anforderungen geklärt werden. Im Anschluss erhalten Sie eine Auswahlliste passender Software zum Prüfen. Die Berater unterstützen Sie sogar während des gesamten Kaufprozesses, einschließlich Preisverhandlungen.

headshot of Kim Behnke

Kim Behnke ist HR-Software-Autorin und Analystin für People Managing People und greift auf fast ein Jahrzehnt Praxiserfahrung im Personalwesen zurück. Durch ihre Tätigkeit in den Bereichen Recruiting, Onboarding, Leistungsmanagement, Schulung, Personalrichtlinienentwicklung und HR-Analytics verfügt sie über umfassendes Verständnis für die Herausforderungen, denen HR-Teams gegenüberstehen, und weiß, wie Technologie Lösungen bieten kann. Kim hat Abschlüsse in Psychologie, Schreiben und Technischer Kommunikation und ist zertifizierte Digital HR Specialist der Academy to Innovate HR. Ihre Arbeit ist geprägt von der Leidenschaft, Systeme zu optimieren und Prozesse für HR-Teams effizienter zu gestalten.