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Arten von Leistungsmanagementsystemen beziehen sich auf die unterschiedlichen Methoden, mit denen Organisationen die Leistung ihrer Mitarbeitenden bewerten, steuern und verbessern, um eine Hochleistungskultur zu schaffen. In diesem Artikel erläutere ich die Hauptarten von Leistungsmanagementsystemen, hebe ihre zentralen Merkmale hervor und zeige Ihnen, wie Sie das passende System für Ihr Team auswählen – damit Sie ein System gestalten können, das tatsächlich funktioniert.

Was ist ein Leistungsmanagementsystem?

Ein Leistungsmanagementsystem ist ein übergreifender organisatorischer Rahmen – eine strukturierte Kombination aus Prozessen, Praktiken und strategischen Zielen – der dazu dient, die individuellen Anstrengungen der Mitarbeitenden mit den übergeordneten Unternehmenszielen in Einklang zu bringen.

In diesem Zusammenhang bezeichnet ein „System“ einen fortlaufenden Management-Ansatz und keine Software-Plattform oder digitales Tool. Es umfasst die grundlegenden Prozesse zur Festlegung klarer Erwartungen, zur Schaffung fortlaufender Feedbackschleifen, zur Überprüfung des Fortschritts und zur Anerkennung von Erfolgen im Zeitverlauf. Durch die Priorisierung von konsistenter Kommunikation, regelmäßigen Feedbackgesprächen und kontinuierlicher Mitarbeiterentwicklung legt ein Leistungsmanagementsystem die kulturellen Grundlagen dafür, wie eine Organisation Leistung misst, unterstützt und weiterentwickelt.

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Die Zwecke eines Leistungsmanagementsystems

Ein Leistungsmanagementsystem ist nicht nur eine administrative Checkliste oder eine Übung zur Jahresende-Bewertung. Sein Hauptzweck ist es, ein strukturiertes Ökosystem zu schaffen, in dem individuelle Beiträge direkt zum Unternehmenserfolg führen.

Ein effektives Leistungsmanagementsystem erfüllt mehrere wichtige strategische Ziele:

  • Strategische Zielausrichtung: Es verbindet unternehmensweite Ziele mit den täglichen Aufgaben jedes Einzelnen und stellt sicher, dass alle Mitarbeitenden verstehen, wie ihre Arbeit das große Ganze beeinflusst.
  • Kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung: Es schafft einen routinemäßigen Rahmen für fortlaufendes Feedback, Kompetenzausbau und berufliches Wachstum und verlagert den Fokus von vergangenen Fehlern auf zukünftiges Potenzial.
  • Verantwortlichkeit und Erwartungsklärung: Es definiert standardisierte Leistungsmaßstäbe, die Mitarbeitenden klare Vorstellungen davon geben, wie Erfolg aussieht, und nimmt Bewertungen die Unklarheit.
  • Datenbasierte Personalentscheidungen: Es liefert objektive, dokumentierte Leistungsdaten als Grundlage für administrative Entscheidungen wie Beförderungen, Gehaltserhöhungen, Nachfolgeplanung und Entwicklungspläne zur Leistungssteigerung.
  • Mitarbeiterbindung und -engagement: Es fördert eine Kultur der beständigen Anerkennung und Unterstützung, damit Top-Performer sich geschätzt und motiviert fühlen, langfristig im Unternehmen zu bleiben.
  • Stärkung der Führungskräfte: Es bietet Führungskräften einen verlässlichen Rhythmus und Werkzeuge für Coaching und verhindert, dass Führung von Vermutungen oder persönlicher Voreingenommenheit bestimmt wird.

Arten von Leistungsmanagementsystemen

Leistungsmanagementsysteme lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: organisatorisch und personenbezogen.

Organisatorisches Leistungsmanagement konzentriert sich auf das Erreichen strategischer Unternehmensziele, während das personenbezogene Leistungsmanagement die Entwicklung und Bewertung individueller Mitarbeitendenbeiträge in den Mittelpunkt stellt.

