Sollten Ihre Mitarbeitenden jeden Tag ins Büro kommen oder sollten sie die Freiheit haben, von zu Hause aus zu arbeiten (oder ganz einfach von überall, wo sie möchten)?
Flexibles Arbeiten, Remote-Arbeit und virtuelle Teams (oder auch remote Teams) sind derzeit beliebte Themen. Vor der Pandemie arbeiteten nur 7 % der amerikanischen Arbeitnehmer remote oder hatten die Möglichkeit dazu. Jetzt liegt der Anteil bei etwa 45 %.
Als Mitglied eines "remote-first"-Unternehmens und erfahrene Remote-Mitarbeiterin werde ich die Vorteile der Remote-Arbeit aus zwei Perspektiven beleuchten – sowohl aus Sicht der Arbeitnehmenden als auch der Arbeitgeber – und zudem mögliche Herausforderungen, umsetzbare Lösungen und bewährte Vorgehensweisen aufzeigen.
Was ist Remote-Arbeit?
Remote-Arbeit bezeichnet die Praxis, bei der Mitarbeitende ihre Vollzeittätigkeit außerhalb des traditionellen Büros verrichten, meist von zu Hause aus.
Remote-Arbeit gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Manche Unternehmen verfolgen einen hybriden Ansatz mit verpflichtenden Bürotagen, während andere komplett remote und global verteilt arbeiten – ohne jeglichen physischen Bürostandort.
Vorteile von Remote-Teams
Remote- oder hybrides Arbeiten hat sich durchgesetzt, selbst jetzt, wo die meisten von uns die Möglichkeit haben, ins Büro zurückzukehren. Warum? Weil es sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern Vorteile bietet.
Vorteile von Remote-Teams für Mitarbeitende:
- Bessere Work-Life-Balance: Eine Studie von PwC zeigt, dass 67 % der Mitarbeitenden meinen, sie könnten ihr Privat- und Berufsleben durch die Arbeit im Homeoffice besser in Einklang bringen. Der Wegfall des Pendelns schafft mehr Zeit zur Erholung, und flexible Arbeitszeiten erhöhen die Lebensqualität.
- Steigende Produktivität: Laut einer Studie im Harvard Business Review erledigen Remote-Mitarbeitende fast einen ganzen Arbeitstag mehr pro Woche als ihre Kolleginnen und Kollegen im Büro. Dies ist unter anderem auf weniger Ablenkungen oder die Möglichkeit zurückzuführen, zu den produktivsten Zeiten des Tages (oder der Nacht) zu arbeiten.
- Verbesserte Mitarbeiterbindung: Die Möglichkeit, remote arbeiten zu können, ist ein starkes Argument für Mitarbeitende, einem Unternehmen treu zu bleiben – was letztlich auch den Arbeitgebern nutzt. Laut Owl Labs sagen 74 % der Arbeitskräfte, dass die Option auf Homeoffice sie davon abhalten würde, ihren Arbeitgeber zu wechseln.
- Gesündere Lebensgewohnheiten: Remote-Arbeit ermöglicht meist einen gesünderen Lebensstil, da mehr Zeit für Sport, Kochen und die Vermeidung von Fast Food bleibt. Die positiven Effekte sind belegt, denn 41 % der Büroangestellten berichten von Burnout, während dies bei nur 26 % der Remote-Mitarbeitenden der Fall ist.
- Weniger Pendelstress: Der Wegfall des täglichen Arbeitswegs verringert Stress und die Belastung durch Staus und Verkehr. Nach Daten, die Upwork ausgewertet hat, sparen Remote-Arbeitende im Durchschnitt 49,6 Minuten pro Tag. Das trägt zu einem entspannteren Tagesablauf bei.
- Individuelle Arbeitsumgebung: Mitarbeitende können sich ihr Arbeitsumfeld selbst gestalten und so optimal an ihre Komfort- und Produktivitätsbedürfnisse anpassen. Dies kommt dem Wunsch nach einer persönlichen und angenehmen Arbeitsatmosphäre entgegen und steigert die Zufriedenheit im Job insgesamt.
Vorteile von Remote-Teams für Arbeitgeber:
- Zugang zu globalen Talenten: Remote-Arbeit ermöglicht es Arbeitgebern, auf einen globalen Talentpool zuzugreifen und dadurch ihre Rekrutierungsmöglichkeiten erheblich zu erweitern. Falls Sie dies in Erwägung ziehen, empfiehlt sich die Nutzung eines Employer of Record-Services, um länderübergreifend und in verschiedenen Zeitzonen einfacher einzustellen.
- Größere Vielfalt an Bewerbern: Richtlinien für das ortsunabhängige Arbeiten erhöhen die Vielfalt der Bewerber, was den Bedarf an unterschiedlichen Perspektiven und Fähigkeiten in der Belegschaft erfüllt. Als beispielsweise der Versicherungsmakler Allstate auf Remote-Arbeit umstellte, verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg von 30 % an vielfältigen Bewerbungen für offene Stellen.
