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Sich im deutschen Einwanderungs- und Arbeitsrecht zurechtzufinden, ist kein leichtes Unterfangen. Der Prozess umfasst strenge gesetzliche Anforderungen, umfangreiche Dokumentation und die Einhaltung von Vorschriften, die sicherstellen, dass ausländische Arbeitskräfte allen notwendigen Standards entsprechen.

Ohne fachkundige Anleitung können Arbeitgeber vor Herausforderungen stehen wie verspäteten Visagenehmigungen, unvollständigen Genehmigungen oder sogar Bußgeldern wegen Nichteinhaltung. Hier kann ein deutscher Employer of Record (EOR)-Service den entscheidenden Unterschied machen.

Dieser Leitfaden bietet einen Überblick über die deutschen Anforderungen an Arbeitsgenehmigungen und Visa, die notwendigen Schritte zur Erlangung der richtigen Dokumente sowie praktische Lösungen, um häufige Hindernisse zu überwinden. Außerdem zeige ich auf, wie Sie durch die Zusammenarbeit mit einem EOR Risiken minimieren, die Einstellung im Ausland vereinfachen und sich auf den Aufbau Ihres Teams konzentrieren können, ohne sich über Compliance-Fallen Gedanken machen zu müssen.

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Warum ist die Einhaltung der deutschen Einwanderungsvorschriften wichtig?

Die Einhaltung deutscher Einwanderungsgesetze ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung – sie ist ein grundlegender Bestandteil des Schutzes Ihres Unternehmens. Verstöße können erhebliche Strafen nach sich ziehen, darunter hohe Bußgelder, rechtliche Sanktionen und sogar Einschränkungen bei der zukünftigen Einstellung ausländischer Arbeitskräfte.

Neben finanziellen Konsequenzen kann ein Verstoß gegen die strengen Einwanderungsvorschriften Deutschlands laufende Prüfungen durch Behörden nach sich ziehen, was künftige Einstellungsprozesse noch schwieriger macht. 

Ebenso schwerwiegend ist der Reputationsschaden, der mit Nichteinhaltung einhergeht. Arbeitgeber, die Einwanderungs- und Arbeitsgesetze missachten, riskieren das Vertrauen von Mitarbeitenden, Kunden und Geschäftspartnern zu verlieren. Durch Priorisierung der Compliance schützen Sie Ihr Unternehmen vor diesen Risiken und fördern ein professionelles Image, das Top-Talente anzieht. 

Wer darf in Deutschland legal arbeiten?

In Deutschland hängt die Arbeitsberechtigung von Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsstatus ab. Deutsche Staatsbürger sind automatisch zur Arbeit berechtigt, ebenso wie Personen aus der Europäischen Union (EU), dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und anderen EU/EWR-Mitgliedsstaaten. Staatsangehörige dieser Regionen können ohne zusätzliche Visa oder Genehmigungen in Deutschland leben und arbeiten.

Derzeit gelten EU-Bürger aus folgenden Staaten als EU-Bürger: Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden und die Schweiz.

Für Nicht-EU-/EWR-Staatsangehörige ist das Verfahren komplexer. Diese Personen müssen eine kombinierte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die sogenannte „Aufenthaltstitel“ beantragen, die als Einzeldokument ausgestellt wird. Diese Genehmigung ist sowohl zum Leben als auch zum legalen Arbeiten in Deutschland erforderlich.

Gewisse Staatsangehörige, darunter solche aus den Vereinigten Staaten, Australien, Kanada, Israel, Japan, Neuseeland und Südkorea, können ohne Visum zu Kurzaufenthalten nach Deutschland einreisen. Um jedoch legal zu arbeiten, müssen sie nach ihrer Ankunft eine Aufenthaltserlaubnis einholen. Diese enthält die Arbeitserlaubnis und sichert die Einhaltung der deutschen Arbeitsgesetze.

Verständnis der deutschen Arbeitsvisa und -genehmigungen

Beim Einstellen oder Versetzen nicht-einheimischer Mitarbeiter nach Deutschland ist es unerlässlich, den Unterschied zwischen Arbeitsvisum und Arbeitserlaubnis sowie deren Rolle bei der Einhaltung der deutschen Einwanderungsgesetze zu verstehen.