Es ist verständlich, dass es Überschneidungen zwischen beiden gibt – und das sollte auch so sein.

Beispiele für organisatorisches Leistungsmanagement

Balanced Scorecard

Eine Balanced Scorecard ist darauf ausgelegt, die Leistung aus vier zentralen Perspektiven zu messen: Finanzen, Kunden, interne Prozesse sowie Lernen & Wachstum.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise Kundenzufriedenheitswerte, Mitarbeiterengagement, Gewinnmargen und Innovationsraten verfolgen, um den allgemeinen Zustand und den strategischen Fortschritt zu bewerten.

Key Performance Indicators (KPIs):

Hochrangige KPIs wie Umsatzwachstum, Marktanteil oder Kundenbindungsrate werden genutzt, um zu messen, wie gut das Unternehmen seine strategischen Ziele erreicht.

So kann eine Organisation mit dem Ziel, ihren Marktanteil zu vergrößern, als KPI festlegen, diesen innerhalb des Geschäftsjahres um 5 % zu erhöhen.

OKRs (Objectives and Key Results)

Dies ist ein Rahmenwerk zur Zielsetzung, das Organisationen und Einzelpersonen hilft, ambitionierte Ziele (Objectives) zu definieren und messbare Ergebnisse (Key Results) zur Zielerreichung zu verfolgen.

Objectives: Dies sind übergeordnete, qualitative Ziele, die beschreiben, was erreicht werden soll. Objectives sollten inspirierend und motivierend sein, wie etwa „Unsere Marktpräsenz ausbauen“ oder „Ein erstklassiges Kundenerlebnis bieten“.

Key Results: Das sind spezifische, quantitative Resultate, die den Fortschritt zum Objective messbar machen. Jedem Objective sind in der Regel 2-5 Key Results zugeordnet: messbare Meilensteine wie „Kundenbasis um 20 % erhöhen“ oder „einen Kundenzufriedenheitswert von 90 % erreichen.“

OKRs beginnen auf der Organisationsebene und werden auf die einzelnen Mitarbeiter heruntergebrochen. Das beste Beispiel, das ich gesehen habe—Dank an 15 Five—nutzt die NASA als Beispiel:

Organisatorisches Ziel: Einen Menschen auf den Mond bringen.

Individuelles Ziel: Sicherstellen, dass die Einrichtungen des Raumfahrtzentrums sauber und sicher für die Mitarbeiter sind.

Schlüsselergebnis: Die Böden täglich fegen.“

Führen mit Zielvereinbarungen (MBO)

Ähnlich wie OKRs setzt MBO darauf, organisatorische und individuelle Ziele miteinander zu verbinden.

Führungskräfte und Mitarbeitende definieren gemeinsam klare, erreichbare Ziele, die auf die Unternehmensziele einzahlen. Beide Parteien stimmen den notwendigen Schritten zur Zielerreichung zu und der Fortschritt wird durch regelmäßige Check-ins oder Reviews nachverfolgt. Dadurch können bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden.

Die Leistung wird anhand des Zielerreichungsgrads bewertet und Feedback zur Unterstützung des weiteren Wachstums sowie der Entwicklung gegeben.

Benchmarking

Vergleich der Unternehmensleistung mit Branchenstandards oder Wettbewerbern, um Stärken und Verbesserungsbereiche zu identifizieren. 

Ein Beispiel: Ein Einzelhandelsunternehmen kann das Wachstum des eigenen E-Commerce-Geschäfts mit dem der Konkurrenz vergleichen, um die eigene Wettbewerbsposition zu bestimmen.

Finanzielle Leistungsanalyse

Regelmäßige Analyse von Metriken wie Gewinnmargen, Herstellungskosten und Kapitalrendite (ROI), um die finanzielle Gesundheit der Organisation zu verstehen.

Zum Beispiel könnte sich eine Organisation zum Ziel setzen, die Kapitalrendite bis zum Ende des Geschäftsjahres um 15% zu steigern.