- Kosteneinsparungen: Unternehmer können durch Remote-Arbeit beträchtlich bei Bürokosten sparen und so ihre Gewinnspanne verbessern. Zum Beispiel konnte Sun Microsystems jährliche Einsparungen von 68 Millionen $ bei Immobilien erzielen, während Dow Chemical und Nortel über 30 Prozent auf nicht-immobilienbezogene Kosten einsparen konnten.
- Reduzierter Arbeitsausfall: Remote-Arbeit führt häufig zu weniger Fehlzeiten, da Mitarbeitende flexibler um persönliche Verpflichtungen und gesundheitliche Anliegen herum arbeiten können. Dies begünstigt die konstante Verfügbarkeit und Produktivität der Mitarbeitenden.
- Verbessertes Mitarbeiterwohlbefinden: Das Angebot von Remote-Arbeit zeigt Engagement für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, was Motivation und Bindung stärkt. Laut Team Insights führt Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu 2 weniger Krankheitstagen pro Jahr, einer 6-fach geringeren Wahrscheinlichkeit abwesend zu sein und einer 9-fach höheren Loyalitätsrate.
- Umweltfreundliches Geschäftsmodell: Remote-Arbeit trägt zu einem grüneren Geschäftsmodell bei, indem Emissionen, Kraftstoff- und Energieverbrauch sowie Büroabfälle reduziert werden. Damit wird dem wachsenden Bedarf an umweltverantwortlichem Wirtschaften entsprochen, was auch das öffentliche Image des Unternehmens stärken kann.
Remote-Teams profitieren besonders von ausgelagerten HR-Lösungen, die administrative Aufgaben und das Leistungsmanagement übernehmen.
Herausforderungen von Remote-Teams
Obwohl Remote-Arbeit zahlreiche Vorteile bietet, bringt sie auch spezielle Herausforderungen mit sich, die sowohl Produktivität als auch persönliches Wohlbefinden beeinträchtigen können. Dazu zählen:
- Aufrechterhaltung einer effektiven Kommunikation: Für Fachkräfte, die Wert auf eine klare und zeitnahe Kommunikation legen, kann Remote-Arbeit Herausforderungen darstellen. Das Fehlen persönlicher Interaktionen kann zu Verzögerungen und Missverständnissen führen und wirkt sich auf die Zusammenarbeit im Büro und den Erfolg von Projekten aus.
Lösung: Mitarbeiter-Kommunikationssoftware kann helfen, Informationen intern zu teilen und Mitarbeitende besser zu vernetzen. - Gesunde Work-Life-Balance erreichen: Remote-Mitarbeitende streben oft eine bessere Balance zwischen Berufs- und Privatleben an. Doch die Vermischung von Zuhause und Arbeitsplatz erschwert es, klare Grenzen zu ziehen, was zu Überarbeitung und Burnout führen kann.
Lösung: Ermutigen Sie die Mitarbeitenden zur Nutzung einer Zeiterfassungs-App, wie Insightful oder Clockify, um klar definierte Arbeitszeiten und -grenzen zu ermöglichen. - Überwindung von Isolation: Viele Menschen wünschen sich bedeutungsvolle soziale Interaktionen im Arbeitsleben. Remote-Arbeit kann zu Gefühlen von Isolation und Einsamkeit führen, da der tägliche Austausch im Büro entfällt. Dies kann das psychische Wohlbefinden und die allgemeine Arbeitszufriedenheit beeinträchtigen.
Lösung: Planen Sie wiederkehrende Events, beispielsweise monatlich oder jährlich, damit Ihr Team sich persönlich treffen und austauschen kann. Erwägen Sie auch Willkommensveranstaltungen für neue Mitarbeitende.
Best Practices für Remote-Arbeit
Um die Effektivität und das Wohlbefinden von Remote-Teams zu maximieren, ist es wichtig, diese Best Practices für Remote- und hybride Arbeitsmodelle zu übernehmen:
Regelmäßige und strukturierte Kommunikation
Regelmäßige und strukturierte Kommunikation ist entscheidend, um Klarheit zu wahren, Missverständnisse zu vermeiden und die Ausrichtung des Remote-Teams sicherzustellen. Sie gleicht die fehlende physische Präsenz aus, fördert die Zusammenarbeit und das gemeinsame Verständnis der Ziele.
Profi-Tipp: Führen Sie regelmäßige virtuelle Meetings und Kommunikationskanäle wie Slack oder Teams ein, um die Zusammenarbeit innerhalb des Teams zu stärken.
Klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben
Wenn das Zuhause gleichzeitig als Büro dient, ist es leicht, dass die Arbeit auf die persönliche Zeit übergreift. Das Festlegen fester Arbeitszeiten und das Einrichten eines eigenen Arbeitsplatzes helfen Mitarbeitenden, abzuschalten, sich zu erholen und ihr allgemeines Wohlbefinden zu erhalten.