Ein Arbeitsvisum dient als Einreisedokument, das Nicht-EU/EWR-Staatsangehörigen die Einreise nach Deutschland zum Zwecke der Erwerbstätigkeit ermöglicht. Es berechtigt jedoch nicht automatisch zur Arbeitsaufnahme. Dafür benötigen Arbeitnehmer zusätzlich eine Arbeitserlaubnis, die in der Regel zusammen mit der Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wird.

In Deutschland wird eine Aufenthaltserlaubnis für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen benötigt. Diese erlaubt es, sich im Land aufzuhalten und – je nach Typ – zu arbeiten, zu studieren oder auch einfach als Tourist zu leben. 

Wer nach Deutschland ziehen möchte, um zu arbeiten, muss zwingend vor Einreise eine Aufenthaltserlaubnis mit Arbeitserlaubnis beantragen.

Arten von langfristigen Arbeitsvisa in Deutschland

Deutschland bietet verschiedene langfristige Arbeitsgenehmigungen, die auf unterschiedliche Tätigkeiten, Qualifikationen und Beschäftigungsverhältnisse zugeschnitten sind. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Genehmigungsarten, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennen sollten.

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Allgemeine Arbeitserlaubnis

Die Allgemeine Arbeitserlaubnis richtet sich an Nicht-EU/EWR-Staatsangehörige, die ein Arbeitsplatzangebot in Deutschland erhalten haben. In der Regel ist ein Nachweis erforderlich, dass die Stelle nicht durch einen EU/EWR-Bürger besetzt werden kann und der Bewerber die erforderlichen Qualifikationen für die Position besitzt. 

Diese Genehmigung ist an die konkrete Position und den Arbeitgeber gebunden, sodass ein Stellenwechsel meist eine neue Antragstellung erforderlich macht.

Aufenthaltserlaubnis für Hochqualifizierte

Diese Aufenthaltserlaubnis für Hochqualifizierte richtet sich an Personen mit außergewöhnlichen Qualifikationen, wie beispielsweise fortgeschrittenen akademischen Abschlüssen oder spezialisiertem Fachwissen in Bereichen wie IT, Ingenieurwesen oder Gesundheitswesen.

Bewerber müssen ein Arbeitsplatzangebot mit hoher Gehaltsgrenze vorweisen (oft über 58.400 € jährlich, Änderungen vorbehalten) und eine bedeutende berufliche Erfahrung nachweisen. Es wird eine beschleunigte Bearbeitung sowie Möglichkeiten für einen dauerhaften Aufenthalt geboten.

Niederlassungserlaubnis

Die Niederlassungserlaubnis ermöglicht es, unbegrenzt in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Sie ist in der Regel für Personen verfügbar, die bereits mehrere Jahre in Deutschland gelebt, in die Sozialversicherung eingezahlt und ausreichende Deutschkenntnisse nachgewiesen haben. 

Diese Erlaubnis bietet uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt ohne Bindung an einen bestimmten Arbeitgeber.

Aufenthaltserlaubnis für Erwerbstätigkeit (befristet)

Die Aufenthaltserlaubnis (befristet) wird Personen erteilt, die für einen bestimmten Zeitraum in Deutschland arbeiten möchten, etwa für projektbezogene oder zeitlich begrenzte Beschäftigungen. Bewerber benötigen ein gültiges Arbeitsplatzangebot und den Nachweis, die Anforderungen an die Stelle zu erfüllen. Die Verlängerung hängt von der weiteren Beschäftigung und der Einhaltung der Aufenthaltsbedingungen ab.

Blaue Karte EU

Die Blaue Karte EU richtet sich an hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-/EWR-Staaten, die ein Arbeitsplatzangebot in Deutschland haben, das die Gehaltsanforderungen erfüllt (in der Regel über 50.800 € jährlich, mit Ausnahmen für Mangelberufe). Inhaber können unter bestimmten Bedingungen in Deutschland und anderen EU-Staaten arbeiten. 

Diese Erlaubnis bietet eine beschleunigte Aufenthaltsgenehmigung sowie Vorteile, einschließlich Möglichkeiten zum Familiennachzug.