Beispiele für Personal- bzw. individuelle Leistungssteuerung

Leistungsbeurteilungen

Jährliche oder halbjährliche Mitarbeiterbewertungen, bei denen Führungskräfte die Arbeitsleistung eines Mitarbeitenden nach definierten Zielen oder Kompetenzmodellen bewerten. 

Ein Beispiel: Ein Verkaufsmitarbeiter wird anhand von Kennzahlen wie monatlichen Verkaufszielen, Kundenzufriedenheit und Teamfähigkeit bewertet. Solche Prozesse lassen sich deutlich leichter mit Mitarbeiterbewertungssoftware durchführen.

360-Grad-Feedback

Ziel des 360-Grad-Feedbacks ist es, ein umfassendes Bild der Leistung zu erhalten, indem Rückmeldungen von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitenden gesammelt werden. 

Beispielsweise könnte ein Projektmanager Feedback von Teammitgliedern, bereichsübergreifenden Abteilungen und Kunden erhalten, um Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten einzuschätzen.

Hilfreich sind dabei Tools wie 360-Grad-Feedback-Software.

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Zielvereinbarungen und persönliche Entwicklungspläne

Mitarbeitende vereinbaren mit ihren Führungskräften konkrete Ziele und erstellen berufliche Entwicklungspläne zu deren Erreichung.

Ein Beispiel könnte sein, dass ein IT-Spezialist das Ziel setzt, eine neue Programmiersprache zu beherrschen, wobei regelmäßige Abstimmungen den Fortschritt sichern und Kompetenzlücken adressieren.

Individuelle KPIs

KPIs, die speziell auf die Rolle eines Mitarbeiters zugeschnitten sind. Ein Beispiel: Ein Kundenservice-Mitarbeiter wird anhand von Kennzahlen wie durchschnittlicher Reaktionszeit, Lösungsquote und Kundenzufriedenheit bewertet.

Kompetenzbeurteilungen

Bewertet werden Fähigkeiten wie Problemlösungskompetenz, Kommunikationsstärke oder technisches Know-how im Abgleich mit den Anforderungen der jeweiligen Position.

Zum Beispiel kann ein Marketing-Analyst hinsichtlich Datenanalyse und Präsentationskompetenz bewertet werden, um sicherzustellen, dass er die Anforderungen für eine Beförderung erfüllt.

Anerkennungs- und Belohnungsprogramme

Ein wichtiger, aber oft unterschätzter Aspekt des Leistungsmanagements: Mitarbeiteranerkennungsprogramme würdigen Erfolge und fördern die Motivation sowie das Arbeitsklima.

Zum Beispiel kann ein Unternehmen einen herausragenden Vertriebsmitarbeiter mit einer „Mitarbeiter des Monats“-Auszeichnung ehren, basierend auf individuellen Verkaufserfolgen (das war ein einfaches Beispiel, weitere Ideen zur Mitarbeiteranerkennung findest du hier).

Wie ein Performance-Management-System funktioniert

Diese Prozesse laufen nicht isoliert ab – jeder baut auf dem vorherigen auf und schafft so einen Zyklus, der die Leistung sichtbar, die Entwicklung aktiv und Talententscheidungen auf echte Daten gestützt hält:

1. Zielsetzung und Ausrichtung

Mit der Zielsetzung beginnt der Leistungskreislauf. Mitarbeitende und Führungskräfte definieren gemeinsam klare, messbare Ziele, die die individuelle Arbeit mit den Team- und Unternehmensprioritäten verbinden. Ohne diesen Schritt fehlt den übrigen Schritten die Verankerung. Ein Kundenserviceteam könnte sich beispielsweise das Ziel setzen, die durchschnittliche Bearbeitungszeit um 20 % zu reduzieren, damit alle ein gemeinsames Ziel verfolgen. Ziele sollten regelmäßig überprüft werden – und nicht einfach zu Jahresbeginn gesetzt und dann vergessen werden.