Profi-Tipp: Ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden dazu, feste Arbeitszeiten festzulegen und einen eigenen Arbeitsplatz einzurichten, um ein gesundes Gleichgewicht zu wahren. Das wirkt sich sehr positiv auf die Unternehmenskultur aus.
Gemeinschaft und soziale Interaktion fördern
Soziale Interaktionen schaffen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gemeinschaft, was für die Mitarbeitermotivation und -bindung unerlässlich ist. Indem Sie informelle Gespräche fördern und virtuelle oder persönliche soziale Veranstaltungen organisieren, entsteht eine unterstützende und vernetzte Remote-Arbeitskultur, die die Arbeitszufriedenheit und die Teamdynamik insgesamt stärkt.
Profi-Tipp: Organisieren Sie soziale Veranstaltungen und fördern Sie informelle Gespräche, um das Gefühl der Isolation bei Remote-Mitarbeitenden zu verringern und ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Zusammenhalts zu fördern.
Hervorhebung der Unterstützung der psychischen Gesundheit
Gefühle von Isolation, verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben sowie mögliche Überarbeitung machen die Unterstützung der psychischen Gesundheit zu einem wichtigen Bestandteil jeder Remote-Arbeitsstruktur. Durch die Bereitstellung entsprechender Ressourcen können Unternehmen dazu beitragen, dass Mitarbeitende Stress bewältigen, die Work-Life-Balance aufrechterhalten und sich unterstützt fühlen.
Profi-Tipp: Erkennen Sie die besonderen Herausforderungen bei Remote-Arbeit an, führen Sie regelmäßige Gespräche mit Ihrem Team und bieten Sie Zugang zu Beratungsdiensten oder bezahlten Tagen für das psychische Wohlbefinden an.
Schulungen und Ressourcen für Remote-Arbeit
Hand aufs Herz: Auch wenn Remote-Arbeit viele Vorteile bietet, handelt es sich um ein besonderes Arbeitsumfeld. Digitale Tools zu beherrschen, die Zeit effektiv einzuteilen, einen Remote-Einstellungsprozess umzusetzen und neue Mitarbeitende angemessen einzuarbeiten, erhöht die Produktivität, senkt den Frust und fördert ein effizienteres und angenehmeres Arbeiten.
Die Integration von führenden Verwaltungstools für Sozialleistungen kann Herausforderungen im Management von Remote-Teams adressieren, indem sie genaue und aktuelle Informationen zu Leistungen bereitstellen und den Verwaltungsaufwand reduzieren.
Profi-Tipp: Bieten Sie Remote-Trainingsprogramme und Ressourcen für Führungskräfte sowie Mitarbeitende an, zum Beispiel Best Practices für Remote-Arbeit, Zeitmanagement, Kompetenz im Umgang mit digitalen Tools und Tipps für einen ergonomischen Arbeitsplatz zu Hause.
Ressourcen zur Unterstützung von Remote-Teams
Die vielen Vorteile und Pluspunkte von Remote-Arbeit – gesteigerte Mitarbeitendenbindung, Produktivität, Mitarbeiterbindung und Diversität – sind erreichbar.
Aber wie wir alle wissen, ist dafür eine gewisse Umstellung nötig. Um Remote-Arbeit zum Erfolg zu machen, müssen die richtigen Tools und Prozesse implementiert werden.
Organisationen mit Remote-Belegschaft müssen ihr Team mit den richtigen Tools, Prozessen und klaren Erwartungen ausstatten. Einige hilfreiche Ressourcen sind zum Beispiel:
- Weitere Best Practices für das Management von Remote-Teams, einschließlich Tipps zum Umgang mit Motivation, Vertrauensverlust und Burnout.
- Möglichkeiten, die Herausforderungen beim Management von Remote-Mitarbeitenden zu meistern – von der Festlegung von SMART-Zielen bis hin zur Einführung von Feedback-Mechanismen.
- Trainingsstrategien, um bei Remote-Arbeitenden Erfolg zu haben – von der Bewertung der digitalen Kompetenzen bis zur Förderung von Zusammenarbeit auf Distanz.
- Wie Outsourcing von HR beim Einstellen und Managen von Remote-Talenten helfen kann.
Wenn Sie Ihr Team um Remote-Mitarbeitende erweitern möchten, erfahren Sie, wie Sie Remote-Mitarbeitende einstellen (Fokus auf Rekrutierung) und wie Sie internationale Mitarbeitende rekrutieren (rechtlicher Fokus). Oder wenn Sie Unterstützung bei der Suche nach zukünftigen Remote-Mitarbeitenden benötigen, ziehen Sie eine Zusammenarbeit mit einem globalen HR-Service für zusätzliche Unterstützung in Betracht.