Schengen-Visum

Das Schengen-Visum ist in erster Linie ein Kurzzeitvisum für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen und eignet sich im Allgemeinen nicht für eine längerfristige Beschäftigung. Es kann allerdings für erste Geschäftsreisen, Meetings oder vorbereitende Aktivitäten genutzt werden, bevor auf ein langfristiges Arbeitsvisum umgestellt wird. 

Arbeiten ist mit diesem Visum nicht gestattet, daher eignet es sich am besten für die erste Einreise, bevor eine formale Beschäftigung aufgenommen wird.

Das Verstehen und der Erwerb der richtigen Aufenthaltserlaubnis sind entscheidend für einen erfolgreichen und rechtskonformen Aufenthalt in Deutschland. Weitere Informationen finden Sie bei Germany-Visa.org, wo die verschiedenen Arten deutscher Aufenthaltstitel je nach Aufenthaltszweck und -dauer erläutert werden.

Wie beantragt man ein Arbeitsvisum für Deutschland?

Das Verfahren zur Beantragung eines Arbeitsvisums in Deutschland unterscheidet sich je nach Staatsangehörigkeit des Antragstellers. Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um den Antragsprozess zu meistern:

  1. Bestimmen Sie den benötigten Visumtyp: Ermitteln Sie das geeignete Visum oder die entsprechende Aufenthaltserlaubnis für den Mitarbeitenden, wie beispielsweise die allgemeine Arbeitserlaubnis, die EU Blue Card oder eine andere Art von nationalem Visum, abhängig von den Qualifikationen und der Berufsbeschreibung.
  2. Prüfen Sie die Berechtigung auf Basis der Staatsangehörigkeit:
    • EU/EWR-Bürger: Es sind weder Visum noch Arbeitserlaubnis erforderlich; diese Personen können frei in Deutschland leben und arbeiten.
    • Nicht-EU/EWR-Bürger: Müssen eine kombinierte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis oder ein passendes nationales Visum beantragen.
  3. Benötigte Unterlagen zusammenstellen:
    • Ein gültiger Reisepass
    • Ein formelles Jobangebot oder ein Arbeitsvertrag vom deutschen Arbeitgeber
    • Nachweis über Qualifikationen oder berufliche Abschlüsse
    • Krankenversicherungsnachweis
    • Nachweis der finanziellen Absicherung (z.B. Gehalt erfüllt die Visumsanforderungen)
  4. Antrag bei der zuständigen Behörde stellen:
    • Außerhalb Deutschlands: Antrag bei dem deutschen Konsulat oder der deutschen Botschaft im Heimatland des Antragstellenden stellen.
    • Innerhalb Deutschlands (für visumfreie Länder): Aufenthaltserlaubnis innerhalb der ersten 90 Tage nach Ankunft beim lokalen Ausländeramt beantragen.
  5. Antragsgebühren bezahlen: Die Gebühren liegen meist zwischen 75 € und 100 €, abhängig vom Visumtyp und vom Ort der Beantragung.
  6. Am Visuminterview teilnehmen: Der Antragstellende muss ein Interview beim Konsulat oder Ausländeramt absolvieren und wird dabei zu Beschäftigung, Qualifikation und Plänen in Deutschland befragt.
  7. Auf Genehmigung warten: Die Bearbeitungszeiten variieren, liegen aber meist zwischen 4 und 12 Wochen.

Nach der Ankunft in Deutschland anmelden: Nach Genehmigung müssen Mitarbeitende ihren Wohnsitz innerhalb von 14 Tagen beim Einwohnermeldeamt („Bürgeramt“) registrieren.

Das Befolgen dieser Schritte stellt die Einhaltung der deutschen Einwanderungsvorschriften sicher und sorgt für einen reibungslosen Onboarding-Prozess internationaler Mitarbeitender.

Der Einsatz von Employer-of-Record-(EOR)-Dienstleistungen ist entscheidend, um die Einhaltung internationaler Arbeitsgesetze sicherzustellen.

Jesse Ajebon, People Street

Nutzen Sie ein EOR, um Stress mit der Einhaltung von Einwanderungsbestimmungen zu vermeiden

Ein Employer of Record (EOR) ist ein Drittanbieter, der als rechtlicher Arbeitgeber für Ihre internationale Belegschaft fungiert und die Einhaltung lokaler Einwanderungs- und Arbeitsgesetze übernimmt.