Nutze diese Kriterien, um Ziele zu setzen, die die Leistung tatsächlich voranbringen:

  • Spezifisch: Legt genau fest, was von wem erreicht werden soll.
  • Messbar: Enthält eine Kennzahl oder ein Ergebnis, das den Erfolg bestätigt.
  • Ausgerichtet: Steht in direktem Zusammenhang mit den Prioritäten des Teams oder Unternehmens.
  • Zeitgebunden: Enthält eine klare Frist oder einen festen Überprüfungstermin.
  • Kollaborativ: Wird gemeinsam von Mitarbeitendem und Führungskraft entwickelt.

2. Kontinuierliches Feedback und Coaching

Sobald Ziele gesetzt sind, hilft regelmäßiges Feedback den Mitarbeitenden, diese zu erreichen. Dazu gehören strukturierte Treffen, Coaching in Echtzeit und offener Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden während des gesamten Performance-Zyklus. Feedback in dieser Phase ist entwicklungsorientiert, nicht bewertend – es geht um Kurskorrekturen, nicht ums Urteilen. Eine Führungskraft, die merkt, dass ein Projekt ins Stocken gerät, kann dies in einem wöchentlichen Gespräch ansprechen, statt bis zur jährlichen Bewertung damit zu warten.

Beachte diese Vorgehensweisen, um Feedbackgespräche effektiver zu gestalten:

  • Vorbereiten: Vor jedem Gespräch kürzlich erledigte Arbeiten und gesetzte Ziele überprüfen.
  • Konkret sein: Auf konkrete Beispiele statt allgemeine Eindrücke verweisen.
  • Lob und Entwicklung ausbalancieren: Erfolge anerkennen und zugleich Entwicklungspotenziale aufzeigen.
  • Zweiseitigkeit ermöglichen: Mitarbeitenden Raum geben, ihre Sichtweisen und Herausforderungen einzubringen.
  • Zentrale Erkenntnisse dokumentieren: Vereinbarte Maßnahmen notieren, um sie bei folgenden Gesprächen erneut aufzugreifen.

3. Leistungsbewertung und -beurteilung

Formale Bewertungen verleihen allem, was in Zielsetzung und Feedback gesammelt wurde, Struktur. Diese Reviews – meist quartalsweise oder jährlich – beurteilen, wie gut Mitarbeitende ihre Ziele erreicht haben, wie sie Kernkompetenzen gezeigt haben und wo sie im Vergleich zu den Erwartungen stehen. Das Format variiert: Manche Organisationen verwenden Bewertungsskalen, andere setzen auf narrative Einschätzungen oder 360-Grad-Feedback. Wichtig ist vor allem die Einheitlichkeit, sodass alle nach denselben Kriterien bewertet werden.

Mit dieser Tabelle kannst du gängige Bewertungsformate vergleichen:

FormatAm besten geeignet fürWichtiger Aspekt
BewertungsskalenGroße Teams, standardisierte RollenRisiko von Verzerrungen bei der Anwendung der Skalen
360-Grad-FeedbackFührungskräfteentwicklung, bereichsübergreifende RollenBenötigt psychologische Sicherheit für Wirksamkeit
Beschreibende BeurteilungenKomplexe oder kreative RollenFür faire Bewertung zeitaufwendig für Führungskräfte
SelbsteinschätzungenAlle EbenenAm wirkungsvollsten in Kombination mit Führungskräfte-Review

4. Entwicklungsplanung und Lerninitiativen

Leistungsbewertungen sind nur dann nützlich, wenn danach auch etwas passiert. Durch Entwicklungsplanung werden Review-Ergebnisse in Maßnahmen übersetzt: Es werden Kompetenzlücken identifiziert, Lernziele gesetzt und die Mitarbeitenden mit passenden Ressourcen verbunden. Wer zum Beispiel Feedback zu schwachen Präsentationsfähigkeiten erhält, sollte diese nicht nur zur Kenntnis nehmen – sondern einen klaren Plan bekommen, der Coaching, einen passenden Kurs oder eine anspruchsvolle Aufgabe umfasst, die diese Fähigkeit stärkt. Entwicklungspläne sorgen dafür, dass Wachstum auch zwischen formalen Review-Zyklen stattfindet.