Gregory Shein, CEO of Nomadic Soft

Gerettet durch einen EOR!

“Eine oft übersehene Herausforderung ist, wie stark sich Visa-Zeitleisten und Dokumentationsanforderungen je nach Land unterscheiden – unser Team hat einmal einen Top-Ingenieur drei Monate lang verloren, weil ein Nachweis über den Studienabschluss in Deutschland kurzfristig verlangt wurde und nicht frühzeitig bekannt war. Die Zusammenarbeit mit einem EOR hat es uns ermöglicht, Einwanderungszeitleisten und Compliance-Anforderungen je nach Rolle und Land im Voraus zu prüfen.” ~Gregory Shein, CEO von Nomadic Soft

Bei der Einstellung von ausländischen Mitarbeitenden in Deutschland vereinfacht ein EOR den komplexen Prozess der Beantragung von Arbeitserlaubnissen und Visa und stellt sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Zudem übernimmt ein EOR wichtige Aufgaben wie die Abwicklung der globalen Lohnbuchhaltung, Mitarbeitervorteile und Steuerberichterstattung und vereinfacht so die internationale Expansion für Unternehmen.

Die Zusammenarbeit mit einem EOR bietet mehrere entscheidende Vorteile:

  • Einwanderungs- und Arbeitsrechtskonformität: Ein EOR stellt sicher, dass Ihre Einstellungspraktiken mit den deutschen Vorschriften übereinstimmen und verringert so das Risiko von Geldbußen, Strafen oder rechtlichen Problemen.
  • Arbeitserlaubnis und Visaunterstützung: Der EOR übernimmt den Antragsprozess und hilft den Mitarbeitenden, schnell und effizient die korrekten Unterlagen zu erhalten.
  • Überwachung der Einhaltung von Vorschriften: Laufende Updates zu Änderungen im Arbeitsrecht schützen Ihr Unternehmen und sorgen für Konformität.
  • Versicherungsschutz bei Fehlklassifizierung: EORs minimieren Risiken im Zusammenhang mit Fehlklassifizierung von Mitarbeitenden und schützen Ihr Unternehmen vor kostspieligen Streitigkeiten.
  • Expertise im internationalen Recruiting: Ihr tiefgehendes Verständnis von internationalen Einstellungsverfahren ermöglicht einen reibungsloseren Onboarding-Prozess und sorgt für Gelassenheit.

Durch die Nutzung der Vorteile einer Partnerschaft mit einem EOR können Sie sich auf das Wachstum Ihres Unternehmens und das Management Ihres Teams konzentrieren, während Experten sich um die Komplexitäten der Einwanderungsbestimmungen und der globalen Beschäftigung kümmern. Dies reduziert nicht nur den administrativen Aufwand, sondern sorgt auch für eine reibungslose Erfahrung für Arbeitgebende und Arbeitnehmende.

EOR-Partner zur Rettung!

EOR-Partner zur Rettung!

Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem ein Technologie-Kunde einen leistungsstarken Entwickler nach Deutschland versetzen wollte. Sie hatten nicht bedacht, wie schwierig es sein würde zu beweisen, dass die Stelle nicht lokal besetzt werden kann. Unser strategischer EOR-Partner sprang sofort ein, kümmerte sich um die Anforderungen der lokalen Gesellschaft, vereinfachte den Visumsantrag und sorgte für die Einhaltung aller Vorschriften. Dieser Entwickler war zwei Monate früher als geplant vor Ort und der Kunde konnte seinen Marktstart einhalten.” ~ Ben Weider, CEO von Level 6 Incentives

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie schnelle Antworten auf häufige FAQs zu Arbeitserlaubnissen und Visa in Deutschland.

Wer ist für eine Arbeitserlaubnis in Deutschland berechtigt?

Staatsangehörige außerhalb der EU/des EWR mit einem gültigen Arbeitsplatzangebot, den notwendigen Qualifikationen und einem Arbeitgeber, der bereit ist, sie zu sponsern, können eine Arbeitserlaubnis für Deutschland beantragen. Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Visumtyp; Antragsteller müssen bestimmte Anforderungen wie Gehaltsgrenzen und Nachweis finanzieller Stabilität erfüllen.

Bietet Deutschland ein Visum für digitale Nomaden an?