Befolgen Sie diese Schritte, um einen Entwicklungsplan zu erstellen, der wirkt:

  1. Wachstumsbereiche identifizieren: Nutzen Sie die Ergebnisse von Beurteilungen, um bestimmte Fähigkeiten oder Verhaltensweisen festzulegen, die entwickelt werden sollen.
  1. Lernziele setzen: Definieren Sie anhand klarer, messbarer Ziele, wie verbesserte Leistung aussieht.
  1. Lernmethoden auswählen: Stimmen Sie die Lücke mit der passenden Ressource ab – Kurse, Mentoring, Job Shadowing oder anspruchsvolle Projekte.
  1. Verantwortung zuweisen: Stellen Sie klar, was der Mitarbeitende eigenständig übernimmt und wo Unterstützung durch die Führungskraft nötig ist.
  1. Überprüfungszeitraum festlegen: Bauen Sie einen Kontrollpunkt ein, um den Fortschritt vor der nächsten offiziellen Beurteilung zu bewerten.

5. Nachfolgeplanung und Talentkalibrierung

Die Nachfolgeplanung ist der Punkt, an dem individuelle Leistungsdaten zu einem strategischen Werkzeug für die Personalplanung werden. HR-Teams und Führungskräfte nutzen Leistungstrends, Potenzialanalysen und Kalibrierungssitzungen, um festzustellen, wer bereit ist, in Schlüsselpositionen zu wechseln – und wer noch Entwicklungszeit benötigt. Talentkalibrierungs-Meetings, bei denen Führungskräfte ihre Teams gemeinsam besprechen, helfen, Vorurteile abzubauen und eine einheitlichere Sicht auf die Leistung innerhalb des Unternehmens zu schaffen. Dieser Prozess sorgt dafür, dass Sie einen Talent-Pool aufbauen, anstatt Ad-hoc-Lücken zu füllen.

Bewerten Sie die folgenden Faktoren bei der Nachfolgeplanung von Talenten:

  • Konstante Leistung: Nachweisliches Erreichen oder Übertreffen von Zielen über mehrere Beurteilungszeiträume hinweg.
  • Führungspotenzial: Nachweis von Eigeninitiative, Einfluss und funktionsübergreifender Zusammenarbeit.
  • Anpassungsfähigkeit: Fähigkeit, in neuen oder unklaren Situationen effektiv zu arbeiten.
  • Entwicklungskurve: Entwicklungsgeschwindigkeit im Verhältnis zur Zeit in der aktuellen Rolle.
  • Unternehmenspassung: Übereinstimmung mit den Unternehmenswerten und der langfristigen Unternehmenskultur.
  • Bereitschaftszeitraum: Ob die Person jetzt, in einem Jahr oder erst nach langfristiger Entwicklung bereit ist.

Häufige Fehler bei Performance-Management-Systemen

Das Leistungsmanagement hat keinen guten Ruf. In einer Studie von Betterworks glauben etwas weniger als ein Drittel (37 %) der Befragten, dass der Leistungsmanagement-Prozess ihres Unternehmens ihnen hilft, ihre Leistungen zu verbessern.

Hier sind einige häufige Fehler, die Organisationen bei ihren Zyklen und Prozessen des Performance-Managements machen.

Fehlende klare Ziele

Effizientes Zielsetzen bildet tatsächlich die Grundlage für effektives Performance-Management. Viele Organisationen versäumen es, Unternehmens-, Team- und individuelle Ziele aufeinander abzustimmen. Das erschwert die Priorisierung und führt zu einer geringeren Bindung der Mitarbeitenden. Klare Leistungsziele für Führungskräfte sind entscheidend für den Unternehmenserfolg.

Dazu empfehle ich den ausgezeichneten Artikel von Liz Lockhart Lance zur Cascading-Goals-Methodik.

Seltene Rückmeldungen

Menschen sehnen sich nach Feedback, das entscheidend für ihre Gesamtleistung und Weiterentwicklung ist.

Wenn Feedback ausschließlich in formellen Beurteilungen gegeben wird, fehlen Möglichkeiten für unmittelbare Kurskorrekturen und Weiterentwicklung.

Voreingenommenheit bei Bewertungen

Wenn persönliche Vorurteile, Bevorzugung oder Halo-/Horn-Effekte (bei denen ein Leistungskriterium zu stark gewichtet wird) die Bewertung beeinflussen, gefährdet das Fairness und Objektivität. 


Hierbei kann ein 360-Grad-Feedback helfen.

Fehlende Führungskräfteschulungen

Die meisten Menschen werden mit wenig oder gar keiner formellen Schulung zu Führungskräften. Gerade neu beförderte Manager benötigen Training darin, wie sie konstruktives Feedback geben, Ziele setzen und Bewertungen effektiv durchführen. Unsere Liste von Fragen für Mitarbeitergespräche kann bei diesem Prozess unterstützen.

Mitarbeitereingaben ignorieren

Wenn Mitarbeitende vom Zielsetzungs- oder Selbsteinschätzungsprozess ausgeschlossen werden, kann dies zu geringerer Motivation und fehlender Eigenverantwortung führen. Die gemeinsame Zielsetzung ist einer der Vorteile von MBO- und OKR-Systemen.

Schlechte Dokumentation

Unzureichende Aufzeichnungen über leistungsbezogene Gespräche, Feedback oder Bewertungen können zu Inkonsistenzen und rechtlichen Risiken führen.

Leistung nicht mit Belohnungen verknüpfen

Wenn Mitarbeitende keinen klaren Zusammenhang zwischen ihrer Leistung und Belohnungen (z. B. Gehaltserhöhungen, Beförderungen) erkennen, fehlt dem System die Anreizkraft.

Die Macht der Anerkennung übersehen

Eine Studie von Deloitte ergab, dass Engagement, Produktivität und Leistung von Mitarbeitenden um 14 % höher sind in Organisationen, die Anerkennung richtig aussprechen. Dabei kann spezielle Mitarbeiteranerkennungssoftware unterstützend wirken.

Komplexer oder umständlicher Prozess

Ein zu kompliziertes oder zeitaufwändiges Leistungsmanagement-System kann die Beteiligung und Einhaltung erschweren. Deshalb wechseln viele Organisationen zu häufigeren, aber kürzeren vierteljährlichen Bewertungen.

Unfähigkeit, sich Veränderungen anzupassen

Wenn ein starres System eingesetzt wird, das Veränderung im Unternehmensumfeld oder wechselnde Rollen der Mitarbeitenden nicht berücksichtigt, kann das Leistungsmanagement veraltet und irrelevant werden.

Erfolgreiche Strategien für Performance-Management-Systeme

Jetzt kennen Sie einige häufige Fehler – wie lassen sie sich beheben?

Regelmäßige Check-ins

Stellen Sie sicher, dass Führungskräfte wöchentliche oder zweiwöchentliche Besprechungen mit ihren Mitarbeitenden organisieren, um regelmäßiges Feedback zu geben und Probleme frühzeitig zu erkennen.

Feedbackkultur fördern

Eine Feedbackkultur, in der jeder bereit ist, Feedback zu geben und anzunehmen, fördert kontinuierliche Verbesserung, schnelle Kurskorrekturen und Engagement. Das schafft ein wachstumsorientiertes Umfeld, in dem Mitarbeitende sich entfalten können.

Ansatz anpassen

Passen Sie Leistungsmanagement-Praktiken auf unterschiedliche Rollen, Abteilungen oder Teams an, denn ein Einheitsansatz funktioniert nicht für alle Mitarbeitenden.