Nein, Deutschland bietet kein spezielles Visum für digitale Nomaden an. Staatsangehörige außerhalb der EU/des EWR können aber das Freiberufler-Visum (Freiberufler) oder das Visum für Selbstständige (Selbständiger) beantragen, um in Deutschland zu leben und remote zu arbeiten. Voraussetzung ist ein Nachweis der finanziellen Stabilität, einschlägiger Berufsqualifikationen sowie eines wirtschaftlichen Nutzens für Deutschland.

Was ist die Blue Card der Europäischen Union?

Die Blue Card der Europäischen Union ist eine Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis für hochqualifizierte Nicht-EU/EWR-Staatsangehörige. Sie soll Fachkräfte mit hohen Qualifikationen oder besonderer Expertise in stark nachgefragten Bereichen, wie Ingenieurwesen oder IT, für Deutschland gewinnen.

Bewerber benötigen einen anerkannten Hochschulabschluss, ein Arbeitsplatzangebot in Deutschland und müssen die Einkommensgrenze erfüllen (in der Regel über 50.800 € jährlich, mit Ausnahmen für besonders gefragte Berufe).

Was ist ein Schengen-Visum?

Ein Schengen-Visum ist ein Kurzzeitvisum, das Staatsangehörigen außerhalb der EU/des EWR Reisen innerhalb des Schengen-Raums für bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ermöglicht. Es wird typischerweise für Touristenreisen, Geschäftsreisen oder Familienbesuche verwendet, erlaubt aber keinen langfristigen Aufenthalt oder eine Erwerbstätigkeit.

Für Arbeitszwecke muss ein gesondertes Langzeitvisum oder eine Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.

Wie lange dauert es, eine Arbeitserlaubnis für Deutschland zu bekommen?

Die Bearbeitungszeit für eine deutsche Arbeitserlaubnis beträgt in der Regel 1 bis 3 Monate, abhängig von Faktoren wie der Staatsangehörigkeit des Antragstellers, dem jeweiligen Visumtyp und der aktuellen Arbeitsbelastung der zuständigen Behörden.

Es wird empfohlen, den Antrag frühzeitig vor dem geplanten Arbeitsantritt zu stellen, um eventuelle Verzögerungen einzuplanen.

Welche Unterlagen sind für einen Antrag auf eine deutsche Arbeitserlaubnis erforderlich?

Die erforderlichen Unterlagen für eine deutsche Arbeitserlaubnis beinhalten in der Regel:

  • Einen gültigen Reisepass
  • Ein offizielles Arbeitsplatzangebot oder Arbeitsvertrag
  • Qualifikationsnachweise (z. B. Abschlusszeugnisse)
  • Ein ausgefülltes Visumantragsformular
  • Nachweis über Krankenversicherungsschutz
  • Nachweis der finanziellen Stabilität (z. B. Gehaltsangaben)
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Aktuelle Passfotos

Zusätzliche Unterlagen können je nach Visumtyp und individueller Situation angefordert werden.

Welche Anforderungen gelten für die Krankenversicherung beim deutschen Arbeitsvisum?

Um ein deutsches Arbeitsvisum zu erhalten, müssen Antragsteller eine gültige Krankenversicherung nachweisen, die den gesetzlichen Standards entspricht. Für die meisten Langzeitvisa, einschließlich des Arbeitsvisums, wird gesetzliche (öffentliche) Krankenversicherung bevorzugt und ist oftmals verpflichtend – insbesondere, wenn das Einkommen unterhalb der Grenze für private Versicherungen liegt (etwa 69.300 € jährlich, Stand 2024).

Wenn der Antragsteller zunächst ohne Arbeitsvertrag nach Deutschland einreist, kann vorübergehend eine private Reiseversicherung genutzt werden. Nach Arbeitsaufnahme muss jedoch auf eine gesetzliche oder qualifizierte private Krankenversicherung umgestellt werden, die den deutschen Vorgaben entspricht. Ein Nachweis über den Versicherungsschutz muss dem Visumantrag beigelegt und während des Aufenthalts erhalten werden.

Wie viel kostet eine Arbeitserlaubnis in Deutschland?