Teambewertungen, die ergänzend zu Einzelbewertungen durchgeführt werden, sorgen dafür, dass Führungskräfte Leistungen im Hinblick auf Werte und Unternehmensziele sehen und die Ausrichtung auf diese Bereiche erhalten bleibt.

Einbindung der Mitarbeitenden in die Zielsetzung

Beteiligen Sie Mitarbeitende an der Formulierung ihrer Ziele und Entwicklung von Aktionsplänen. Das steigert das Gefühl der Eigenverantwortung, Bindung und Motivation.

Verknüpfung von Leistung und Belohnungen

Stellen Sie einen Bezug zwischen den Leistungsresultaten und Belohnungen wie Boni, Gehaltssteigerungen, Beförderungen oder Anerkennungsprogrammen her, um hohe Leistung zu belohnen. Der Artikel von Alex Link zu leistungsbezogener Vergütung ist eine hilfreiche Ressource.

Fokus auf Entwicklung

Stellen Sie das Wachstum der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt, indem Sie individuelle Entwicklungspläne erstellen, Trainingsprogramme anbieten und Coaching bereitstellen, um Kompetenzlücken zu schließen.

Einsatz eines Balanced-Scorecard-Ansatzes

Berücksichtigen Sie mehrere Leistungskennzahlen – einschließlich finanzieller, kundenbezogener, interner Prozess- und Lernziele –, um eine ganzheitliche Sicht auf die Beiträge der Mitarbeitenden zu erhalten.

Manager im Leistungsmanagement schulen

Statten Sie Führungskräfte mit den Fähigkeiten aus, konstruktives Feedback zu geben, effektive Bewertungen durchzuführen und die Entwicklung der Mitarbeitenden zu unterstützen.

Selbsteinschätzung fördern

Ermöglichen Sie Mitarbeitenden, ihre eigene Leistung zu bewerten. Dies kann dabei helfen, Verbesserungsfelder zu identifizieren und Sinn für Eigenverantwortung zu fördern.

360-Grad-Feedback nutzen

Führen Sie Methoden wie 360-Grad-Feedback ein, um Verzerrungen in Bewertungen zu verringern, etwa durch standardisierte Kriterien, vielfältig besetzte Bewertungsrunden oder Kalibrierungsmeetings, um faire und konsistente Bewertungen sicherzustellen.

Technologie nutzen

Verwalten Sie Leistung immer noch in Tabellenkalkulationen sowie Google- oder Word-Dokumenten? Nutzen Sie Leistungsmanagement-Software, um Ziele zu definieren, nachzuverfolgen und Leistungsbeurteilungen durchzuführen. Viele unterstützen dabei, datengestützte Erkenntnisse für Entscheidungen rund um Leistung zu gewinnen.

Anpassung an sich verändernde Anforderungen

Aktualisieren Sie das System kontinuierlich, um sich wandelnden Geschäftszielen, Mitarbeiterrollen oder Marktbedingungen Rechnung zu tragen – so bleibt es flexibel und relevant.

Eine Anerkennungskultur schaffen

Ähnlich wie bei einer Feedback-Kultur sollten Sie alle Teammitglieder dazu ermutigen, Erfolge zu feiern und so ein Klima der Wertschätzung zu fördern. 

Dies kann so einfach sein wie ein eigener Slack-Kanal, auf dem Teammitglieder sich gegenseitig wertschätzen.

Mehrere Systemtypen kombinieren

Kein einziges Konzept für Leistungsmanagement ist für jede Organisation alleinstehend geeignet. Anstatt das gesamte Unternehmen in ein einziges starres Modell zu pressen – wie z. B. nur auf jährliche Bewertungen oder ausschließlich auf OKRs zu setzen – kombinieren Sie komplementäre Systemtypen für eine ausgewogene Strategie.

Sie können beispielsweise kurzfristige OKRs einsetzen, um agile Zielerreichung zu fördern, kontinuierliches 360-Grad-Feedback für die alltägliche persönliche Entwicklung etablieren und ein standardisiertes Bewertungssystem bei Zwischen- oder Jahresgesprächen verwenden, um Gehaltsanpassungen zu informieren.

Mit einem Mix der Ansätze nutzen Sie die jeweiligen Vorteile der Systeme und erhalten einen ganzheitlichen Überblick darüber, was Mitarbeitende erreichen und wie sie dies tun.

Beispiele für Leistungsmanagementsysteme

So handhaben einige der weltweit führenden Organisationen das Leistungsmanagement:

Google hat OKRs (Objectives and Key Results) eingeführt

Google hat die Nutzung von OKRs berühmt gemacht, um die individuellen Ziele der Mitarbeitenden mit den Unternehmenszielen abzugleichen. Jede Person legt messbare Ziele mit klaren Ergebnissen fest, die vierteljährlich überprüft und ggf. angepasst werden, damit die Ausrichtung in Googles schnelllebigem Umfeld erhalten bleibt.

Dieses Rahmenwerk fördert Transparenz und Zusammenarbeit, da Ziele im gesamten Unternehmen sichtbar sind.

Microsofts Growth Mindset und kontinuierliches Feedback

Microsoft hat sich vom traditionellen Jahresgespräch entfernt und auf ein kontinuierliches Leistungsmanagementsystem umgestellt, das eine "Growth-Mindset" betont. 

Führungskräfte sprechen regelmäßig mit den Mitarbeitenden, geben fortlaufend Feedback, helfen dabei, Fähigkeiten zu entwickeln, sich an Veränderungen anzupassen und Ziele zu erreichen – es entsteht eine Lern- und Wachstumskultur.

Adobes Check-In-Modell

Adobe hat die jährlichen Leistungsbeurteilungen durch ein „Check-in“-Modell ersetzt, bei dem Führungskräfte und Mitarbeitende regelmäßig informelle Feedback-Gespräche führen. 

Dieser Ansatz setzt auf unmittelbares Feedback und Entwicklung ohne formale Bewertungen, was den Bewertungsstress verringert und die Mitarbeitenden motiviert, sich weiterzuentwickeln.

Deloittes vereinfachte und zukunftsorientierte Leistungsbeurteilungen

Deloitte hat seinen Prozess zum Performance-Management überarbeitet und konzentriert sich nun auf Echtzeit-Feedback, häufige Check-ins und „Performance Snapshots“, bei denen Mitarbeitende auf Grundlage potenzieller zukünftiger Maßnahmen wie Beförderungen oder Gehaltserhöhungen bewertet werden. Dieser zukunftsgerichtete Ansatz fokussiert sich auf Wachstum und reduziert den Bedarf an rückblickenden Bewertungen.

General Electrics agiles Performance-Development

GE ist von jährlichen Beurteilungen zu einem agileren, kontinuierlichen Feedback-Modell übergegangen, das „Performance Development“ genannt wird.

Mit der eigens entwickelten PD@GE-App erhalten Mitarbeitende Feedback in Echtzeit und können ihre Ziele fortlaufend aktualisieren, sodass das Unternehmen flexibel und anpassungsfähig gegenüber Branchenveränderungen bleibt.

Wie geht es weiter?

Möchten Sie mit den neuesten Entwicklungen im Performance-Management Schritt halten? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die Teilnahme an einem Performance-Management-Kurs.

So frischen Sie Ihr Wissen über aktuelle Methoden auf und lernen von anderen, die Menschen zu Höchstleistungen verhelfen möchten.

Eine weitere Möglichkeit ist das Abonnieren des People Managing People-Newsletters. Sie erhalten fundierte Einblicke und Tipps, die Ihnen helfen, selbst die schwierigsten Herausforderungen mit Mitarbeitenden im modernen Arbeitsumfeld erfolgreich zu meistern – direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Sergio Tschá

Führungskraft, Mentor, Autor und Coach mit Hintergrund in Informatik. Befürworter von Inklusion, Vielfalt und kulturellem Bewusstsein am Arbeitsplatz sowie der Bewegung für menschlichere Technologien.