Die Gebühr für den Antrag auf ein deutsches Langzeit-Arbeitsvisum beträgt 75 €. Zusätzliche Kosten können für die Dokumentenbeschaffung, Übersetzungen und die Krankenversicherung anfallen. Arbeitgeber müssen für die Beantragung einer Arbeitserlaubnis für ihre Angestellten keine Gebühren zahlen.

Wie lange ist eine deutsche Arbeitserlaubnis gültig?

Die Gültigkeitsdauer einer deutschen Arbeitserlaubnis richtet sich nach dem Arbeitsvertrag und dem jeweiligen Visumtyp. Die meisten Arbeitserlaubnisse werden für die Dauer des Arbeitsvertrags, maximal bis zu vier Jahren, ausgestellt und sind verlängerbar. Für bestimmte Aufenthaltstitel, wie die EU Blue Card, kann eine spätere unbefristete Niederlassungserlaubnis beantragt werden, wenn die Bedingungen erfüllt sind.

Wie erneuert man eine Arbeitserlaubnis in Deutschland?

Um eine Arbeitserlaubnis in Deutschland zu verlängern, muss der Antragsteller rechtzeitig vor Ablauf einen Verlängerungsantrag bei der zuständigen Ausländerbehörde stellen.

Benötigt werden ein gültiger Reisepass, ein aktueller Arbeitsvertrag, Nachweis über fortbestehenden Krankenversicherungsschutz sowie weitere von der Behörde geforderte Unterlagen. Auch eine Gebühr ist zu entrichten und ein persönlicher Termin erforderlich.

Sind Familienangehörige in Anträgen auf ein Arbeitsvisum in Deutschland eingeschlossen?

Familienangehörige sind in Deutschland nicht automatisch in Arbeitsvisumanträgen enthalten. Berechtigte Familienmitglieder, wie Ehepartner und unterhaltsberechtigte Kinder, können jedoch ein Visum zum Zweck der Familienzusammenführung beantragen, um zum Hauptvisuminhaber zu ziehen. Für die Bewilligung sind in der Regel ein Nachweis über finanzielle Stabilität, geeigneter Wohnraum und in einigen Fällen grundlegende Deutschkenntnisse erforderlich.

Wie viel verlangt ein Employer of Record in Deutschland?

Die Kosten für die Beauftragung eines EOR in Deutschland variieren je nach Faktoren wie der Anzahl der Mitarbeiter, dem benötigten Dienstleistungsumfang und dem jeweiligen EOR-Anbieter. Allgemein liegen die Kosten für einen EOR-Service in Deutschland zwischen $400 und $2.000 pro Mitarbeiter und Monat.

Üblicherweise werden EOR-Gebühren als fester monatlicher Betrag pro Mitarbeiter erhoben, wobei einige Anbieter stattdessen einen Prozentsatz des Gehalts (meist zwischen 5 % und 20 % des Gehalts) berechnen, der die Verwaltung der Gehaltsabrechnung, Sozialleistungen, Steuern und die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften abdeckt.

Einige EOR-Dienstleister, wie Remofirst und Skaud, bieten Services ab $199 USD pro Mitarbeiter und Monat an, während andere, wie Remote, zwischen $599 und $699 USD pro Mitarbeiter und Monat verlangen (monatlich vs. jährlich abgerechnet). Andere EOR-Firmen, wie Globalization Partners, veröffentlichen ihre EOR-Preise hingegen nicht öffentlich, sodass Sie ein individuelles Angebot anfordern müssen.

Ich empfehle, sich detaillierte Angebote von mehreren EOR-Anbietern einzuholen, um den gesamten Leistungsumfang zu verstehen und sicherzustellen, dass Ihre Erwartungen erfüllt werden.

Welche Risiken gibt es bei der Nutzung eines Employer of Record?

Obwohl die Nutzung eines EOR zahlreiche Vorteile bietet, gibt es auch potenzielle Risiken:

  • Begrenzte Kontrolle über das Mitarbeitermanagement: Arbeitgeber haben möglicherweise eingeschränkte Möglichkeiten, Mitarbeiter direkt zu führen, da der EOR der rechtliche Arbeitgeber ist.
  • Abhängigkeit von EOR-Dienstleistungen: Unternehmen, die stark auf einen EOR setzen, könnten Schwierigkeiten haben, später auf direkte Beschäftigungsmodelle umzusteigen.
  • Datensicherheitsbedenken: Die Weitergabe sensibler Mitarbeiterdaten an einen Drittanbieter kann Risiken bergen, wenn keine wirksamen Datenschutzmaßnahmen vorhanden sind.
  • Schwankende Servicequalität: Nicht alle EOR-Anbieter verfügen über dasselbe Maß an Fachwissen, Technologie oder Kundensupport, was sich auf das Mitarbeitererlebnis auswirken kann.

Um diese potenziellen EOR-Risiken zu minimieren, sollten Sie Ihren EOR-Anbieter sorgfältig prüfen. Achten Sie besonders auf nachgewiesene Expertise im Zielland, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie auf die Transparenz der Geschäftsabläufe.

Welche Rechte und Pflichten haben Inhaber eines deutschen Arbeitsvisums?

Inhaber eines Arbeitsvisums in Deutschland haben das gesetzliche Recht, für den angegebenen Arbeitgeber und in der angegebenen Position in Deutschland zu leben und zu arbeiten – und zwar für die Dauer ihres Visums. Abhängig vom Visumstyp und der Aufenthaltsdauer können sie zudem Zugang zu öffentlichen Leistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildungsangeboten für unterhaltsberechtigte Familienangehörige und langfristig auch zur Beantragung eines unbefristeten Aufenthalts erhalten.

Im Gegenzug sind Visuminhaber verpflichtet, ein gültiges Beschäftigungsverhältnis aufrechtzuerhalten und die im Visum festgelegten Auflagen zu erfüllen, wie z. B. den Aufenthalt an einer gemeldeten Adresse oder den Nachweis einer Krankenversicherung. Änderungen des Beschäftigungsstatus – wie ein Arbeitgeberwechsel oder der Verlust des Arbeitsplatzes – müssen der Ausländerbehörde gemeldet werden. Werden diese Pflichten nicht eingehalten, kann das Visum entzogen werden.

Fazit

Die internationale Erweiterung Ihres Teams durch die Anstellung oder Versetzung von Fachkräften nach Deutschland ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Zugang zu globalen Top-Talenten zu erhalten. Dabei ist es jedoch erforderlich, sich in komplexen Visums- und Arbeitsgenehmigungsregelungen zurechtzufinden. Verstöße gegen deutsche Einwanderungs- und Arbeitsgesetze können zu Geldstrafen, Verzögerungen und Reputationsrisiken führen – daher ist es entscheidend, diesen Prozess sorgfältig anzugehen.

Für einen reibungslosen Ablauf sollten Sie mit einem Employer of Record zusammenarbeiten, der sich um Einhaltung der Einwanderungsvorschriften, Anträge auf Arbeitserlaubnisse sowie die Lohn- und Gehaltsabrechnung kümmert. So können Sie sich auf den Aufbau eines qualifizierten Teams konzentrieren und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand minimieren.

Als nächsten Schritt sollten Sie Ihre Einstellungsziele evaluieren und die besten Optionen zur Einhaltung aller Vorgaben sowie zur Unterstützung Ihrer Mitarbeitenden prüfen. 

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Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und sollte nicht als Rechtsberatung angesehen werden. Wir empfehlen, stets den Rat eines Arbeitsrechtlers oder eines EOR-Partners einzuholen, bevor Sie Entscheidungen zur Einstellung von Mitarbeitenden in Deutschland treffen.
headshot of Kim Behnke

Kim Behnke ist HR-Software-Autorin und Analystin bei People Managing People und verfügt über nahezu ein Jahrzehnt praktischer Erfahrung im Personalwesen. Mit einer Laufbahn, die Rekrutierung, Onboarding, Leistungsmanagement, Schulungen, Richtlinienentwicklung und HR-Analytik umfasst, bringt sie ein tiefes Verständnis der Herausforderungen mit, denen HR-Teams gegenüberstehen, und weiß, wie Technologie sie bewältigen kann. Kim besitzt Abschlüsse in Psychologie, Schreiben und technischer Kommunikation und ist zertifizierte Digital HR Specialist an der Academy to Innovate HR. Ihre Arbeit wird von der Leidenschaft angetrieben, Systeme zu vereinfachen und Workflows zu optimieren, um HR-Teams effizienter arbeiten zu lassen.